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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 06.05.2006, 01:20 Antworten mit ZitatNach oben

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SOZIALISMUS IN BOLIVIEN?
Indianer an die Macht!

Ich will nicht verhehlen, dass ich parteiisch bin: Bolivien war immer mein Lieblingsland - ich habe immerhin vier Monate dort verbracht und bin kreuz und quer durch das ganze Land gereist, meistens unter uerst abenteuerlichen Umstnden - Generalstreik aufwrts und so. Bolivien ist auch das einzige Land, in dem ich fast jede Region ohne Landkarte bereisen knnte - ich kenne es vermutlich besser als Baden-Wrttemberg. Und nur Kolumbien knnte Bolivien diesen Rang streitig machen (u.a. auch wegen der ultraschnen Kolumbianerinnen.).

Bolivien ist das einzige Land, das ich kenne, das im guten Sinn unregierbar ist: Seine Bewohner streiken, kmpfen, demonstrieren jede Obrigkeit weg, die ihnen nicht passt. Also genau das Gegenteil zur deutschen Leitkultur. In frheren Zeiten jagte ein Militrputsch den anderen - das Volk scheint jetzt aber gelernt zu haben, wie es sich zur Wehr setzt.

Bolivien hat jetzt seinen Erdgassektor verstaatlicht. Wikipedia sagt dazu:
"Bolivien verfgt ber Sdamerikas zweitgrte Erdgasreserven, 90 Prozent davon gehen in den Export. Prsident Morales kndigte im Wahlkampf an, die mit dem Ley de Capitalizacion 1994 privatisierte Industrie wieder unter staatliche Kontrolle zu stellen. Am 1. Mai 2006 erlie er zu diesem Zweck das Decreto Supremo Nr. 28701. Danach bernimmt die staatliche YPFB (Yacimientos Petrolferos Fiscales Bolivianos) ab diesem Datum die 50% Aktienanteile an den Unternehmen Chaco SA (Tochterfirma von BP), Andina SA (Tochterfirma von Repsol) und Transredes SA (Tochterfirma von Shell), die im Zuge der damaligen Privatisierungen an einen Pensionsfonds gegangen waren. Das D.S. verpflichtet darber hinaus die genannten Firmen, so viele Aktion an YPFB zu verkaufen, da diese die Aktienmehrheit erhlt.

Fr die brigen im Land ttigen erdgasfrdernden und -verarbeitenden Unternehmen enthlt das D.S. die Verpflichtung, innerhalb von 180 Tagen neue Vertrge mit YPFB auszuhandeln, die dieser die Kontrolle ber Frderung und Produktion erlauben. In der Zwischenzeit wird der Steuersatz auf die in den groen Gasfeldern San Alberto und San Antonio ttigen Repsol und Petrobas auf ber 80% erhht."


Sehr hbsch ist es, die deutsche Presse zum Thema zu beoabachten. Die Linke Zeitung spricht von einer "aggressiven deutschen Auenpolitik" und hat Recht. Die taz thematisiert gewohnt gut informiert den Widerspruch zwischen der Propaganda und der Realitt:

"Zwar schickte Morales Soldaten auf die Frderanlagen und schritt im Blaumann und mit Schutzhelm selbst zur Tat. An den Besitzverhltnissen aber hat sich vorerst nichts gendert. Das Dekret zur Nationalisierung der l- und Gasvorkommen - der dritten schon in den vergangenen siebzig Jahren - tastet das Eigentum der internationalen Energiekonzerne nicht an. Die verhielten sich zwar immer so, als seien sie die Herren ber l und das Gas. Tatschlich aber besitzen sie blo die Frderanlagen."

Weil der taz-Artikel sich wohltuend von den rechten Stammtischparolen der meisten deutshen Zeitungen ("Konzerne sind besorgt") abhebt und in der gebotenen Krze das Thema verstndlich zusammenfasst, sei hier ausfhrlicher zitiert:

"Die Bodenschtze gehrten schon immer dem Staat. Die Energiekonzerne bekommen fr die Frderung lediglich einen Teil des Erlses. Bis Mitte vergangenen Jahres waren das in Bolivien satte 82 Prozent, fr den Staat blieben gerade 18. Carlos Mesa, der Amtsvorgnger von Morales, erhhte den Staatsanteil auf 50 Prozent. Das jetzt verkndete Dekret erhht ihn noch einmal auf jetzt 82 Prozent. Allerdings nur fr Anlagen, die mehr als 100 Millionen Kubikfu Gas pro Tag frdern. Fr die anderen - und das ist die Mehrheit - ndert sich gar nichts. Auer der Kontrolle. Das Dekret schreibt ausdrcklich fest, dass l und Gas von der Frderung ber die Aufbereitung bis zur Vermarktung unter der Kontrolle des Staatsbetriebs Yacimientos Petrolferos Fiscales Bolivianos (YPFB) stehen. Damit soll verhindert werden, dass internationale Konzerne die Bodenschtze am bolivianischen Fiskus vorbei vermarkten - was in der Vergangenheit wohl in groem Stil geschah."

Die EU zeige sich "besorgt", kommentiert das Manager Magazin - als wenn die "Sorgen" des internationalen Kapitals und die "Nte" der Mrkte irgendjemanden interessierten. Die hiesigen Kapitalisten wittern schon wieder den Kommunismus am Horizont:
"In der deutschen Wirtschaft lsten die Verstaatlichungsplne Irritationen aus. Zwar ist Bolivien nicht von groer wirtschaftlicher Bedeutung fr Deutschland. "Wir sehen aber eine negative Signalwirkung, die hoffentlich nicht auf die Region ausstrahlt", warnte die Sdamerika-Expertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Barbara Konner. Die Plne von Morales knnten auch eher Bolivien schaden, denn das Land bentige dringend auslndische Investitionen, sagte Konner." Ja, das Investitationsklima ist zur Zeit nicht so gnstig wie damals nach dem Putsch in Chile. Die Linke marschiert in Lateinamerika - und das ist auch gut so.

Der Anlass, ber die Situaton nachzudenken, war eher banal. Im JoNet habe ich mich mit einigen Kolleginnen und Kollegen darber gestritten, wie man das "Indianische" des bolivianischen Prsidenten bezeichnen knnte - und ob. "Indigener" Prsident meinten die Vlkischen. Gesellschaft fr bedrohte Vlker und so ein Unfug. Wer - zum Diabolo! - ist "indigen", Indianer oder Indio?

Hier ein Zitat der Rede und Gegenrede:

- "Die Ureinwohner eines bestimmten Gebietes werden bei den VN und von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auch als "indigene Bevlkerungen" bzw. "indigene Vlker" bezeichnet."
- "Das ist ein weier Schimmel. Also schlicht Volk, oder "Ethnie", was dasselbe ist. Die Albaner waren im sterreich-ungarischen Vielvlkerstaat (sic) Ureinwohner."
- "Der Begriff "indigen" wurde 1995 von der VN-Arbeitsgruppe zu Indigenen Bevlkerungen (UNWGIP) geprgt und soll fr Vlker gelten, die ein bestimmtes Territorium als erste besiedelt und genutzt haben,"

- "Als Erste? Waren die Inka die Ersten oder die Aymara oder wer? Wenn, dass msste man das doch eher so definieren: Diejenigen Volker, die dort zuletzt wohnten, als die Eroberer einfielen. Die Mapuche in Chile htten eine Chance, als Indigene zu gelten, die Aymara in Bolivien nicht."

- ".... die aus freien Stcken eine kulturelle Besonderheit bewahren."
"Jeder Ethnologe wrde einen Schreikrampf kriegen bei dem Quatsch. Manche Vlker stellen ihren Volksgenossen sogar aus freien Stcken ein Jodeldiplom aus."
- "... die ber ein Selbstverstndnis als von anderen verschiedene, geschlossene Gruppe verfgen und als solche von anderen Gruppen oder staatlichen Institutionen auch anerkannt werden."

- "Also sind die Friesen Indigenas. ich wusste es doch... Deutschland, deine Indianer."

Ich berlasse weitere politische Urteile ber die Situaton Boliviens dem gewohnt medien- und Google-kompetenten Publikum. Obwohl ich den Latino-Populismus realistisch einschtze - es wird muy caliente gekocht und gewrzt, aber eher lauwarm gegessen - begeistert mich meine zweite Heimat immer wieder. Und jetzt alle: Viva Bolivia!

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BURKS ONLINE 06.05.2006
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