www.burks.de Foren-bersicht www.burks.de
Burkhard Schr�ders [Burks] Forum - f�r Kosmopoliten und Kaltduscher
burks.de: Forum für Kosmopoliten und Kaltduscher
burksblog.de: ab 01.01.2008 geht es hier weiter!
privacyfoundation.de: German Privacy Foundation
 FAQ  •  Suchen  •  Mitgliederliste  •  Benutzergruppen   •  Registrieren  •  Profil  •  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  •  Login
 Ohne Gott - eine Frage der Berufsehre Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen
Autor Nachricht
burks
Webmaster
Webmaster


Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6761
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 17.04.2007, 16:25 Antworten mit ZitatNach oben

Medien17. April 2007
Ixquick Metasuche
BLOGROLL


PRESSTHINK

INDUSTRIAL TECHNOLOGY & WITCHCRAFT

REGRET THE ERROR

JONET MEDIENLOG

NETZPOLITIK.ORG

MEDIA-OCEAN

RECHERCHE-INFO.DE

SCHOCKWELLEN-
REITER

REDAKTIONSBLOG BERLINER JOURNALISTEN

BILDBLOG

JOURNALISM.ORG

CYBERJOURNA-
LIST.NET

NETZJOURNALIST

DIE GEGENWART

DIENSTRAUM

DON ALPHONSO

BLOGS!

EDITORIX

DRAMOLETTE

BEHINDERTEN-
PARKPLATZ.DE

SPREEBLICK

PR BLOGGER

WEITERBILDUNG-
SBLOG

INFAMY

MEDIENRAUSCHEN

ONLINE-
JOURNALISMUS.DE

PJNET TODAY

INTERNET HAGANAH

STUDIVZ BEOBACHTEN!

AKADEMIX: SEITENBLICKE

PUBLIZISTIK BERLIN

POINTERONLINE

RECHERCHE-
GRUPPE.TK

KREUZBERGER

KUECHENRADIO

PANTOFFELPUNK

JUSTWORLD

WORTFELD

MARIUS SIXTUS

CHAN'AD BAHRAINI

THE TRUTH ABOUT ZIMBABWE

BAGHDAD BURNING

DAN GILLEMOR

POLITECH

REGISTAN

NORTH KOREA ZONE

SCREENSHOTS

GLUTTER

ANGRY CHINESE BLOGGER

SINAGABLOODY-
PORE

COMITTEE TO PROTECT BLOGGERS

INFORMATION POLICY

MEDIA BLOGGER ASSOCIATION

ETHAN ZUCKERMAN'S

INTERNET CENSORSHIP EXPLORER

INFOTHOUGHT

AMARJI

CHUZPE

AL JINANE

MON PUTEAUX

PERIODISTAS-ES

BITYCORAS

PERIODISTAS 21

DRFEN JOURNALISTEN RELIGIS SEIN?
Ohne Gott - eine Frage der Berufsehre
Drfen Journalisten hhere Wesen verehren oder gar Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein? Nein, natrlich nicht. Respektlosigkeit und Mut zur Aufklrung gelten als journalistische Tugenden. In Deutschland herrscht jedoch finsteres Mittelalter, wenn Religion zum Thema wird.

Ja, man darf den vorgeblichen Sohn des Christengottes "Balkensepp" oder "Lattengustl" nennen, man darf die Vielweiberei Mohammeds durch Prostitutierte metaphorisch darstellen. Man sollte sogar - wie der Philosoph und Publizist Max Bense - den "Atheismus als die notwendige und selbstverstndliche Form menschlicher Intelligenz" verteidigen. Natrlich gibt es dumme Journalisten, Klugheit wird in diesem Beruf nicht vorausgesetzt. Aber wer soll aufklren im Sinne des Wortes - wenn nicht die Medien? Wie soll das geschehen, wenn deren Vertreter die so genannten "heiligen" Gefhle der Menschen respektieren, die der Atheisten jedoch nicht?

Muslime sollen in die Aufsichtsgremien der ffentlich-rechtlichen Sender, sagt Peter Vo, der Intendant des Sdwestrundfunks. Das ist eine Frechheit, die ihm leider niemand um die Ohren geschlagen hat: Wer vertritt die Konfessionslosen? Angela Merkel will in der EU-Verfassung den Gottesbezug verankern. Kaum vorstellbar, dass sich jemand traut, die amtierende Kanzlerin im Interview zu fragen, ob sie noch bei Trost sei, im 21. Jahrhundert Atheisten verpflichten zu wollen, Aberglauben und mehr oder minder primitive Magie und genau das ist Religion per Gesetz zu akzeptieren. Georg Christoph Lichtenberg hat dazu schon vor rund 300 Jahren das Ntige gesagt: "Unsere Welt wird noch so fein werden, da es so lcherlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster." Darauf werden wir insbesondere in Deutschland noch lange warten mssen: Dort werden fromme Mrchen sogar in die Lehrplne der Schule aufgenommen. Pisa lsst gren.

Religion und Aberglauben sind zwar Privatsache, aber wer die Existenz eines Jahwe, Gott, Allah oder Manitou fr wahr hlt, kann auch gleich den Wetterbericht nach der Tageschau durch einen Regenzauber aus Papua-Neuguinea ersetzen. Wie sollte ein Journalist ber den Mummenschanz whrend eines Papstbesuches objektiv berichten, wenn er das Staatsoberhaupt des Vatikan fr den Stellvertreter eines hheren Wesens auf Erden ansieht oder die Zeugung eines Kindes vor 2000 Jahren ohne Zutun eines Mannes nicht fr das hlt, was es ist - fr baren Unfug?

Robert Leicht zum Beispiel war Chefredakteur der Zeit, ist Kolumnist des Tagesspiegel und war gleichzeitig Ratsmitglied der Evangelischen Kirche. Wer Funktionr bei den Lutheranern ist, meint der verdutzte Leser vormutlich vorschnell, der msse an irgendeinen Gott glauben, vielleicht auch nur in einer Light-Version, so wie das Christliche bei Michel Friedman (CDU). Wer Religion insgeheim propagiert, ist aber ein gewhnlicher Lobbyist oder Pressesprecher und macht Schleichwerbung. Bascha Mika, Chefredakteurin der taz, hlt es fr "unanstndig", als Journalist Mitglied einer politischen Partei zu sein. Genauso verlogen ist es, religis zu sein und etwa ber die Karikaturen Mohammeds in den Medien zu berichten, ohne selbst im Abspann zuzugeben, dass man an absurde Dogmen glaubt wie etwa die Wiedergeburt eines Gottessohnes oder die zu erwartende Wiederkunft eines Messias.

In Zukunft mssen wir dann auch saudische Journalisten akzeptieren, die Anhnger der Wahhabiya und nebenberuflich Lehrer an Koranschulen sind und Ekin Deligz eine Burka aufzwingen wollen. Aus der Perspektive eines Atheisten ist der weltanschauliche Unterschied zwischen Joseph Alois Ratzinger alias Benedikt XVI., dem Scientologen Ron Hubbard, einem Schamanen der Apachen und einem Prses der Evangelischen nur marginal. Alle sollten gleich behandelt werden - als Vertreter der, wie Bernhard Russell es pointiert formulierte, "Krankheit Religion", der "Quelle unnennbaren Elends fr die menschliche Rasse."

Wolfram Weimer, Chefredakteur des Magazins Cicero, spricht von einem "Paradigmenwechsel" und von einem "Heimweh nach Gott": "Glaube war frher ein Nischenthema fr Theologen, heute ist er ein Mainstream-Thema." Er beobachte einen "Rckgang der Glaubenskritik". Das wre, wenn es wahr ist, ein Anlass zu klagen und zu bedauern, dass Religion leider immer noch die Droge des Volkes sei. Mitnichten: Weimer beurteilt die Rckkehr der Religion positiv - und das als Journalist! Was htte Johann Wolfgang Goethe dazu gesagt? Vielleicht: "Er ist ein heller Geist und also unglubig". Und Lichtenberg htte augenzwinkernd kommentiert: "Und ich dank' es dem lieben Gott tausendmal, dass er mich zum Atheisten hat werden lassen."

Fr Journalisten gilt daher der immer noch aktuelle Aufruf Kurt Tucholskys: "Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus. Tretet aus der Kirche aus."

Dieser Artikel erschien als Leitartikel in Berliner Journalisten Nr. 8 Winter 2006.
------------------------------------------------------------

BURKS ONLINE 17.04.2007
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfltigung nur mit Genehmigung des BurksVEB.

KOMMENTARE
nur fr registrierte Nutzerzinnen und Nutzer

DAS BILD DES TAGES

Grenada, Kleine Antillen, whrend der Revolution 1982 Burks

MEDIEN

DOSSIER DJV IN DER KRISE

Offener Brief an die Mitglieder des DJV-Gesamtvorstands
- [Dossier: DJV in der Krise 34]

Was sind schon 750 000 Euro?!
- [Dossier: DJV in der Krise 33]

Zu jung zum Sterben?
- [Dossier: DJV in der Krise 32]

O heiliger Paparazzius!
- [Dossier: DJV in der Krise 31]

Krise? Welche Krise?
- [Dossier: DJV in der Krise 30]

ANDERE MEDIEN-BLOGS (AUSWAHL)

Manche kapieren es nie
- Berliner Presseball 2007

Unter Snipern
- Offener Brief an den Vorsitzenden des Vereins Berliner Journalisten

Das gyptische Horrovideo
- Blogger enthllen Polizeifolter

Medienpreis, ganz in Orange
- Network Orange, reloaded

Man sieht sich doch immer wieder gern
- Fotostrecke DJV-Verbandstag 2006

Meinungsfreiheit fr ignorante Dumpfbacken
- Vor Gericht und auf hoher See

Vereinsmeierei: Die Antwort kennen wir schon
- Hauptversammlung des DJV Berlin

Trotz alledem - Zensur findet statt
- Medienwoche 2006

Unter Kurzbeinigen
- Wenn Journalisten zuviel prozessieren

Knallt ihn ab!
- Beck versus Titanic

Lieber Kollege XY!
- Offener Brief an einen Kollegen im DJV

Nationale Einpeitscher
- Eine Vision wird hoffentlich nicht wahr

Brustwarzenbilder, eingelt und angeschmiert
- El Spiegel no tiene cojones

DOSSIER QUO VADIS DJV BERLIN?

Die Guten haben gewonnen
- [Dossier Quo Vadis DJV Berlin Teil 15, Schluss]

Diese Leute abwhlen!
- [Dossier Quo Vadis DJV Berlin Teil 14]

DOSSIER: HABEN JOURNALISTEN-
GEWERKSCHAFTEN EINE ZUKUNFT?

Jngschtes Gericht
- Dossier IX (Schluss)

Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Beitrge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen


 Gehe zu:   



Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group :: FI Theme :: Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde