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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
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BeitragVerfasst am: 05.08.2004, 14:09 Antworten mit ZitatNach oben




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Aktuell05. August 2004
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DAS DENIC IN DER KRITIK

sieg-heil.de, DENIC

Von Burkhard Schrder


Dieser Artikel erschien in krzerer Form am am 29.07.2004 bei Telepolis unter der berschrift "Sieg-heil.de, DENIC und shoa.de". Mittlerweile haben sich neue Erkenntnisse ergeben, die ein Update erfordern.
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Der Gru "Sieg Heil" ist verboten. Die gleichnamige Domain auch, es sei denn, sie steht in einem Ambiente, das der staatsbrgerlichen Aufklrung dient. In einer Pressemeldung von jugendschutz.net heisst es, die zentrale Registrierungsstelle DENIC sei gegen die "unzulssige Website" sieg-heil.de vorgegangen "und leitet Besucher inzwischen auf das Aufklrungsangebot von shoa.de um." An dieser Meldung ist vieles strittig. Das DENIC gibt offenbar bestimmte Domains an einen Verein weiter, dessen Reputation zumindest angezweifelt wird.

Die Domain "sieg-heil.de" gehrte der linken Schweriner Initiative "FuFa Network", die auch nazis-raus.de besitzt. FuFa steht fr "Fuck Fascism" Die Gruppe informiert online ber Rechtsextremismus. Das Fufa schreibt in einer Stellungnahme: "Wichtig ist hierbei die Betrachtung der Vorgeschichte der Internet-Adresse www.sieg-heil.de, welche, zusammen mit www.nazis-raus.de, auf das Online-Projekt "nazis raus", eine Informations- und Aufklrungsseite zum Thema Rechtsextremismus, bis Anfang des Jahres 2004 leitete. Nachdem von den ehemaligen Administratoren schon zuvor vergeblich versucht worden war, jene Domains separat ber das Auktionshaus eBay.de zu verkaufen, da kein Interesse mehr an einer Fortfhrung der Webseiten bestand, meldeten wir uns vom Schweriner Netzwerk FuFa als Interessenten an einer gnstigen bernahme der Adresse www.nazis-raus.de, die dann auch erfolgreich stattfinden konnte. Was jedoch mit der sieg-heil.de zu dieser Zeit geschah, ist uns nicht bekannt; allein sicher ist, dass wir diese nicht zusammen mit der anderen gekauft haben.

Offenbar auch zum Erstaunen des Domain-Inhabers, dem die sieg-heil.de damals noch gehrte, leitete diese pltzlich und unerwartet auf das Projekt shoa.de um, ohne dass darber ein Wort verloren worden war. Nheres ist jedoch ber uns nicht zu erfahren, da nicht bekannt. Mittlerweile taucht der Name des Ex-Besitzers beider Web-Adressen auch in keiner DENIC-Eintragung mehr auf."


Eine etwas aufwndigere Recherche hat ergeben: Im Jahr 2003 hat der Inhaber der Domain sieg-heil.de versucht, diese zu verkaufen. Das gelang: Kufer wurde Tobias Huch von erodata.de. Huch schreibt, er habe damals einen KK-Antrag gestellt. "Jedoch hat der Provider den nicht durchgefhrt. Ziemlich rgerliche Angelegenheit."

Demnach ist der Besitzwechsel nicht vollzogen worden, und der alte Inhaber besa die Domain immer noch. Sieg-heil.de wurde bei Freecity kostenlos gehostet. Als man dort pltzlich Geld fr die Domain verlangte, hat die Inhaber gekndigt. Sieg-heil.de war also damen- bzw. herrenlos. Bei archive.org stammt der letzte Eintrag vom 09. Juli 2003.

Die DENIC hat die Domain dann nach einem Hinweis von jugendschutz.net "gekndigt", will aber nicht verraten, wer sie vorher besessen hat. Laut Auskunft Dr. Klaus Herzigs, des Pressesprechers der DENIC, habe die Rechtsabteilung die Website berprft. Dort seien keine Inhalte zu finden gewesen, die es gerechtfertigt htten, trotz des verbotenen Namens von "Aufklrung" zu sprechen.
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Herzig wandte sich im Juni an Stefan Mannes, den Vereinsvorsitzenden von shoa.de und fragte an, ob der Verein die Domain bernehmen wollen. Die Domain ist also nicht "umgeleitet", sondern normal vergeben worden. Der Inhalt die Pressemeldung von jugendschutz.net ist daher teilweise schlicht falsch, wenn nicht gar frei erfunden.

Das ist offenbar langjhrige Praxis: der Kontakt zwischen dem DENIC und der Verein shoa.de wurde vor vier Jahren geknpft, als der Provider Strato die Domain adolf-hitler.de auf Initiative des DENIC vom Netz nehmen musste. Auch damals argumentierte man, die Domain sei "offensichtlich strafrechtswidrig". Adolf-hitler.de gehrt heute ebenfalls shoa.de.

Das Gebaren des DENIC, nach eigenem Ermessen Domains anzubieten, befremdet einige Mitglieder der Genossenschaft. Karsten Leipold vom Deutschen Forschungsnetz (DFN) wei davon nichts: "Das wrde mich sehr wundern." Auch Eva Fennemann, die Pressesprecherin von web.de, ist erstaunt. Konsens aller Befragten: wenn das DENIC gegen eine Domain etwas einzuwenden htte, brauchte sie diese nur einfach nicht zu vergeben oder zu sperren.

In den Statuten des DENIC ist die Weitergabe von Domains nicht ausdrcklich vorgesehen. Das DENIC weist selbst darauf hin, dass man sich bei Inhalten, die "rechtswidrig oder jugendgefhrdend" sind, an die "zustndigen Stellen" der Polizei oder an die Beschwerdestelle der Freiwillige Selbstkontrolle der Multimedia-Diensteanbieter FSM wenden solle. Warum der Verein shoa.de gegenber anderen Projekten bevorzugt behandelt wird, kann heute niemand erklren. Klaus Herzig meint dazu: es habe kein Anlass bestanden die Serisitt zu berprfen.

Wer steckt hinter shoa.de? Vor fnf Jahren suchte Stefan Mannes im Usenet Usenet nach "Mitstreitern" und Ideen fr ein Projekt mit "einschlgigen" Domains wie der-ewige-jude.de. Mannes gehrt zu einer Gruppe ehemaliger Studenten aus Freiburg, die heute noch den Kern des Vereins ausmachen: zusammen mit Jrg Georgi forschte Mannes ber Geomorphologie und "Agrarwirtschaft in Sdfrankreich" Mannes' Examensarbeit im Fach Geschichte handelt von "Antisemitismus im nationalsozialistischen Propagandafilm - der ewige Jude und Jud S".

Mannes selbst beschrieb seine damalige Website als "'wilde' Sammlung von Texten, die keinem wissenschaftlichen Anspruch gengen." Das hat sich zwar gendert, die Qualitt von shoa.de und deren Autoren ist dennoch umstritten. Kritiker im Forum Geschichtswissenschaft sprachen von einer "pseudowissenschaftlichen Lachnummer" und vermissten die historische Kompetenz". "Die Geschichte von shoa.de, die Herr Mannes nun bis in das Jahr 1996 als eine Initiative von Historikern zurckfhren will, ist eine hochpeinliche Story von Fehlern, Mideutungen, Dilettantismus, Aufschneiderei, Wichtigtuerei usw., usw. Zur Zeit versucht dieser liebenswerte Herr aus ffentlichen Kassen Geld einzuwerben, in dem er seinen "Kremersladen" als brgerschaftliche Vereinigung verkauft." Der Flamewar in dem zitierten Forum entzndete sich an einem Verriss der Inhalte von shoa.de im "Internet-Handbuch-Geschichte". Die Beitrge wurden nach Erscheinen des Telepolis-Artikels entfernt; ber die Serisitt der Aussagen eines Flamewars darf man ohnehin geteilter Meinung sein. Stefan Mannes zu diesem Thema: "Das Zitierte fand sich als Privatmeinung in einem alten Flamewar in einem NHF Forum. Aber bereits dort distanzierten sich die Moderatoren vom NHF ausdrcklich von derart diffamierenden Anschuldigungen."
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Shoa.de ist ein Verein, der ausschliesslich von Mitgiedsbeitrgen und Spenden lebt. Auf der Website wurden "Partner und Sponsoren" genannt, die aber offiziell davon gar nichts wussten, zum Beispiel das Deutsche Historische Museum und das Haus fr Geschichte. Die "Partnerschaft" besteht darin, dass Artikel bernommen werden drfen. Auf Nachfrage korrigiert Stefan Mannes den "falschen Eindruck": "Die entsprechenden Kontakte gab es aber durchweg berwiegend 'nur' auf Abteilungsebene. Ich weiss deshalb nicht, ob z.B. die Pressestelle des DHM in Berlin darber informiert ist." Den Link zum umstrittenen Zensur-Befrworter und Ex-Psychiatriepfleger Samuel Althof und seiner so genannten "Aktion Kinder des Holocaust" (AKdH) hat Mannes inzwischen entfernt. Auf den ersten Blick erscheint dass shoa.de nur als Anhngsel der Werbeagentur Kakoii, um dem entsprechenden Zweck - der Werbung - zu dienen. Mannes streitet das jedoch alles ab und betont die gute Absicht und das gut Gemeinte. Der Verein Kakoii war auch an dem Entwurf des umstrittenen Plakats beteiligt, mit dem fr das Mahnmal in Berlin geworben wurde: "Den Holocaust hat es nie gegeben." Motto der Firma: "Es gilt die konomie der Aufmerksamkeit!"

Das hat Stefan Mannes schon frh beherzigt - von Werbefuzzys lernen heit eben siegen lernen alias: beachtet werden. Vor fnf Jahren war er Webmaster der Suchmaschine alphasearch.org, heute ist er immer noch der Inhaber der Domain. Anfragen wurden bis vor wenigen Tagen aber auf ein Reseller-Programm in Indonesien umgeleitet.

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BURKS ONLINE 05.08.2004
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