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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6762
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 25.05.2005, 21:34 Antworten mit ZitatNach oben




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STAR WARS EPISODE III

Die Rache der Sith

Von Burkhard Schrder

Star Wars

Gestern habe ich mir, in angenehmer weiblicher Begleitung, Star Wars Episode III: Die Rache der Sith angesehen. Das gehrt zur Allgemeinbildung und ist literarisch ungefhr so anspruchsvoll wie das Weltkulturerbe Dagobert Duck. Die Filme der Star Wars sind moderne Mrchen, erzhlen keine kompliziertere Plots als Hnsel und Gretel oder Dornrschen; sie sind nur technisch aufwndiger. Auerdem spielen mehr Nebendarsteller mit. Star Wars

Die Sache ist nichts anderes als ein Merchandising-Unternehmen fr Computerspiele. So schreibt Golem ber ein Spiel zum Film: "... auf Grund der Massen von Kampfrobotern bleibt auch oft gar keine Zeit, intelligente Manver auszufhren." Das Problem haben die Schauspieler im Film auch. Und selbst wenn sie auf die fr den Plot doch sehr abwegige Idee kmen, einen einigermaen intelligenten Diskurs zu fhren, wrde das niemand merken.

Man knnte nun ber den Untergang des humanistischen Abendlands rsonnieren, ber Unterschichtenkino oder die Verdummung der Jugend. Die in Wahrheit sehr interessante Frage ist jedoch: was bedeutet Kino, wenn man alles, was vorstellbar ist, technisch so realisieren kann, dass das menschliche Auge nicht merkt, dass es ausgetrickst wird?

Jurassic Park war ein Meilenstein, die langweilige Trilogie Lord of the Rings ein weiterer; Kampf um Troja und der Gladiator bewiesen, dass die Anzahl der Krieger auf der Leinwand gegen unendlich gehen, jede mgliche Architektur wiederauferstehen kann - und dennoch alles realistisch aussieht.
Star Wars
Eine Schallmauer ist durchbrochen. George Lukas hatte behauptet, die abstruse Reihenfolge seiner Film-Saga sei dem unzureichenden Stand der Tricktechnik geschuldet, als er den vierten Teil zuerst drehte. Damals konnte man sich noch ber schwebende Autos wundern, ber Laserschwerter und andere Finessen, die die Tricks in James-Bond-Filmen albern aussehen lieen. Aber jetzt kommt man nicht aus dem Staunen heraus, sondern erst gar nicht hinein.

Natrlich ist das Schlachtgetmmel im Weltraum imposant, aber das Auge ermdet nach dem 85. explodierenden Raumkreuzer der leichten und schweren Was-wei-ich-Klasse schnell. Die Mnner- und Frauenrollen haben sich offenbar seit Ben Hur nicht gendert, ja, die Dialoge sind noch dmlicher und auch gefhlloser Star Warsgeworden. Frauen stehen auf Balkonen, brsten sich die Haare und wollen auf fernen Planeten auch nur Kinderzimmer einrichten. Das bisschen Geld, was ein vernnftiges Drehbuch mehr gekostet htte, wre bestimmt noch brig gewesen - die Einfalt der Schauspieler und ihr Holzschnitt-Dialoge sind also Absicht. Kein Film darf mehr differenzierter sein als ein Computerspiel - das ist die Botschaft.

Die Darsteller stehen vor dem Problem, dass sie nicht die geringste Chance mehr haben, Kult zu werden. Wenn es mglich wre - und man kann darauf warten -, jede beliebige Person, die in der Vergangenheit im Kino zu sehen war, tricktechnisch zu klonen, einen Science-Fiction-Film also mit Humphrey Bogart oder Marilyn Monroe zu besetzen, dann braucht Star Warsman Charakterdarsteller, keine Abziehbilder, um dem Zuschauer eine Figur anzubieten, mit der er sich ansatzweise identifizieren kann. Nicht zufllig ist Darth Vader die bekannteste Figur der Star Wars-Serie, und der unterscheidet sich in seiner Eindimensionalitt prinzipiell nicht von Bat- oder Superman.

Was soll jetzt noch kommen? Noch grere Raumschiffe, noch ulkigere Androiden, noch lngere Laserschwerter? Es gelingt kaum noch einem Regisseur, Horror oder bedrohliche Figuren mit technischen Mitteln zu erzeugen - die Computer-generierten Armeen der zahllosen "bsen" Kampfroboter sehen nicht bedrohlicher aus als ein Kompanie Playmobil-Mnnchen. Da muss man wieder auf die bewhrten dunkelbraunen Mnchskutten zurckgreifen, unter denen ganz fiese Blicke hervorkommen.

Vielleicht doch etwas Kulturpessimistisches: Das groe und volkstmlich Kino alias filmische Popkultur lebt seit seiner Erfindung von der Idee des Entwicklungsromans: Am Schluss hat die Figur etwas dazugelernt oder eine Krise erfolgreich gemeistert. Das scheint vorbei zu sein. Diese Aufgabe hat Theater offenbar nicht mehr oder verliert sie zunehmend.

Ergo: ich war nach rund 130 Minuten froh, dass der Quatsch vorbei war und nicht auch noch eine kryptofaschistische Siegesparade la Leni Riefenstahl wie in Star Wars Episode IV kam.
Star Wars
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BURKS ONLINE 25.05.2005
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