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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 08.10.2004, 17:48 Antworten mit ZitatNach oben





POLITIK
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DER KAMPF GEGEN RECHTS IST GESCHEITERT

Seid lieb zu den lieben inlndischen Mitbrgern!

Von Burkhard Schrder


liebe inlndische MitbrgerinWir befinden uns im Jahre 2008. In ganz Deutschland sitzen die Ultrarechten in den Parlamenten. In ganz Deutschland? Nein, ein kleines Dorf von unbezwinglichen Lichterkettentrgern schafft es immer wieder, Neonazi-Aufmrsche zu verhindern, anstndige Aufstnde in Permanenz zu veranstalten und das Bse juristisch zu verbieten. Zum Glck wird es einen solchen Zeitungsartikel nie geben, noch nicht einmal in Berlin-Kreuzberg. Dennoch: der "Kampf gegen Rechts" ist gescheitert.

Das ist nicht schlimm, denn in Wahrheit hat es einen solchen Kampf nie gegeben, geschweige denn einen Aufstand der Anstndigen. Das gute alte Wort "Aufstand", das so gar nicht zur deutschen Leitkultur passt, legt nahe, die Untertanen strzten soziale Hierarchien um, enteigneten die Herrschenden ihrer Produktionsmittel und schafften Raum fr das Gute, Schne und Wahre. Davon war nie die Rede. Und ein "Kampf gegen Rechts" setzte eines voraus: dass ein Konsens darber bestnde, gegen wen oder was sich dieser Kampf richten knnte. Aber dem ist nicht so.

Vor allem die Jungwhler in Sachsen und Brandenburg whlten jngst die braunen Kameraden. Es gibt keinen Grund anzunehmen, der Nachwuchs in Berlin-Hellersdorf, Zehlendorf oder Marzahn sei politisch ganz anders gesinnt als im Beitrittsgebiet jenseits der hauptstdtischen Grenzen. Oder ist es gar viel schlimmmer? Haben die zahlreichen Projekte, die im Logo ein "gegen Rechts" fhren, verhindert, dass die Neonazis so viele Stimmen wie der rechtsextremistische "Vlaams Blok" in Antwerpen bekommen htten ? rund 30 Prozent?

Der "Kampf gegen Rechts" war ein Kampf um Gefhle. Und das geht so: die Obrigkeit fordert von den Untertanen, die richtigen Emotionen zu haben: Mut gegen rechte Gewalt, Mut gegen rechts an sich wie beim Rockkonzert mit Udo Lindenberg. Zivilcourage zeigen, Flagge zeigen, Gesicht zeigen, sich gegenseitig die richtigen Symbole zeigen. Toleranz - aber gegenber wem eigentlich? Soll Gerald Asamoah tolerant gegenber Rassisten sein? Die Christen gegenber den Juden _ oder umgekehrt? Sollen die Einwanderer tolerant sein, wenn die Deutschen wieder mal Gesetze beschliessen, deren Inhalt durch die Parole "Auslnder raus" hinreichend beschrieben wird? Sei lieb zu den lieben auslndischen und jdischen Mitbrgern und anderen Fremden! Aber so funktioniert das nicht.
liebe inlndische Mitbrgerin
Zu dem gut gemeinten Zweck, dass alle nett zueinander sind, werden zudem ffentliche Rituale "durchgefhrt": Fackelzge, die bei den Guten aber "Lichterketten" heien, und juristische Exorzismen - der Deutsche mchte am liebsten alles verbieten, was unangenehm ist: die NPD, deren Aufmrsche, ekelhafte Meinungen wie die Leugnung der Shoa, die falschen Symbole. Der durch die Medien ventilierte Appell, das Gute zu tun und das Bse zu lassen, hat aber nur den Effekt wie das "Wort zum Sonntag": man fhlt sich kurzzeitig besser, wenn man dran glaubt. Die Bsen, in diesem Fall die Neonazis, interessiert das alles nicht. Ganz im Gegenteil: sie werden immer mehr. Aber niemand nimmt das zum Anlass darber nachzudenken, ob Methoden und die zielgerichtete Anstrengung ("Jihad" im Koran) gegen rechts falsch waren und ob man nicht etwas ndern muss.

Der ffentliche Diskurs zum Thema "Rechtsextremismus" ist wie Beton: er besteht aus unvernderlichen kulturpessimistischen Textbausteinen, die jeder seit Jahren kennt. Arbeitslosigkeit, Hatz IV, Sozialabbau, Destabilisierung sozialer Milieus, Individualisierung, Toilettengewohnheiten in der Kindheit, vermeintliche anthropologische Konstanten wie "Fremdenhass", Frust. Der gefrustete Deutsche wird offenbar automatisch zum Rechtsextremisten und Judenhasser, wenn man den Experten glauben will. Will man hier etwas aufbrechen, muss man zum Beispiel Thesen aufstellen, die auch in den Reihen der Lichterkettentrger und Berufsjugendlichen tiefe Verwirrung auslsen. Man ist sich nmlich bei den politischen Essentials keineswegs einig. Wer zum Beispiel behauptet, beim Homo sapiens gebe es "Rassen", ist ein Rassist. Das Thema eignet sich hervorragend fr den Biologie-Unterricht, aber manche Lehrer mssten gegen die eigenen Schulbcher argumentieren, weil sich dort genau dieser rassistische Unfug wiederfindet.

Der Antisemitismus wird ohnehin gern vergessen. Natrlich ist es anstndig, auf Friedhfen nicht die Grabsteine umzuwerfen. Darauf, und auf den Appell, bitte keine Gewalt und keine Synagogen abzufackeln, einigt man sich schnell. Solange Juden auf Friedhfen liegen und ihre Habseligkeiten in Museen verstaut sind oder man nur ihre restaurierte Architektur vor sich hat und ein bisschen Klezmer fr Pfarrerinnen und Fans der vlkischen Folklore, gibt es keinen Streit. Aber ein paar Israel-Fahnen am falschen Ort und zum falschen Zeitpunkt, und die militanten Antifa-KmpferInnen schlagen sich gegenseitig die Kpfe ein.
liebe inlndische Mitbrgerin
Der gescheiterte "Kampf gegen Rechts" beruht auf der Lebenslge der deutschen Republik, und deshalb verfehlt er das Thema: Es geht nicht gegen den "Extremismus" von links und rechts, obwohl diese Floskel den Diskurs bestimmt. Die Weimarer Republik ist nicht zwischen den "Extremen" zerrieben worden, sondern an der unstrittigen Tatsache gescheitert, dass die Groindustrie und die Nationalkonservativen die Demokratie an Hitler ausgeliefert haben. Auch heute sitzt das Problem in der Mitte der Gesellschaft, und zeigt sich symptomatisch an den Rndern. Die Demokratie muss nicht "wehrhaft" sein, sondern nur selbstbewusst - sie kann mit ihren Feinden leben, ohne die mit undemokratischen Mitteln - wie Zensur und Verboten - zu bekmpfen. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Die NPD ist das politische Echo der CDU, so wie die "Rote Armee Fraktion" ohne die linke Subkultur der 68er nicht vorstellbar gewesen wre. Nur Ist es wie, Ernst Jandl es formuliert, ein "Illtum", lechts und rinks zu velwechsern oder, wie es Sitte und Brauch bei der CDU ist, sie in einen totalismustheoretischen Topf zu werfen.

Rassismus und Antisemitismus sind immer eine Option - wer so denkt, verspricht sich etwas davon. Das militante Neonazi-Milieu ist nicht die Ursache, sondern ein Symptom. Es geht nur und ausschlielich um die Frage, wie die deutsche Nation aussehen soll - und wer dazugehrt. Das Thema waren nie "die Auslnder", sondern immer soziale Grenzen zwischen Einwanderern und "Ureinwohnern". Rassismus wird dann virulent, wenn man sich von willkrlich definierten und fiktiven Grenzen gesellschaftliche Vorteile verspricht. "Abstammung" und Rasse sind Grenzen fr die Dummen, "Leitkultur" und die Werte des angeblichen christlichen Abendlands sind Kriterien fr Salonfaschisten und andere Vlkische, um Immigranten zu diskriminieren. Wer jemanden ausgrenzen will, mchte selbst der Nutznieer davon sein. Nicht die Verlierer zcken zuerst die rassistische Karte, sondern die, die sich vor dem Abstieg frchten und die noch etwas zu verlieren haben. Das ist heute nicht anders als 1933.
liebe inlndische Mitbrger
Wir sind kein Volk, sondern eine Bevlkerung. Im "Kampf gegen rechts" kmpfen die Deutschen in Wahrheit gegen sich selbst. Wir mssen uns einig werden, wer wir eigenlich sind. Das geht nur im Streit. Die deutsche Nation gab es noch vor 200 Jahren nur auf dem Papier. Deutsche Juden sind eben deutsche Staatsbrger, so wie Israelis arabischer Herkunft Christen und Muslime, aber israelische Staatsbrger sind. Wenn Kreuzberger Trken die sprlichen Erfolge der deutschen Fuballnationalmannschaft feierten - und nicht die der trkischen -, wre eine Normalitt eingekehrt, die in Frankreich und England schon lange Konsens ist. Im Vereinslokal des Kreuzberger Schtzenvereins hngt ein Bild Kemal Atatrks, aber die deutsche Fahne. Die Herkunft nicht zu vergessen, aber die neue Heimat und ihre Regeln zu akzeptieren - das ist gut deutsch, und das ist auch gut so.

Der Artikel wurde - ohne Fotos - von hagalil.com bernommen. Die Fotos zeigen inlndische Mitbrger (von der Website der Sisters).



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BURKS ONLINE 08.10.2004
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