{"id":8727,"date":"2011-02-01T11:35:39","date_gmt":"2011-02-01T09:35:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=8727"},"modified":"2011-02-01T11:39:34","modified_gmt":"2011-02-01T09:39:34","slug":"skype-abhoren-oder-wie-sich-deutsche-richter-das-e-mail-schreiben-vorstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/02\/01\/skype-abhoren-oder-wie-sich-deutsche-richter-das-e-mail-schreiben-vorstellen","title":{"rendered":"Skype abh\u00f6ren oder wie sich deutsche Richter das E-Mail-Schreiben vorstellen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2011\/01\/310111_1.jpg\" alt=\"akte\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/p>\n<p align=left><a href=\"http:\/\/ijure.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/LG_Landshut_4_Qs_346-10.pdf\">Beschluss<\/a> des Landgerichts Landshut: &#8222;Zwar muss der Beschuldigte um eine E-Mail verfassen zu k\u00f6nnen, eine Verbindung zu einem Server aufbauen, der ihm die erforderliche Maske zur Verf\u00fcgung stellt. Der Vorgang des Schreibens der E-Mail findet dann aber ohne Datenaustausch statt, da die einzelnen Buchstaben nicht sofort an den Server weiter \u00fcbertragen werden. Die E-Mail wird erst dann zum Server und damit in die Au\u00dfenwelt transportiert, wenn der Beschuldigte den IIVersenden-Button&#8220; bet\u00e4tigt. H\u00e4lt man sich diese technischen Vorg\u00e4nge vor Augen, kann nach Auffassung der Kammer &#8211; auch im Lichte der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Unzul\u00e4ssigkeit der Online-Durchsuchung (NJW 2008, 822) &#8211; beim Schreiben einer E-Mail noch nicht von einern Vorgang der Telekommunikation gesprochen werden.&#8220; (via <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2011\/01\/31\/lka-bayern-setzt-trojaner-ein\/\">law blog<\/a>, mehr dazu bei <a href=\"http:\/\/ijure.org\/wp\/archives\/476\">ijure.org<\/a>)<\/p>\n<p>Bruhahahah. Das ist ja wieder ein gefundenes Fressen f\u00fcr unsere Verschw\u00f6rungstheoretiker zum Thema &#8222;Online-Durchsuchung&#8220;. Hier geht es aber um Skype (vgl. auch den <a href=\"http:\/\/ijure.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/AG_Landhut_Anordnung-TKUe.pdf\">Beschluss<\/a> des LG Landshut dazu.) Der Beschuldigte kommunizierte via Skype und benachrichtigte die Gespr\u00e4chspartner vorher durch eine SMS.<\/p>\n<p>Frage: Wie kam der so genannte &#8222;Trojaner&#8220; (der keiner ist) auf den Rechner des beschuldigten? (Es ging \u00fcbrigens um die p\u00f6hsen Drogen.) Was w\u00e4re gewesen, wenn der Beschuldigte <i>nicht<\/i> den Internet-Explorer f\u00fcr Windows, sondern <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Galeon\">Galeon<\/a> f\u00fcr Linux benutzt h\u00e4tte?<\/p>\n<p>Zum Thema habe ich am <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2010\/10\/09\/skype-heimlich-auf-den-rechner-spielen\">09.20.2010<\/a> ausf\u00fchrlich gebloggt &#8211; &#8222;Skype: Heimlich auf den Rechner spielen&#8220;:<\/p>\n<p>Udo Vetter scheint vergessen zu haben, dass er <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2010\/08\/17\/skype-staat-hort-mit\/\">zum Thema Skype<\/a> schon am 17.8.2010 gebloggt hat. Er verwies damals auf den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skype#Abh.C3.B6rsicherheit\">Wikipedia-Eintrag zu Skype<\/a>, wo man lesen kann, worum es eigentlich geht. Nat\u00fcrlich kann man Skype anh\u00f6ren, aber nicht mit Methoden, die der real gar nicht existierenden &#8222;Online-Durchsuchung&#8220; irgendwie \u00e4hneln. Man kann also mitnichten, wie Spiegel offline suggiert, einfach so &#8222;heimlich&#8220; ein Programm auf fremde Computer &#8222;spielen.&#8220; Nein, das kann man nur, wenn man den physikalischen Zugriff hat und Software installieren darf (der Besitzer des Rechner muss also ein DAU sein.)<\/p>\n<p align=left><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/10\/091010_1.jpg\" alt=\"skype_abh\u00f6ren\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/p>\n<p align=left>\n<p>Eine ausf\u00fchrbare Datei, die per E-Mail-Anhang verschickt werden kann? Da lachen ja die H\u00fchner!. Und die installiert das Zielobjekt nichtsahnend? Und der Verd\u00e4chtige hat auch weder einen Mac noch Linux?  Ich zitiere mich selbst vom <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2009\/08\/27\/minipanzer-und-skype\">27.08.2009<\/a>: <\/p>\n<p><i>In der <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/Skype-Wanze-im-Quelltext-veroeffentlicht--\/meldung\/144348\">Heise-Meldung<\/a> von gestern heisst es: &#8222;Ein Schweizer Software-Entwickler hat auf seinen Seiten den Quelltext zu einem Programm <a href=\"http:\/\/www.megapanzer.com\/2009\/08\/25\/skype-trojan-sourcecode-available-for-download\/\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>, das verschl\u00fcsselte Kommunikation \u00fcber Skype heimlich belauschen kann. Das Programm ist dazu vorgesehen, als Trojanisches Pferd auf einem PC eingeschmuggelt zu werden. Dort klinkt es sich nach Angaben des Autors in den laufenden Skype-Prozess ein, schneidet die Audio-Daten der Gespr\u00e4che heimlich mit und l\u00e4dt sie dann als MP3-Dateien auf einen externen Server.&#8220;<\/p>\n<p>Das habe ich mir genauer angesehen. Das Trojanische Pferd ist mitnichten ein &#8222;Bundestrojaner&#8220;, den es bekanntlich nicht gibt, sondern das Programm <a href=\"http:\/\/www.megapanzer.com\/source-code\/#skypetrojan\">Minipanzer<\/a>: &#8222;Minipanzer is a trojan horse that disguises as any kind of file type and when executed on a victims system it collects all sensitive data like account information etc. and sends it to an email address owned by the attacker. It is a one-shot-trojan. It doesn\u2019t install on a target system but only executes its payload and removes itself afterwards.&#8220;<\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/www.megapanzer.com\/2009\/08\/25\/skype-trojan-sourcecode-available-for-download\/\">dazugeh\u00f6rigen Blog<\/a> heisst es: &#8222;The code is simple and straightforward. You have know malware development is no rocket science and if you expect big magic you are at the wrong place.&#8220; Am besten hat mir der Kommentar &#8222;Giovannis&#8220; gefallen: &#8222;Despite what some people say, Skype has never been secure. It is relatively easy to hack skype accounts, skype does not even check if the same user logs in simultaneusly on different machines and what is worst, the second user can get a copy of all the chats. Skype is good for housewifes that want to chat a bit with their kids, but for confidential conversations the use of strong voice encryption is required. In our company we tested many of them, we now keep with <a href=\"http:\/\/www.securstar.com\/products_phonecrypt.php\">PhoneCrypt from<\/a> securstar as it proved to be very good, stable, and with an excellent voice quality.&#8220;<\/p>\n<p>Ich verweise auf mein hiesiges Posting &#8222;<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/01\/24\/bayerntrojaner-zum-abhoren-von-internet-telefonie\/\">\u201cBayerntrojaner\u201d zum Abh\u00f6ren von Internet-Telefonie?&#8220;<\/a> sowie auf meinen Artikel in der <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/internet\/868950.html\">Netzeitung<\/a>: &#8222;Wenn der Laptop zweimal klingelt&#8220;.<\/i><\/p>\n<p>Auf law blog gab es einen interessanten Kommentar: &#8222;@mark: es geht um einen einfachen Audio-Capture-Client mit Streamingfunktion der sich fernwarten l\u00e4sst. Der Programmieraufwand daf\u00fcr betr\u00e4gt ca. 20-30 h. Dazu kommt dann die Sonderfunktionalit\u00e4t f\u00fcr Skype die man noch mal mit der gleichen Zeit veranschlagen kann. Dazu noch Tests sowie der Server. Alles in allem ein Projekt, dass sich mit nur einem Mann-Monat stemmen l\u00e4sst. Selbst bei einem Stundenpreis von vollkommen utopischen 500\u20ac f\u00fcr den Entwickler reden wir hier von Entwicklungskosten im sehr niedrigen 5stelligen Bereich. Bei den Preisen muss die Software nur ein einziges Mal zum Einsatz kommen, damit sie sich f\u00fcr die entwickelnde Firma rechnet. Ich bleibe dabei: hier wird \u00fcber den Tisch gezogen.&#8220;<\/p>\n<p>Nach mal langsam zum Mitschreiben: Man kann nichts heimlich auf fremde Rechner spielen, wenn der Besitzer das nicht will. Kapiert?<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8727?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8727?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_8727 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_8727')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_8727').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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