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 Indianische Historia (25) Lie ich zwen Indios zerhacken Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 04.04.2005, 22:45 Antworten mit ZitatNach oben







Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155705. April 2005
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INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
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Indianische Historia (25) - Die Nation Cyparicotes

Von Nikolaus Federmann


SchauplatzWie die Christen durch diese Nation zu reisen frhatten, und durch die gefangenen Wegweiser oder Leiter in ein Wildnis und Gehlz auf Abweg gefhrt worden, sie also durch Hunger zu tten, darmit sie, ihre Gefngnis und der Erschlagenen und Tod gerochen und bezahlt wrde. Auch wie die Christen, als die den Betrug vermerkt, zur Strafe ihrer drei, den andern zur Furcht und Schrecken, zerhacken liessen; dardurch die andern doch unbewegt auf ihrem Frnehmen stark blieben und eher wollten mit ihnen sterben, dann ihre Gefangne sein. Und in was Hungersnot die Christen kommen, dass sie beinahe alle durch Hunger wren verdorben, weshalb sie ein gefangen Tigertier zur Aufrechterhaltung ihres Lebens gessen haben, bis sie nach langem Umgehn ein Flecken erreicht, mit Proviant gestrkt, und also frzukommen ihr Leben errettet haben.

Nun am Morgen frh, eine Stunde vor Tag, erhuben wir uns, fort durch die Caquetios, doch nit dieser Nation, sondern durch ihre Feinde, die Cyparicotes, am Gebirge zu ziehen; liess also einen Indio lebendig im Buhio oder Haus, da die elf toten Indios lagen, an die Sule der Barbacoa binden, damit er, so die Caquetios dahin kmen, ihnen sagen sollte, dass ich diesen Caciquen oder Herrn, auch die Einwohner dieses Pueblos oder Flecken darum gestraft htte, dass sie mir nicht Glauben wollten halten und sich zu verhausen unterstunden. Es wrden auch alle, die mir dergleichen tun, gleiches zu erwarten haben, aber die mir Glauben halten, wrden von mir, wie er gesehen habe, gut Tractament (1) oder Unterhaltung und gute Freundschaft empfahen.

Als wir aber etliche Indios, so wir in diesem Flecken gefangen hatten und in Ketten fhrten, als Wegweise genommen hatten, fhrten sie uns durch ein Gehlz, bis wir den Weg verloren und doch fortreisten, auch ihrem Anzeigen nach auf einen andern Weg der Cyparicotes kommen sollten. Denn die Indios berichteten uns, dieser Weg wre verwachsen, da diese nur wenig (nur wann sie einander als Feinde wollen berfallen) diesen Weg gebrauchen, um von dort ihr Holz zum Gebu [Bau] ihrer Huser zu nehmen.

Dieweil wir aber diesen Tag keinen andern Weg (dessen doch uns die Wegweiser getrsteten) fanden und uns also die Nacht berfiel, taten wir uns bei einem Wsserle nieder, behalfen uns des wenigen Mandaments oder Speis, so wir mit uns gefhret hatten, das doch gar mit uns aufging; denn wir denselbigen Tag Pueblos oder Flecken zu erreichen hofften.
Yaracuy
Ich liess auch die Indios peinlich fragen [foltern], welche jedoch auf ihrer ersten Sage einhellig verharreten. Und als wir den andern Tag auch keinen Weg erreichten und allein der Sonnen nach durch den Wald gegen Aufgang zogen und uns die Hoffnung ganz entfiel, wir auch von den Indios uns betrogen sahen und den ganzen Tag ungegessen gereiset waren, ja auch kein Wasser, denn das wir morgens von dem Orte, da wir gelegen, mit uns genommen hatten, fanden: Also kundten wir aus den Wegfhrern nichts erfragen, weder gtlich noch peinlich.

Liess ich derselbigen zwen zerhacken den andern zu Furcht. Aber das half garnichts, und wollten lieber erstochen werden, denn unsere Gefangne sein. Sie hatten auch allein deshalb uns diesen Weg gewiesen, uns zu verfhren, damit wir Hungers strben und sie sich also an uns rchteten; welches uns sehr nahe gewest wre.(2)

Da wir aber in dieser Angst weder vorwrts noch rckwrts zu ziehen wussten, denn wir alle von Abgang der Speis und des Hungers wegen ganz mutlos waren und sonderlich des Wassers groen Gebrech hatten; wir waren auch in einem Gehlze, da wir keinen Weg wussten, auch den wieder zurck nicht zu treffen. Sonderlich war uns auch die Ross fortzubringen mhsam, des Durst halben.

Als ich aber etliche, denen ich auf die hchsten Bume des Waldes zu steigen hatte befohlen, eine Wiese, auf einer Seiten liegend, ein halb Meil Wegs fern gesehen zu haben anzeigten, zogen wir darzu. Und als wir nicht weit gereist waren, gaben die Hunde, so wir hatten, etwas fern von uns ein Zeichen, also dass wir vermeinten etwa an ein wildes Schwein kommen zu sein, denn daselbst es deren viel gab. Schickete also Leut, den Hunden nachzuhngen, verhoffend etwas zu erjagen, womit wir den Hunger remedierten (3) und bssten, auch etwas Wasser zu erreichen, damit wir an einen Pueblo oder Flecken zu kommen dester bass [sehr] erwarten mchen.

Als aber mein Volk zu den Hunden kam, funden sie in einem Gerhr ein starkes Tigertier (4) (welcher Art hernach gesagt wird) vor den Hunden stehn; und es hatte deren schon zwen auseinander gerissen. Die Christen durften's aber nicht angreifen. Allein ein Mnch [Mnch], so auch unter ihnen war, lief es fr die andern an, es zu stechen.

Als aber das Tigertier ihn wollte anspringen, verfing es sich in einem Weschuco (5) (deren es viel in den Wldern gibt - das ist ein zhes Gewchs, wie die Weiden, diese verwachsen die Wege von einem Baum zum andern wie frgezogene Stricke), welches dieses Mnchs Glck war, denn sonst wre ihm seine zu grosse Freudigkeit gelohnet worden.
Urwald
Also wischten die anderen Christen, seine Mitgesellen, auch herzu und stachen das Tier. Deren einer aber traf das mit seinem Spiess eben ins Maul. Da biss es ihm das Spiesseisen in der Mitte ab, als ob es Blei gewest wre. Als sie das aber erstochen, geschossen und wst gemetziget hatten, luden sie es auf ein Pferd und wir fhrten es mit uns. Das war der grsste Tiger, den ich in Indias gesehen habe, daran das Ross genug zu tragen hatte; und war vor Alter schier falb.

Da wir aber die vorgesagte Wiese erreichten, aber daselbst auch keinen Weg fanden, doch uns an Orten umsehen kundten, da wir das Land bewohnet zu sein achteten, und also fortzogen, kamen wir an ein kleins Bchlin, so am Ende des Gebirgs durch ein Gehlz rinnet. Daselbst taten wir uns nieder, denn daran unser aller Heil und Wohlfahrt lag. Denn so wir diese Nacht das Wasser nicht erreicht htten, wrden wir bel gehauset und zu sorgen gehabt haben, dass wir viel Volks Durst halben unterwegen htten mssen lassen; denn etliche schon schwerlich anfingen nachzufolgen.

Als aber der Durst gelscht war und wir den Hunger noch mehr empfunden und nicht hatten, assen sie das Tigertier, wiewohl es sonst nit gessen wird, denn es sein stinkend und freilich ein ungesundes Fleisch ist. Unsere Mgen htten aber, glaub ich, Bachscheiter zerzerrt, und sonderlich dieweil uns jedem kaum zwei Nuss gross gebret; denn wir ob fnfhalb Hundert Personen Trossvolk hatten. Der Tiger aber war ungefhr von eines halbjhrigen Kalbs Grsse.

Nun am dritten Tag zogen wir fort, da wir Poblation oder bewohnet Land zu finden uns meist versahen, kamen etwa um die zwo Uhr nach Mittag auf einen Weg, der vom Gebirge herab auf die Ebne ging. Und wiewohl wir von morgens an bis um zwo Uhr nach Mittag diesen Weg zu erreichen gereist waren, so war es doch freilich nicht ber zwo Meil vom Orte, da wir die Nacht gelegen; so bel kundte ich mit dem Volk von Statt kommen.

Als ich aber diesem nachzufolgen vier zu Ross schickete und ich ihnen gemach mit dem Rest des andern Volks nachzog, kamen sie und sagten mir, wie sie einen Pueblo erreicht, wssten aber nicht was fr Nation. Die Einwohner htten sie ersehen und wren aufrhrig. Da war uns aber wenig an gelegen, denn das mehrer bertraf das weniger.

Da wir aber also schon erquickt waren und den Pueblo oder Flecken erreichten, fanden wir niemand darinnen, denn sich die Einwohner schon verhauset [versteckt] hatten. Doch war der ganze Flecken voller guten Mandaments, Proviant und Speis, welches sie mit sich fortzunehmen nicht Zeit gehabt hatten; was uns dann mehr not war als der Einwohner Presentia oder Gegenwrtigkeit.

Taten uns allda nieder und blieben bis an den vierten Tag daselbst, uns unsere Not ergetzend. Das ist der grsste Hunger, so wir erlitten haben; und so es noch eine Nacht gewhrt htte und sondernlich so wir das Wasserbchlin vorgesagt nicht erreicht htten, wre zu sorgen gewest, unser wenig htten Coro erreicht und wenige wren wieder heimkommen, denn uns htte, sonderlich denen zu Fuss, fortzukommen, und bis wir das Essen erreicht, Kraft gemanglet. Und wiewohl wir (wie ihr dann zuvor auch gehrt), als wir von Variquecemeto [Barquisimeto] aus die Nation Cuybas anreisten, auch Gebrech an Proviant erlitten, so war es doch dem ungleich.

In diesen Tagen, so wir allda lagen, schicket ich etliche Christen, die Wege des Gebirgs zu verhten [zu erkunden] Und als sie drei Indios der Nation Cyparicotes hatten gefangen und fr mich brachten, mit denen wir aber nicht reden und die uns nicht verstehen kundten, erklrten wir ihnen durch Bedeuten und wie wir sonst mochten, dass wir ihnen nicht Leids zu tun kommen wren. Lies ihnen auch gut Tractament und Unterhaltung tun, schicket auch deren einen mit Gaben und Schenkungen wieder heim zu seinem Caciquen oder Herrn.
Puma
Desselbigen Tags kam ein einzelner Indio zu uns ins Lager, der auch von der Nation Cyparicots war, aber die Sprache der Caquetios kundte, bracht mir eine Schenkung von Gold, die mir sein Cacique oder Herr schicket, um die Gefangenen ledig zu lassen. Als ich aber von diesem die Gelegenheit des Lands vernahm und das wir nun fnf Tagreis an die Costa oder Gestad des Meers htten, sandte ich ihn zu seinem Caciquen oder Herrn ihm zu sagen, dass er fr mich kme und zu ruhiger Behausung wieder in seinen Pueblo oder Flecken sich niedertte. Liess auch diesen Indio durch meine andern Indios (als ob es nicht auf meinen Befehl oder mit meinem Wissen geschehe) unterrichten ber die Ordnung, so wir hielten mit denen, die sich ungehorsam und wider uns setzten, und ber das gute und friedliche Tractament und Unterhaltung, so wir denen leisteten, die sich an uns ergben.

Also kam de Cacique oder Herr mit all den Seinen, auch mit Schiff und Geschirr, und tat sich in seinem Flecken nieder; mit denen wir Friede besttigten. Also zogen wir friedlich die nchst folgenden Tag durch diese Nation und viel Pueblos oder Flecken derselbigen und fanden bei ihnen gut Unterschlupf, bis wir auf den zwlften Tag des Mertzen [1531] das Gebirg wieder verliessen und die Nation Caquetios auf der Ebne wieder erreichten.

Diese Caquetios aber (darum dass sie der Costa oder dem Gestade des Meers nahe wohnen und etliche von ihnen durch Raubschiffe [Piraten] von Sancto Dominigo und auch andere Insulani von den Christen hinweggefhrt, betrogen und verkauft worden waren), hatten alle ihre Flecken de gelassen und sich in das Gebirge verlaufen. Vermeinten, wir wren auch mit Raubschiffen kommen; also dass wir deren keinen, weder mit Fried noch mit Krieg, mochten bekommen.

Also schickte ich etliche der Caquetios, so ich mit mir aus Coro gefhrt, die sollten die umsitzenden Indios suchen und ihnen anzeigen, dass wir die Christen wren, so in Coro, in des Caciquen oder Herrn (Manuaury geheissen)[Manaure] Land wohnten. Wir wren auch nit um Raub, oder um ihnen leids zu tun, darkommen. Denn wir kundten wohl rechnen, dass sie an dieser Costa oder Gestade des Meers von uns Christen zu Coro Zeitung gehabt wrden haben.

Die gesandten Indios aber fanden die Einwohner bald (denn eine Maus weiss der andern Muse Unterschlupf wohl) und brachten der Indios viel mit, welche ob unserer Ankunft Freude zu haben sich erzeigten; gaben uns auchallerlei Schenkung. Klagten mir auch, wie krzlich ein Raubschiff bei ihnen an der Costa oder Gestade des Meers gewest und aus einem Pueblo oder Flecken viel der Nation Hytodes, so bei vier Meil von da und in dem Gebirge wohnten und auch dieser Caquetios Feinde sind, berfallen und hinweg gefhrt hatte; darum sie besorgten, dass wir auch deswegen dahin gekommen wren, und deshalb ihre Flecken verhauset hatten.

Also reist ich an einem grossen Wasserfluss, Iracuy (6) geheissen, der nicht kleiner als der Rhein ist, mit guter Begleitung und Dienstachtung dieser Caquetios bis an das Gestade des Meers in einen Pueblo oder Flecken, Xaragua geheissen. Der ist an der Costa oder Gestade des Nordmeers, ob Coro, gegen Aufgang achtzig Meilen gelegen. Aus diesem Pueblo oder Flecken zogen wir die Costa oder Gestade des Meers, gegen Coro wrts, in einen Pueblo oder Flecken, Martinico geheissen; daselbst erreichten wir die ersten Indios Caquetios, so zuvor unser der Christen zu Coro Freund gemacht worden durch einen Hauptmann, Bartholom Carco genannt, der von Coro aus die Indios, die diese Costa oder Gestade des Meers bewohnen, zu Freund zu machen vor einem Jahre ausgesandt ward.

Aus diesem Flecken schicket ich einen Christen in einer Canoa (also heissen der Indios Schiff) auf dem Meer mit zwlf Indios gen Coro zu dem Gubernator, den wir aus Sancto Dominigo schon wiedergekommen zu sein schtzten, gab ihm eben diese Relation, Zeitung und Bericht dieser Reis und unsers Ausrichtens mit, welches alles von einem offnen Notario Scribano publico, so auch in dieser Reis, mitgezogen, annotiert, und was sich von einem Flecken in den andern begeben, verzeichnet worden. Dann solches alles zu tun und Kays. May. von allem und jedem, das bei den Indios wird ausgerichtet, glaubwrdigen Bericht zu geben, ist in allen indianischen Landen ihrer Kay. May. Befehl und Ordnung.

Das habe ich hiermit, doch aufs krzest nach dem Buchstaben verteutscht, und doch darneben es etwa um Umstnden etlicher Dinge mehr zu deklarieren nit umgehen knnen, Yaracuyda auch solche Relation in Hispanischer Sprach am Ort geschrieben ist, wo die Sitten und viel Teil der Art und Gebruch der indianischen Lnder wohl gewusst sind. Deshalb, wenn in diesem Translado [bersetzung] so kurz und ganz nach dem Buchstaben darvon wre geschrieben oder der Hispanischen Sprach nachgefolgte, so wre es ganz unverstndnlich und fr die, denen solche Ding ganz fremd sind, zu viel verdunkelt gewest.

[Fortsetzung folgt]

Anmerkungen
(1) "Mischung" aus lat. tractatio: Handhabung und span. tratamento
(2) Den gefangenen Indios, die die Konquistadoren in die Irre gefhrt hatten, war offenbar vorher klar gewesen, dass sie das mit dem Leben wrden bezahlen mussten.
(3) Von span. remediar: abhelfen
(4) Tiger; hier fr Leopard, Jaguar oder Puma. Die Konquistadoren nannten alle Grokatzen der Neuen Welt "Tiger" oder "Lwe" (span.: leon). Das Wort "Puma", der "Berglwe", stammt aus dem Quechua.
(5) Unklar. Vermutlich eine Lianen-Art.
(6) vgl. Indianische Historia 24. Gemeint ist der Rio Yaracuy im heutigen venezolanischen Bundesstaat Yaracuy. Die Route Federmanns von Barquisimeto an die Kste lsst sich so relativ genau festlegen.


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BURKS ONLINE 05.04.2005
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