{"id":450,"date":"2012-09-05T18:41:28","date_gmt":"2012-09-05T18:41:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=450"},"modified":"2012-09-05T18:45:46","modified_gmt":"2012-09-05T18:45:46","slug":"verlagssanierung-auf-kosten-der-urheber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=450","title":{"rendered":"Verlagssanierung auf Kosten der Urheber"},"content":{"rendered":"<p align=left><b>Verlagssanierung auf Kosten der Urheber<\/b><\/p>\n<p align=left><i>Von <a href=\"http:\/\/www.djv-berlin.de\/fachausschuesse\/freie\/\">Katharina Dockhorn<\/A>, Vorsitzende des FA Freie im DJV Berlin<\/i><\/p>\n<p align=left>Nun ist es  also heraus, wie sich die Verlage die durch das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverleger\">Gesetz zum Leistungsschutzrecht<\/A> f\u00fcr Presseverlage erzielten Gewinne vorstellen. Sie wollen mit den Sch\u00f6pfern der Texte und Fotos, die ihnen ihre Werke zur Verwertung \u00fcberlassen und in den Verlagsh\u00e4usern die Kassen sprudeln lassen, einen Tarifvertrag abschlie\u00dfen. Die Journalisten seien daf\u00fcr bei ver.di und DJV in guten H\u00e4nden, beschied <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christoph_Keese\">Christoph Keese<\/A>, Chef-Lobbyist des Springer-Verlags, w\u00e4hrend der Medienwoche am Rande der IFA.<\/p>\n<p align=left>Bei den Betroffenen, vor allen den freien Journalisten, l\u00f6st diese Vorstellung blankes Entsetzen aus. Jahrelang hatten ihre Gewerkschaften mit den Verlagen um Verg\u00fctungsregeln f\u00fcr Publikationen im Internet und die Mehrfachverwertung von Texten innerhalb einer Verlagsgruppe gerungen \u2013 nur eine Minderheit unter den Verlagen h\u00e4lt sie \u00fcberhaupt ein. Zudem sind viele H\u00e4user, vor allem im Osten der Republik, aus der Tarifgemeinschaft ausgeschieden.<\/p>\n<p align=left>Das Gesetz droht die Vertragsfreiheit der Urheber einzuschr\u00e4nken. Die Verlage werden nach der Verabschiedung des Gesetzes ihren freien Mitarbeitern die Pistole auf die Brust setzen und die Abtretung alle Rechte vertraglich verlangen. Total Buy Out-Vertr\u00e4ge werden endg\u00fcltig zur Regel.<\/p>\n<p align=left>Zudem d\u00fcrften die Vorstellungen einer angemessenen Verg\u00fctung der Urheber, wie es jetzt im Gesetz formuliert ist, zwischen Verlagen und Urhebern weit auseinanderliegen. Die Gewerkschaften fordern mindestens die H\u00e4lfte der Erl\u00f6se, womit sie schon an der untersten Grenze bei der Teilung der Einnahmen zwischen Autoren und Verlagen in der VG Wort bleiben. Aber warum so bescheiden? Durch die Publikation von kreativen Werken im Internet sparen die Verlage Druck- und Transportkosten, die zu sch\u00fctzende Investition ist wesentlich geringer als in der analogen Welt. Ergo m\u00fcsste eine angemessene Beteiligung der Urheber bei mindestens 80%, wenn nicht gar 90% der Erl\u00f6se liegen. Und damit dies kontrollierbar bleibt, ist auch die Verwaltung \u00fcber eine Verwertungsgesellschaft zu empfehlen. So wie im 1. Entwurf zum Gesetz zum Leistungsschutzrecht vorgesehen.<\/p>\n<p align=left>Die Hoffnungen der Kreativen auf eine \u00c4nderung des Entwurfes im Gesetzgebungsprozess ruhen jetzt auf den Kritikern des Gesetzes in allen Parteien. Sie sollten aus den Klagen der Urheber in anderen Bereichen der Kreativwirtschaft gelernt haben. Seit Jahren warten sie auf Vereinbarungen \u00fcber eine angemessene Beteiligung an den Erl\u00f6sen aus der Zweit- und Drittauswertung der von ihnen geschaffenen Werte durch dieLeistungsschutzberechtigten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlagssanierung auf Kosten der Urheber Von Katharina Dockhorn, Vorsitzende des FA Freie im DJV Berlin Nun ist es also heraus, wie sich die Verlage die durch das Gesetz zum Leistungsschutzrecht f\u00fcr Presseverlage erzielten Gewinne vorstellen. 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