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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 28.02.2005, 00:09 Antworten mit ZitatNach oben





Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155727. Februar 2005
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INDIANISCHE HISTORIA

(1) Prolog (Burkhard Schrder)
(2) Widmung (Hans Kiffhaber 1555)
(3) - berfall auf Lanzarote (Nikolaus Federmann 1532)
(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
DAS BILD DES TAGES
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Indianische Historia
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Indianische Historia (18) - Der Zorn der Rosse

Von Nikolaus Federmann

Schauplatz

Mit was Gefahr die Christen nach langem erlittenen Hunder den ersten Flecken dieser Nation, so der vergifteten Geschoss gegen ihre Feinde gebrauchen, mit Vorteil angriffen und durch ein hartes Scharmtzel ber sie obgesieget haben. Wie sie auch verursacht wurden, den zweiten Flecken anzurennen, in welchem sich die Einwohner aus Furcht des vergangenen Scharmtzels in ein Haus eingeschlossen, etlich Kleinodter von Gold, auch Essensspeis heraus in den Weg frgestellt, vermeinend sie damit zu vergngen und abzuweisen. Dieweil solchs aber die Christen zum Abzug nicht berwand, wurden sie zuletzt mit freundlichen und treffenden Worten zur allgemeinen Freundschaft und Ergebung beredet, daraus die ganze Nation zum Gehorsam verursacht worden ist. (2)

Von den Gefangenen aber, so fr mich kamen, liess ich sechs ledig, gab ihnen Schenkungen, sie ihren Herren zu bringen, befahl auch ihnen, wie andern Nationen zuvor auch, sie sollten was zu Friede dienet, ihnen sagen und anzeigen und auch ihre Caciques oder Herren zu mir kommen machen, denn ich ihnen ihre Gefangenen ledig geben wollte, unter denen zwen Principal oder Frnehme waren, deren einer sehr wund [verwundet] war, den ich verbinden und gut Tractament (1) oder Unterhaltung tun liess.

Also kam bis an den dritten Tag, nachdem ich die obgesagten Indios ledig gelassen, niemand, welches wir weder zu Gutem, noch Armen ihren Frnehmen wissten zuzurechnen. Etliche unter uns waren der Opinion oder Meinung, die umliegenden Indios versammleten sich, um uns zu berfallen und uns die Gefangnen mit Gewalt abzudringen. Andere aber vermeinten, es geschehe aus Furcht, welche ihnen durch gelittenen Schaden eingebildet sei, und sie getrauten sich nicht, besorgend, wie wrden die, die also, um die Gefangenen zu ledigen [befreien] und uns als Freunde zu huldigen kmen, auch fahen und ihnen nit Glauben halten. Denn wir niemand hatten, der unsern Gebrauch, so wir gegen die ben, die sich an uns ergeben, ihnen anzeigte und dem sie Glauben geben kundten.

Des dritten Tags an einem Morgen frh sendet' ich aber zwen Indios, auch vorgesagter Gestalt, um die Caciques oder Herren fr mich zu bringen und Goldihnen das Tractament oder Unterhaltung, das ihnen von uns, ob sie schon gefangen wren, geschehe, anzuzeigen, welches alles ich ihnen durch die India, so ich aus der Provinz Variquecemeto gebracht, sagen liess, die doch der Sprach der Cuybas nit berflssig gelehrt war, aber deren wir uns doch behelfen mussten, wiewohl es auch nicht wenig hinderte, teils der Sprach halber, deren sie nicht gebt war, und teils auch weil es ein Weib war, die nit beherzt war mit Tapferkeit, die wohl not war, ihnen das, was wir ihnen befohlen, mit tapferem Gemt zu sagen. Sie hatte auch vor denen als Widerwrtigen und Feinden ihrer Nation ein Entsetzen.

Als ich nun diese auch ausgesandt und gelediget hatte, ritt ich denselbigen Morgen mit zwlf zu Fuss und acht Pferden auf Gejagd, und begaben uns, den Hirschen nachzujagen; kamen dem Pueblo oder Flecken, daraus die Gefangenen waren, sehr nahe und ins Gesicht einer grossen Multitud oder Menge der Indios, Mit Weib und Kindern, auch mit Gewehr und Ungewehr (2), auf einer Hhe, so ob dem Flecken lieget. Bald liessen sie sich sehen, bald verbargen sie sich hinter ein Bhel (3), also dass wir nicht wussten, wozu es zu schtzen wre. Denn dieweil Weib und Kinder auch darunter, kundten wir sehen, dass es keine Kriegsversammlung war; vielmehr vermeinten wir, die aus dem Flecken erhben sich, den Pueblo zu verlassen und sich etwas abwegs in das Gebirge, wo sie nicht zu finden wren, zu verhausen [etwa: verstecken].

Demnach schicket ich mit Eile in das Lager nach der vorgesagten India, so ihnen gegenber unsere Dolmetschin war; und als die herzugebracht war, etwa um drei Uhr nachmittags, entschlossen wir uns den Pueblo oder Flecken uns zu nhern, also weit, dass wir einander reden hren kundten. Liess ich die Dolmetschin den Einwohnern zurufen, welche aber aus dem Pueblo oder Flecken keine Antwort gaben, also dass wir vermeinten, dass sie den Flecken depobliert und de gelassen htten.

Ritten also mit guter Gewahr und Hinterhut [Nachhut] von etlichen Leuten, die ich an Orte stellt, da sie die Hhe (darauf wir die Indios vormales gesehen) ersehen und uns, wenn sie sich wieder uns wollten etwas unterstehen, kundten warnen.

In diesem Pueblo oder Flecken funden wir aber niemand, bis wir beinahe in die Mitte des Fleckens kamen. Vor einem grosse Buhio (4) (also heissen ihre Huser) fanden wir, auf zweien Sthlen gelegt, etliche Kleinodter von Gold samt etlichen Hfen mit Speis und Wildpret, aber dabei sahen noch fanden wir niemanden.

Als aber die India (unsere Dolmetschin) den Buhio oder das Haus und die Tr desselbigen vermeinet, wie zuvor ander, aufzutun, fand sie die Tr Goldverriegelt und verschlossen und vernahm Leute darinnen, denen ich durch diese sagen liess, sie sollten herauskommen und mir huldigen und Freundschaft mit mir machen. Denn ich wre allein darum allda kommen und nicht, um ihnen Schaden zu tun.

Dessen wollten sie sich aber nit lang bereden lassen, antworteten heraus, wir sollten das Gold und anderes vor der Tr nehmen und ihnen ihre Gefangenen wiederschicken. Dargegen ich ihnen weiter sagen liess: Ich wre von Golds wegen nicht da, htte dessen selbst genug, auch ihnen Schenkungen hheren Werts gesandt, sie sollten sich willig herauszugehn begeben, ihnen sollte nicht Leids geschehen oder widerfahren. Wo sie aber solche nit tun wrden, wollte ich das Haus, darinnen sie sich verschlossen hielten, anzndenlassen und verbrennen, welches das arme Volk nicht besorgete; vermeinten als in einer Veste beschlossen sicher zu sein.

Also zuletzt taten sie die Tr auf, ging der Principal oder Frnehmst und hernach einer nach dem andern heraus, deren etwa Hundert waren, ein stark und freidig Volk, auch bei guter Wehr. Und als ich ihnen sagen liess, was sie darmit vermeinten, dass sie gedchten mir Widerstand zu tun, dieweil ich doch sie, ja ihrer ein ganzes Heer durch ein einzig Ross, so ich wieder sie schicket, mchtig genug wre um sie zu verderben, um so mehr, als ich der Ross der Menge htte.

Und da etliche unter uns auf den Rossen die Hirschen, so wir gefangen, hinter sich fhrten, liess ich ihnen sagen, wie trlich es sei zu glauben uns widerstehen zu knnen, da doch ein Hirsch bei all seiner Schnelle uns nicht entgehen knnte, und dass das Scharmtzel, das kurz zuvor mit ihnen gehalten sei, allein aus Zorn der Rosse geschehen wre, denen wir wegen ihres Ungehorsams und Zornes nicht ganz htten widerstehen knnen, sondern ihnen etwas wenigs htten willfahren mssen, ihnen ihren Willen zu lassen. Denn meine Meinung sei nicht gewest ihnen Leids zu tun, sondern friedlich mit ihnen zu handeln. Denn so ich es arg mit ihnen gemeint, wre ich mchtig gewest, sie alle zu verderben und keinen darvonkommen zu lassen; und machte mich nur trefflich mausig, ihnen eine Furcht einzustecken und doch ihnen einzubilden, dass wir's freundlich mit ihnen meinten.

Sie entschuldigten sich anfnglich; da sie uns nicht erkannt und auch nichts von uns gewusst, htten sie sich vor uns als vor solchen, von denen sie sich anders nichts, denn was Feinde zu tun pflegten, versahen, wehren wollen. Aber itzt nachdem sie meine Gesandten anders und, warum wir da wren, htten vernommen, wren sie auf dem Weg gewest uns heimzusuchen und sich auch an uns zu ergeben, denn die vergangegen Tage seien sie, weil sie ihre Abgestorbenen, so von uns erwrgt oder entleibet worden, zu begraben hatten, Goldverhindert. Und als sie uns itzt von fern kommen sahen, htten sie besorget, dass wir sie zu bekriegen kmen, darum sie ihr Weib und Kind in das Gebirge versendet htten und sich eingesperrt, sich vor dem ersten Anrennen zu sichern, bis wir ihre Meinung, sich als unsere Freunde an uns zu ergeben, friedlich von ihnen vernhmen.

Sie gaben mir auch das Gold, so ich, wie vorgesagt, auf den Sthlen vor dem Buhio oder Haus liegen fand, des ich mich ernstlich zu nehmen widersetzte, damit sie nicht dchten, dass wir daum kommen wren und uns mit vielem Golde begehrten zu beladen.

Also sandte ich einen Teil der ihren, befehlend, ihre Weiber und Kinder wieder in ihre Flecken und wie zuvor in ruhige Behausung zu bringen, darmit ich an ihrer ungeflschten Freundschaft nicht zweifelte. Die andern nahm ich mit mir, gab ihnen auch ihre Verwandten, so unsere Gefangenen waren, wieder, samt etlichen Schenkungen von Messern und glsernen Paternostern, so bei ihnen sehr hoch geacht sind, befahl ihnen auch die umliegenden Flecken ihrer Nation und Freunde zu mir kommen zu machen und auch dass sie sie beriefen, Friede mit mir zu besttigen.

[Fortsetzung folgt]


Abbildungen
Die Karte oben zeigt den Schauplatz des obigen Kapitels westlich von Acarigua, Venezuela. Bilder in der Mitte: Museo de Oro (Goldmuseum) in Bogot, Kolumbien.

Anmerkungen
(1) Altspanische Ableitung von lat. tractatio: Handhabung, Gebrauch
(2) Meint: mit und ohne Waffen.
(3) bhel: mittelhochdeutsch fr Hgel.
(4) Bohio: (arawak): Gemeinde- oder Versammlungshaus


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