{"id":604,"date":"2013-05-07T10:47:49","date_gmt":"2013-05-07T10:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=604"},"modified":"2013-05-07T12:03:26","modified_gmt":"2013-05-07T12:03:26","slug":"krise-welche-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=604","title":{"rendered":"Krise? Welche Krise?"},"content":{"rendered":"<p align=left>Dieser Artikel erschien am 02.11.2005 (also vor knapp acht Jahren) auf meinem Blog <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?p=28483\">spiggel.de<\/a>.<\/p>\n<p align=left><i>Vorbemerkung: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat auf seinem Verbandstag am 09.11.2004 die beiden Vereine &#8222;<a href=\"http:\/\/www.berlinerjournalisten.de\/index.html\">Berliner Journalisten<\/a>&#8220; und Brandenburger <a href=\"http:\/\/www.brandenburger-journalisten-verband.de\/\">Journalisten-Verband<\/a> e.V. in den DJV aufgenommen &#8211; zus\u00e4tzlich zu den schon existierenden Landesverb\u00e4nden DJV Berlin und DJB Brandenburg. Letztere hatte der Bundesverband versucht auszuschlie\u00dfen, was juristisch kl\u00e4glich scheiterte. Auf burks.de\/ spiggel.de erscheinen zu diesem Thema in loser Folge Artikel mit kontr\u00e4ren Positionen, wie gewohnt, nicht nur f\u00fcr Mitglieder des DJV mit verbandspolitischem Tunnelblick.<\/i><\/p>\n<p align=left><b>Krise? Welche Krise?<\/b><\/p>\n<p align=left>Vorab: Ich bitte untert\u00e4nigst um Verzeihung, liebe wohlwollende Stammleserin und verehrter geneigter Stammleser! Aber es hilft alles nichts: Ich muss noch einmal, jawohl, zum 30. Mal, ein Thema anschneiden, das nun wirklich niemanden interessiert, weder Medien-Journalisten noch andere politisch Gebildete. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/wl05\/pix\/021105_1a.jpg\" align=\"right\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" alt=\"Journalist\"\/>Aber gerade das ist der Grund, warum ich mir \u00e4chzend die M\u00fche mache, im Ged\u00e4chnis zu kramen. Krise des DJV? Da war doch noch was? Welche Krise?<\/p>\n<p align=left>In der n\u00e4chsten Woche ist der j\u00e4hrliche <a href=\"http:\/\/www.djv.de\/djv\/verbandstag\/2005.shtml\">Verbandstag<\/a> des DJV in Weimar. Und dort, das ist ziemlich gewiss und wird schon im Voraus ventiliert, werden alle, die in den letzten zwei Jahren Skandale aufgedeckt oder sich durch kritische Statements hervorgetan haben, abgestraft, abgew\u00e4hlt, gemobbt und vom Apparat kaltgestellt werden. Zumindest wird man es versuchen. Und: Man wird sich mit denjenigen, die die gr\u00f6\u00dfte Krise in der Geschichte des Verbands verursacht haben, wieder vers\u00f6hnen wollen. Nach dem Motto: &#8222;Ich bin&#8217;s nicht gewesen, Adolf Hitler ist es gewesen.&#8220; <\/p>\n<p align=left>Vor wenigen Tagen gab es Geheimverhandlungen zwischen dem Bundesvorstand und Vertretern des <a href=\"http:\/\/www.jvb.org\/\">DJV Berlin<\/a>. Und der Inhalt dieser Gespr\u00e4che l\u00e4sst genau das Obige erahnen. Ja, Sie h\u00f6ren richtig: &#8222;Geheimverhandlungen&#8220; &#8211; man habe sich gegenseitig zum Schweigen verdonnert. Das verlautbaren gew\u00f6hnlich gut informierte Kreise. Es d\u00fcrfe nichts nach au\u00dfen dringen. Der Mantel des Vergessens ist schon ausgebreitet. Die gr\u00f6\u00dften Schurken werden einen ehrenvollen Abgang bekommen, so planen einige der &#8222;Betroffenen&#8220;. Der Kollateralschaden ist wurscht. Austritte von den wenigen Journalisten, die das Thema noch interessiert? Ganz egal. Schwamm dr\u00fcber. Und wenn ein ganzer Landesverband \u00fcber die Klinge springt? Auch egal &#8211; was sind schon rund 300 Kolleginnen und Kollegen? Sollen sie doch in einen anderen wechseln. Wir nennen uns Journalisten, und was k\u00fcmmert uns unser Geschw\u00e4tz von gestern? Wer aufmuckt, der wird mit Ausschlussverfahren \u00fcberzogen, wie im Berlin, Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg geschehen. Der Apparat gewinnt immer. Es ist eben wie bei Mayer-Vorfelders: Deutsche Vereinskultur.<\/p>\n<p align=left>Der Apparat hat eine Trumpfkarte, die so gut wie nicht zu stechen ist: Das Ged\u00e4chnis von Verbandsjournalisten reicht nur selten l\u00e4nger als das von Eintagsfliegen. Selbst in den allerh\u00f6chsten Kreisen der DJV-&#8222;Macht&#8220; sind einige der Kader nicht mehr in der Lage, die Ereignisse der letzten zwei Jahre korrekt wiederzugeben. Diesem Missstand muss hier daher abgeholfen werden. Man k\u00f6nnte zwar k\u00fchn darauf verweisen, dass auf der ber\u00fcchtigten Website &#8222;<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/index4.html\">&#8222;Recherchegruppe<\/a>&#8220; alle Informationen vorhanden sind. Aber unter uns Medientheoretikern ist bekannt, dass Informationen schon vorhandene Vorurteile alias Meinungen nicht ver\u00e4ndern, sondern nur best\u00e4rken. Jeder liest und rezipiert nur, was er oder sie will.<\/p>\n<p align=left>Genug der langen kulturpessimistischen Vorrede! Ich bekenne, dass ich zwei Mal ein Fahrrad war, das in Holland umgefallen ist. Und jetzt steht der ganze DJV in Flammen. Jedenfalls beinahe: Es ist nur ein gef\u00fchltes Feuer f\u00fcr die Insider. Die Masse der Karteileichen interessiert&#8217;s eh nicht.<\/p>\n<p align=left><b>II.<\/b><\/p>\n<p align=left>Und das kam so: Im Herbst 2003 gab es Randale im <a href=\"http:\/\/www.jvb.org\/\">DJV Berlin<\/a>, dem Hauptstadtverband des DJV. Der zynische Berliner ist allerhand gewohnt und winkt bei vereinsinternen Bonsai-<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?p=20234\">Skand\u00e4lchen<\/a> m\u00fcde ab. So auch hier. Es ging um finanzielle Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten bei der Vorbereitung des traditionsreichen Presseballs. Der Vorstand des Vereins flog auseinander, R\u00fccktritte waren an der Tagesordnung. Das ist seitdem so geblieben: Mittlerweile ist selbst den Karteileichen klar, dass der Vorsitzende <a href=\"http:\/\/www.alexanderkulpok.de\/\">Alexander Kulpok<\/a> nicht integrieren kann, sondern den Verband immer weiter auseinandertreibt und spaltet, von den permanenten Streitereien um die sach- und satzungsgem\u00e4\u00dfige Verwendung der Mitgliedsgelder ganz abgesehen. Man muss sich nur die lange Namensliste der Vorstandsmitglieder ansehen, die zwischen September 2003 und heute zur\u00fcckgetreten sind &#8211; eine Fluktuation, die ihresgleichen sucht. Kein Wunder: Das handelnde Personal entstammt dem Intrigenstadl RBB oder \u00e4hnlichen Institutionen des alten West-Berlin. Dort kennt man sich mit internem Hauen und Stechen bestens aus. Der gegenw\u00e4rtige Vorstand ist sogar so zerstritten, dass er zeitweilig bei Vorstandssitzungen nicht mehr beschlussf\u00e4hig war. Soviel zu den F\u00fchrungs&#8220;qualit\u00e4ten&#8220; des Herrn K..<\/p>\n<p align=left>Der Bundesvorstand hatte sich f\u00fcr seinen Berliner Chaos-Verband, au\u00dfer den gewohnten H\u00f6flichkeitsbesuchen bei Mitgliederversammlungen, fr\u00fcher <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/wl05\/pix\/021105_2a.jpg\" align=\"left\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" alt=\"Journalist\"\/>kaum interessiert, ja, man unterst\u00fctzte zun\u00e4chst den Skandal-Vorsitzenden gegen die Opposition, die sich nach einem knapp gescheiterten Misstrauenvotum (das vom Autor dieser unma\u00dfgeblichen Zeilen stammte) formierte. Im Sinne des Apparats war das folgerichtig: Der Status Quo sichert die Pfr\u00fcnde, Opposition oder gar Rebellion ist per definitionem schlecht &#8211; es k\u00f6nnte sich etwas ver\u00e4ndern. Das beunruhigt mental zutiefst.<\/p>\n<p align=left>Doch dann \u00fcberschlugen sich die Ereignisse. Die Details, mit denen hier nicht erm\u00fcdet werden soll, finden sich in meinem <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?p=25383\">Artikel<\/a>: &#8222;Operation Wei\u00dfer Ritter&#8220;. Mit Billigung des Vorsitzenden Kulpok wurden zahlreiche Mitglieder des Verbands Junger Journalisten (<a href=\"http:\/\/www.vjj.de\/\">VJJ<\/a>) in den DJV Berlin geschleust, zum Teil  am Aufnahmeausschuss vorbei. Einige von denen sprechen sogar von einer &#8222;Schnuppermitgliedschaft&#8220; ohne Beitr\u00e4ge, die ihnen versprochen worden sei. Die Mitglieder des VJJ hatten zum Teil schon kurz vorher im <a href=\"http:\/\/www.djv-brandenburg.de\/\">DJV Brandenburg<\/a> geputscht und erschienen dann bei der Mitgliederversammlung in Berlin.<\/p>\n<p align=left>Die Opposition im DJV Berlin, die unter dem Logo <i>Recherchegruppe<\/i> firmierte, h\u00e4tte vermutlich die Wahlen gewonnen, aber die VJJler hielten den angeschlagenen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/brandenburger-journalistenverband-mitglieder-sprechen-von-feindlicher-uebernahme-a-302728.html\">Skandal-Vorsitzenden<\/a> Kulpok an der Macht. Die geschlagene Frakton verlie\u00df &#8211; selten d\u00e4mlich und die beleidigte Leberwurst gebend &#8211; den Saal, anstatt so viele Posten wie m\u00f6glich zu ergattern. <\/p>\n<p align=left>Der heutige Rentner Kulpok klammerte sich in Mitleid erregender Weise an das Zipfelchen gesellschaftlichen Prestiges, das ihm im alten West-Berlin die Zuneigung Frau Mompers, Uwe Benneters und anderer Polit-und Society-Gr\u00f6\u00dfen verhie\u00df. Kulpok verk\u00fcndete bei den folgenden Mitgliederversammlungen des DJV Berlin brav die Namen derjenigen, denen er zu Dank verpflichtet war &#8211; und die VJJ-Mitglieder wurden prompt gew\u00e4hlt. <\/p>\n<p align=left>Es gibt noch weitere unappetitliche Details, zum Beispiel einen <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?p=26659\">Vertrag<\/a> zwischen Kulpok und Torsten Witt, dem Spiritus rector der <i>Operation Wei\u00dfer Ritter<\/i>, in dem es um gr\u00f6\u00dfere Summen an Mitgliedsgeldern geht. Und unbestritten hat Alexander Kulpok die \u00d6ffentlichkeit und die Mitglieder \u00fcber die Sache schamlos belogen. Seine Groupies im Vorstand  k\u00fcmmert das nicht. Vielleicht ist es auch eine Frage des Intelligenzquotienten oder der mangelnden F\u00e4higkeit, zusammenh\u00e4ngende Texte zu lesen und zu verstehen. Ein Journalist, der ein &#8222;Amt&#8220; in einem Verband bekommt, verliert damit offenbar automatisch auch noch den kl\u00e4glichsten Rest der Kritikf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p align=left><b>III.<\/b> <\/p>\n<p align=left>Der Bundesverband versuchte in den folgenden Monaten, seine beiden ungeliebten Landesverb\u00e4nde Berlin und Brandenburg loszuwerden. Wie das begr\u00fcndet wurde, steht in den <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=5196\">Antr\u00e4gen auf Ausschluss<\/a>. Juristisch ging die Sache v\u00f6llig daneben; die Gerichte schmetterten das Begehren ab. Man habe v\u00f6llig \u00fcberreagiert, der Hinauswurf der beiden Landesverb\u00e4nde sei weit \u00fcberzogen gewesen.<\/p>\n<p align=left>Ein normaler Mensch w\u00fcrde in der n\u00e4chsten Woche in Weimar, wenn die Funktion\u00e4re zusammensitzen, vermutlich naiv fragen: Wer tr\u00e4gt daf\u00fcr die Verantwortung, dass alles in die Hose gegangen ist? Waren die Vorw\u00fcrfe gegen die zeitweilig ausgeschlossenen Verb\u00e4nde korrekt? Wenn ja, warum fordert dann niemand den Berliner Vorsitzenden, den &#8222;lieben Alex&#8220;, wie er jetzt von den Verbands-Wendeh\u00e4lsen wieder genannt wird, erneut zum R\u00fccktritt auf? Wenn nein, macht der Gesamtvorstand <i>business as usual<\/i>? M\u00fcsste man dann nicht den Arzt holen? <\/p>\n<p align=left>Wenn man aber, wie jetzt im Vorfeld des Verbandstags und der Vorstandswahlen gemunkelt wird, nur &#8222;falsch informiert&#8220; gewesen sei, was die Ereignisse im DJV Berlin angeht: Wer verantwortet den zeitweiligen Hinauswurf von rund 5 000 JournalistInnen in Berlin und die damit verbundenen Kosten? Niemand? Sie haben&#8217;s erraten. H\u00e4tte man nicht vorher recherchieren und sich informieren k\u00f6nnen? Recherchieren? Wie buchstabiert man das? wird die Antwort sein.<\/p>\n<p align=left>Apropos Recherche: Die Geschichte nahm noch eine eigent\u00fcmliche politische Wendung, an der der Autor dieser unma\u00dfgeblichen Zeilen nicht unbeteiligt war. Am 12.06.2004 erschien in <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/17\/17632\/1.html\">Telepolis<\/a> ein Artikel mit der \u00dcberschrift: &#8222;Kein Platz f\u00fcr Rechtsextremisten&#8220; beim Deutschen Journalisten-Verband?&#8220; Nur zur Erinnerung: &#8222;Es haben sich die <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/wl05\/pix\/021105_3a.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" alt=\"Titel Journalist\" align=\"right\"\/>Vertreter unterschiedlicher Milieus zusammengefunden, die kaum etwas eint au\u00dfer der Wille, sich finanzielle und politische Pfr\u00fcnde zu sichern: die Kinder des alten West-Berlin, in dem G\u00fcnstlingswirtschaft, Korruption und Intrigen zur Leitkultur geh\u00f6rten, unbedarfte Nachwuchsjournalisten der Spa\u00dfgesellschaft, denen die Karriere wichtiger ist als politische Diskussionen. Und ultrarechte Kader, derer sie sich bedienen und deren politische Duftmarke sie billigend in Kauf nehmen, bekommen sie doch im Gegenzug f\u00fcr deren Wissen, wie man informelle Netze organisiert, medienpolitischen Einfluss.&#8220; Der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte am 5. Juni verzweifelt den R\u00fccktritt des neuen stellvertretenden DJV-Vorsitzenden in Brandenburg, Torsten Witt Im Deutschen Journalisten-Verband sei &#8222;kein Platz f\u00fcr Rechtsextremisten&#8220;. Witt ist schon seit vielen Jahren Mitglied des Verbandes; jetzt, nach diversen Presseberichten, meint man gemerkt zu haben, dass es sich bei ihm um einen Rechten handele, der au\u00dferhalb des demokratischen Spektrums stehe.&#8220;<\/p>\n<p align=left>Die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2004\/06\/08\/a0295.nf\/text\">Tageszeitung<\/a> titelte am 08.06.2004:<br \/>\n&#8222;Journalistenchef dank rechter Truppe &#8211; Wahl des Berliner DJV-Landesvorsitzenden wurde durch \u00dcbertritte aus rechtsradikalem Umfeld gesichert.&#8220; Und: &#8222;Am Wochenende hatte der Bundesvorsitzende des DJV, Michael Konken, Witt aufgefordert, sein Amt niederzulegen: &#8218;Im Deutschen Journalisten-Verband ist kein Platz f\u00fcr Rechtsextremisten&#8216;, so Konken unter Bezug auf Vorw\u00fcrfe, Witt halte auch nach einer gemeinsamen Demonstration mit dem heutigen NPD-Anwalt Horst Mahler im Jahr 1999 immer noch Kontakte zur rechtsextremistischen Szene aufrecht.&#8220; Die Meldung ist eine Ente. Von einem &#8222;rechtsradikalen Umfeld&#8220; kann nicht die Rede sein, Beweise existieren nicht und wurden auch nie vorgelegt. Die <i>Tageszeitung<\/i> hat schlicht ein unbewiesenes Ger\u00fccht als Tatsache verbreitet. Wurde jemand aus der &#8222;rechten Truppe&#8220; gefragt, wie es sich geh\u00f6rt h\u00e4tte? Und welches &#8222;Umfeld&#8220; ist gemeint? Und was war &#8222;feindlich&#8220; an der \u00dcbernahme?<\/p>\n<p align=left>Wie konnte es dazu kommen? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Der Autor dieser und auch anderer unma\u00dfgeblicher Zeilen hat den gescholtenen <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/witt\/witt2.jpg\">Torsten Witt<\/a> in keinem Artikel einen &#8222;Rechtsextremisten&#8220; genannt. &#8222;Ultrarechts&#8220; ist auch Michael Glos von der CSU. Die Wahl der Begriffe hatte Gr\u00fcnde: Der Begriff &#8222;(Rechts)Extremist&#8220; stammt aus der Mottenkiste der <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=3420\">Totalitarismus-Doktrin<\/a> (&#8222;Rot gleich Braun&#8220;) und sagt nichts, aber auch gar nichts Konkretes aus. Wer ihn benutzt, um jemanden zu denunzieren, outet sich als unkritischer Nachplapperer dessen, was die Skandaltruppe Verfassungsschutz und deren weltanschauliche Epigonen als Agitprop unter die Leute streuen. Aus juristischer Sicht darf jemand &#8211; wenn es sich um eine Tatsachenbehauptung handelt &#8211; nur so genannt werden, der in einem der Verfassungsschutzberichte auftaucht. Als <i>Meinung<\/i> jedoch und im Zuge eines scharfen politischen Streits ist der Begriff zul\u00e4ssig. Deshalb durfte auch der Bundesvorsitzende <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20050306023857\/http:\/\/www.michael-konken.de\/\/\">Michael Konken<\/a> Witt so nennen, zumal der sich kaum mit Argumenten gewehrt hatte.<\/p>\n<p align=left>Dennoch scheint Witt, der mittlerweile Vorsitzender des DJV Brandenburg ist, zum Hauptfeind der Funktion\u00e4re geworden zu sein. Warum, wird \u00f6ffentlich nicht ventiliert. F\u00fcr Alexander Kulpok hat der braune Mohr seine Schuldigkeit getan: Witt hat ihm seine &#8222;Macht&#8220; gesichert, und jetzt will man nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ist immer noch &#8222;Gefahr im Verzuge?&#8220;<\/p>\n<p align=left>Die in Wahrheit interessante Frage will niemand diskutieren oder gar beantworten: Welche politischen Meinungen, welche politische Biografie ist im DJV erw\u00fcnscht &#8211; und welche nicht? Wer macht den Gesinnungs-Check? Und wen kann man, ob seiner falschen Meinung, wieder aus dem Journalisten-Verband werfen? Muss man warten, bis sich jemand selbst als ehemaliges SS-Mitglied outet, wie <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20060101092729\/http:\/\/www.schoenhuber-franz.de\/homepage\/mensch.htm\">Franz Sch\u00f6nhuber<\/a>, der zum Vorsitzenden des bayrischen Landesverbands gew\u00e4hlt wurde und dessen politische Meinung nie unangenehm auffiel?<\/p>\n<p align=left>Witt taucht nicht im Verfassungsschutz-Bericht auf, er war nie Mitglied in einer verbotenen Organisation, er ist nicht strafrechtlich auff\u00e4llig geworden, er hat &#8211; soweit bekannt &#8211; nie etwas publiziert, das ihn etwa in die ideologische N\u00e4he der NPD r\u00fcckte. Witt ist nicht rechter als ein rechter Burschenschaftler oder ein Sympathisant der weltanschaulich manchmal sehr braun gebrannten <a href=\"http:\/\/www.junge-freiheit.de\/\">Jungen Freiheit<\/a>. W\u00fcrde der DJV deren Redakteure als Mitglieder dulden? Wenn ja, warum nicht auch Witt? Wenn nein, warum nicht? <\/p>\n<p align=left>Schuld an der verworrenen Gemengelage ist der hysterische Diskurs, der immer dann gef\u00fchrt wird, wenn es um &#8222;Rechtsextremismus&#8220; geht. Der Mainstream will und darf nicht zugeben, dass Rassismus und Antisemitismus Teil der Gesellschaft sind und aus ihrer Mitte immer wiedergeboren werden. Man m\u00f6chte eine klare Grenze &#8211; &#8222;extrem&#8220; oder nicht, um sich selbst sakrosankt zu sprechen. Man f\u00e4nde sicher zahlreiche Mitglieder und auch Funktion\u00e4re im DJV, deren politische Meinung noch &#8222;rechter&#8220; sind als die Witts. Das gibt aber niemand zu. Pikant wird es jedoch, wenn die bayerischen DJV-Kader den Autor, der im Zweifel immer mindestens linksextrem ist, &#8222;einm\u00fctig&#8220; mit Witt zusammen eint\u00fcten &#8211; aus Dummheit, Ignoranz oder kleinkariertem Nachtreten <a href=\"#A\">(1)<\/a>. Man kann nur laut rufen: Herr, lass&#8216; Hirn vom bayerischen Himmel regnen!<\/p>\n<p align=left><b>IV.<\/b><\/p>\n<p align=left>Was lehrt uns das? Lauschen wir den wohltemperierten Worten des obersten DJV-Funktion\u00e4rs: &#8222;Die Pressefreiheit wird t\u00e4glich bedroht&#8220;, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, &#8222;da bedarf es einer starken Organisation wie des DJV, um f\u00fcr dieses zentrale Grundrecht der Demokratie zu streiten.&#8220; Er werde die 297 Delegierten in Weimar auffordern, Flagge f\u00fcr den kritischen und unabh\u00e4ngigen Journalismus zu zeigen.&#8220;<\/p>\n<p align=left>Der Deutsche streitet gern symolisch, weil das bequem und erfreulich folgenlos ist: Er zeigt T\u00fccher her, Symbole, und wenn er sich recht erregt, <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/twittkl.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\" vspace=\"10\"\/>auch sein Gesicht und Lichterketten. Man kann jetzt schon dessen gewiss sein, dass die Delegierten sich ungern an den au\u00dferordentlichen Verbandstag in Frankfurt vor einem Jahr erinnern, trotz des flammenden Aufrufs, kritisch zu sein: &#8222;\u00a7 2 Abs. 2 c der Satzung normiert, dass der Verein sich als besondere Aufgabe gestellt hat, das Ansehen des journalistischen Berufs zu wahren. Wenn durch das Verhalten eines Landesverbandes in kurzer Zeit umfangreiche widerspr\u00fcchliche Medienberichterstattung erfolgt, die sowohl in der Bev\u00f6lkerung, als auch in den Bereichen und Partnern, mit denen der Verein zu tun hat, den Eindruck erweckt, dass es bei Wahlen von Vorst\u00e4nden einzelner Mitgliederverb\u00e4nde zu Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten gekommen ist, die durch den Dachverband nicht aufgekl\u00e4rt oder ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen und \u00fcberdies der Eindruck entsteht, dass sowohl einzelne Landesverb\u00e4nde als auch der Gesamtverband erhebliche innere Schwierigkeiten haben, so schadet dies dem Ansehen des journalistischen Berufsstandes. Diesen Interessen des Vereins haben die DJV-Landesverb\u00e4nde Berlin und Brandenburg nach der \u00dcberzeugung des Gesamtvorstandes zuwider gehandelt, so dass ein Ausschluss gerechtfertigt ist.&#8220;<\/p>\n<p align=left>An der Situation hat sich nichts ge\u00e4ndert: Der Skandal-Vorsitzende Kulpok ist in Berlin immer noch im Amt, umgeben von treuen Vasallen wie der &#8222;Reisejournalistin&#8220; <a href=\"http:\/\/spd-reinickendorf-fraktion.de\/die-fraktion\/fraktionsmitglieder\/nicole-borkenhagen\/\">Nicole Borkenhagen<\/a> oder seinen Wadenbei\u00dfern aus dem RBB, die ihm vermutlich auch dann folgen w\u00fcrden, wenn &#8222;der liebe Alex&#8220; von Mitgliedsgeldern einen Angriffskrieg gegen Liechtenstein anzettelte oder noch einmal Mitglieder des Verbands fahrl\u00e4ssig und verbands\u00f6ffentlich wegen Verbreitung \u00e4usserst schmutziger Dinge denunzierte. F\u00fcr den Vorsitzenden des DJV Berlin gilt das, was angeblich Mayer-Vorfelder <a href=\"w.bz-berlin.de\/archiv\/mv-ruecktritt-da-mue-szlig-t-ihr-mich-schon-erschie-szlig-en-article144369.html\">gesagt<\/a> haben soll: &#8222;Wenn ihr mich loswerden wollt, m\u00fc\u00dft ihr mich schon erschie\u00dfen.&#8220; Jawohl, ganz kritisch und so von Mitgliedsgelder unabh\u00e4ngig wie der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.journalist.de\/\">Journalist<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p align=left>_______________________________<\/p>\n<p align=left><i><a name=\"A\"><\/a>(1) Aus dem Protokoll der konstituierenden Vorstandssitzung des Bayerischen Journalisten-Verbands vom 16.06.2005, TOP 1, Bericht des Vorsitzenden: &#8222;Des Weiteren berichtet er, dass der BJV Gastgeber des geselligen Abends am 20.08. in <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=5045\" target=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=5045\">W\u00fcrzburg<\/a> ist. Zu dieser Abendveranstaltung wird er die Herren Conen, Witt und Burkhardt [sic] Schr\u00f6der ausdr\u00fccklich nicht einladen. Dies fand einm\u00fctige Zustimmung.&#8220;<\/p>\n<p align=left><i>Abbildungen<\/i>: Titelblatt &#8222;Journalist&#8220; 8\/2004: Weder von einem Auschluss noch vom einem Aufbruch kann heute die Rede sein (oben.) Bild Mitte: Auch der vorgeblich &#8222;letzte Auftritt&#8220; Kulpoks war kein solcher: Und ewig gr\u00fc\u00dft das alte West-Berlin. 3. Bild v.o.: Es sei &#8222;Gefahr im Verzuge&#8220; gewesen, so der baden-w\u00fcrttemberische Vorsitzende Karl Geibel. Welche Gefahr und wo die heute hin ist, dar\u00fcber wird sich beim Verbandstag kaum jemand \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern wollen. Foto unten: Die Kumpane Alexander Kulpok (DJV Berlin) und Torsten Witt (DJV Brandenburg) w\u00e4hrend des DJV-Verbandstages in Hannover. Foto: Bernd <a href=\"http:\/\/www.lammel.com\/\">Lammel<\/a>.<\/p>\n<p><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel erschien am 02.11.2005 (also vor knapp acht Jahren) auf meinem Blog spiggel.de. Vorbemerkung: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat auf seinem Verbandstag am 09.11.2004 die beiden Vereine &#8222;Berliner Journalisten&#8220; und Brandenburger Journalisten-Verband e.V. in den DJV aufgenommen &#8211; zus\u00e4tzlich zu den schon existierenden Landesverb\u00e4nden DJV Berlin und DJB Brandenburg. Letztere hatte der Bundesverband versucht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,14,6,7,16],"tags":[],"class_list":["post-604","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-djv-berlin","category-djv-brandenburg","category-djv-bundesverband","category-djv-landesverbande","category-view-back"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=604"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/604\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":609,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/604\/revisions\/609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}