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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6762
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 28.03.2006, 00:08 Antworten mit ZitatNach oben

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ZUM TODE STANISLAW LEMS
Spezialist der unglcklichen Liebe
LemDas, worber ein Schriftsteller nicht schreiben kann, ist sein ureigenes Thema. Stanislam Lem schrieb nur zwei Mal ernsthaft ber Frauen. In "Solaris", dem "Faust" der Science-Fiction-Literatur, haben nur der schaurig verschlingende Ozean des Planeten und die untote Heldin, eine aus dem Unterbewusstsein des Kosmonauten schaumgeborene Aphrodite, weibliche Eigenschaften. Das Meer und die Frau, zwei unbekannte Welten, werfen den Helden, der das Andere verstehen will, auf sich selbst zurck. Ein grandioser Plot, der sich mit den elementaren Fragen der Philosophie messen will und der eine zeitlose Antwort gibt, die Lem in den Olymp der Weltliteratur erhoben hat: Alles ist eitel.

Lem hat das Thema in einer dsteren, kafkaesken und kaum bekannten Kurzgeschichte variiert: In "Die Maske", 1974 erschienen, verwandelt sich der Ich-Erzhler von einer Frau, die bewusstlos erwacht, langsam in ein Insekt, das als androider Kampfroboter seinen Herrn vernichten will, ohne zu wissen, wer die Befehle dazu gegeben hat. Ein Ich, das sich nicht an sich selbst erinnern kann - wie die Heldin in "Solaris": Das ist eine existenzialistische Aussage, die den Menschen zwingt, Moral und die Maximen seines Handelns nicht in allgemeinen Normen und Geboten zu suchen, sondern nur in sich selbst - und die volle Verantwortung fr die Folgen des Handelns zu bernehmen. Lem ist derjenige, der bei allem, was die Zukunft bringen knnte, den Beipackzettel schreibt: Bedenke die Risiken und Nebenwirkungen.
Lem
Bei aller visionrer Kraft des polnischen Autors, trotz seiner technikkritischen Hypothesen, die heute noch die richtigen Fragen formulieren, trotz seines wissenschaftlichen Anspruchs, der Lem turmhoch ber die meisten seiner Kollegen des Genres erhebt: Bei der Liebe hat Lem versagt. Die etwas altvterliche Attitude, was die (fehlende) Rolle der Frau im Weltraum angeht, spiegelt sich heiter wider in einer Wortwahl fr Dinge, die wir gemeinhin in der englischen Form kennen: Der Astronaut ist bei Lem Kosmonaut, der Raumanzug ein Skaphander, und die Frau bleibt zu Hause, whrend die Herren ferne Welten entdecken.

Lem meinte es ernst: Er wollte ber die Zukunft der Welt erzhlen und gab sich nicht nur mit der anarchistischen Parodie der "Sterntagebcher" zufrieden. Seine Essays sind manchmal durchtrnkt von einem schulmeisterhaften Ton, der seine frhen Romane arg zhflssig erschienen lieen. Seine ironische Attitude, die sich jeder totalitren Sicht der technischen und allzumenschlichen Dinge entzog, verhinderte eine allzu angestrengte pdagogische Aussage. "Die vollkommene Leere" prognostiert die Wissenschaft der Zukunft, erfindet gleich das Rad neu, indem sie eine fiktive Meta-Literatur beschreibt die in die Literaturgeschichte eingegangenen Besprechungen von Bchern, die in der Zukunft erschienen sind. Lem wre nicht Lem gewesen, wenn er nicht noch einen Kobolz mehr schlagen und sich nicht zustzlich - fiktiv - selbst verreien wrde.
Lem
Die Science-Fiktion-Literatur teilt sich mit dem Historischen Roman ein Dilemma; Jene kann die Zukunft genausowenig schildern wie diese die Vergangenheit. Kurt Tucholsky schrieb: "Jeder historische Roman vermittelt ein ausgezeichnetes Bild von der Epoche des Verfassers." Das gilt auch fr das Genre Science-Fiction. Lem hat mehrfach zugegeben, dass ihm einige seiner Geschichten und deren vermeintliche Aussage rtselhaft geblieben seien. Groe Literatur ist immer doppelbdig. Daher kann sich Lem, obwohl er die vom ihm selbst gestellten elementaren Fragen nicht beantwortet, vershnliche Gesten leisten. Der Kosmonaut Kris Kelvin kann in "Solaris" das von ihm Verschiedene nicht verstehen - und dennoch oder vielleicht gerade deswegen fhlt er sich von ihm angezogen. Der Planet ist seine unglckliche Liebe. "Auf welche Erfllungen, welchen Spott, welche Qualen war ich noch gefasst! Lem hat in seinem autobiografischen Roman "Das Hohe Schloss" geantwortet: "Die unglckliche Liebe wurde nach und nach meine Spezialitt." Aber auf einem Niveau, das zeitlos anregend ist.

Dieser Artikel erschien am 28.03.2005 gekrzt im Berliner Tagesspiegel.
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BURKS ONLINE 28.03.2006
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