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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 12.01.2004, 23:40 Antworten mit ZitatNach oben



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KINDERPORNOGRAFIE IM INTERNET

Ein Prozent Zuwachs

Von Burkhard Schrder

Kinderpornografie - ein ekliges Thema. Und das Internet ist schuld, dass es davon mehr gibt. Das behaupten die blichen Verdchtigen. Ich erwarte aber, dass Journalisten die Quellen fr ihre Aussagen berprfen. Eine Organisation "renommiert" zu nennen, ohne zu verraten, warum das so sei, ist nicht seris. Und jemand ist nicht automatisch "Experte", nur weil er angeblich Kinder "schtzt".

Die These der NCH, formerly known as the National Children's Home: je mehr kinderpornografische Darstellungen, um so mehr gbe es Kindermissbrauch. Das behauptet ihr "Internet-Experte" John Carr. Jeder normale Mensch wird stutzen. Wenn diese Medientheorie stimmte, msste ebenso die These zutreffen: je mehr Gewaltdarstellungen per Internet ins Haus kommen, um so mehr Gewalt gibt es.

Beim Thema Kinderpornografie im Internet jedoch fliegen rationale Argumentation und journalistisches Tugenden meistens sofort ber Bord. Die Behauptungen Carrs sind reine Lobbyarbeit und haben mit der Realitt nichts zu tun. Telepolis berichtet im Artikel "Spitze des Eisbergs" vorsichtig, verzichtet aber darauf, die ominse Organisation einzuordnen und deren Motive zu nennen. Spiegel online zitiert den groben Unfug, denn Carr absondert, wrtlich: "Das Internet hat das alles verndert. Menschen, die ein unterdrcktes oder nur latent vorhandenes Interesse an Kinderpornografie hatten, haben jetzt eine Plattform dafr, weil sie denken, das Internet wre anonym." Wer denkt, das Internet, was auch immer damit gemeint ist, sei "anonym"? Und woher wei der so genannten Experte das?

Worum es geht, wird nach kurzer Recherche deutlich. Die NHC ist eine Organisation, die 1869 von methodistischen Geistlichen gegrndet wurde und ist dementsprechend weltanschaulich in der freikirchlichen, ja fundamentalistischen Ecke angesiedelt. Eine Organisation also, die im letzten Jahrhundert vermutlich Heime fr gefallene Mdchen errichtet hat oder hndliches. Die NCH propagiert heute den Einsatz von Filtern im Internet, also von technischen statt pdagogischen Lsungen. Nicht die Eltern, sondern die Industrie soll ideologische Duftmarken setzen und die Kinder erziehen - ein grausiger Gedanke.

Die Website von ChildLine spricht das offen aus: "NCH's Internet Consultant John Carr explained: "Parents buy their children computers with Internet access because they know they are essential for their education, as well as for fun and games. Unfortunately many parents remain completely at sea when it comes to the Internet. Children need help and advice if they are to use the Internet wisely and safely. We believe this should come not only from parents and teachers, but also from the companies selling the technology. The children's charities are looking to companies who market computers for educational and family use to pre-install safety software."

Der "Report", der bestimmt wieder als Sau durch die Medien gejagt wird und den die hiesigen Jugendschutzwarte und Zensur-Freunde dankbar begrssen werden, dient dazu zu fordern, der Polizei noch mehr Befugnisse zu geben, die Nutzer des Internet zu berwachen. So schreibt es Carr im Guardian. Mit einem wirklichen Kampf gegen Kindesmissbrauch hat die hysterische und zynische Attitude, die Botschaft fr die Realitt verantwortlich zu machen, nichts zu tun. Ein Prozent Zuwachs, 50 Prozent oder lcherliche 1500 Prozent - was will uns der Knstler damit sagen?

Diese "Jugend-" und "Kinderschtzer" erinnern an den Perserknig Xerxes I.. Der lie von seinen Soldaten das Meer auspeitschen, weil seine Flotte in der Seeschlacht von Salamis vernichtend geschlagen wurde. Das Internet ist an gar nichts schuld. Ganz im Gegenteil. Es zwingt uns, die Realitt zur Kenntnis zu nehmen. Und das ist auch gut so. Aber was rede und schreibe ich pdagogisch wertvoll... Jugendschutzwarte sind in der Regel genau so belehrungsresistent wie Verehrer hherer Wesen. Man sollte seine kostbare Lebenszeit nicht mit ihnen und ihren merkwrdigen Ergssen verschwenden.



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BURKS ONLINE 12.01.2004
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