Alt, älter, Akkon

Haifa
Auf dem Plakat steht: אנחנו ננצח „Wir werden siegen“. Sponsor: die Bank Hapoalim.

Die zweite Garnitur der Fotos meiner Reise nach Israel, reloaded. Vgl. „Kiss the Rocks of Akko“ (24.10.2023) und „Unter kreuzfahrenden Reitenden“ (26.10.2023).

„We are determined to complete our mission in Gaza. All those who aspire to see a safer world should refrain from interfering or stopping us.“ (Ronen Bar)

Haifa
Lokalbahnhof in Haifa

Die Hisbollah erklärte heute Morgen in einer der ihr angeschlossenen Zeitungen, dass sie sich gemäß der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates nicht nördlich des Litani-Flusses zurückziehen werde.
Die vom Iran unterstützte Terrormiliz erklärte, dass sie einen solchen Rückzug nur dann in Erwägung ziehen würde, wenn sich die israelische Armee zunächst bis südlich von Haifa zurückziehen und das gesamte obere Galiläa unverteidigt lassen würde.
Wie die israelische Führung in letzter Zeit angedeutet hat, wird sich das Hisbollah-Problem nicht ohne Krieg lösen lassen. (Israel Heute)

Haifa
Yehoshafat Street (nicht ganz von Google indiziert), auf dem Weg vom Bahnhof in Akkon zur Altstadt – am Ende der Straße ist der Strand.

Es war zu Fuß vom Bahnhof Akkon in die Altstadt ein bisschen weiter als gedacht, und zwischendurch musste ich noch umkehren, weil am Strand militärisches Sperrgebiet war, das Google nicht richtig anzeigte. Über Akkon habe ich schon alles geschrieben, was mir wichtig ist. Vermutlich war die Stadt zur Römerzeit und auch unter den Kreuzrittern prächtiger und belebter und schöner als heute.

The port of Akko became the centre of trade with the coastal cities of the Aegean Sea and the Black Sea, Italy and North Africa. For the first time, a Roman road was built from Akko to Antioch.

Akkon

Man konnte damals also von der südlichen Türkei bis nach Akkon laufen oder reiten – ohne „Grenzkontrollen“. Heute wäre das nicht möglich.

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Blick vom arabischen Café Al Fanar und vom Akko Old City Waterfront Wall

Außer dem Museum der Zitadelle waren auch hier alle „Sehenswürdigkeiten“ geschlossen, unter anderem der Fluchttunnel der Tempelritter von der Altstadt ans Meer. Tunnel sehen immer gleich aus, und es gibt Videos dazu – ich muss den beim nächsten Mal nicht unbedingt sehen.

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Man sollte sich mit der interessanten Frage auseinandersetzen, warum es erst im Kapitalismus Museen gibt, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Warum hatten die Römer keine Museen, die zum Beispiel etwas über die ägyptischen Pharaonen erzählten? Die zeitliche Distanz zwischen dem antiken Rom und der ersten Dynastie der Pharaonen ist genau so groß wie die zwischen dem Imperator Augustus und heute – zwei Jahrtausende. Die Pharaonen ließen ihre Armeen auch durch Akkon marschieren. Im Museum der Zitadelle ist ein Foot fragment of a grey granite offering-stand of the 29th-dynasty Pharaoh Achoris (393-380 BCE).

Akkon war schon eine Stadt, als in Mitteleuropa die Schnurkeramiker die Himmelscheibe von Nebra verbuddelten.

Die Stadt Akkon ist eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Stätten in Israel. Der Name Aak, der auf den Tribut-Listen (ca. 16. Jh. v. Chr.) erscheint, wird mit dem Namen Acre in Verbindung gebracht.

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Am 26.10.2023 hatte ich das Museum der Zitadelle eingehend beschrieben. Hier würde sich ein 3-D-Modell wie beim Davidsturm in Jerusalem gut machen, da die Anlage seit zweitausend Jahren immer wieder überbaut und komplett neu gebaut wurde und man eigentlich nie genau weiß in bzw. auf welcher Schicht man gerade ist. Die Ebene der Kreuzritter-Zeit ist manchmal unter den Hallen, die man auf den Fotos sieht.

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Die Kreuzritter wurden Anfang des 13. Jahrhunderts aus Akkon vertrieben. Genau zu der Zeit wurde auch das Nibelungenlied niedergeschrieben. Auf Wikipedia liest man: Im August 1290 kam es zu einem Massaker an den muslimischen Händlern in Akkon. Auch einige jüdische und christliche Einwohner fielen den Unruhen zum Opfer. Verübt wurde dieses Massaker durch betrunkene, demoralisierte, seit Wochen zum Nichtstun verdammte lombardische und toskanische Kreuzfahrer meist bäuerlicher Herkunft…

Akkon

Die Belagerung Akkons durch die Muslime im Jahr 1291 ist eines Hollywood-Schinkens würdig: Einige Verteidiger und Zivilisten konnten sich auf die wenigen Schiffe im Hafen retten, darunter König Heinrich II. und der schwer verletzte Johanniter-Großmeister Jean de Villiers. Bei Einbruch der Nacht befand sich Akkon in der Hand von al-Ashraf Chalil, mit Ausnahme der Eisenburg, dem befestigten Hauptquartier des Templerordens. Dort hatten sich die Templer unter dem Kommando ihres Marschalls Pierre de Sevry mit ein paar überlebenden Bürgern verschanzt. Verhandlungen über die Kapitulation gegen freien Abzug scheiterten am 27. Mai, woraufhin der spätere Templergroßmeister Thibaud Gaudin im Schutz der Nacht mit einem Schiff nach Sidon entkam, wohin er den Ordensschatz der Templer evakuierte. Die Mameluken hatten die Eisenburg inzwischen unterminiert, sodass sie schließlich am 28. Mai einstürzte und die Verteidiger unter sich begrub. Am Ende entkamen sieben Johanniter- und zehn Tempelritter über See, Deutsch- und Lazarus-Orden hatten keine Überlebenden.

Die letzten überlebenden Kreuzritter sind damals durch den Gang geflüchtet, in dem ich auch war. Da laufen dann Filme im Kopf ab, zusammen mit der passenden Musik. Aber vermutlich hätte ich als Zeitgenosse eher zu den Muslimen gehalten, weil die damals „zivilisierter“ waren als die Christen.

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Das Gefängnis, das ich nur von außen betrachten konnte, würde ich mir noch anschauen. Welche Schicksale haben diese Mauern über Jahrhunderte gesehen!

Mit Ablösung der Besatzungsverwaltung Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South) und Übergang zur regulären britischen Zivilverwaltung im Jahre 1918 wandelte die Mandatsmacht die gesamte Zitadelle zum Central Prison unter Aufsicht der Palästina-Polizei um. Die Mandatsmacht richtete auch eine Richtstätte für zum Tode Verurteilte ein. Nach der israelischen Eroberung Akkos am 17. Mai 1948 richtete Zahal in der Zitadelle ein Militärgefängnis ein, das nach Ende des Krieges um Israels Unabhängigkeit (Juli 1949) aufgelöst wurde. Anschließend bezog eine psychiatrische Klinik die Zitadelle.

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