www.burks.de Foren-bersicht www.burks.de
Burkhard Schr�ders [Burks] Forum - f�r Kosmopoliten und Kaltduscher
burks.de: Forum für Kosmopoliten und Kaltduscher
burksblog.de: ab 01.01.2008 geht es hier weiter!
privacyfoundation.de: German Privacy Foundation
 FAQ  •  Suchen  •  Mitgliederliste  •  Benutzergruppen   •  Registrieren  •  Profil  •  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  •  Login
 Mythos Fhrerbunker Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen
Autor Nachricht
burks
Webmaster
Webmaster


Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 04.09.2003, 00:40 Antworten mit ZitatNach oben

Der so genannte Fhrerbunker ist kein Mythos. Noch nicht. Ein Mythos berlagert die historische Realitt durch Vermutungen, Legenden oder Lgen. Das sagte Sven Felix Kellerhoff bei der Prsentation seines neuen Buches Mythos Fhrerbunker. Der Autor rumte auch gleich mit einigen wilden Thesen auf, etwa der, dass es einen geheimen Gang vom Fhrerbunker bis zum Flughafen Tempelhof gegeben htte. Erstaunlich genug, dass sich bisher kein Buch mit der Geschichte des Gebudes, seinem Abriss und den heutigen berresten beschftigt hat. Jeden Tag ziehen die Touristengruppen die Berliner Wilhelmstrasse entlang und fragen nach dem Ort, an dem Hitler sich die Kugel gab. Aber noch nicht einmal eine Tafel weist darauf hin.

Eines der bekanntesten Fotos aus den letzten Tagen der Schlacht um Berlin zeigt den Grfaz vor den Trmmer der neuen Reichskanzlei. Der Bunker nrdlich der Reichskanzlei, in dem Hitler seine letzten Tage verbrachte, wurde schon 1935 gebaut - niemand kann behaupten, die Nazi-Fhrer htten nicht gewusst, was ihre Politik anrichten wrde. Der Fhrerbunker bestand aus zwei Teilen: der alte Luftschutzkeller wurde 1943 durch einen massiven Bunker ergnzt (vgl. Abbildung unten rechts), der bis zu acht Meter unter der Erdoberflche und wegen des Grundwassers immer feucht war. Wnde und Decken bestanden aus vier Meter dickem Beton und waren mit den damaligen Waffensystemen nicht zu zerstren. Die Grsse der Rume konterkarierten Hitlers Grssenwahn: sie maen in der Regel nicht mehr als zehn Quadratmeter.

Rochus Misch, der letzte Telefonist Hitlers, der als Zeitzeuge auch im Film Der Bunker aus dem Off kommentiert, gab der Buchvorstellung eine "besondere" Note: eingeladen, um die Atmosphre kurz vor Hitlers Tod zu schildern, dokumentierte er eher den Typus des Deutschen, der sich nicht erinnern kann, worum es bei dem Wahn der Nazi-Ideologie ging - er sei ein einfacher Soldat gewesen, der seine Pflicht tat. Man muss dem Verlag dankbar sein, dass er da Risiko einging, den Zeitzeugen wie eine Art Bonsai-Winifred Wagner sich blamieren zu lassen.

Geradezu abenteuerlich ist die Geschichte des Abrisses. Teile des vllig zerstrten Fhrerbunkers wurden fr den Bau des sowjetischen Ehrenmals in Berlin-Treptow und den U-Bahnhof Mohrenstrasse in Berlin-Mitte verbaut. Das Gelnde lag nach 1961 im Todesstreifen, direkt an der Mauer (vgl. Abbildung oben rechts). Der Knstler Erhard Schreier bekam zufllig mit, dass auf dem Gelnde gesprengt wurde. Ein Bauarbeiter verriet ihm, dass es sich um "Adolfs Bunker" handelte. Schreier setzte durch, dass er den Abriss Abriss in Zeichnungen und Fotos akribisch dokumentieren durfte. Das Ministerium fr Staatssicherheit hatte die Ruine schon 1973 untersucht - die Akten umfassen 26 Ordner - und den Zustand beschrieben. Da auf dem Gelnde Wohnbauten errichtet werden sollen, wurden die Reste des Fhrerbunkers bis auf die Grundwanne aus Beton "tiefenenttrmmert".

Heute ist von Hitlers letztem Hauptquartier nichts mehr zu sehen (Abbildung oben links). Das Buch Kellerhofs enthlt zahlreiche Skizzen, die auch belegen, dass die Baugesellschaft, die heute fr das Gelnde verantwortlich ist, eine Lcke lassen muss, da der unsichere Untergrund eine Gebude nicht zuliee. Das geplante Holocaust-Denkmal wrde den Blick vom Projekt "Wohnen in den Ministergrten" auf den Fhrerbunker versperren.

Kellerhoff pldierte vehement dafr, wenigstens durch eine Tafel ber die historische Bedeutung des Ortes zu informieren. Mythen entstnden durch Schweigen. Und die Angst, das Gelnde wrde zu einem Wallfahrtsort fr Alt- und Neonazis werden, ist sicher unbegrndet. Und wenn doch, wre der Bunker gleich eine doppelte Mahnung, nicht weg-, sondern der Realitt ins Auge zu sehen: der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

Wiedergabe der Fotos mit freundlicher Erlaubnis des Autors.

04.09.2003
BurkS

Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Beitrge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen


 Gehe zu:   



Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group :: FI Theme :: Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde