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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 22.01.2005, 21:56 Antworten mit ZitatNach oben





Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155722. Januar 2005
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(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
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(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
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(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
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Indianische Historia (11) - Die Zwerge im Gebirg

Von Nikolaus Federmann

Karte

Von dieser Nation, Art, Eigenschaft, Sitten und Gebruchen, und wie sie von der Furcht, Schrecken und Entsetzen vor den ungewohnten, nie ersehenen, bekleideten und gebarteten Leuten und ihren Rossen durch die Freundlichkeit und allerlei Schenkung Niclaus Federmanns etc. entlediget, Kays. May. untertnig worden und den christlichen Namen erlangt und bekommen haben. (3)

Als ich das und was mir zu fortreisen not war von ihnen gefragt und erfahren hatte, erhub ich mich, den gesagten Zwergen zuzuziehen, und ward auch von vielen der Indios von einem Flecken in den andern begleitet und uns mit Wegmachen und anderer Notdurft wohl gedienet; denn durch diese machte ich viel Flecken und Caciquen oder Herren, darfr, wir reisten, zu Freunden und ward mir Gewalt gegen sie zu brauchen nicht not. Denn als sie sahen, wie sich die andern ihre Nationsverwandten ergaben und dass ich ihnen Glauben gehalten hatte, wurden sie mit Gebung aller Notdurft ganz dienstbar.

Und als ich mich den ersten Tag Octobris Anno etc. im dreissigsten bei einem Wasserfluss, Tocuio (1) geheissen, dahin wir eben spat kamen, niedertat (welcher Fluss in einem Tal sehr schnell laufet, auch gross und tief ist), machten wir aus den Rodellas (2) oder Tartschen, so das Fussvolk zu ihrer Defensa [Verteidigung], Wehre und Beschtzung trgt, ein Floss samt etlichen Bumen, so wir darzu abgehauen, darauf wir unsern Plunder samt den Christen, so nit kundten schwimmen, berfhrten; das Floss mit GebirgStricken von einem Ort zum andern ziehend, da es die Schnelle und der gewaltige Lauf des Wassers sonst abgefhret htte. Und als wir das Volk gesagter Gestalt und die Ross berschwemmend mit genug Mhe und Gefahr ber das Wasser gebracht hatten und die Nacht angefallen war, taten wir uns gleich am Wasser nieder, uns ganz keins Unfalls des Wassers besorgend.

Kam um Mitnacht ungefhr der Fluss mit Wasser so hoch angelaufen (denn es, wie wir achteten, im Gebirge geregnet hatte, wiewohl es bei uns nit ungewittert), dass er zu uns auf die Hhe stieg, welcher wohl zweier Mann hher dann er am Abend, als wir ihn berreist, gewachsen war; umlief also die Hhe, darauf wir lagen, dass wir von dem Fluss gleich einer Insel umgeben waren (also hatte er sich ausgebreitet), entfhret etlichen meines Volks, so in der Niedere lagen, ihren Plunder, Kleider und Speis, ehe sie des Wassers Anlauf gewahr wurden. Schwemmet uns auch zwei Ross wohl ein Viertel Meil Wegs von dem Lager abwrts. Also dass unser bestes Remedio (3)> oder Vorteil war, allen Plunder auf die Bume zu henken [hngen], so best wir mochten, und uns der Hhe zu behelfen, denn wir darab nicht kundten. Und so Gott htte verhngt, dass es noch drei Stunden wren angelaufen, htte es uns merklichen Schaden geboren, so dass ohne Zweifel niemand, denn der sich auf den Bumen aufgehalten, wre davon kommen.

Als es aber Gott geifel (dem sei Lob), whret es kaum bei fnf Stunden, Rio Tocuyo</a>und nahm so sehr und eilends wieder ab, als es hatte zugenommen, also dass morgens, vor Mittag, das Wasser so klein als zuvor und der ausgeronnene Fluss, so uns hatte ungeben, schon verlaufen war. Derhalben warden wir verursachet, ob wir schon an Proviant etwas Gebrech hatten, denselbigen Tag dazubleiben und dem verlorenen Plunder nachzusehen. Funden also die zwei Ross und etlich wenig des verlorenen Plunders, so sich zwischen den Stauden und Bumen hatte festgehalten.

Erhuben uns des andern Tages (das war auf den dritten Tag Octobris Anno etc., im dreissigsten), fortzureisen und kamen in einen Pueblo oder Flecken. Daselbst ward ich von den Einwohnern. so auch der Nation
Ayamanes Feind sind, wohl empfangen; denn ich hatte die Indios der Nation, so unsere Freunde waren und die ich aus vorgemeldten Flecken mit mir genommen, frgesandt. Fand bei denenallen Proviants guten Rat; daselbst ich den Tag und bis morgen frh blieb bis um 8 Uhr.

Da erhub ich mich, dem Gebirge der Ayamanes zuzureisen. Aber der Cacique oder Herr und die Einwohner dieses Fleckens sind den Zwergen des Gebirges feind; denn von da fing es an, dass die Zwerge, wie ich zuvor habe angezeigt, fr sich selbst und mit anderer Nation unvermischet wohnen und keinen Xidehara unter sich dulden, noch in der der Confederation oder Verbndnis sind mit den andern Pueblos ihrer Naton (auch Ayamanes, so mit ihren Anstssern [Nachbarn], der Nation Xideharas, vermischt), noch Gemeinschaft mit ihnen haben, ja auch diesen Pueblos, die sich mit den Xideharas durch Heirat, wie auch vor angezeiget ist, vermischt haben, feind und gehass sind.
Gebirg
Als ich aber bei einer Meile gereist war, kam wir an ein wstes Gebirg, (4) daselbst die Ross fortzubringen mhsam und gefhrlich ist. Ward ich entschlossen, trotzdem uns das Gebirg fortan sehr rauh und scharf zu sein aussah (und so wir uns schon itzt einen Pass oder Weg gemacht htten, wrden wir doch alle halb Meil desgleichen finden, und sich unsere Reis also lang verziehen und die Zwerge unser gewahr werden, uns auch von dem Gebirg schdigen oder aber ihre Flecken verlassen und sich verhausen [verbergen] wollen) nicht viel vorrcken.

Also wie wir schon ihre Flecken erreichten, funden wir sie nicht und waren umsonst gereist, denn sie sich in dem Gebirg leicht konnten verstecken, ohne dass wir zu ihnen konnten, und vielleicht an Orten, da es mehr mit unserm, dann mit ihrem Schaden und Gefahr geschehen mchte. Denn wir hatten uns nit zu getrsten von ihnen wie von den frgereisten Indios dieser Nation empfangen zu werden, da sie uns nicht kannten, noch von uns gehret hatten und uns viel eher fr ihre Feind hielten, die den andern ihren gehasseten und widerwrtigen Beistand, aber ihnen Schaden zu tun kommen wren.

Und dieweil ich, nur um diese Nation zu sehen (deren Kleinheit nach Hrensagen verwunderlich war), diesen Weg zu ziehen mich entschloss (welcher doch uns zu unserer frgenommenen Reise nach dem Sd- oder Mittagsmeer nicht dienete) und weil solches Gebirg auf die Dauer zu durchreisen unmglich war (darzu wrden uns auch die Ross mehr hindern, denn zur berwindung der Feinde frdern): so sandteValle de Quibor ich einen Hauptmann mit fnfzig der bas [sehr] gersteten Mnner zu Fuss samt einem Dolmetschen dieser Nation, die Zwerge mit Lieb und Freundschaft und, wo nicht fglich, mit Gewalt fr mich zu bringen, und zog mit dem Rest meines Volks wieder zurck und blieb in diesem Pueblo oder Flecken, darvon ich desselbigen Tags, wie vorgehret, abzogen war. Allda wartete ich bis an den andern Tag (das war auf den fnften Tag Octobris) der Ausgesandten.

[Fortsetzung folgt]


Abbildungen
Die Karte ist eines der lteste, die den Norden Venezuelas zeigen (Ausschnitt). Der Titel: VENEZUELA, Provincia in America Occidentali. Quam olim Dni. Velseri Patricij Augustani polsidebant a CAROLO V. Imperatore ipsis consignata.(...die Provinz, die den Patriziern der Welser von Kaiser Karl V. persnlich bereignet wurde.) Nordwestlich von Barquisimeto erkennt man Bobures populi; vermutlich hat das heutige Bobare daher den Namen. Hier lag wahrscheinlich das historische Guarjibo aus den Briefen des Landsknechtsfhrers Philipp von Hutten. Nueva Segovia ist Barquisimeto. Die Llanos de Carora drften die heutigen Llanos nrdlich von Quibor meinen, die Sierra de Barbacoas. Dort wurde Philipp von Hutten 1550 ermordet.
2. Bild von oben: Die Berge nrdlich von Churuguara, in der Nhe des heute noch so genannten camino de los Espanoles ("der Weg der Spanier", vermutlich der Pass von Coro in Richtung Sden). Das Bild wurde nach Norden aufgenommen.
3. Bild von oben: der Rio Tocuyo in der Trockenzeit. Blick in Richtung Nordwesten.
4. Bild von oben: in den "Bergen der Ayamanes"
Bild unten: Das Tal von Quibor mit dem bei Federmann erwhnten "Gebirg" im Hintergrund. [Quelle]

Anmerkungen
(1) ber den Rio Tocuyo vgl. auch Latinoblog 3: Venezuela 2: "Auf den Spuren der Eroberer". Auf der offiziellen Website des heutigen venezolanischen Bundesstaats Lara wird darauf hingewiesen, dass der Fluss seit 400 Jahren schiffbar sei. Die Stadt Tocuyo, gegrndet 1546, war unter spanischer Herrschaft lange Zeit Hauptstadt Venezuelas.
(2) Vgl. auch span. rodillera: Knieschtzer
(3) Span. remedio: Heilmittel, Abhilfe
(4) Die Ortsangabe ist recht przise; eine Meile entsprechen rund 7,5 Kilometer. Vermutlich ist die Region westlich der heutigen Stadt Barquisimeto. Vgl. Bild unten.


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