{"id":534,"date":"2012-11-13T17:53:46","date_gmt":"2012-11-13T17:53:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=534"},"modified":"2012-11-13T17:53:46","modified_gmt":"2012-11-13T17:53:46","slug":"wider-das-gesprochene-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=534","title":{"rendered":"Wider das gesprochene Wort"},"content":{"rendered":"<p>Von <a href=\"http:\/\/www.djv-berlin.de\/fachausschuesse\/freie\/\">Katharina Dockhorn<\/a>, Vorsitzende des FA Freie im DJV Berlin<\/p>\n<p align=left>Til Schweiger sei Dank. Wenige Tage vor dem <a href=\"http:\/\/www.djv.de\/startseite\/profil\/der-djv\/verbandstag-2012.html\">DJV-Verbandstag<\/a> \u00fcberraschte er seine potentiellen Gespr\u00e4chspartner mit einem <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/promi---show\/star-allueren-kein-interview-mit-tatort-ermittler-til-schweiger,5067148,20713806.html\">Gegenlesen-Vertrag<\/a>, der einem Berufsverbot f\u00fcr freie Journalisten gleich kommt. Von ihnen kann keiner mit seiner Unterschrift garantieren, dass alle Headlines und Zwischen\u00fcberschriften vorgelegt werden.<\/p>\n<p align=left>Der neue Tiefpunkt im deutschen Autorisierungswahn und der Streit zwischen der Ex-Piraten-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin <a href=\"http:\/\/wiki.piratenpartei.de\/Benutzer:Marina\">Marina Weisband<\/a> und dem &#8222;Spiegel&#8220; \u00fcberzeugte am 6. November auch viele Zweifler auf dem Verbandstag des DJV in Kassel, der Empfehlung der Antragskommission nicht zu folgen und den <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=5312>Antrag des DJV Berlin\/JVBB und des FA Freie<\/a> f\u00fcr die Beendigung des deutschen Autorisierungs-Wahns mit \u00c4nderungen anzunehmen.<\/p>\n<p align=left>Zuvor waren DJV-Chef Michael Konken und seine Stellvertreterin Ulrike Kaiser in die B\u00fctt gegangen, um f\u00fcr die Ablehnung zu werben. W\u00e4hrend Konken das Pers\u00f6nlichkeitsrecht der Prominenten vehement verteidigte und h\u00f6her als das gesprochene Wort h\u00e4ngte, verwies Kaiser auf die &#8222;<a href=\"http:\/\/www.journalist.de\/ratgeber\/handwerk-beruf\/tipps-fuer-den-berufsalltag\/leitlinien-fuer-die-interview-autorisierung.html\">Leitlinien des DJV zur Autorisierung<\/a>&#8222;, die sogar noch eien Versch\u00e4rfung der Praxis fordert. Das kleine Heft l\u00e4sst freie Journalisten aber weitgehend ratlos zur\u00fcck, zumal sie oft auch von Verlagen unter Druck gesetzt werden, nur autorisierte Texte abzuliefern.<\/p>\n<p align=left>Doch bei Schweiger reichte es offensichtlich auch den Verlagen, Mitarbeiter des Springer-Verlags sagte die Interviews ab. Und so scheint die Zeit g\u00fcnstig, sich gemeinsam mit den Verlagen zu wehren, damit die Leser endlich wieder spannende und originelle Gespr\u00e4che lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=left>DJV-Pressesprecher Hendrik Z\u00f6rner verzichtete auf die Ver\u00f6ffentlichung des Verbands-Beschlusses in einer Pressemittelung. Daher folgt sie hier im Wortlaut.<\/p>\n<p align=left><i>Der DJV fordert Medienbetriebe sowie Journalistinnen und Journalisten auf, die Praxis nicht zu akzeptieren, aufgezeichnete Interviews im Nachhinein wesentlich zu ver\u00e4ndern oder deren Ver\u00f6ffentlichung v\u00f6llig zu untersagen. Der Bundesvorstand wird aufgefordert, unverz\u00fcglich mit der dju in ver.di, dem BDZV und dem VDZ Gespr\u00e4che \u00fcber ein gemeinsames Vorgehen gegen diesen Autorisierungswahn zu f\u00fchren, der dem Pressekodex des Deutschen Presserates widerspricht. Der Bundesvorstand wird aufgefordert, den Leitfaden zur Autorisierung von Interviews umgehend zu \u00fcberarbeiten, damit sich freie Journalistinnen und Journalisten gegen diese Praxis besser wehren k\u00f6nnen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Katharina Dockhorn, Vorsitzende des FA Freie im DJV Berlin Til Schweiger sei Dank. Wenige Tage vor dem DJV-Verbandstag \u00fcberraschte er seine potentiellen Gespr\u00e4chspartner mit einem Gegenlesen-Vertrag, der einem Berufsverbot f\u00fcr freie Journalisten gleich kommt. Von ihnen kann keiner mit seiner Unterschrift garantieren, dass alle Headlines und Zwischen\u00fcberschriften vorgelegt werden. 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