www.burks.de Foren-bersicht www.burks.de
Burkhard Schr�ders [Burks] Forum - f�r Kosmopoliten und Kaltduscher
burks.de: Forum für Kosmopoliten und Kaltduscher
burksblog.de: ab 01.01.2008 geht es hier weiter!
privacyfoundation.de: German Privacy Foundation
 FAQ  •  Suchen  •  Mitgliederliste  •  Benutzergruppen   •  Registrieren  •  Profil  •  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  •  Login
 [Indianische Historia 23] Die Weiber zu dienen ausgeteilt Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen
Autor Nachricht
burks
Webmaster
Webmaster


Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 21.03.2005, 20:18 Antworten mit ZitatNach oben





Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155721. Mrz 2005
BURKS' FORUM
ber diesen Artikel diskutieren (nur fr registrierte NutzerInnen des Forums)
ALLE LATINOBLOGS

Meine Reisen durch Lateinamerika
Bisher: Venezuela, Guyana, Nicaragua, Peru
INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
DAS BILD DES TAGES
Ehemaliges Spionagezentrum der Alliierten auf dem Teufelsberg, Berlin Burks
Links zu Nikolaus Federmann
Indianische Historia
(Titel 1859)
Rara des 16.-18. Jahrhunderts
Wrttembergische Landesbibliothek Stuttgart
Die Welser in Venezuela
Die Vorgeschichte des deutschen Kolonialismus
El Dorado
- a persistent legend (engl.)
Konquistador
Wikipedia
Nikolaus Federmann
Wikipedia (span.]
Nikolaus Federmann
Zweite Entrada (span.]
Gonzalo Jimnez de Quesada
Wikipedia (span.)
Sebastin de Belalczar
Wikipedia (span.)
El Dorado
Wikipedia
Die Konquistadoren
Historischer Roman (Burkhard Schrder)
Georg Hohermuth von Speyer
(span: Jorge de Espira)
El Dorado
John's History Pages
Early Spanish Expeditions throughout South America
Tairona Heritage Studies Centre
Coro, (offiziell: Santa Ana de Coro)
Stadt im Norden Venezuelas, Ausgangspunkt der Entradas Federmanns
Santafe de Bogot
Hauptstadt Kolumbiens
WETTER
Mount Pleasant Airport (Falklands, Islas Malvinas)
Tecumseh (Kanada)
Yaren (Nauru)
Aruppukkottai (Indien)
Paro (Bhutan)
Kufra (Libyen)
Keflavikurflugvollur (Island)
La Palma (Spanien)

DIE EROBERUNG VENEZUELAS

Indianische Historia (23) - Die Weiber zu dienen ausgeteilt

Von Nikolaus Federmann


SchauplatzVon den kohlschwarzen, stolzen, frechen und bsen Vlkern dieser Nation, was Drang, Trutz und Untreu sie den Christen bewiesen, auch sie zu schlagen betrglich angegriffen; was ihnen aber zu grossem Nachteil geraten ist. Wie der Cacique oder Herr gefangen und nach langer peinlicher Frag (zu erfahren sein Betrug und heimlichen Anschlag ber die Christen) erschossen worden, und nachmals vom versammelten Volk 500 erstochen. Item, wie ein Cacique eines andern Fleckens gefangen, in Ketten (um seines Betrugs willen) geschmiedet und mit andern hinweg gefhrt. Auch wie die Christen von dem dritten Cacique knstlich betrogen wurden, dadurch er mit den Seinen darvonkommen ist. (3)

Diesen Tag bis an die Nacht blieben wir allda, denn wir uns bers Wasser bei Tage nicht wagen durfen, besorgend des berfalls der Caquetios, und darmit sie uns nicht zerteilt (so wir eins Teils bers Wasser schon gezogen wren) angriffen.

Als aber nun die Nacht anfiel, so dass wir uns des berfalls nicht weiter besorgen durften, schwemmten wir die Ross ber das Wasser und das Volk hinach, welches nicht schwimmen kundte, auf Flssen, die wir aus Tartschen gemacht hatten, sie mit Stricken von einem Gestade des Wassers zum anderen ziehend.

Am Morgen frh de andern Tags kam ich in den Pueblo oder Flecken Curahamara, daselbst ich niemand, sondern den Flecken de fand, welches auch die Ursach war (wie vor angezeigt ist), dass die Christen, nmlich mein Volk, so ich allda gelassen, an das Wasser ihr Lager zu ndern gedrungen waren.

Also liess ich diesem Caciquen oder Herrn lang nachstellen, aber mocht ihn nicht berkommen. Derhalben zog ich fort vier Meilen von dannen in einen andern Flecken, den ich auch de und despobliert fand, wie ich ihn auch am ersten Frreisen funden und gelassen hatte. Deshalben bleib ich bis an den dritten Tad daselbst, schicket mittlerweil etlich Christen zu Ross und Fuss wieder zurck in den Pueblo oder Flecken Curahamara,; den sollten sie bei Nacht berfallen.

So geschah es. Darinnen funden sie den Caciquen oder Herrn mit allem seinem Volk. Der hatte sich allda zu hausen wieder getan vermeinend, wir wren schon frzogen, und verhoffete, also vor uns sicher zu sein. Welches wir auch, eben wie er's angegriffen, beacht hatten und, sie darzu zu verursachen, aus seinem Pueblo oder Flecken abgereist waren. Also fingen wir den Caciquen oder Herrn und dreiundzwanzige Personen, Mnner und Weiber, meist Principales oder Frnehmste. Den liess ich zur Straf, dieweil er mir dreimal den Glauben gebrochen, in ein Ketten schmeiden und hab also ihn und auch die andeen, so mit ihm gefangen, bis Coro gefhrt und die Weiber den Christen zu dienen ausgeteilt.
Indio
In diesem Flecken stiess mich das Fieber (1) an, also dass ich eilend fortzureisen verhindert ward. Zog also gemach von einem Flecken in den andern, die wir alle de und despobliert funden, bis in den Pueblo Cathary, da wir zuvor auch gewest, daselbst auch die Einwohner uns sehr wohl empfingen und uns die Freundschaft, die sie uns zuvor getan, wiederum leisteten. Bei denen blieben wir zwen Tag still liegen, uns des anderen Wegs, so durch die Nation Cuyones zu der Laguna oder See ginge, zu erinnern, welche wir, wie sie uns, wie sie uns anzeigeten, unverhindert erreichen mchten, falls wir anders immer nahe am Gebirge uns hielten, denn daselbst es nicht mossig [sumpfig] wre.

Wohl berichteten sie uns von einem grossen Wasserfluss, Temeri geheissen, welchen sie zwei Bogenschuss weit und sehr tief nannten; es wre aber, ihn zu berschiffen mit Flssen oder in einem anderm Wege, wohl Mittel gewest.

Also kam ich den zehenden Februarii wieder in den Pueblo oder Flecken Hacarygua, da ich zuvor auch fnfzehn Tage gelegen war, fand die Einwohner in ruhiger Behausung und wie ich sie gelassen. Sie zeigten aber auch ob unserer Ankunft mehr Freude, dann Ungefallen. Also schenket ich dem Caciquen oder Herrn zwei schne Weiber, Indias, so ich im Pueblo oder Flecken Curahamara gefangen, blieb auch in diesem Pueblo oder Flecken bis an den sechszehnten Tag verhoffend, daselbst meines Fiebers, welches ich Hitz und Klte jegliches hatte, ledig zu werden und alsdann die Reis nach der Laguna oder dem See fr den gemeldten Fluss Temeri frzunehmen.

Ich schicket auch mittlerer Zeit der sechszehn Tag, die ich in Hacarygua still lag, etlichs Volk zu Ross und zu Fuss an das Gebirg der Cuyones samt etlichen Indios, so wir ihnen zuvor abgefangen hatten, dadurch Freundschaft bei ihnen zu erwerben. Erbot mich auch ihnen durch ihre eigne Leut, so meine Gefangenen waren, zu sagen, was und wieviel Volks wir zu Itabana und auf derselbigen Reis verderbt und erschlagen htten, weil sie sich uns widersetzt und unsere Freundschaft veracht htten. Dargegen auch, wie wir denen, so sich an uns ergeben, guten Glauben gehalten und sie wohl tractiert htten.

Aber das alles wollte bei ihnen nicht anschiessen, noch den vergangnen erlittnen Schaden vergessen machen, und wieviel Wege wir mit ihnen, sie zu Freunde zu bringen, frnahmen, das hatte ganz kein Ansehen; sie verliessen ihre Flecken und verhauseten sich bei Nacht auf die wildesten Gebirge, da man ihnen auf Katzen, geschweige auf Rossen nicht mochte beikommen, also dass wir uns ihrer Freundschaft begeben mussten, wie gern wir doch mit ihnen einig gewest wren, denn wir bis der Zeit durch ihr Land zu der Laguna oder dem See vorgemeldt zu reisen willens waren.
Schauplatz
Als sich meine und viel der Meinen Krankheit continuierte oder wrete und bei der ungewhnlichen Speis und bei Abgang allen Remedios <a href="#B"<(2) oder Hilf, so einem Kranken wieder aufzunehmen von Nten, keine Besserung zu ersehen war, entschloss ich mich an die Costa oder Gestad des Meeres (doch nicht ber das Gebirge) und den Weg, den wir kommen waren, zu reisen und von dann Zeitung [Nachricht] gen Coro zu geben, auch von dannen das, was uns not war, und eine Verstrkung durch frisches Volk zu erfordern und zu begehren.

Erhuben uns am 27. Februarii zu Hacarygua, frreisten die Nation Cuybas, darfr wir erst einzogen waren, funden etliche Pueblos oder Flecken derselbigen bewohnet, auch etliche de. Denn die, so sich verhauset hatten, besorgeten, dass wir ihnen auf dem ersten Zug nur aus Betrug Glauben gehalten htten, aber itzt beim Wiederziehen sie fahen und fr Esclavos oder fr verkaufte Leut mit uns fhren wrden. Nun diese Flchtigen aber aus der Furcht zu werfen oder darmit viel Zeit zu verlieren, dass wir ihnen nachstellten, daran war uns nicht gelegen noch not. Denn diese, so uns nicht getrauet und ihre Pueblos oder Flecken verlassen hatten, werden genug Exempel gehabt haben an dem, wie wir es mit denen, so in ihren Pueblos oder Flecken unser warteten, gehalten haben.

Hie muss ich anzeigen einen Betrug, so uns in einem dieser Pueblos oder Flecken widerfahren ist. Nmlich als wir in einen Pueblo der Nation Cuybas, da wir zuvor nicht gewest, kamen und unsern Weg nicht auf Variquecemeto nehmen wollten, wo wir dann zuvor auch gewest, aber keinen Indio in diesem Flecken fanden, denselbigen jedoch nachstellten und zwo Indias, Weiber, auf den Strassen an den Wegen, da sie sich unser nicht versahen, gefangen wurden, schicket ich deren eine zu ihrem Caciquen oder Herrn mit etlichen Gaben, ihn darmit fr mich zu bringen und zu Freundschaft zu ursachen, wie ihr dann habt gehrt, dass ich es mit andern gleicher Gestalt oft getan haben.

Nun aber, die India kam wieder, bracht mit ein glden Kleinot, das war ein teuflisches Bildnis, so sie zu ihrer Zier an der Brust tragen, sagt' mir darneben, ihr Cacique oder Herr wre krank und kndte in eigener Person nicht kommen, bte mich, ich sollte die Schenkung empfahen und ihm die zwei gefangnen Weiber wieder ledig geben. Als ich ihm aber wieder gebot, er sollte, obschon er krank wre, sich zu mir in seinen Pueblo oder Flecken tragen lassen und auch die Seinen mit sich bringen und wieder ruhige Behausung annehmen (msste er doch solches, nachdem ich hinweg wre, tun) alsdann wollte ich ihm die gefangnen Weiber ledig geben.

Am andern Tag morgens kam ein Indio und etwan bei vierzig Personen mit ihm. Der liess sich, als ob er der Herr oder Cacique des Fleckens wre , in einer Hamaca [Hngematte] tragen. Wir hielten ihn auch fr den Caciquen oder Herrn. Ich liess mit ihm reden, er solle seine Behausung wieder einnehmen; gab ihm die gefangnen zwei Weiber wieder.
Indias
Nun aber diese Nacht, von uns unbemerkt, hub er sich mit allem seinem Volk darvon und liess die Hamaca, darin man ihn getragen, im Haus hangen, also dass wir morgens nicht einen Menschen funden. Darob wir entnehmen kundten, dass dieser nicht der Cacique oder Herr, sondern etwa nur ein schlechter Indio oder Sclavo und ein verkaufter Knecht gewest sein msste und also von dem Caciquen oder Herrn zu uns gesandt, darmit er gegen uns die Gefahr bestnde, ob wir ihm Glauben hielten, die zwei gefangnen Weiber zu ledigen, deren freilich das eine des Caciquen Weib oder Verwandte gewest ist. Um dieselbige zu ledigen, solches alles angericht war. Denn wo es sonst schlechte Weiber gewest wren, htte man uns die gelassen.

Also wurden wir von diesem Indio betrogen, dergleichen uns auf dieser Reis nicht begegnet ist, dabei ihre bsen und falschen Betrugsgelste zu erkennen sind.

Nun wollen wir aber damit, diesem nachzustellen (wie gerne wir sie auch darum gestraft htten), lnger nicht Zeit verlieren. Und dieweil wir des Tags, den wir vor uns hatten, keinen Wegweise wussten, zogen wir auf die Provinz Variquecimeto; in denselbigen Pueblos oder Flecken funden wie die Einwohner, wie wir sie gelassen hatten. Daselbst wir unsere Nachtruhe nahmen und diesen Abend rasten blieben.

[Fortsetzung folgt]

Anmerkungen
(1) Vermutlich Malaria: "Die Symptome der Malaria sind hohes, wiederkehrendes bis periodisches Fieber, Schttelfrost, gastrointestinale Beschwerden und Krmpfe." Federmann beschreibt seine Symptome:"...Fiebers, welches ich Hitz und Klte jegliches hatte".
(2) Von span. remedio: Heilmittel, Abhilfe


------------------------------------------------------------------------------------

BURKS ONLINE 21.03.2005
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfltigung nur mit Genehmigung des BurksVEB.

Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Beitrge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen


 Gehe zu:   



Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group :: FI Theme :: Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde