Pseudorote Fische

red
Offenbar gab es für die mit Sanktionen der EU belegten Medienplattform „red“ schon einen Nachfolger. Die KI meint (mit Quellenangaben): Der Betreiber von https://thered.stream sei nicht transparent angegeben – und genau das sei ein Warnsignal. „Die Seite gehört offenbar zu einem Netzwerk rund um das Medienprojekt „Red“ / „Redstream“. Laut Recherchen und Berichten wird dieses Projekt u. a. über eine Firma namens AFA Medya mit Verbindung zu Hüseyin Doğru geführt.“ Es gibt Hinweise, dass Inhalte über Domains wie thered.stream oder ähnliche Kanäle verbreitet werden. Für die konkrete Domain thered.stream ist kein verlässliches, überprüfbares Impressum öffentlich bekannt.“

Wir bleiben beim Thema. „Behörden sperren Konten von Journalisten-Ehefrau“.

Ich musste mich erst sachkundig machen – das Thema scheint vor allem „linke“ Medien und die, die sich für „links“ halten, zu interessieren. Sammeln wir die Fakten.

Jacobin: „Einst als milderes Druckmittel gegen Diktaturen und Terror verkauft, dienen Sanktionen zunehmend der Unterdrückung von politischem Dissens. Der Fall des Journalisten Hüseyin Doğru verdeutlicht, wie stark dieses Instrument in der EU Grundrechte einschränkt.“

Neues Deutschland: „Der Journalist Hüseyin Doğru ist nie wegen einer Straftat angeklagt worden. Trotzdem musste er im vergangenen Jahr seinen Ausweis abgeben, seine Konten wurden gesperrt, und er darf nicht mal Geschenke annehmen. Beziehungsweise: Wer ihm etwas schenkt oder ihn zum Essen einlädt, macht sich strafbar. Bislang suggerierten die EU und die deutsche Politik, solch kafkaeske Behandlung könne nur in autoritären Staaten wie Russland geschehen.“

– Das Auswärtige Amt: Die Bundesregierung beobachtet schon seit mehreren Monaten die Aktivitäten der Medienplattform „red.“, die von einer in der Türkei registrierten Firma betrieben wird. „red.“ stellt sich als revolutionäre Plattform unabhängiger Journalisten dar. Es bestehen aber enge Verflechtungen mit dem russischen Staatsmedium „RT“.

Wir können heute verbindlich sagen, dass „red.“ von Russland gezielt zur Informationsmanipulation eingesetzt wird. Dies konnten wir im Rahmen eines nationalen Attribuierungsverfahrens feststellen. Grundlage dafür ist eine umfassende Analyse der deutschen Sicherheitsbehörden.

Das Ziel solcher Kampagnen ist klar: Russland nutzt Plattformen wie „red.“, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa zu schwächen, indem Debatten manipuliert und durch Falschinformationen künstlich angeheizt werden, indem Misstrauen in Fakten, in Medien und in demokratische Strukturen geschürt wird und indem staatliche Strukturen diskreditiert oder als nicht handlungsfähig dargestellt werden.

red

Wikipedia: Im Impressum steht AFA Medya, ein Medienunternehmen in der Türkei. Laut dem türkischen Handelsregister wurde es am 22. November 2022 in Istanbul gegründet, Geschäftsführer soll Hüseyin Doğru sein. Laut der taz wurde damit eine Briefkastenfirma genutzt, um europäische Sanktionen zu umgehen.

– Die taz (Mai 2025): „Das linke Berliner Medienportal „Red“ löst sich nach eigenen Angaben auf. Im vergangenen Oktober hatte die taz zu Verbindungen zum russischen Staatspropaganda-Sender RT recherchiert. Zuvor hatte auch Der Tagesspiegel über das Portal berichtet.“

– Macit Karaahmetoglu, MdB, auf Abgeordnetenwatch: Im Oktober 2024 wurde das EU-Sanktionsregime angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands geschaffen (konkret: Beschluss des Rates (GASP) 2 024/2643 und Durchführungsverordnung des Rates (EU) 2024/2642 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Tätigkeiten Russlands). Das Sanktionsregime richtet sich gegen diejenigen, die an Handlungen und politischen Maßnahmen der Regierung der Russischen Föderation beteiligt sind, die die Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität untergraben. Die Sanktionsregelung zielt ferner auf diejenigen ab, die für hybride Aktivitäten gegen Drittländer und internationale Organisationen verantwortlich sind.

Jeder darf sich übrigens Journalist nennen; das ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung wie etwa „Fotograf“.

Unstrittig: „Red“ oder „Red Media“ betrieben antisemitische Hetze und sympathisierten mit Terror-Organisationen.

„Im selben Monat gratulierte Red dem langjährigen Chef der palästinensischen Terrorgruppe PFLP George Habasch, der 2008 gestorben ist, zum Geburtstag.“

Peter Nowak formuliert das im ND aber anders: „Doğru hatte 2023 die Medienplattform »Red Media« aufgebaut und dort unter anderem über Aktivitäten der außerparlamentarischen Linken wie Besetzungsaktionen propalästinensischer Aktivisten berichtet.“

„Propalästinensischer Aktivisten“- mehr muss man nicht wissen. „Von Berlin aus veröffentlicht Red gemeinsame Beiträge mit der Zeitung Junge Welt, dem Linken-Politiker Ferat Koçak oder antiisraelischen Aktivistengruppen wie Palästina Spricht oder Jüdische Stimme.“

Die üblichen Verdächtigen also.

Mir kommen auch bei den rührseligen Berichten, dass Hüseyin Doğru jetzt kein Geld mehr habe, nicht die Tränen. No mercy!

red

Jetzt eine schlechte Nachricht: Es ist kompliziert. Was sind „Grundwerte der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, ihre Sicherheit, ihre Stabilität, ihre Unabhängigkeit und ihre Integrität“?

Heißt das nicht in anderen Worten – wie aus dem Wörterbuch des Unmenschen: Defätistische Zersetzer, Verunglimpfung sozialistischer kapitalistischer Organe?

Die EU zensiert „prorussische“ Meinungen und bestimmt selbst – ohne richterlichen Beschluss oder wissenschaftliche Expertise-, was das ist?

Ja, das kann jeden treffen. Just saying.