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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 09.08.2005, 18:51 Antworten mit ZitatNach oben



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Alle Drogen freigeben?

Von Burkhard Schrder

BrainNatrlich fordert keine Partei in Deutschland etwas, das die Whler verschreckt. Die PDSWASG alias Linkspartei in Sachsen hat ihre Parteijugend wieder an die Kandare genommen. Keine Legalierung aller Drogen. Quod erat demonstrandum: Der Drogendiskurs in Deutschland wird bekanntlich nicht mit rationalen Argumenten gefhrt, sondern besteht ausschlielich aus calvinistisch geprgten moraltheologischen Textbausteinen. Und das schon seit dreiig Jahren. Wer hier etwas Sinnvolles fordert, erntet ein hnliches Medienecho wie jemand, der die Abschaffung der Kirchensteuer will: Man ist automatisch eine marginalisierte Randgruppe.

Die Schsische Zeitung schreibt: "Die PDS-Jugend hatte in vier Orten Diskussionen ber Drogenkonsum und selbstbestimmtes Leben geplant. In einer Pressemitteilung dazu hie es ausdrcklich, dass sich die drogenpolitischen Forderungen der Linkspartei.PDS-Jugend Sachsen keineswegs auf die Legalisierung von Cannabiskonsum reduzieren. 'Wir denken, dass jede und jeder fr den Konsum von Drogen kompetent gemacht werden sollte, hie es. Die Entscheidungen fr oder wider Drogenkonsum drften nicht durch Staat oder Wirtschaft reguliert, sondern sollten in die Hnde eines jeden selbst gelegt werden.'"

Diese Positionen ist klar, wahr, vernnftig und sollte jedem, der einen Rest gesunden Menschenverstands besitzt, sofort einleuchten. Aber wir sind in Deutschland. Der Pressesprecher der Linkspartei, Hendrik Thalheim, seines Zeichens ein Weichei, distanzierte sich sofort:
"Eine Freigabe harter Drogen entspricht nicht der Programmatik der Linkspartei.PDS."
Brain
Man knnte einfach vorschlagen: Whlt
APPD! Aber das glte nicht als seris. Deswegen mssen wir nachlegen. Auf der einschlgigen Website heit es: "Whrend der illegalisierte Cannabiskonsum erwiesenermaen nicht krperlich abhngig macht, sterben durch legale Drogen wie Nikotin oder Alkohol tausende von Menschen (laut Deutscher Hauptstelle fr Suchtfragen jhrlich 100 000 Tote durch den Konsum diverser Tabake und 42.000 Personen durch direkte bzw. indirekte Folgen des Alkoholkonsums)."

Zur Erheiterung sei auch die Position der kackbraunen Kameraden hier wiedergegeben, die in Gestalt von Holger Szymanski, dem Pressesprecher der NPD-Fraktion im Schsischen Landtag, verlautbart:

"Wir Nationaldemokraten werden weiterhin unsere konsequente Ablehnung einer Drogenlegalisierung deutlich machen und gleichzeitig auf die unverantwortliche Drogenpolitik der PDS hinweisen. Die Vergiftung unserer Jugend mit Heroin und anderen extrem gefhrlichen Rauschmitteln mu gestoppt werden. Wer alle Drogen freigeben will, hat seinen Verstand verloren!"


Es ist mig, die wohlwollende Leserin und den geneigten Leser darauf hinzuweisen, dass die Neonazi-Position zum Thema Die bhsen Drogenonkelz sich vom christsozialdemokratischen Standpunkt und dem des gesunden Volksempfindens berhaupt nicht unterscheidet.

Ich wiederhole mich ungern, weder hier noch beim DJV. Deshalb seien die letzten aller Drogenfragen anhand eines Zitates aus meinem Buch "Heroin - Sucht ohne Ausweg?" beantwortet - warum Drogen im protestantisch geprgten Spatkapitalismus verboten sind und warum "Sucht" etwas Bses und/oder eine Krankheit sei.

"Erst im 19. Jahrhundert beginnen einige rzte, von der Trunksucht als 'krankhaftem Zustand' zu sprechen, der nicht durch bloe moralische Ermahnungen zu heilen sei. Diese Vorstellung von 'Krankheit steht am Ende eines mehrere Jahrhunderte dauernden 'Prozesses der Zivilisation, den der Soziologe Norbert Elias beschrieben hat: Der Mensch im beginnenden brgerlichen Zeitalter nimmt sein Leben selbst in die Hand, er wird nicht, wie noch im Mittelalter, vom Schicksal heimgesucht, das er nicht beeinflussen kann. 'Sucht', verstanden als Krankheit, beruht damit auf eigener Verantwortung, oder - diese Idee entwickelt sich parallel - es liegt an den Substanzen: Drogen an sich machen schtig.

Im neuzeitlichen Mitteleuropa ist der Konsum von Drogen nicht, wie im Orient, in das soziale Leben integriert, er wird vom herrschenden Tugendkanon als abschreckendes Beispiel definiert, wie man es nicht machen soll. Selbstkontrolle und -disziplin gelten als unabdingbar fr die Stabilitt der sozialen Ordnung. Wer sich gehenlt und dem Rausch frnt, kann seine Arbeitskraft nicht mehr eigenverantwortlich auf dem Arbeitsmarkt verkaufen. Der franzsische Philosoph Michel Foucault hat die These aufgestellt, die Irrenanstalten - Vorlufer der heutigen psychiatrischen und Nervenkliniken -, die es erst in der modernen Gesellschaft gibt, htten zur Wiederherstellung der 'kollektiven Selbstdisziplin' gedient. Die Gesellschaft erklrt einige Verhaltensweisen fr 'normal' und 'ntzlich', andere fr verwerflich und krank. Vor diesen muss man sich schtzen, indem man die Betreffenden, die sich uneinsichtig verweigern, wegsperrt.
Brain
Diese Ideen waren doppelt sinnvoll: Zum einen entlasteten sie die 'Schtigen'. Die Alkohol- und spter die Morphin-Konsumenten konnten ihr von der etablierten Norm abweichendes Verhalten als 'Zwang' erklren, der irgendwo in ihrem Inneren hauste und den sie nicht ohne fremde Hilfe zu bekmpfen in der Lage waren. Der Ausschluss aus der Gesellschaft als 'Schtiger' bedeutete gleichzeitig die Wiedereingliederung 'als Kranker', um den man sich zu kmmern und den man zu rehabilitieren hatte. Zum anderen war die Idee einer 'Sucht' eine Erklrung fr diejenigen Schichten der Bevlkerung, die ihr abweichendes und unerwnschtes Begehren stndig in Schach halten muten: Wenn man die soziale Sicherung nicht schaffte, lag das an 'dunklen Trieben', die man noch nicht unter Kontrolle gebracht hatte, am 'krankhaften' Verlangen, das soziale Elend mit Drogen zu betuben.

Philanthropen und brgerliche Abstinenzapostel erklren Kriminalitt und Verelendung als Folge der moralischen Zerrttung durch den Rauschgiftkonsum und die 'Sucht'. Nicht der kontrollierte Umgang wird gefordert, sondern der Verzicht. Gerade in Deutschland und in den puritanisch geprgten USA fllt diese Idee auf fruchtbaren Boden. Da das Leben ohnehin ein Jammertal ist, wre der Rausch, der zumindest zeitweilig 'Abhilfe' schafft, geradezu eine Verhhnung der sittlichen Grundlagen. Jegliche Erinnerung an mgliche mentale Erfahrungen, die den mhsam erarbeiteten eigenen Verhaltenskodex in Frage stellen, soll getilgt werden. Nicht zufllig wettern heute ehemalige Theologen, die durch politische Wirrungen in verantwortliche Posten in der Drogenpolitik katapultiert wurden, gegen den 'Hedonismus', der drohe, wenn man im Krieg gegen die Drogen nur ein wenig nachlasse.

Diese Vorstellung von Sucht hat fatale Folgen. Ihre Definition beruht letztlich auf ethischen und moralischen Leitstzen, die in einer bestimmten Gesellschaft und nur in einer relativ sinnvoll sind. Niemand wei, warum Wasserbffel manchmal Mohnkapseln schlucken und danach orientierungslos herumtorkeln, warum Elefanten alkoholisch vergorene Frchte verzehren und regelrecht 'ausflippen', warum Katzen wild auf Katzenminze sind, Schafe sich vorstzlich mit Narrenkraut bedrhnen oder Rhesusaffen, wenn sie die Auswahl haben, Kokain bevorzugen und Heroin verschmhen. Die Sucht, der exzessive Konsum von Rauschdrogen, soll beim Menschen jedoch eine Krankheit sein. Man verweigert ihm die Droge, und ist das nicht konsequent mglich, wird er selbst so isoliert, da er nicht an sie herankommt. Nicht der mgliche Schaden fr das Individuum ist relevant, sondern der 'Schaden' fr die Gesellschaft. Der besteht darin, da die zwar nie reale, aber dafr um so mehr befrchtete massenhafte Verweigerung der 'ntzlichen' Ttigkeiten, eben der Arbeit, das System als solches in Frage stellen knnte. Das ist aber ein politisches, kein medizinisches Problem.
Brain
Sucht als Phnomen, das sowohl repressive staatliche Manahmen nach sich ziehen mu als auch nach therapeutischem Bemhen verlangt, taucht erst dann auf, wenn sich die Schtigen als soziale Randgruppe und/oder als subversive Subkultur im Bild der ffentlichkeit etabliert haben. Das hat mit der Realitt wenig zu tun, sondern dient den jeweiligen Interessen, das Verhltnis des Brgers zum Staat zu definieren. Die Vorstellung von 'Sucht' als Krankheit ist untrennbar verbunden mit der Unterdrckung von unerwnschtem Verhalten und von Minderheiten."

Und da die Linkspartei von der PDS abstammt, die wiederum von der SED, die wiederum die Erziehungsdiktatur und den Obrigkeitsstaat verkrperte, die wiederum exessiv deutsch sind, dass Kaiser Wilhelm seine wahre Freude daran gehabt htte, wundert uns gar nicht, dass rationale Argumente keine Chance haben.

Ceterum censeo (auch als Nichtraucher): Gebt das Hanf frei!.

Abbildungen: Sven Geier.


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BURKS ONLINE 09.08.05
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