{"id":7036,"date":"2010-10-23T18:50:01","date_gmt":"2010-10-23T16:50:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=7036"},"modified":"2010-10-23T19:24:18","modified_gmt":"2010-10-23T17:24:18","slug":"onlien-erotica-and-cyberporn-on-a-screen-near-you","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2010\/10\/23\/onlien-erotica-and-cyberporn-on-a-screen-near-you","title":{"rendered":"Online Erotica and Cyberporn: on a screen near you"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/weblog\/210903_1.jpg\" alt=\"cyberporn\" border=\"10\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" align=\"right\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"240\" \/>Jeder Mensch, der bei der Zeichenkette &#8222;Kinderpornorgrafie im Internet&#8220; nicht gleich den Kopf zum Gebet abnimmt, wei\u00df, dass dieser populistische Kampfbegriff den Zensur-Lobbyisten nur dazu dient, das Internet technisch zu \u00fcberwachen und\/oder reaktion\u00e4re gesellschaftlichspolitische Ideen durchzupeitschen. Das was von Anfang an so. Ich schrieb im <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=2211\">September 2003<\/a> auf meinen Blog:<\/p>\n<p><i>Gesellschaftliche Regeln Tabus besitzen eine quasi-religi\u00f6se Konsistenz: sie grenzen ein, was gesagt und gedacht werden kann, sie stiften die Identit\u00e4t einer Gruppe und ritualisieren den \u00f6ffentlichen Diskurs dar\u00fcber. In den siebziger Jahren diskutierte die \u00d6ffentlichkeit in der alten Bundesrepublik das Thema &#8222;Drogen&#8220;, hysterisch, ohne R\u00fccksicht auf die Fakten und mit einer puritanischen Attitude als Konsens, die heute nur noch l\u00e4cherlich wirkte. Niemand w\u00fcrde heute die Medien auf sich aufmerksam machen, warnte man davor, im &#8222;Internet&#8220; gebe es Informationen dar\u00fcber, welche Cannabis-Sorten in Holland gerade besonders g\u00fcnstig zu erwerben w\u00e4ren. Experten durften damals ungestraft in medizinische Fachb\u00fccher schreiben, Opiate wie Heroin bewirkten Hirnsch\u00e4den oder Haschisch machte s\u00fcchtig. Beide Thesen sind gleichmassen grober Unfug. (&#8230;)<\/p>\n<p>Dieser Hype zum Thema Kinderpornografie im Internet setzte voraus, dass die Selbstkontrolle der Medien v\u00f6llig versagte, weil niemand die Fakten nachpr\u00fcfen wollte. Die quotentr\u00e4chtige, weil angstbesetzte Schlagzeilen wie &#8222;immer mehr (Kinder)Pornografie im Netz&#8220; versprachen offenbar mehr Wohlwollen der Rezipienten als die unbequeme Recherche, die diese Behauptung schnell ad absurdum gef\u00fchrt h\u00e4tte. Die Berichte in den Zeitungen und Fernsehsendern der letzten f\u00fcnf Jahre zu diesem Thema, die versuchen, sich der Realit\u00e4t anzun\u00e4hern und nicht nur Presseerkl\u00e4rungen bestimmter Lobby-Gruppen unkommentiert \u00fcbernahmen, kann man an einer Hand abz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Franz Wegener schrieb 1996 in einem Artikel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.fitug.de\/archiv\/presse\/fw3.html\">Cyberpornographie: Chronologie einer Hexenjagd<\/a>&#8220; &#8211; f\u00fcr die mittlerweile nicht mehr existierende Zeitschrift &#8222;Intro&#8220; des Kulturf\u00f6rdervereins Ruhrgebiet e.V. &#8211; : &#8222;Kaum zu glauben: Der momentane Medien-Hype \u00fcber Pornogaphie im Internet, der nun auch die 200 von Compuserve gesperrten Usenet-Gruppen zum Opfer gefallen sind, basiert in erster Linie auf einem <a href=\"http:\/\/www.time.com\/time\/magazine\/article\/0,9171,983116,00.html\/\">schlampig geschriebenen Artikel<\/a> von Time-Autor Philip Elmer-Dewitt \u00fcber die Studie &#8222;Marketing Pornography on the Information Superhighway&#8220; von Martin Rimm&#8230;, der die Untersuchungsergebnisse einer Studie, die sich auch mit Pornographie im Internet befa\u00dft, stark verzerrt wiedergegeben hat. Der Artikel&#8230;hatte schlicht und ergreifend keine faktische Grundlage.&#8220;<\/p>\n<p>Das hinderte aber die Mehrzahl der Journalisten in Deutschland nicht daran, den Artikel als ernst zu nehmende Quelle einfach zu \u00fcbernehmen. Die Nachwirkungen sind noch heute zu sp\u00fcren: Wer es wagt, sich dem irrationalen Mainstream des Diskurses entgegenzustemmen, wird scheel angesehen, als sympathisiere er mit Kindersch\u00e4ndern. (&#8230;)<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Artikel  der Time war Martin Rimms Studie &#8222;<a href=\"http:\/\/www.sics.se\/~psm\/kr9512-001.html\">Marketing Pornography on the Information Superhighway<\/a>&#8220; von der Carnegie Mellon Universit\u00e4t in Pittsburgh. In dieser Publikation geht es um Pornography on Computer Network? &#8211; also nicht prim\u00e4r um das Intenet, sondern um vernetzte Computer allgemein. Die Studie besch\u00e4ftigt sich vornehmlich mit rund siebzig privaten Mailboxen (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bulletin_board_system\">Bulletin Board System<\/a>, abgek\u00fcrzt BBS), die in technischer Hinsicht mit dem Internet nicht verbunden und auch kein Teil dessen sind. Am Rande widmete sich Rimm <a href=\"http:\/\/www.newzbot.com\/search.php?t=group&#038;q=porn&#038;gtag=usenet\">drei Dutzenden Diskussionsforen im Usenet<\/a> &#8211; die wiederum haben mit dem World Wide Web nichts zu tun. Im WWW analysierte der Autor circa zehntausend Seiten, er fand (im Jahr 1995) nur auf neun Webseiten harte Pornografie &#8211; Kinderpornografie \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p>Die Studie Rimms wurde aber als &#8222;the first systematic study of pornography on the Information Superhighway&#8220;, kategorisiert, als z\u00f6ge man eine Expertise der Bundesbahn \u00fcber den Gleisbau zur Konzeption neuer Autobahnen heran. Im Unterschied zu Grafiken im Internet kann der Nutzer eine Mailbox nicht sehen, welche Inhalte auf ihnen zu finden sind, er muss sich nach bestimmten Schl\u00fcsselbegriffen orientieren, bevor er eine Datei auf seinen Rechner kopiert. Die Studie Rimms beschr\u00e4nkte sich im wesentlichen auf Mailboxen, die ihre Inhalte selbst als &#8222;commercial&#8220; oder gar &#8222;adult&#8220; anpriesen &#8211; kein Wunder, dass dort Pornografie zu finden war. Das war ihr eigentlicher Zweck.<\/i><\/p>\n<p>Man kann die Geschichte dieses Hypes nicht rational diskutieren. Das scheitert in der Regel daran, dass Zensur-Lautsprecher wie Bosbach, <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/BKA-Chef-Zur-Online-Durchsuchung-gibt-es-keine-Alternative-196039.html\">Volksverdummer<\/a> wie der BKA-Pr\u00e4sdident Ziercke oder die Jugendschutzwarte gar nicht wissen, was eine Mailbox ist. Sie werden daher auch nicht begreifen, dass &#8222;Cyberporn&#8220; schon immer viel L\u00e4rm um nichts Wichtiges war.<\/p>\n<p>Auf <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2010-10\/bka-loeschlisten-kinderpornografie?page=all\">Zeit Online<\/a> lesen wir heute das aktuelle Update des Hypes. &#8222;Cyberporn&#8220; wurde im lauf der Jahre ersetzt durch die Sprechblase &#8222;Kinderpornografie&#8220;. Die Parole &#8222;L\u00f6schen statt sperren&#8220; ist nur deshalb erfunden worden, um den <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,619509,00.html\">Bef\u00fcrwortern der Sperrlisten<\/a> und sinnfreien <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/fotostrecke\/fotostrecke-41617.html\">Stoppschildern<\/a> den Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider haben auch <a href=\"http:\/\/www.vorratsdatenspeicherung.de\/component\/option,com_frontpage\/Itemid,1\/lang,de\/\">die Guten<\/a> diese Parole aufgegriffen, weil man froh sein muss, dass der gesellschaftliche Konsens der Komitess f\u00fcr die unmoralischen Umtriebe im Internet nicht die einstweilige Erschie\u00dfung von <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/11\/11\/wohnungsdurchsuchung-bei-mir-heute-fruh\">Leuten wie mir<\/a> durchgesetzt haben. In Wahrheit ist &#8222;L\u00f6schen statt sperren&#8220; genau so ein Quatsch wie Sperrlisten &#8211; es gibt nicht zu sperren, was des Sperrens w\u00fcrdig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Schauen wir uns doch die <a href=\"http:\/\/gruen-digital.de\/2010\/10\/bka-statistiken-werden-veroeffentlicht-endlich-fundierte-datenlage-fuer-alle\/\">Liste der Websites<\/a> an, auf die das BKA ein virtuelles Auge geworfen hat. Kein einziges deutschen Medium hat erw\u00e4hnt, dass die US-amerikanische gesetzliche Grundlage, was &#8222;Kinderpornografie&#8220; sei, eine andere ist als die deutsche und dass deutsche Beh\u00f6rden weder das Recht noch die geringste Chance haben zu fordern, dass die dortigen Provider &#8222;einschl\u00e4giges&#8220; Material l\u00f6schen. Und nat\u00fcrlich kann jeder in zehn Sekunden <a href=\"http:\/\/whois.domaintools.com\/teensnow.com\">herausfinden<\/a> (das ist <i>keine<\/i> Website mit Kipo, Herr Internet-Blockwart!), welche Firma welchen Server hostet &#8211; und das nicht nur in den USA, sondern weltweilt.  Wer diese beiden wesentlichen Fakten unterschl\u00e4gt, ist ebenfalls ein Volksverdummer.<\/p>\n<p>&#8222;Von Erfolg oder Misserfolg der L\u00f6schbestrebungen h\u00e4ngt ab, wie es mit dem sogenannten Zugangserschwerungsgesetz weitergeht&#8220;, schreibt Zeit online affirmativ. Wer das Orwellsche Neusprech der Zensur-Lobby \u00fcbernimmt und statt Zensurgesetz &#8222;Zugangserschwernisgesetz&#8220; sagt, outed sich selbst als jemand, der nicht wei\u00df, was Journalismus sein k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Der Artikel auf zeit Online nennt auch keinen Autor. Das liegt vermtulich daran, dass man bei moraltheologischen Themen wie Drogen, Rechtsextremismus und Kinderpornograpfie im internet auch die Volont\u00e4re ranlassen kann. Recherche (<i>Wo, verdammt noch mal, gibt es \u00f6ffentliche zug\u00e4ngliche Kinderpornografie im World Wide Web? Nicht zu vergessen: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/World_Wide_Web\">World Wide Web<\/a> bekanntlich kein Synonym f\u00fcr Internet.<\/i>) ist nicht erw\u00fcnscht und man wei\u00df ja eh, was bei dem Artikel herauskommt.<\/p>\n<p>Liebe wohlwollende Leserin und lieber geneigter Leser! Sie werden verstehen, dass mich das Thema nur noch ankotzt und ich keine Lust habe, dar\u00fcber auch nur ein Wort zu verlieren. Man ist nur noch von einem Haufen Irrer umgeben.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7036?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7036?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_7036 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_7036')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_7036').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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