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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
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BeitragVerfasst am: 04.01.2005, 18:13 Antworten mit ZitatNach oben


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FOTOAUSSTELLUNG BER DROGENKONSUMENTEN

Rosanna, Astrid, Peter und wir anderen Junkies

Von Burkhard Schrder

drugs

Der schweizer Fotograf Michael von Graffenried stellt Bilder von Drogenkonsumenten aus. Kommentare zu seiner Plakataktion und seinem Buch cocainelove pltschern zur Zeit durch die Feuilletons. Elend ist chic, wenn es nicht einen selbst betrifft; Bilder ber das Elend machen sich gut im Diskurs des Bildungsbrgertums, das damit dokumentiert, ein soziales Gewissen zu haben. Ansonsten dominieren die blichen Sprechblasen, die seit 30 Jahren zum Thema in Deutschland und auch in anderen calvinistisch gesprgten Leitkulturen im Umlauf sind. Man darf nichts berichten, ohne vor dem Bsen - alias: die Drogen - zu warnen und zu mahnen.

Die Neue Zrcher Zeitung schreibt:"Von Graffenrieds Ziel ist, mit seiner Arbeit ein Tabu aufzubrechen und Drogenkonsumenten ein Gesicht zu geben. Er will mit den Fotos eine Begegnung mit Menschen provozieren, von denen man sonst lieber wegschaut, wenn man ihnen ber den Weg luft."

Welches Tabu? Wer ist "man"? Und warum sollte man wegschauen? Das Tabu ist: Drogen sind und gelten als unschdlich, werden sie in gesellschaftlich akzeptierte Rituale eingebunden. Das gilt fr Bier und Nikotin wie fr Heroin. Heroin und Kokain wren kein greres Problem als Alkonol, wren die Substanzen nicht verboten. Opiate an sich sind weit weniger gesundheitsschflich als Alkohol.

Drogenelend im Foto ist daher keine Dokumentation der Folgen des Konsums psychotropher Substanzen, sondern des Verbots derselben.
Elend
Die schweizer WOZ hat von Graffenried interviewt. Der sagt erfrischend realistisch:
"Drogenelend! Ist das wirklich ein Elend? Peter zum Beispiel - das ist einer, den ich portrtierte -, hat dieser Peter ein elendes Leben? Es ist einfach seines, es ist das, was er hat, und es ist ja nicht grauslig. Der Mann ist auch nicht aggressiv. Er lebt die Konsequenzen der Konsumgesellschaft, denn er konsumiert den ganzen Tag. Eigentlich machen wir das ja auch. Einfach auf andere Art und Weise."

Die Interpretation von Spiegel online ist daher suggestiv und definitiv falsch:
"... eine Plakataktion des Schweizer Fotografen Michael von Graffenried, die vor Drogen warnt." Unfug: er warnt nicht. Die Fotos sind sicher kein Beitrg zur moraltheologischen Volkserziehung la "keine Macht den Drogen" - und wollen es auch nicht sein. "Von Graffenried, der zum Drogenkonsum aufruft?" Wenn das Gegenteil nicht mglich ist, macht die Aussage keinen Sinn.

Niemand kann den Konsum psychotropher Substanzen unter der Voraussetzung der Prohibition realistisch darstellen. Man htte auch nicht Juden unter der Herrschaft der Nazis interviewen knnen mit der Absicht, ber das Judentum an sich zu informieren. Bilder des so genannten "Drogenelends" sind Bilder, die das Elend beschreiben, das die Prohibition nach sich zieht. Wer mit Bilder vor Drogen warnen will - "das kommt davon, wenn man Drogen nimmt"-, muss auch Fotos aus dem Warschauer Ghetto mit den Worten kommentieren: Das kommt davon, wenn man Jude ist.
drugs

Abbildungen oben und unten: Michael von Graffenried

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BURKS ONLINE 04.01.2005
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