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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 13.02.2004, 19:34 Antworten mit ZitatNach oben



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Der wilde Fluss

Von Burkhard Schrder

TumacoAm Pazifik, im Sdosten Kolumbiens, Februar 1979.

Die gefhrlichsten Tage meines Lebens habe ich verbracht, ohne davon zu wissen, dass ich beinahe htte umkommen knnen. Wir machten Station in Pasto. Was war die interessanteste Route nach Ecuador? Warum nicht an den Pazifik, nach Tumaco, und dort per Fischerboot - oder sonstwie - die Kste entlang nach Sden?

Wir nahmen einen klapprigen Nachtbus. Kurz nach Sonnenaufgang erreichten wir die Kste: eine hllische Hitze schlgt uns entgegen. Tumaco liegt auf mehreren kleinen Inseln, die meisten Huser sind auf hlzernen Stelzen gebaut.

Aus meinem Reisetagebuch:
"Ein dreckiges Nest, jede Menge Hafenbars der untersten Kategorie. Nur Schwarze. Aber aus jedem Radio schallt gute Musik [Bahia Pacifico, 3 Mb] Ich muss zur Toilette, es gibt keine. Es spricht sich schnell herum, dass zwei Gringos nach Ecuador wollen. Wir fallen auf wie Zebras in einem Pferdestall. Nach einer halben Stunde kommt das erste Angebot - angeblich ein Fischer. Ein paar Jungen laufen in unserem Auftrag herum und holen andere Offerten ein. Das senkt den Preis um zwei Drittel. Man bringt uns zur DAS, der "Drogen-" oder auch Geheimpolizei Departamentos Admistrativo de Seguridad. Finstere Kerle, und vermutlich arbeiteten sie mit den Paramilitrs zusammen. TumacoWir quatschen mit den Burschen eine Weile, weil der chefe nicht da ist, vielleicht schlft er noch - es ist erst sechs Uhr. Einer der Geheimpolizisten versucht, meinen Rucksack in die Luft zu stemmen, scheitert aber klglich. Die anderen wollen sich nicht lumpen lassen, aber die 25 Kilo sind einfach zu viel fr sie. Wir mssen alle lachen. Das entspannt die Situation. Endlich kriegen wir einen Ausreisestempel."

Was ich damals nicht wusste: Tumaco und die sdliche Pazifikkste werden regelmig von schweren Seebeben heimgesucht, die hohe Flutwellen - Tsunamis verursachen. Nur kurze Zeit nach unserem Aufenthalt brach ein derartiges Beben ber die Stadt herein, mit einer fast drei Meter hohen Flutwelle - es gab ber 200 Tote. Erst heute, im Zeitalter des Internet, habe ich herausgefunden, wo ungefhr wir in den nchsten zehn Stunden waren - in den Mangroven-Smpfen sdlich Tumacos, die die ganze Halbinsel bedecken, und die fr jemanden, der sich nicht sehr gut auskennt, ein Irrgarten sind, in dem man ohne Fhrer verloren wre.
Tumaco
Der "Fischer" wartet schon im "Hafen": ein Einbaum, sechs Benzinfsser und ein einarmiger "Gehilfe". Den Arm, so erzhlt er spter, hat der muchacho beim Fischen mit Dynamit verloren. Und der Fischer will gar nicht fischen, sondern Benzin aus Ecuador nach Kolumbien schmuggeln. Eine illustre Gesellschaft. Wir haben gar keinen Proviant, nur eine Flasche Anisschnaps - Pisco, spanisch einfach: aguardiente. Der "Fischer" und der Einarmige bekommen auch ihren Anteil, und gegen Mittag sind wir alle sehr frhlich.

Wir fahren stundenlang durch kleine Flussarme. Oft springen wir ins Wasser, um das Boot ber seichte Stellen zu schieben. Wir passieren mehrere Male rmliche Htten mitten im Sumpf, die auschliesslich von Schwarzen bewohnt werden - wovon die leben, bleibt ein Rtsel. Auch sie sollen "Fischer" sein. Sie begrssen uns mit einem groen Hallo, als seien wir irgendwelche freundlichen Tropenforscher, die auf bisher unbekannte "Eingeborene" gestoen sind.

Endlich erreichen wir die Mndung des Rio Mira in den Pazifik (vgl. Karte oben - der westlichste Punkt). Dann geht es stracks nach Sden, aber nicht ber das offene Meer. Am spten Nachmittag sehen wir einen Einbaum mit schnellem Aussenborder auf uns Kurs nehmen. Darin sitzen bewaffnete Mnner, und wir beginnen uns unbehaglich zu fhlen. Ausserdem schiessen die ein paar Mal in die Luft, was wohl nicht als Gru gemeint ist. Unser "Fischer" stellt sofort den Motor ab, und wir treiben, bis der Einbaum lngsseits scheuert. Zum Glck sind es weder Piraten noch Paramilitrs aus Kolumbien, sondern die "Grenztruppen" Ecuadors. Unser "Fischer" darf nicht weiterfahren, sondern muss zurck, und uns nehmen sie mit nach einem ausgiebigen Palaver ber Sinn und Zweck unseres Daseins mit nach San Lorenzo, Ecuador, ein damals noch hinterwldlerisches Nest. Das war ohnehin unser Ziel. Wie praktisch. Ein Hoch auf die ecuadorianischen "Grenztruppen"!
Fotos: 1. u.2.v.l.: Pasto, 2.v.r.: in den Mangroven-Smpfen, r.: San Lorenzo, Ecuador.

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