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 Indianische Historia (12) Viel im Scharmtzel erschlagen Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 03.02.2005, 02:11 Antworten mit ZitatNach oben




Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155703. Februar 2005
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INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
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Indianische Historia (12) Auch viel im Scharmtzel erschlagen

Von Nikolaus Federmann

Karte

Von dieser Nation, Art, Eigenschaft, Sitten und Gebruchen, und wie sie von der Furcht, Schrecken und Entsetzen vor den ungewohnten, nie ersehenen, bekleideten und gebarteten Leuten und ihren Rossen durch die Freundlichkeit und allerlei Schenkung Niclaus Federmanns etc. entlediget, Kays. May. untertnig worden und den christlichen Namen erlangt und bekommen haben. (4)

Die kamen abends spat, brachten etwa hundert und fnfzig Personen, Mann und Weiber. Die hatten sie in einem Flecken etwa fnf Meil von dem Flecken, da ich innen lag, berfallen und, als sie sich zur Wehr gestellt und freiwillig mich heimzusuchen und fr mich zu kommen nicht wollten begeben, gefangen, und auch viel im Scharmtzel erschlagen. Und auch der Christen etliche waren von ihnen verwundet worden.

Auch also die Christen mit den Gefangenen zurckreisten und zu uns auf dem Weg waren, war ihnen eine grosse Schar, um ihnen die Gefangenen abzudringen, nachgefolgt und hatte viele der Christen, auch die Gefangenen, die unter die Christen eingeteilt waren, von den Hhen und Gebirgen, die sie allweg einzunehmen in ihres Lands Art wissen und sich befleissen, geschdigt und gewundet.

Diese waren alles sehr kleines Volk, darunter jedoch (wie mir von den Indios zuvor gesagt) keine andere Nation vermischt war. Waren die lngsten von fnf Spannen (1), zierlicher Proportz [Proportion] und Gestalt. Und dieweil wir das Volk, um seiner Kleine willen, nicht kundten gebrauchen, obwohl sie uns doch sehr not waren und wir an Trossvolk Gebrech hatten, den Christen ihren Plunder zu tragen (denn die Indios, die wir zu Coro ausgefhret, waren fast alle entlaufen und zurck wieder heimgekehrt), liess ich sie taufen und ihnen wie zuvor den andern, was zum Frieden dienet, sagen und amonestieren.

Und als ich sie auf guten Weg brachte, auch mit dem Cacique oder Herrn des Fleckens, darinnen wir lagen, deren Feinde wie waren, vereint und zu Freund gebracht, liess ich sie all bin an zehn Personen, die ich als Principales ansah, wieder heimziehen, ihnen befehlend, sie sollten sich gegen ihren Caciquen und Oberherrn der von mir geschehenen Guttat rhmen und ihnen etliche Prsentes und Schenkungen, die ich ihnen gab, berantworten und ihnen auch darneben sagen, sie sollten in den Pueblo Carohana(2) (welcher drei Meil von dar gelegen war, dahin ich desselbigen Tags hinziehen und wo ich ihrer bis an andern Tag warten wollte) zu mir kommen und ihren Frieden mit mir besttigen. Darmit zogen sie mit Frieden als geledigte Gefangene ihren und ich meinen Weg.

Fand in dem Pueblo oder Flecken Carohana gut Unterschlup und Freund, denn sie des Caciquen oder Herrn des Pueblo oder Flecken, daraus wir gezogen, Freunde und derselbigen Confderation und Bndnis waren. Blieben den Tag bis an den anderen, das war der 7. Octobris [1530], daselbst. Denn da funden wir sehr viel und gut Wildpret, von Hirschen und Elendt, dessen es ohn Ende einen berfluss gibt.
Indios
Also kamen um Mittagszeit zwen Caciquen oder Herren der Zwerge mit viel ihrem Volk, etwas mit gewehrter hand, welches sie doch, wenn sie Freunde sind oder sich darfr ergeben wollen, nicht pflegen zu tun. Und als die Einwohner vom Pueblo oder Flecken Carohana, als sie auf ihrem Feldbau arbeiteten, jene in der Ferne ersahen, ehe denn unsere Wacht es gewahr worden, erhub sich in dem Pueblo oder Flecken ein Aufruhr und Zusammenlaufen. Denn sie besorgten, dass sie darum kmen, sie als ihre Feinde zu berfallen.

Und als ich die Ursach ihrer Zusammenrottierung gefragt hatte und auch in Rstung war, zweifelnd, ob es wieder uns angericht sein mchte, liess mir der Cacique oder Herr des Fleckens sagen, wie seine Feinde sie zu berfallen kmen, mich bittend, ihm Rettung und Hilf zu tun. Als sie aber dem Pueblo oder Flecken naheten, sagten mir die Dolmetscher, es wren die Caciques oder Herren von den Pueblo oder Flecken des gefangnen Volkes, das ich vorigen Tags frei gelassen. Und zu Stund, als sie unser ansichtig waren, huben sie ihren Handbogen in einer Hand in die Hhe, welches unter ihnen ein Zeichen des Friedens ist.

Und als ich sie hiess niedersitzen, deren etwa bei dreihundert waren, verwies ich ihnen hoch, dass sie wieder die Ordnung freundlichen Geberdens mit ihren Wehren kommen wren. Denn so mich die Dolmetschen und ihre Nations-Genossen (deren ich, wie vorgesagt, zehn behalten und sie ich nicht losgelassen hatte) nicht htten verhindert, htte ich sie berfallen und geschlagen. Also gaben sie mir ihre Entschuldigung, dass sie also mit gewehrter Hand ihrer Feinde halben htten kommen mssen und dass ihnen zu ihrer Gewahrsame wieder heimzuziehen not wre.

Verehreten mir auch etliche Prsentes oder Schenkungen von Gold, prsentierte und schenkte auch der Cacique oder Herr mir eine Zwergin bei vier Spannen lang, sehr schner und guter Proportz oder Gestalt, die, sagte er, sein Weib sei. Denn also ist der Gebrauch unter ihnen zur Friedensbesttigung zu tun. Diese empfing ist, wiewohl sie sich sehr bel gehbe und heftig weinet, denn sie nicht meinete Menschen, sondern Teuflen, darfr sie uns halten, geschenkt zu sein. Diese Zwergin habe ich mit mir bis gen Coro gefhrt, daselbst sie blieben ist. Denn ich sie nicht aus ihrem Land habe wollen fhren, darum dass sie und alle andern Indios auserhalb ihre Vaterlands und sonderlich in kalten Landen nit lang leben.

Ich vereinigte auch diesen Caciquen oder Herrn mit den Einwohnern dieses Fleckens, darinnen wir lagen, deren Feind sie zuvor gewest waren, wie dann zuvor auch angezeigt ist. Sie ergaben sich auch unter Kays. May. Gehorsam und Succession [Gefolgschaft]. Gleichwohl will ich die Tribut- oder Untertansleistung, es sei denn mit gewehrter Hand und strkerer Macht dann sie sind, mich nicht unterstehn von ihnen zu fordern; denn dieser und aller anderen Nationen der Indios Ergebung unter Kays. May. gehorsam, auch die Erzeigung ihrer Freundschaft nicht lnger whret denn die Zeit, so sie nicht bessers vermgen.

Durch diese Nation zog ich noch etwa auf die fnf Tag. Ward allenthalben von den Indios oder Naturales wohl empfangen, denn ich je von einem Flecken in andern einige der Indios, so ich zu Freunden gemacht, vorschicket, darmit man in dem Pueblo oder Flecken, dahin wir zogen, unsere Ankunft und auch was Glauben wir dieser Nation gehalten, und dass wir nicht darum da wren kommen, ihnen ohne Ursach Leids zu tun, wissenhaft machten.
Indios
Uns ward unter dieser Nation wenig Prsent oder Schenkung von Gold, denn sie dessen keinen Reichtum oder nur sehr wenig haben; denn sie sich nur der schwarzen Krner, ungefasset, wie die Paternoster, zu ihrer Zier gebrauchen. Auch gebrauchen sie sich etlicher Mariscos oder Meermuscheln, so sie von andern Nationen erkaufen, welche ihnen, die dem Meer fernwohnen, seltsam sind; denn sie von dem Meer nichts wissen, auch dahin nicht kommen. Ist ein Volk, das mit den umsitzenden Nationen, ihren Nachbarn, Feind ist, auch nicht fern reiset, und eine Nation der andern Termines und Herrschung nicht gebrauchet.

Also kamen wir nun auf den zwlften Tag Octobris in den letzten Pueblo oder Flecken der Nation Ayamanes oder Zwerge, darselbst sich eine andere Nation, die Cayones, anheben, die auch dieser Nation Ayamanes vorgemeldt Feinde sind, also dass wir auch erst derselbigen Freundschaft mit Gte oder ohn Gte mussten procurieren, erlangen oder erwerben etc.

[Fortsetzung folgt]


Abbildungen
<a href="http://www.newadvent.org/cathen/08739a.htm" target="http://www.newadvent.org/cathen/08739a.htm"&gt;Joseph-Franois Lafitau: "Moeurs des sauvages ameriquains", 1724.

Anmerkungen
(1) Eine Spanne ist der Abstand zwischen Daumen- und Mittelfingerspitze. Die venezolanischen Pygmen waren also rund einen Meter gro. Ihre Nachfahren leben noch vereinzelt in den Urwldern an der Grenze zu Kolumbien.
(2) Vermutlich Carora in den Llanos de Carora.


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BURKS ONLINE 03.02.2005
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