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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6765
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 28.08.2004, 19:07 Antworten mit ZitatNach oben



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Aktuell28. August 2004
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KASTIUS PROBT SCHON WIEDER DEN VOLKSAUFSTAND

Der Aufmerksamkeitstter

Von Burkhard Schrder


Kastius"Der Aufmerksamkeitstter ist wieder da. Die "Initiative Volksaufstand" ruft zum Sturz des Kanzlers auf. "Schrder treibt es auf die Spitze. Wer so ignorant des Volkes Wille ignoriert, der hat entweder nicht mehr alle Tassen im Schrank oder legt es echt auf eine Revolution an." Fr Revolutionen im Internet, die dann doch nicht stattfinden, ist Christoph Kastius zustndig. Auf Kastius' Seite kaufstreik.de wird der "Volksaufstand" umgeleitet.

Kastius bemht sich seit Jahren, ein wrdiger Nachfolger Nachfolger des legendren Heiluftpredigers Kim "Kimble" Schmitz zu werden. Erstaunlich ist nicht, dass es Kastius immer wieder gelingt, unbedarfte Menschen von seinen windigen Projekten zu berzeugen, sondern wie man mit einer einfachen Website und ein paar griffigen Thesen die Medien foppen kann. Dem "Hacker mit Ethik" ging nicht nur die FAz auf den Leim. Zahlreiche Zeitungen und Fernsehsender berichteten wohlwollend ber Kastius' diverse Projekte. Die TAZ weist auf den "Volksaufstand" hin und suggeriert, der "ethische Hacker" sei einer der Initiatoren gegen Hartz IV . Attac-Stuttgart zitiert die Website wohlwollend und kritiklos. Und auf zahlreichen Foren wird ber die "Initiative" mehr oder weniger ernsthaft diskutiert. Nur in der Newsgroup de.admin.net-abuse.mail wurden Kastius' Aktion gleich korrekt als Spam geoutet.
Kastius"
Kein Wunder: im Usenet hatte er seine Krankenakte aus der Psychiatrie schon 1998 persnlich gepostet. Wer "nicht alle Tassen im Schrank" hat, ist also durchaus strittig. Trotz heftigen verbalen Gegenwinds verk+ndete Kastius aber schon damals, man werde ihn so schnell nicht los. Das Versprechen hat er gehalten. Heute betreibt er nicht nur eine angebliche Online-Wetterstation, sondern auch eine "Suchhotline". Mit dieser fiel er vor allem auf, als er mit einer Pistole in den Sender N-TV strmte und dort den damaligen Telekom-Vorstandschef Ron Sommer sprechen wollte, weil er seine Telefonrechnung nicht bezahlen konnte. Ein Sondereinsatzkommando nahm ihn fest. Pressetext.Austria meldete am 28.10.1999 sogar seinen Selbstmord. Der war aber genauso gelogen wie vieles andere. Kastius ist putzmunter. Aber mit der Suchhotline gelang es ihm unter anderem, die serise Basler Zeitung zu beeindrucken. Im Jahr 2002 kndigte Kastius fnf Volksaufstnde und Massendemonstrationen an. Von Suizid also keine Spur.
Kastius"
Ein umtriebiger Mensch tanzt auf allen Hochzeiten, die online Aufmerksamkeit versprechen. Der Kampf gegen Kinderpornografie ist fr Aufmerksamkeitstter selbstredend ein ideales Bettigungsfeld. Kastius richtete im Jahr 2002 auf kindersex.de die obligatorische "Meldestelle" ein. Auch der Kampf gegen den Terror war zeitweilig sein Hobby. Er kndigte die Grndung einer Gruppe mit dem hippen Logo "HaCkEn gEgEn GeWaLt" an: Die Organisation werde alle brigen Bsewichte, insbesondere die Nazis und Al Quaida online bekmpfen. Als das nicht so recht Wirkung zeigte und die Bsen online sich vond er Ein-Mann-Truppe gar nicht beeindrucken lieen, wandte sich der verhinderte Hacker den Konsumenten zu. Ein Volksaufstand gegen den "Teuro" musste her. Torsten Kleins schreibt in seiner Dokumentatoin ber Kastius' Aktion: "80 bis 90 Prozent der Deutschen Bevlkerung wrden sich am Kaufstreik beteiligen, der DAX wrde abstrzen und ganz Deutschland erschttert werden. Den angekndigten Hungerstreik vor dem KaDeWe sagte er wegen angeblicher Drohungen von Nazis ab. Doch als er dann am Montag mit Journalisten vor dem KaDeWe stand, war von einem Kaufstreik nichts zu sehen."

Aufmerksamkeit kann man vor allem dann erheischen, wenn man suggeriert, alle mglichen wichtigen Organisationen wrden einem wohlwollend unter die Arme greifen. Kastius behauptet, die "Initiative Volksaufstand" werde unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei, der GEW, der Berliner Feuerwehr, ver.di, dem DGB Berin-Brandenburg und indymedia untersttzt.Vermutlich hat er damit den Bogen berspannt. Eberhard Schnberg vom Landesbezirk Berlin der GdP schreibt, wie die Gewerkschaft der Polizei bei "volksaufstand.tk" als "Untersttzer" Kastius"hineingekommen sei, "ist uns unbekannt. Es hat nie einen Kontakt mit dieser Organisation gegeben und wir untersttzen sie nicht." Roland Tremper von ver.di Berlin kann sich nicht erklren, die seine Gewerkschaft auf Kastius' Website gelangt ist. Marco Trenn vom Stab 311 der Berliner Feuerwehr, dort fr die ffentlichkeitsarbeit zustndig, versichert, "dass die Berliner Feuerwehr nicht um Zustimmung zu einer Verffentlichung gebeten wurde, die auch im vorliegenden Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erteilt worden wre. Wir werden diesen Vorgang prfen."

Fr Prfen und Recherchieren sind die Medien zustndig. Beim nchsten Volksaufstand, der online die Massen versammelt, sollte man daher prophylaktisch eine Whois-Datenbank und das Usenet bemhen. Leider gibt es immer noch Journalisten, die weder das eine noch das andere kennen.

Diese Artikel erschien leicht gekrzt am 23.08.2004 in Telepolis.



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BURKS ONLINE 28.08.2004
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