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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 16.12.2004, 01:32 Antworten mit ZitatNach oben




Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155716. Dezember 2004
BURKS' FORUM
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INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
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Indianische Historia (4) - Von Lanzarote nach La Gomera

Von Nikolaus Federmann


Von der Ausfahrt Niclaus Federmann des Jngeren von Ulm aus Hispaniam in Indias; und was ihm in dieser Reise begegnet, auch was er gesehen und erfahren von Inseln, Vlkern, ihren Sitten und Gebruchen, darbei in was Leibs Gefahr er mit den Seinen gestanden, und wie viel sie erlitten, bis zur Anfahrt der Stadt Coro. (2)

Und dieweil die Arabier, deren gefangene wir waren, allein Rescat(1) oder Schatzung und Losung [Lsegeld] unserer Personen von uns verhofften und darum uns festhielten, liess ich mich gegen sie merken, ich wollte mich mit dem Hauptmann des Schiffs (welches ich selbst zu sein ihnen verleugnete) bereden; des sollten sie mir Statt geben und mich an das Schiff kommen lassen, die andern zween, so mit mir gefangen, in Pfand halten, bis ich wiederkme.

Das konnte ich aber von ihnen nit gehaben, dass sie mich ledig wollten lassen oder mir in das Schiff zu kommen vergnnten, aber doch gaben sie mir zu, ich sollte deshalb ans Schiff schreiben und meine Meinung dem Hauptmann anzeigen. Dann sollten sie denen im Schiff Zeichen geben lassen, dass sie an Land schickten, die Brief zu holen, doch mit dem Beding, dass ich musste geloben nit anzuzeigen, wo wir gefangen lgen, auch dass nit ber zwen aus dem Schiff an Land sprngen.

Das geschah. Und also auf mein Schreiben kamen aus dem Schiff zwen Mann, das eine ein Balbirer, um uns zu verbinden, der andere ein Grieche, welcher die arabische Sprache konnte, damit wir doch, ohne dass die Arabier es merkten, Kunde htten, was sie unserhalb mit einander in ihrer Sprache redeten.

Ich schrieb auch ans Schiff, sie sollten sich dieselbige Nacht erheben, an das rechte Port und Stadt, der Christen Wohnung, Lancaerotten (2) genannt, fahren und dem Hauptmann die Handlung anzeigen, damit er eilend auf dem Land unserer Ledigung Frsehung tte.

Als mitdes die Nacht anfiel, sagt ich den Arabiern, der Hauptmann begehrte von ihnen zu vernehmen, was oder wieviel Losung sie fr uns begehrten; darauf sie sich lang mit einander beratschlagten und von uns grossen Rescat oder Losung vermeinten zu schtzen. Doch da wir uns so teurer Ledigung widern taten (welche sie fr jeden zweihundert Dukaten (3) hatten angeschlagen), wollten sie uns, darmit nit aus langem Verzug unsere Gefangennahme dem Hauptmann dieser Insel frkomme, alle drei um zweihundert Dujkaten ledigen. Dies alles, was ihre Anschlg waren, hatten wir durch den Griechen obgesagt, gute Kundschaft.

Als sie aber morgens an das Gestad des Meeres, da sie das Schiff im Port abends hatten gelassen, gingen, auf Meinung Rescats und Losung halber mit denen so der Hauptmann an Land schicken wrde (wie wir ihnen zu verstehen hatten gegeben), zu handeln, fanden sie das Schiff schon abgefahren. Als sie uns aber solches anzeigten und wir uns darob verwundert erzeigten und nach langem Nachgedenken, die Ursach ihres Abfahrens zu erkennen, sagten wir, dass wir schtzten, dieweil dieselbige Nacht eben ein scharfer Wind gewesen, wrden sie dem Port, als ihnen unbekannt, nit haben wollen getrauen, sondern seien zu ihrer Sicherheit in das Meer gelaufen und geschifft.

Also erwarteten sie der Zukunft auf dem Meer, aber wir der Hilf auf dem Lande, jeder Teil wie ers zu geschehen vermeinte, bis an den vierten Tag. Da kamen etliche Diener des Hauptmanns auf Kameltier geritten, die sie in dieser Insel gebrauchen, und nahmen uns aus der Arabier Hnd und begleiteten uns in die Stadt zum Hauptmann der Insel, Sancho de Herers(4) geheissen, welcher den Fall unserer Gefngnisnahme und die Ursach unserer Anfahrt an diesem ungewhnlichen Orte auf sein Begehren nach lngs von mir vernahm, welcher zu Stund, den Mohren nachzustellen und sie gefnglich vor ihn zu bringen, aussendete, gleichwohl glaube ich, nit weniger um den genuss der Straf, so er von ihnen erwartete, als um unsern wieder Recht erlittenen Schaden abzurechnen.

Dieser Hauptmann tat mir sehr gut Tractament(5) und heilt' mich wohl, versah uns auch, um Bezahlung, mit aller Notdurft; also blieb ich bis zum andernTag daselbst, mich und die andern Verwundeten zu verbinden und mit andern Notwendigkeiten fr die Kranken zu versehen.

Und folgends erhub ich mich und fuhr ab in einer andere Insel, Lagomera geheissen, zwlf Meilen darvon gelegen, dahin ich am andern Tag glcklich ankam. Lag daselbst drei Tag, versah das Schiff mit Holz, Wasser und Fleisch nach Notdurft, denn es zu dieser Reis' die best gelegenste Insel ins unter den sieben Inseln, so man die Canarias nennt, und da fast alle Schiff anfahren.

Von da erhub ich mich, meine Reis' fort nach Sancto Domingo zu fahren, davon ich von der Insel Lagomera aus noch 1300 Meilen Wegs zu continuieren und zu reisen hatte. Also erreichten wir noch in diesem Monat Dezember, Anno Neunundzwanzig, der minderen Zahl, das Port und Sant Dominigo; unntig anzuzeigen die anderen Inseln, so wir unterwegen, ehe wir Sant Dominigo erreicht, frgefahren und gesehen; denn wir in deren keiner ausgestanden sind. Doch will ich anzeigen, dass wir von der Gemoria(5) aus neunhundert Meilen Wegs gefahren, ehe wir Land sahen.

Diese Fahrt ist der grsste Golf des Ozeanischen Meeres und bisher an keinem Ort der Welt kein grsserer Golf, da man lnger ohne Land zu erreichen fhret, befahren oder geschifft worden. Wohl viel weitere und auch ungewahrsamere Reisen, mit grosser Mhe und Gefahr, tun die portugiesischen Schiffleut, die nach India und bis gen Maluco fahren, aber doch sehen sie aufs lngst alle acht Tage Land.

[Fortsetzung folgt]

Anmerkungen
(1) Von rescate (span.): Loskauf, Lsegeld
(2) Gemeint ist nicht die Insel Lanzarote, sondern vermutlich die alte Hauptstadt La Villa de Teguise.
(3) Vgl. auch "Mnzen, Mae und Gewichte in alter Zeit" sowie Dukat (Goldmnze)
(4) Sancho de Herrera
(5) Von tractatio (lat.): Behandlung.
(6) Vgl. Karte des Atlantik. Vielleicht die Kapverdischen Inseln. Vgl. die Karte der Reisen des Kolumbus. Vgl. den Thread in der Newsgroup de.sci.geschichte.

Kommentar: Interessant sind die Kenntnisse des Landsknechtsfhrer Federmann ber die Fahrten der Portugiesen nach Sdostasien. Vgl. Karte: "Die Welt zu Beginn der groen Entdeckungen". Er legt Wert darauf festzustellen, dass seine Reise nach Venezuela zwar nicht so mhselig oder gefhrlich wie der Weg nach "Indien" sei, aber dennoch schwieriger, da man mehrere Wochen kein Land sehe.

Die Bilder auf der rechten Seite zeigen Ausschnitte von Alonso Snchez Coellos Gemlde "Vista de Sevilla". Muso de America, Madrid


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BURKS ONLINE 16.12.2004
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