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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 31.12.2006, 22:43 Antworten mit ZitatNach oben

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MEL GIBSONS PSEUDO-MAYA-FILM
Apocalyto
ApocalyptoGestern war ich, in angenehmer weiblicher Begleitung, im Kino, in Apocalypto. Erstes Fazit, trotz aller Unkenrufe des Feuilletons und der gesammelten Filmkritiken: Spannendes Aktionkino mit hbschen Kostmen, aber kein ganz groer Flim. Man sollte ihn sich ansehen und wird sich weder langweilen noch enttuscht werden (mehr im Wikipedia-Artikel zum Film). Ich kann mich mit der Rezension der Berliner Zeitung anschlieen: "Splatter und Gore sind nun mal keine Erfindung verhaltensgestrter Entertainment-Designer, sondern Teil der Menschheitsgeschichte seit Anbeginn. Gibson hat in seinem Film nur angemessene Mittel eingesetzt."

Ich bin nicht unbedingt der Meinung der Kriitik Rdiger Suchslands in Montezumas Rache (Telepolis):
"Die zweite Konstante ist das Verhltnis zur Gewalt, ist Gibsons sadistischer Blick, inzwischen klar eine Obsession des Regisseurs. Es liegt eine perverse Lust, ein offenkundiger Voyeurismus in der Weise, wie Gibson uns die Gewalt zeigt." Der Film ist nicht bermig grausam, ich habe schon Schlimmeres gesehen. Alien zerrt viel mehr an den Nerven. Natrlich: Er werden Herzen herausgerissen (das waren brigens nicht die Mayas, sondern die Azteken), die sehr nach Plaste und Elaste aussehen. Kpfe rollen die Prymide herunter. So what? Man muss sich deshalb nicht die Perspektive der christlichen Missionare zu eigen machen, die die "Heiden" zu Unmenschen erklrten. Die christliche Soldateska hat im Mittel- und Sdamerika brigens viel schlimmer und widerlicher gewtet.

Die "Mayas", unter denen der Film zur Zeit der Ankunft der spanischen Konquistadoren spielt, haben mit der historischen Realitt (vgl. den Wikipedia-'Artikel ber derMayas) genausowenig etwas zu tun wie ein Western. Nur hat sich Gibson mit der Kostmierung der Darsteller ein wenig mehr Mhe gegeben. In Details stimmt es natrlich nicht, trotz der angeblichen wissenschaftlichen Beratung: Die kleinen Kinder laufen heute noch nackt durch die Maya-Drfer, bei Mel Gibson jedoch haben sie alle wegen der puritansichen Bigotterie des US-amerikanischen Publikums zchtig geschnrte Lendenschurze. Das ist doch zum Totlachen. Mel Gibson ist glubiger und sogar fanatischer Christ, und dementsprechend muss man sich die Botschaft eben vorstellen. Gewalt bis zum Abwinken, aber um Gottes (!) Willen weder Sex noch eine Mse zeigen. So verklemmt sieht man das im Land der Amoklufer.
Apocalypto
Apocalyto gehrt in die Kategorie "1492: Conquest of Paradise" oder "Der mit dem Wolf tanzt": Das romantische und naive Ideal der unzerstrten und "natrlichen" Dorfgemeinchaft steht immer am Anfang und wird dann - man ahnt es vorher - von den Bsen zerschlagen, nur dass es hier die Mayas selbst sind, die ihresgleichen abschlachten. Das ist weitaus "authentischer" als die Winnetou-like-Edlen-Wilden, die mit Kevin Costner die Friedenspfeife rauchen.

Was Gibson selbst ber den Film behauptet, ist ohnehin wurscht. Eine Botschaft wird am Anfang eingeblendet: Bevor eine Kultur erobert werden kann, muss sich sich selbst von innen zerstrt haben. Das stimmt sogar fr die Inkas, fr die Azteken (heutiges Mexiko) und die Mayas (heutiges Yukatan in Ost-Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras) galt das nicht. Die Spanier waren schlicht militrisch und waffentechnisch haushoch berlegen, so wie eine Kompanie Ledernacken gegen eine zehnfache bermacht von Kriegers aus Papua-Neuguinea leicht bestehen wrde.

Die Sache ist Ethno-Kitsch, wie gewohnt. Lieber so etwas wehen als einen Western, in dem die "Indianerinnen" weie Haut haben, geschminkt sind und die Mnner Facon-Frisuren aus den 50ern tragen. Ich wiederhole mich ungern: "Fremde" Kulturen kann man ohnehin nicht angemessen darstellen. Das wei man seit den Bchern Stanislaw Lems. Alles ist und bleibt Projektion. Deshalb ist die Distanzierung der Altamerikanisten von Gibsons Film Humbug und berflssig. Fr Filme gilt das, was Tucholsky schon 1932 ber Bcher gesagt hat:
"Jeder historische Roman vermittelt ein ausgezeichnetes Bild von der Epoche des Verfassers."

Der letzte Teil, eine Art Schnitzeljagd im Urwald nach dem Motto "Auf der Flucht" ist eindeutig Action-Kino vom Feinsten. Zu welcher Zeit es spielt und welche Uniformierung die Protagonisten tragen, ist unwichtig. Vllig unrealistisch ist brigens, wie rasant die Helden durch den Urwald sausen. Wer einmal dort war - und ich war oft dort - wei, dass man meistens noch nicht mal mit der Machete durchkommt, geschweige denn rennen kann, es sei denn, das Gebiet ist dicht besiedelt. Der Verfolgung verluft hnlich wie in Chato's Land mit Charles Bronson: ApocalyptoDer Held gewinnt gegen zahlreiche Hscher, weil die den Fehler begehen, ihn auf seinem Land zu verfolgen. Dort kennt er sich besser aus und erledigt alle nacheinander. Der Bronson-Film bezog sich metaphorisch auf den Vietnam-Krieg, Apokalypto auf gar nichts, dazu ist Gibson zu unpolitisch. Und einen Maya-Krieger kann man schlecht gegen einen Iraker austauschen, obwohl man ganz aktuell auf die Idee kommen knnte.

Ich habe lange gegrbelt und gestern mit meiner Gattin (die sich solche Filme gar nicht ansehen kann) und mit meiner Lieblingsfreundin beim Bier und Wein lange gertselt: Gibt es berhaupt eine Botschaft? Man kann sich selbst eine bauen: Die Mayas waren genau so bekloppt wie die US-Amerikaner heute. Und dann wre Apokalypto sogar lehrreich und pdagogisch wertvoll.
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BURKS ONLINE 31.12.2006
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