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 [Latinoblog 21 - Kolumbien 2] Das Cucaracha-Massaker Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6761
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 28.01.2004, 23:25 Antworten mit ZitatNach oben




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LATINOBLOG 21 - Kolumbien 2

Das Cucaracha-Massaker

Von Burkhard Schrder

Fortsetzung von [Latinoblog 20 - Kolumbien 1]: Dschungelfieber

Kann man sich in einem Maisfeld verlaufen, das pltzlich mitten im Dschungel auftaucht? Ja, man kann. Vorausgesetzt, man ist nicht so gro wie ein Basketballspieler, der ganz besonders gro ist. Der knnte vielleicht sehen, wo die Sonne steht. Die wre ein Punkt, an dem man sich orientieren knnte. Mais hat die unangenehme Eigenschaft, gern ber zweieinhalb Meter hoch zu wachsen. Gut fr die Bauern, schlecht fr die Wanderer zwischendrin.


Kolumbien

Sierra de la Macarena, im Sdosten Kolumbiens, Januar 1982.

In diesem Fall liefen wir eine halbe Stunde umher, weil sich der Pfad zwischen den Pflanzen verlor. Ich htte das Grnzeug auch mit der Machete quadratmeterweise in Stcke hauen knnen, aber das htte uns bei den Eigentmern der vereinzelten Fincas vermutlich sehr unbeliebt gemacht. [Bild o. 3.v.l.] Endlich fanden wir den Weg wieder. Und dort hockte ein Tier [Bild o. 2.v.l.], von dem ich bis heute nicht wei, um welche Art es sich handelte. Es hnelte einer Ratte, war aber grer und hatte eine Schnauze wie ein Igel. Es schien in einer Art Koma zu liegen, denn es machte nur zaghafte Anstalten zu fliehen. Als htte es ein Schlangenbiss nur betubt. Acht Stunden spter, auf dem Rckweg, sa es immer noch da. Irgendwann wird es verendet sein.

Ameisen, Ameisen, Ameisen - die wahren Herren des Urwaldes. Vor allem die Blattschneiderameisen (Atta colombica): die lieben Tierchen verputzen die Bltter eines ganzen Baumes in kurzer Zeit. Futter fr ihre Pilzzuchten. Kaum ein Blatt, das dem nicht Stcke fehlen, suberlich herausgeschnitten. [Bild o.l.] Die strahlend schnen Orchideen und anderen Blumen lassen sie offenbar in Ruhe.
Kolumbien
Immer wieder Flusslufe, die die Eben durchziehen wie ein Spinnennetz. In der Regenzeit wre vermutlich die gesamte Gegend fr Fugnger unpassierbar. [Bild u. 2.v.l.] Gegen Mittag: wieder eine Htte. Eine Frau beugt uns misstrauisch, als tauchte ein Otavaleno aus Ecuador im bayerischen Wald auf. Was wir denn in Gottes Namen suchten? Wasser zuallererst - es sind mindestens vierzig Grad im Schatten. Das ist eine einfach zu lsendes Problem: wir sollten zum bao gehen. Das "Bad" sei nicht weit entfernt. Sie zeigt mit der Hand den Weg entlang.

Zuerst hren, dann sehen wir den Wasserfall. Er strzt sich rund fnfzig Meter in die Tiefe, quer ber das Tal. Ein sehr schnes Badezimmer haben die Leute hier. Man kann nur sitzen und staunen und sich erfrischen. Das Rauschen bertnt die Stimmen. Ein Paradies mitten im Dschungel. Eine Art Badezimmertr gibt es auch - ein umgestrzter Baumriese versperrt den Weg. Man muss klettern oder sich unten hindurchquetschen. Ein ungutes Gefhl ist garantiert: wenn der Stamm pltzlich verrutschte, wre jeder platt wie eine Flunder.

Wovon die Siedler leben, ist unklar. In der Sierra de la Macarena sind Drogenlabore versteckt. Und die Herren narcotraficantes stren Gesetze kologischer Art wenig. Robet Mykle schreibt: "Why is the Sierra de la Macarena so important? The Macarena is the convergence point of six major ecological and geological forces, each exerting its own unique pressure on the local flora and fauna. The end result is a high rate of mutation. The Sierra de la Macarena has Kolumbienbeen called a biological hothouse. And this biological hothouse is on fire. The Sierra de la Macarena is in danger of being burnt away. This singular world with a huge warehouse of biodiversity waiting to be unlocked is about to be lost forever." Auf einer kolumbianischen Website habe ich brigens die einzige Luftaufnahme der Sierra gefunden...

Zeit fr den Rckmarsch - wieder ein Nacht in dem kleinen Weiler aus drei Husern. Er kommt uns schon vertraut vor. Am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, versagt der Coleman-Ofen seinen Dienst. Das ist ungewhnlich. Schwarzer Rauch quillt aus der Brennkammer, und es brutzelt, als lge ein Ei in der Pfanne. Also zerlegen. Frhstck im Urwald ohne Kaffee geht einfach nicht. Oder ist das Benzin zu schlecht? Der Ofen kam schon einmal an die Grenzen seiner Mglichkeiten, als er im Hochland von Peru, auf ca. 5000 Meter Hhe, Benzin verbrennen sollte, das eine so niedrige Oktanzahl hatte, dass kein europisches Auto auch nur einen Meter damit gefahren wre. Das Gert spotzte und rchelte damals, als litte es an Asthma. Aber die Suppe wurde hei.

Schweizer Messer, Schraubenzieher - und da haben wir die Bescherung. Ein paar Dutzend gerstete Cucarachas, die gemeine (im moralischen Sinn) Schabe der kolumbianischen Urwaldart. Das kommt davon, wenn man im Dunkeln ein warmes Pltzchen sucht, nachdem man den Gringos das letzte Brot angeknabbert hat, und sich dazu ausgerechnet die Brennkammer eines Benzinofens aussucht. Schaben passen berall hinein. Aber Feuer halten sie nicht gut aus, weil es die Beinchen und Fhlerchen wegbrennt und den Chitin-Panzer ankokelt. Vielleicht spren die geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser eine gewisse Schadenfreude des Autors, whrend er das Cucaracha-Massaker beschreibt.... Wobei anzumerken wre, dass der Autor auch bekennender VerganerInnen-Hasser ist.
Kolumbien
Am Nachmittag des dritten Tages verbreitert sich der Weg wieder [Bild u. 3.v.l.] - wir nhern uns der "Zivilisation". Die ersten Maultiere samt Treibern tauchen auf. Eines der armen Geschpfe, die Lasten tragen, ist auf dem Weg zusammenge-
brochen. Der Mensch entfacht ein Feuer unter seiner Nase, und es stemmt sich sthend wieder in die Hhe...Mit Schlgen gibt man sich hier gar nicht erst ab. Die sind Mensch und Tier vermutlich gewhnt.

Die Furt im Fluss - "unser" Dorf ist schon in Sichtweite. Jetzt wieder ein "romantisches" Ritual: Nach drei Tagen im Dschungel schnallt der Mann von Welt seine Machete natrlich nicht ab, sondern stiefelt in die Dorfkneipe, schiebt den "Stetson" in den Nacken, der hier nur ein Strohhut ist, den alle Mnner tragen, und sagt ganz cool: Caballero, seria tan amable de servirme una cervecita, por favor! Seien sie doch so liebenswrdig und schieben Sie mir ein Bierchen rber!



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