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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6765
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BeitragVerfasst am: 11.01.2006, 02:04 Antworten mit ZitatNach oben

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HACKER LEBEN NICHT GEFHRLICH
Schon wieder: Tron
TronAuf Telepolis wurde heute ein Artikel von mir publiziert, der fr virtuellen Streit sorgte: "Hacker leben nicht gefhrlich - Der Hacker Tron, eine Einstweilige Verfgung gegen Wikipedia und die Verschwrungstheorien um seinen Tod." Auch Spiegel online hat nachgelegt (mit Links ins WWW - der Laie staunt und der Fachmann wundert sich!): "Streit um Tron - Darf man einen Hacker beim Namen nennen?" Beide Artikel seien den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern vorab zur Lektre empfohlen, damit sie wissen, worum es geht.

Und wer es noch nicht wei: Ich habe 1999 ein Buch ber den Fall Boris F. alias "Tron" geschrieben. Dafr wurde ich in zahllosen Flamewars angefeindet, beschimpft und verleumdet, damals vor allem im Usenet, auch von einigen Mitgliedern des CCC. Ich teilte nicht die Verschwrungsthorie, Tron sei ermordet worden, sondern ging anhand der recherchierten Fakten von einem Freitod aus. Ich mchte hier einige Fragen beantworten, die im Telepolis-Forum gestellt wurden und auch einige Legenden und populre Irrtmer klarstellen.

1. Tron war nicht offizielles Mitglied des CCC. Er ist nie in den Verein eingetreten und hat nie Mitgliedsbeitrge bezahlt, auch wenn durchweg alle Medien das Gegenteil behaupten. Diese Tatsache wurde mir vom CCC per Mail besttigt.

2. Zur Recherche: Meine Informationen beruhen u.a. auf mehr als 50 Interviews und Telefonaten mit Freunden, Bekannten, Ausbildern, Lehrern (auch in seiner Kindheit), Chefs, Studienkollegen, Computer-Spezialisten und Hackern, mit denen Tron seit seiner Lehrzeit zusammengearbeitet hat. Die Abschriften umfassen einen Aktenordner - ich habe auch ber jedes Telefonat eine Aktennotiz angefertigt. Die E-Mail-Korrespondenz mit einem Vertreter der Firma NDS ist online verfgbar.

Zu den wichtigsten Informanten gehrten "Dr. Overflow" und "der Hacker "Khaled", mit denen Tron beim so genannten "Irdeto-Hack" noch kurz vor seinem Tod zusammengearbeitet hat, Markus Kuhn, der Boris in die Pay-TV-Hackerszene persnlich eingefhrt hat, Andreas H., einer der wenigen engen Freunde und der Geschftspartner Trons sowie mehrere Mitglieder des CCC, die nicht an die von einigen Berliner Mitgliedern vertretenen Verschwrungstheorien glaubten. Ich habe nicht nur ausfhrliche Gesprche mit dem Rechtsmediziner gefhrt, der den Toten persnlich obduziert hatte, sondern habe den Befund anderen Rechtsmedizinern vorgelegt und um ihr Urteil gebeten.

Auer mir hat damals berhaupt niemand ernsthaft und langfristig recherchiert; fr die meisten Informanten war ich der Einzige, von dem sie gefragt wurden. Ich habe sogar mit den Polizisten gesprochen, die Tron verhaftet und verhrt hatten, als er eine selbst gebaute Telefonkarte benutzte. Ich habe mit Journalisten aus Israel gesprochen, die selbst dort recherchiert hatten. Mir wurden illegale Mitschnitte von Telefonaten mit bulgarischen und belgischen Hackern vorgespielt, in denen es um Tron ging.

Ich wurde von diversen Kleinkriminellen schriftlich und mndlich bedroht, unter anderem von einem Dr. Michael K., der in der Szene, die mit illegalen Chipkarten handelt, nicht ganz unbekannt war. Ich habe Leute dieser Sorte zum Teil selbst unter Druck gesetzt, weil ich davon ausgehen musste, dass es sich eventuell um einen Mord handelte, und ich nicht einsah, dass jemand aus Feigheit oder kommerziellem Interesse das Recht gehabt htte, mir Informationen vorzuenthalten.

Ich habe jede Tatsache, die ich im Buch behauptet habe, mindestens doppelt abgesichert. So konnte ich zum Beispiel die von Boris in einigen Gesprchen vor Zeugen selbst zugegebene Tatsache, dass er Legastheniker war, belegen, obwohl das die Angehrigen bestritten. Es gab keine rechtlichen Schritte gegen mein Buch, obwohl dass mehrfach vollmundig angekndigt wurde.

3. Zu Beginn meiner Recherchen habe ich dem Berliner CCC eine enge Zusammenarbeit angeboten, schriftlich und mndlich. Das wurde insbesondere von Andy Mller-Maguhn und Wau Holland abgelehnt. Holland schrieb mir per Mail wrtlich: "Von mir erfhrst du nur dann etwas, wenn Du Andys [Mller-Maguhns] Anweisungen respektierst. Repeat: Anweisungen." Jeder, der mich kennt, wird wissen, dass man mir so dumm nicht kommen kann. Ich habe mich deshalb an andere Mitglieder des CCC gewandt - und die Kooperation mit denen war uerst fruchtbar.

4. Folgendes ist unstrittig: Es wurde ein Obduktion angeordnet, weil ein Anfangsverdacht auf Fremdverschulden vorlag. Der obduzierende Rechtsmediziner war Prof. Markus A. Rothschild, ein schon damals international anerkannter Experte. Sein Befund wurde auch vom Direktor des Rechtsmedzinischen Instituts der FU Berlin besttigt. Wer von Mord ausgeht, muss zunchst voraussetzen, dass die Rechtsmediziner geirrt haben. Die Mord-Theoretiker mssen auch die Ermittlungen der 3. Mordkommisson in Berlin und ihren Leiter Klaus Ruckschnat der Schlamperei bezichtigen.
Tron
Auf Wikipedia heit es dazu ganz richtig:
"Ein Abschnitt im Artikel heisst "Ungeklrter Tod". Im Text steht dann: 'Das offizielle Ermittlungsergebnis lautet auf Suizid'. Die Todesursache ist also offiziell geklrt. Maguhns Spekulationen haben in einer Enzyklopdie nichts zu suchen. Es gibt wohl immer Personen, die Dinge bezweifeln, so auch den Tod von Elvis Presley und vieles andere. Es ist auch das gute Recht, dass diejenigen dies auf ihren eigenen Websites tun. Wikipedia, das eine Enzyklopdie sein will, darf aber nicht als Sprachrohr fr derartige Theorien dienen, die, wie im konkreten Fall, hchst spekulativ und sehr unwahrscheinlich sind. Weiters heisst es im Artikel 'da er unter ungeklrten Umstnden verstarb'. Nein, die Umstnde sind offiziell geklrt. Hier von ungeklrten Umstnden zu sprechen, bedeutet, fr jene Partei zu ergreifen, welche die offiziellen Ermittlungsergebnisse unter Angabe hanebcherner 'Indizien' bezweifeln."

5. Auch wenn man - rein theoretisch - annimmt, dass es sich um einen Mord handelt, msste man sich Gedanken ber mgliche Tter und deren Motive machen. Davon ist aber von den Vertretern der Verschwrungstheorien nichts, aber auch gar nichts geuert worden. Hingegen ist alles, womit sich Tron in den letzten Monaten seines Lebens "beruflich" beschftigte, relativ gut dokumentiert. Er hat niemandem geschadet, hatte keine Feinde - dazu war er auch nicht wichtig genug. Man muss es deutlich aussprechen: Zu jener Zeit war Boris unter den Pay-TV-Kartenhackern zwar einer der Fhigsten; die Summen, um die es ging, waren jedoch im groen Geschft irrelevant. Bisher hat noch niemand versucht, einen Gegenbeweis anzutreten. Fazit: Wenn es Tter gbe, dann hat bisher niemand auch nur die geringste Ahnung, in welchem Milieu und bei welcher Interessensgruppe die sich verbergen knnten.

6. Der Betreiber von tronland.net, der aus unerklrlichen Grnden nur anonym auftritt, hat Boris genausowenig persnlich gekannt wie ich. Ernsthaft recherchiert hat er aber nicht. Sein "Bild" des Toten speist sich fast ausschlielich von subjektiven Schilderungen der Angehrigen. Hier ein paar Zitate von meinen Interviewpartnern, in ungeordneter Reihenfolge, die zeigen, dass man eine Person nicht eindimensional sehen darf und kann. Jeder Satz stammt von einer anderen Person. Boris F. war "mimosenhaft", "wehleidig", "konnte Leuten nicht in die Augen sehen", "extrem schchtern" "hyperaktiv", "ein absoluter Fan von Horrorfilmen", "hat einmal versehentlich seine Festplatte formatiert". "Boris hat nie gesagt; Du bist mein Freund", "hat mit seinen Kontakten angegeben", "hat gern Kontakte als mysteris aufgebaut", "hat in seiner eigenen Welt gelebt". "Tron hatte einen sozialen Umgang wie ein 17jhriger", "war absolut zuverlssig und pnktlich." - "Wenn er etwas fertiggestellt hat, hat er es gleich an Freunde verschenkt". "Er fand beim CCC wohl nicht die Gesprchspartner, die er suchte." - "Er wurde in der Schule gehnselt. Alle dachten, er sei bld." - "Er war inhaltlich allen anderen berlegen, "Tron war ein genialer Einzelgnger." - "Von einer Freundin ist nichts bekannt, von homoseueller Orientierung auch nicht."

Die These, Tron sei eine "durch und durch normale Person" und gleichzeitig ein "Genie" gewesen und ein "ausgeglichener Mensch", wurden durch meine Recherchen weder in der einen noch in der anderen Hinsicht besttigt.

7. Tpisch fr das geheimnisvolle Geraune der Verschwrungstheoretiker ist, dass sie behaupten, es gebe "Spekulationen" ber etwas, das in Wahrheit schon lngst und eindeutig geklrt ist. Beispiel:
"Zu Spekulationen fhrte auch, dass im Nachlass von Tron Dokumente ber die Lieferung von unbekannten elektronischen Bauelementen seitens der Firma NDS gefunden wurde. NDS gehrt zum Besitz von Rupert Murdoch und beschftigt sich mit Pay-TV-Systemen." Wer spekulierte? Und worber genau? Die Bauelemente waren nicht unbekannt, sondern sie und ihr Zweck knnen ganz im Gegenteil exakt beschrieben werden. Boris hatte sie von einem namentlich bekannten Vertreter der Firma NDS zugesandt bekommen. Ich habe das schriftlich - und rgere mich jedes Mal auf's Neue ber die Wichtigtuerei und das eitle Gespeize, das auch dem obigen Zitat spricht.
Tron
8. Einer von seinen engsten Freunden sagte ber seine letzte Begegnung mit Tron wrtlich:
"Er war so glcklich, wie er sonst lange nicht mehr war. 'Die beste Lsung fr mich wre, die lassen mich alle in Ruhe', hat er gesagt. Er wollte zum Mythos werden."

Wolfram Dorrmann, Experte fr Suizprophylaxe, besttigte mir damals, dass Spekulationen von Auenstehenden darber, wie sich jemand fhle, meistens keinen Sinn ergben.
"Man kann bei manchen Suiziden so etwas wie eine Ruhe vor dem Sturm feststellen, was bedeutet, dass derjenige in den Tagen vor dem Suizid oft sehr gelassen (zum Teil aogar ausgelassen) erlebt wird - in den Berichten von Angehrigen oder Freunden. Mglicherweise ist das auch eine Folge der Entlastung, die durch die getroffene Entscheidung zunchst eintrifft."

Viele Menschen, die den Freitod whlen wollten, verhielten sich so, sagt Dorrmann, "damit sie ihre Entscheidung fr Andere nicht mehr moralisch rechtfertigen mssen." Das erklrt fr mich, warum Boris zwischen dem Verlassen der Wohnung und seinem Tod einige Tage verschwunden ist. Bewiesen ist damit nichts.

Ich habe in meinem Buch die Frage, ob es sich um einen Mord oder um einen Suizid handelt, bewusst nicht selbst beantwortet. Jeder, der willens ist, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen, muss sich selbst entscheiden. Die ffentliche Diskussion im Internet ist lngst so irrational geworden, dass Argumente nichts mehr ndern. Tron, so sagten einige meiner Gesprchspartner unabhngig voneinander, sei "von allen nur ausgenutzt" worden. Das ist leider so geblieben.

Nachtrag 11.01. Lesenswert der Beitrag zum Thema auf sewoma.de: "Das postmortale Persnlichkeitsrecht: Streit um Tron alias Boris F.".
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BURKS ONLINE 10.01.2006
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