www.burks.de Foren-bersicht www.burks.de
Burkhard Schr�ders [Burks] Forum - f�r Kosmopoliten und Kaltduscher
burks.de: Forum für Kosmopoliten und Kaltduscher
burksblog.de: ab 01.01.2008 geht es hier weiter!
privacyfoundation.de: German Privacy Foundation
 FAQ  •  Suchen  •  Mitgliederliste  •  Benutzergruppen   •  Registrieren  •  Profil  •  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  •  Login
 Indianische Historia (16) - Zigeunern und Krpplen gleich Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen
Autor Nachricht
burks
Webmaster
Webmaster


Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 20.02.2005, 20:19 Antworten mit ZitatNach oben





Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155720. Februar 2005
BURKS' FORUM
ber diesen Artikel diskutieren (nur fr registrierte NutzerInnen des Forums)
ALLE LATINOBLOGS

Meine Reisen durch Lateinamerika
Bisher: Venezuela, Guyana, Nicaragua, Peru
INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
DAS BILD DES TAGES
Busbahnhof von Barquisimeto, Venezuela (1998) Burks
Links zu Nikolaus Federmann
Indianische Historia
(Titel 1859)
Rara des 16.-18. Jahrhunderts
Wrttembergische Landesbibliothek Stuttgart
Die Welser in Venezuela
Die Vorgeschichte des deutschen Kolonialismus
El Dorado
- a persistent legend (engl.)
Konquistador
Wikipedia
Nikolaus Federmann
Wikipedia (span.]
Gonzalo Jimnez de Quesada
Wikipedia (span.)
Sebastin de Belalczar
Wikipedia (span.)
El Dorado
Wikipedia
Die Konquistadoren
Historischer Roman (Burkhard Schrder)
Georg Hohermuth von Speyer
(span: Jorge de Espira)
El Dorado
John's History Pages
Early Spanish Expeditions throughout South America
Tairona Heritage Studies Centre
Coro, (offiziell: Santa Ana de Coro)
Stadt im Norden Venezuelas, Ausgangspunkt der Entradas Federmanns
Santafe de Bogot
Hauptstadt Kolumbiens
WETTER
Mount Pleasant Airport (Falklands, Islas Malvinas)
Tecumseh (Kanada)
Yaren (Nauru)
Aruppukkottai (Indien)
Paro (Bhutan)
Kufra (Libyen)
Keflavikurflugvollur (Island)
La Palma (Spanien)

DIE EROBERUNG VENEZUELAS

Indianische Historia (16) - Zigeunern und Krpplen gleich

Von Nikolaus Federmann

Schauplatz

Diese Nation, volkreich und sehr streitbar, auch reich an Gold, hat aus eigner Macht alle anstossenden Nationen, aus der Ebene in das rauhe Gebirg zu wohnen gezwungen, damit sie allein das schnest, ebenst und fruchtbarst Ort besssen und bewohnten. Diese haben bei Ankunft der Christen (so ihre Freundschaft begehrten) sich ganz gutwillig, ohnbezwungen (allein aus Wunder, dies unbekannt Volk, die Christen, zu sehen) mit Verehrung einer grossen Summa Golds erzeiget. (2)

Denn wie ich hernach, wenn ich deren Sitten beschreibe, anzeigen will, haben und besitzen sie darzu feste und wohl bewehrete Flecken, die nicht wie andre vor erfahrene Pueblos oder Flecken berfallen werden konnten, und solches darum, weil sie mit vier Nationen, die sie zu vier Seiten umgeben, Feinde sind und sich stets eines Kriegs und berfalls von ihren Feinden besorgen und versehen mssen, und auch hinwieder gegen ihren Feind gebrauchen; denn die drei Nationen umgeben sie und etliche Flecken der Xaguas, deren Feinde sie auch sind. Und ob sie schon mit etlichen derselben und nchste anstossenden Flecken confderiert sind und contractieren und Gewerbe haben (wie dann die Xaguas um Salz mit ihnen handlen), so sind sie doch, wie vorgemeldet, auch ihre Feinde.

Auch haben sie zu der anderen Seite die Nation Ciparicotes. Und zu der dritten Seite haben sie die Nation Cuibas; welche Nationen alle drei Menschenfleisch essen und also ihre Feinde, die sie im Kriege oder wie sie diese sonst fangen mgen, metzigen und schlachten. So haben sie zu der vierten Seite ihre eigne Nation, auch Caquetios, in Konquistadorendem Valle Poblado, das ist "im wohl bewohnten und reichvlkigen Tal", geheissen Vararida [heute: Acarigua(1)] (darvon hernach und wie wir sie beim Rckkehren nach Coro durchzogen haben, wird angezeigt) auch fr Feinde, also dass wir achteten, dass sie wegen der Vielheit der Feinde, mit denen sie zahlreich umgeben sind, sich so nahe zusammenpobliert und behauset haben, damit sie dest gewahrsamer und bass ihren Feinden mchten widerstehn. Denn diese das meist und grsst Volk sind, so wir bisher und hernach, in dieser Reis, und in so kleiner Landschaft bei einander und in so guter Wehr und so starken Flecken gefunden haben.,

In dieser Provinz fand ich Zeitung von einem andern Meer, das Sd- oder mittgliche Meer genannt wird, welches eben das war, das wir mit Verlangen erhofften und das, wie anfnglich gesagt, die meiste Ursach unsers Ausreisens gewest ist, solchs zu erreichen (2); denn daselbst grosser Reichtum von Gold, Perlen und Edelgesteinen meist zu erhoffen ist, wie in andren Gubernationen der Indianischen Lndern an rtern, da man das gesagt Sdmeer erreicht, reichlich gefunden wird.

Und wiewohl uns die Einwohner dieser Pueblos oder Flecken, wie zuvor angezeigt, darvon gesagt hatten, so wollten sie soch selbst dagewesen zu sein nicht bekennen,; allein (sagten sie) von ihren ltern [Vorfahren] htten sie es also gehrt, welches wir aber nur fr Ausrede hielten, um nicht von uns gezwungen zu werden, uns dahon zu geleiten.

In den vierzehn Tagen, da ich die Flecken dieser Provinz besichtigt und heimsuchet, wie zuvor angezeigt, und mich dort aufhielt, wurden mit etwa sechzig Christen krank, darunter etliche, die weder zu Ross noch zu Fuss Kannibalenvon Statt zu bringen waren. Und wiewohl mir, lnger still zu liegen und der Kranken Gesundheit zu erwarten, wohl not gewest wre, so wollten doch die Hispanier der ungesunden Luft und Feuchte dieser Provinz die Ursach ihrer Schwachheint zumessen, verhoffend, so sie sich von diesem Orte und der Luft ankehrten, ihrer Krankheit erlediget zu werden.

Derhalben erhub ich mich den nchsten Tag, dem angezeigten Meer zuzuziehen, liess etliche der Kranken in Hamacos (also heissen die indianischen Betten, deren Art ich hernach anzeigen will) tragen, darzu ich die Indios unsers Trosses gebrauchte und den Einwohnern zu verstehen gab: darum dass sie grosse Herren wren, wrden sie getragen.

Andere liessen wir reiten, die Gesunden und die, denen die Ross gehrten, ab- und die Kranken, einen hinter dem anderen, aufsitzen; und also, soviel als mglich, dissumlierten [simulierten] wir gegenber den Indios, darmit sie nicht sprten, dass wir, die sie fr untdlich achten, auch Krankheiten unterworfen seien. Denn so sie solchs gemerkt, wrde es uns nicht wenig Nachteil bracht haben und, unbezweifelt, sie wrden sich auch uns zu bekriegen haben unterstanden; demnach habt ihr zu bedenken, zu wie ungelegener Zeit sie uns angriffen htten, und auch wie bekmmerlich es mir war, dieweil ich mich in so weitem und unbekanntem Land mit krankem und unwehrsamen Volk befand, darmit ich weder zurckzureisen noch fortzuziehen ntzliche Wege sah.

Denn ich mich unter solchem Volk befand, deren Freundschaft ich mich nit lnger als die Zeit, da wir ihrer mchtig und sie schwach waren, zu versehen hatte, auch nicht wusste, was Volk wir vor uns hatten, welche dieser Provinz Variquecemeto Feinde waren, und da es wohl zu ermessen war, dass es ein wehrsam Volk wre, derweil die dieser Flecken (welche die strksten an Gebu und Volk waren) Feindschaft mochten erleiden und widerstehn.
Hngematten
Dieses alles kundt mich aber fortzuziehen und meinen frgenommenen Weg weiterzureisen nicht verhindern, denn wir uns wenigs Guts zu versehen htten, wenn wir wieder zurckzogen und bei der Nation Xaguas der Kranken Gesundheit erwarteten. Denn das wrde uns von den naturales oder Indios fr Furcht und Zagheit angerechnet worden sein, sich gegen uns zu erheben.

Also, unter zweien bsen das wenigest arge zu whlen, zog ich dergestalt, wie vorgesagt, mehr Zigeunern und Krpplen, denn Kriegsleuten gleich, meiner Wege. Mit wurden von diesen Pueblos oder Flecken bei zweihundert Indios (unsern Plunder zu tragen, auch den Weg bis ins Gesicht der Flecken ihrer Feinde, welche ein ander nation Cuybas geheissen) zugegeben, denenich zusagte, sie aus der Feinde Land an ihre Gewahrsame wieder zu begleiten. Denn, wie ihr zuvor habt gehret, so ward unser Trossvolk grsstenteils die Kranken zu tragen gebraucht.

Als wir aber diese Indios, so uns den Plunder trugen, frgehen liessen und ihrer keine Acht hatten, auch von uns ihnen garkeinen Betrugs besorgten, allein vermeinend, dass sie so voraneilten, weil sie so schwer beladen gingen und die Last zu ringern suchten, da trugen sie diesen Plunder nit ber zwo Meil Wegs und liessen es allem im weiten Feld (am Weg, da wir frziehen mussten) stehn und gingen davon, vielleicht besorgend, wir wrden sie bin in ihrer Feinde Land bringen und sie alsdann zwingen uns ferner zu dienen, auch des Zugesagten nit Glauben halten.

Nun hatten wir aber solchen Plunder fortzubringen nicht Leute. Es war uns auch nicht zu tun, den Plunder unter die Christen auszuteilen. Denn der Gesunden wenig waren, und wenn dieselben erst beladen und dadurch mde wren worden, so htten wir den Feinden, wenn sie uns angerannt htten, keinen Widerstand tun mgen. Klaubten also das Ntigest, so wir bedurften, daraus, solches unter den Christen austeilend; und den Rest Hngemattenliess ich abwegs vergraben, bis auf die Wiederkunft; denn ihn fortzubringen sonst kein Mittel vorhanden war. Denn es waren uns die Indios, so uns den Weg zeigen sollten, wie vorgesagt, entlaufen, doch zu allem Glcke ein kleins Knblein und ein indianisch Weib, die den Indios, die uns verlassen, nicht folgen kundten, unter uns und bei den Christen geblieben, von denen die India der Cuybas Sprach etwas kundte, aber doch nit wolte gestehen, dass sie den Weg wsste.

[Fortsetzung folgt]


Abbildungen
Die Bilder indianischer Hngematten: Ciudad Virtual de Antropologa y Arqueologa, Argentinien (de Oviedo, 1535, unten, de Benzoni, 1563, 2.v.u.).

Anmerkungen
(1) Acarigua; Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern im venezolanischen Bundesstaat Portuguesa. Vor der spanischen Eroberung hatte die Siedlung mehr als 20000 Einwohnern. Bei Philipp von Hutten: Hacernigua
(2) Der offizielle Auftrag der Konquistadoren im Sold der Welser lautete, den Weg zum "Sdmeer" zu finden, das heit: die "Gewrzinseln", die man dort vermutete. Die Molukken, die die Portugiesen entdeckt hatte, waren aber in Asien, nicht in Sdamerika.


------------------------------------------------------------------------------------

BURKS ONLINE 20.02.2005
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfltigung nur mit Genehmigung des BurksVEB.

Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Beitrge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen


 Gehe zu:   



Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group :: FI Theme :: Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde