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 [Latinoblog 26 Peru 1] Die Strae der Inkas Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 19.01.2005, 02:15 Antworten mit ZitatNach oben





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LATINOBLOG 26: PERU 1

Die Strae der Inkas

Von Burkhard Schrder

Rio Urubamba

Der "Incatrail" oder auch Camino de los Incas hiee in den europischen Alpen "Httenwanderung". Nur sind die Htten Ruinen und knapp tausend Jahre alt, und der Weg durch alle Vegetationszonen fhrt ber Psse bis zu 4200 Meter Hhe, umsumt von schneebedeckten Fnftausendern. ber die rund einwchige Wanderung in die Inkastadt Machu Picchu nur ein paar Zeilen schreiben zu wollen, im Rahmen eines Weblogs, ist ein literarisches Sakrileg, als handelte man die erste Landung auf dem Mond mit einem Dutzend Worten ab. Fr den stilsicheren Gringo, der durch Peru reist, ist der Inkatrail Pflicht, zumal die normalen Reisenden durch das Tal des Rio Urubama (Foto oben) mit dem Zug fahren, um dann per Bus ber endlose Serpentinen die sieben Kilometer nach oben zur Ruinenstadt transportiert zu werden.

Fr den gestandenen Globetrotter ist es daher eine Frage der Ehre, den ganzen Weg zu Fu zu "machen". Zelt, Lebensmittel fr eine Woche und Kochgeschirr sind gesetzt. In Cuzco, dem Ausgangspunkt, haben sich zahlreiche Einheimische darauf spezialisiert, die Gringos mit dem Notwendigen auszursten. Die Hardcore-Fraktion und Elite der Globetrotter, zu der ich mich selbstverstndlich zhl(t)e, hatte ohnehin immer den Survival-Set in Griffnhe. Mit anderen Worten: der Inkatrail ist nichts fr Weicheier, selbst wenn ein Idiot, wie beobachtet, auf die Idee kommt, die spanischen Konquistadoren nachzuahmen und einheimische Bauern mietet, um seinen Rucksack tragen zu lassen. Auch ohne Gepck lassen einen die Hhe und der Weg an die krperlichen Grenzen kommen.

Wodurch unterscheidet sich die "Elite" von gewhnlichen Reisenden? Falls ein deutsches Lehrerehepaar, braun gebrannt und gut gelaunt und "die Anden in vier Wochen" auf dem Programm fragt: "wie lange seid ihr denn schon unterwegs?" Dann lautet die coole Antwort: "Fnf Monate, glaube ich. Wir kommen gerade aus dem bolivianischen Pando-Dschungel." Das ist kaum zu toppen. Karte IncatrailUnd wenn das noch nicht geholfen htte, hatten wir noch drei Wochen im Guerillagebiet in Ost-Kolumbien zu bieten. Oder den 40-Kilometer-Fumarsch durch die Salzwste im Westen Boliviens, die "Salar de Uyuni", nach Chipaya (dazu in einem spteren Latinoblog). Das ist - nach der Durchquerung des Darien Gap - eine der abenteuerlichsten Touren in ganz Lateinamerika, off the beaten track. Und ein unvergessliches Erlebnis wie der Camino de los Incas.

ber die Tour und die Inka-Ruinen informieren zahllose Websites. Die geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser mgen sich selbst informieren. Ich bin zwei Mal ber den Inkatrail marschiert, im Januar 1979 und im Juli 1984 - bei der letzteren Version zu Fu von Ollantaytambo aus (auch hierzu ein spteres Latinoblog). Diese Notizen nur zur Erinnerung fr an das zweite Mal und fr mich.

Tagebuch Juli 1984, Auszug, geschrieben whrend des Marsches. "Wir kreuzen den Fluss bei Chilca. Der Pfad fhrt im Tal auf und ab. Gegen Nachmittag immer steiler und anstrengender, die Riemen des Rucksacks schneiden ins Fleisch, die Arme werden gefhllos. Nach Llaqtapata ein wahnsinniger Abstieg. Wir pausieren alle paar Minuten, weil unsere Beine zittern. Endlich, auf einer Anhhe, die Stadt - es ziehen schon finstere Wolken auf. Wir quartieren uns im Turm ein. Aus das Zelt gerade aufgebaut ist, fngt es an zu schtten. Wir genieen die heie Suppe und die Schokolade. Die Kerze beleuchtet die Innenwnde, unsere Schatten flackern riesengro umher. Wir sind allein in der Nacht.

Vor Sonnenaufgang das Tal hindurch, den schneebedeckten Chuyuncu im Blick. Der erste Pass schliet das Tal wie eine Staumauer ab, links eine tiefe und unpassierbare Schlucht. vorbei an den Htten von Wayllabamba. Es gibt oben nur einen Platz fr ein paar Zelte, genannt "Tres Piedras", die "drei Steine". Noch ein anderer Gringo, ein verrckter Kalifornier, der vor einigen Wochen ein paar Sechstausender bestiegen hat und zudem noch Marathonlufer ist. Kein Wunder, dass der weniger keucht als wir...." Der nchste und hchste Pass heisst "Warmiwausca" - "Wo die Frau stirbt".

LlaqtaptaLlaqtaptaWayllabamba></A></td></tr></table><br><table border=
WarmiwanuscaConchamarcaWayllabamba

Winay WaynaWinay WaynaMachu Picchu
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Belanglos. Ich habe mir beide Reisetagebcher vorgenommen, aber nichts gefunden, was auch nur annhernd meiner Erinnerung gleicht. Auf knapp 4000 Metern wusch meine Begleiterin ihr T-Shirt in einem Bach, am Morgen hing es gefroren ber dem Zelt. Fnf Nchte (oder waren es sechs?) in geheimnisumwitterten Ruinenstdten, zumeist ganz allein. Die Bder und Wasserleitungen in den Gemuern, noch aus der Inkazeit, sind intakt. Steinerne Stufen merkieren den Pfad: die Inkas kannten das Rad nicht - dann kann man eine Strae auch fast schnurgerade bauen, ungeachtet, ob es steil bergauf Karte Incatrailoder bergab geht. Wie das beschreiben? Die wilde Bergwelt, garniert mit tropischem Dschungel? Warum nicht einen anderen Gringo zitieren? " Am Fels klebt die Inka-Siedlung Sayaqmarka und blickt ber eine bewaldete Schlucht auf ferne Hhen. Halsbrecherisch fhrt ein Steig hinab. Tropische Dschungelpflanzen berwuchern den Pfad, Orchideen leuchten aus tiefem Grn. Zwei Inka-Tunnel verschlucken uns Trekker und spucken uns auf der anderen Seite wieder aus. Zum Lunch rasten wir auf der Hhe ber dem Inka-Dorf Phuyupatamarka. Reste des Tempels auf dem Hgel, Brgerhuser, Maisterrassen und dazwischen Leitungen fr Frischwasser, fr Abwasser und zur Bewsserung der Felder. In der Ferne blitzt die Sonne auf dem ewigen Eis der Andengipfel."

Und dann, nur wenige Stunden Fumarsch vor Machu Picchu entfernt, Winay Wayna: das ist Quechua und bedeutet "Ewige Jugend". Wir bernachteten in einem Sller, direkt unter uns ging es 800 Meter steil hinab. Das obere Foto ist von dort aufgenommen worden.

Vorfreude - wenn man wei, was einen erwartet, ist das Gefhl noch strker, fast Sehnsucht. Nach wenigen Stunden wieder ein schmaler Pass. Oben das Sonnentor - "inti punktu". Wer danach googelt, findet immer wieder die gleichen Metaphern: "ein berwltigender Anblick", "der schnste Moment der Reise", "unvergesslich". Wohl wahr. Wenn Worte fehlen, sollte der Ehrgeiz des Schriftstellers einsetzen, diesen Missstand zu beheben. Aber dazu muss ich zunchst die Fotos einscannen, um mich korrekt erinnern zu knnen. Tinkunanchikkama!


Fotos von links nach rechts: Llaqtapata (1+2) ("Stadt am Hgel"). Phuyupatamarka ("Die von Wolken bedeckte Stadt"). 2. Reihe: Bei Sayaqmarka ("Die Stadt, die man nicht erobern kann"). Bild 6,7,8: Winay Wayna. Bild 9: Machu Picchu im letzten Licht des Tages.

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BURKS ONLINE 19.01.2005
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