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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 09.12.2004, 12:07 Antworten mit ZitatNach oben




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Aktuell09. Dezember 2004
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PISA II: DEUTSCHE SCHLER HABEN WENIG AHNUNG VON COMPUTERN

Schule macht dmmer

Von Burkhard Schrder

PisaDas Pisa-Konsortium Deutschland hat ihre zweite Studie vorgestellt. Unter Federfhrung der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) wurden von Schler in 31 Staaten getestet, wie gut sie fr die "Herausforderungen der Wissensgesellschaft" gerstet sind.

Die erste Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 hatte den deutschen Schlern bescheinigt, im internationalen Vergleich nur unteres Mittelma zu sein. Die Autoren der aktuellen Untersuchung betonen, dass nichts dagegen sprche, die beiden Studien miteinander zu vergleichen. Fazit: in einigen Bereichen wie Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften sind die Deutschen ein wenig besser geworden, in anderen schlecht geblieben. Der Abstand zu den Spitzenreitern ist jedoch riesig: In Hongkong, Sdkorea und Finnland sind die Schler im Fach Mathematik den Deutschen mehr als ein Schuljahr voraus.

Die deutsche Schule ist wie bisher eine Klassenschule - Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben weniger Chancen als in anderen Lndern. Die Risikogruppe umfasst rund ein Fnftel alle Schler - und deren Leistungen drcken den Durchschnitt krftig nach unten. Besonders benachteiligt sind Immigranten-Kinder. Der Pisa-Forscher Manfred Prenzel sagte auf der Pressekonferenz am 6. Dezember: es gebe eine "krasse Koppelung zwischen Herkunft und sozialer Kompetenz". Das ist in den anderen Staaten der OECD - auer Belgien und Ungarn - nicht so wie in Deutschland. Nicht der "Migrationshintergrund" als solcher ist entscheidend fr die Leistungen, sondern die Tatsache, dass Migranten in Deutschland strker benachteiligt sind. Nur in Portugal hat man als Kind von hbsche KolleginEinwanderern noch weniger Chancen.

Die PISA-Studie II umfasst 416 Seiten - man kann kaum erwarten, dass das jemand liest. In den Medien tobt daher die Schlacht um die Luft- und Deutungshoheit. Gertrud Hhler macht im Magazin Focus die Rechtschreibreform und die "Funktionrswirtschaft" fr die miserablen Ergebnisse verantwortlich. Die "Berliner Morgenpost" lsst Experten zu Wort kommen, die das deutsche Schulsystem in Frage stellen. Die "Neue Zrcher Zeitung" wie auch die PISA-Studie selbst weisen aber darauf hin, dass keine direkten Schlsse mglich sind, welche Schulart welche Bildung oder nicht ergbe. Jeder sagt offenbar, was er oder sie schon immer gesagt hat, ganz gleich, was im voluminsen Pisa-Band steht. Manfred Prenzen beklagt im Tagesspiegel:
"Es schockiert mich schon ein bisschen, wenn die gleichen Journalisten, die die mangelhaften Lesekompetenzen der Schler anprangern, nicht in der Lage sind, die Pisa-Tabellen richtig zu lesen." (Prenzel meint natrlich nicht die gleichen, sondern dieselben - aber man kann nicht alles haben.)

Auergewhnlich schlecht sind deutsche Schlerinnen und Schler, wenn es um Computer und das Internet geht. Wer das Kleingedruckte liest, muss anhand der Fakten und Statistiken zugeben: nicht die Schler, sondern die Schule und die Art des Unterrichts sind daran schuld, dass in Deutschland zwar ein "berdurchschnittliches Interesse", jedoch bei vielen Schlern eine im internationalen Vergleich "unterdurchschnittliche Vertrautheit" mit den neuen Medien zu beobachten ist.

Die Pisa-Forscher haben die Computer-Nutzer in vier Gruppen unterteilt: die Enthusiasten, die Pragmatiker, die Freizeitnutzer und die unerfahrenen Computer-Nutzer. Deren Lernfhigkeiten und Wissen wurden mit dem Verfahren der Latent-Class-Analyse getestet. "Nutzung" des Computers bedeutet u.a.: Programme fr Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sowie Lernprogramme zu benutzen, aber auch Musik aus dem Internet herunterzuladen und Strategiespiele. Die Enthusiasten umfassen laut der Pisa-Studien II mehr als die Hfte als Nutzertypen, die Pragmatiker rund ein Viertel, die Freizeitnutzer 15 und die Unerfahrenen knapp zehn Prozent. Die beiden letzten Kategorien sind "potenzielle Risikogruppen":
"Wahrend es den Pragmatikern offensichtlich an Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien mangelt, gelingt es den Freizeitnutzern nicht, ihre Motivation und Fertigkeiten in schul- und programmbezogene Computeraktivitten umzusetzen."(S. 185) Unterschiede zwischen Mdchen und Jungen sind statistisch nicht signifikant.
Pisa
Im Gegensatz zu englischsprachigen und den skandinavischen Lndern stellen die Forscher "deutliche Rckstnde" der deutschen Schlerschaft fest:
"Deutschland gehrt (zusammen mit Belgien, Korea und der Schweiz) zu den Lndern, in denen eine regelmige Computernutzung am wenigsten verbreitet ist und in denen der Anteil der Schlerschaft, die der Schule eine wichtige Rolle beim Erwerb computerbezogener Kenntnisse zuschreibt, am geringsten ist."

Ein Fnftel der 15-Jhrigen habe "so gut wie keinen Idee darber entwickelt, fr welche Zwecke und wie man einen Computer angemessen nutzen knnte. Mangelnde Zugangsmglichkeiten spielen "keine Rolle." Medienkompetenz entwickelt sich also nicht automatisch dann, wenn ein Computer vorhanden ist, sondern nur, wenn man man in der Lage ist, das Medium richtig anzuwenden. Die Pisa-Studie sieht daher schwarz: die Risikiogruppe, also die Freizeitnutzer und die Unerfahrenen, habe erhebliche Nachteile im Berufsleben zu befrchten. Die Studie kann sich sogar einen Seitenhieb gegen die Schule und die Lehrer nicht verkneifen:
"Schlerinnen und Schler, die ihre Computerkenntnisse vornehmlich in der Schule erwerben, weisen gegenber den Gruppen, die diese andersorts erwerben, einen deutlichen Kompetenzrckstand auf und gehren weit berdurchschnittlich hufig der Gruppe der Unerfahrenen an."(S. 189)

In der Schule sollen wir fr's Leben lernen. Wenn es so bleibt, lernen Schler jedoch zu Hause am eigenen Rechner offensichtlich besser, mit Computern und dem Internet umzugehen.

Wie machen es andere Lnder (besser)? Spiegel online berichtet ber das klassische Einwanderungsland Kanada, "das schon 2000 auftrumpfte und diesmal insgesamt auf dem fnften Platz landete", dort gebe es
ein integriertes Schulsystem. Die Kinder werden mit sechs Jahren eingeschult und besuchen bis zur zwlften Jahrgangsstufe eine Gesamtschule. Eine interne Differenzierung in unterschiedliche Bildungsgnge findet erst ab der zehnten Klasse statt, indem die Schler auf hochschulvorbereitende oder
berufsbildende Bildungsgnge verteilt werden."

Pisa
Viele kanadischen Stdte sind fr deutsche Verhltnisse der Inbegriff des Multikulti, aber anders, als sich die hiesigen "Auslnderbeauftragten" das vorstellen knnen. Omid Nouripour, Mitglied des Bundesvorstands der Grnen, schreibt auf seiner Website:
"Zwei unterschiedliche Anstze verfolgen die klassischen Einwanderungslnder USA und Kanada. Im Schmelztiegel ("melting pot") der Vereinigten Staaten bernehmen die Zuwanderer den "American way of life", sobald sie ihren Fu auf US-Boden setzen. Kanada mchte dagegen ein Mosaik ("cultural mosaic"). Dort geht man davon aus, dass die Nation strker wird, wenn die Einwanderer ihre kulturelle Vielfalt mitbringen und alle Kanadier von ihnen lernen knnen."

Integration der Einwanderer - ohne Leitkultur und ohne Assimilationszwang - ist offenbar das beste Rezept, kluge Schler zu produzieren. "Multikulti" nach deutschem Rezept - Folklore ohne politische Integration - ist allerdings Unfug und fhrt zu den Ergebnissen der aktuelle Pisa-Studie.

Dieser Artikel erschien in andere Form am 09.12.2004 bei Telepolis, dem einzigen deutschen Online-Magazin, das diesen Namen verdient (auer spiggel.de natrlich). Die Foto zeigen die Pressekonferenz am 06.12. im Haus des Bundesrats.


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BURKS ONLINE 09.12.04
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