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 Neues vom CCC: Oktopus oder Wal? Nchstes Thema anzeigen
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burks
Webmaster
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6762
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 04.07.2003, 00:31 Antworten mit ZitatNach oben

[Vermischtes.] An Chiles Kste wurde ein Ungeheuer angeschwemmt. Ob es eines ist, eine bisher unbekannte Tierart - ein Riesen-Oktopus etwa -, wei man noch nicht. Vielleicht ist es auch nur ein halb verwester Wal. Anstatt zu spekulieren, worum es sich handeln knnte oder Experten zu zitieren, die spekulieren, was das Ding sein knnte, interessieren sich die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser dieses kleinen Familienforums vermutlich fr die Fakten. Wo wurde die Meldung abgeschrieben? Wo kann man sich informieren? Wie knnte Online-Journalismus aussehen, wenn man ihn in deutschen Redaktionen ernst nhme?

Spiegel online und Reuters unterscheiden sich kaum. Gewhrsfrau ist "Elsa Cabrera, director of the Center for Cetacean Conservation in Santiago", auf deutsch: vom "Zentrum fr Walschutz". Wir sind es gewohnt, dass deutsche "Online"-Zeitungen keine Links setzen, weder zu Sekundr- noch zu Primrquellen. Alles muss man also selber machen. Das Original finden wir mit einer qualifizierten Boolschen Algebra schnell. Centro de Conservcion Cetacea abgekrzt: CCC. Dort ist auch die Original-Meldung vom ersten Juli mit Bildern des Ungetms: "Pulpo Gigante Vara en las Costas del Sur de Chile". Aber das reicht uns natrlich nicht: der Text ldt zur weiteren Recherche ein.

Die erste Hypothese sei gewesen, so eine vom CCC zitierte Tiermedizinerin, dass es sich um einen gigantischen Kalmar gehandelt habe, der sich vornehmlich von "Physeter macrocephalus" ernhre. Der Pottwal frisst also Oktopoden. Das wollen wir natrlich im Internet sehen: Philipp Colla hat Kraken fotografiert, denen die Tentakel abgebissen wurden. Die sehen dem Monster an der Kste ziemlich hnlich. An der Hypothese ist also etwas dran. Und wir lassen es uns nicht nehmen, uns auf der wunderbaren Wal-Website detacea.de ber die sonstige Gewohnheiten der Tierchen kurz zu informieren. Uns interessiert zudem der octopus giganteus. Von den zahlreichen Treffern empfehle ich Ihnen, wenn Sie ein wenig Schulfranzsisch knnen, unbedingt das Institut Virtuel de Cryptozoologie anzuschauen - das "Virtuelle Kryptozoologische Institut". Das glnzt mit einem ausfhrlichen Dossier ber den Riesen-Oktopus und einer genauso riesigen Literaturliste ber alle Geschichten und Fakten, die realen und fantastischen Meeresungeheuer betreffend.

Wen knnten wir noch fragen, wenn es zum Fall neue Informationen gbe? Journalisten sollten immer an der Quelle recherchieren und nicht einfach woanders abschreiben. "El extrao ejemplar de 12 metros de largo fue encontrado gracias a la alerta dada por la Capitana de Puerto de Maulln y las gestiones realizadas por el Departamento de Educacin de la Municipalidad de Los Muermos". Auch wer nicht spanisch versteht, kann die Ortsangaben entschlsseln. Der Strand mit dem undefinierbaren Fleischklo liegt nahe bei Puerto Montt. Die kleine Ortschaft Maulln, zu der offenbar der Strand gehrt, hat 2548 Einwohner, davon 963 Fischer. Leider keine nheren Angaben. Bei Muermos sieht es schon besser aus: Der Alcalde, also der Brgermeister, heisst Julian Gonzlez Reyes und hat die Telefonnummer 65 - 339338 [Google: "Vorwahl Chile" ergibt 0056].

Viel hbscher ist jedoch der Link zu Puerto Maullin. Ergebnis: Capitn de Puerto Maulln - vermutlich der Hafenkommandant - ist Leutnant Nelson Saavedra Inostroza, Telefon von Deutschland aus: 0056 65 451406, E-Mail: cpmaullin@directemar.cl. Die exakte Zeichenkette seine Namens ergibt sogar ein Bild. Wir mssen uns nur entscheiden, welcher der drei Herren der Leutnant ist. Also sofort anrufen oder eine unverschlsselte Mail zum Hafen von Puerto Maullin schicken, in dessen Zustndigkeit der Riesen-Oktopus fllt.

brigens: Spiegel online schreibt: "Die chilenischen Forscher planen deshalb, Gewebeproben zur Untersuchung ins Ausland zu schicken." Geht es nicht ein bisschen genauer? Nach Paris soll das Ungeheuer reisen. Diese Information einfach von ananova.com (Bristol, United Kingdom) abzuschreiben htte sogar ich erlaubt.

04.07.2003
BurkS

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