{"id":66014,"date":"2026-07-18T22:03:57","date_gmt":"2026-07-18T20:03:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=66014"},"modified":"2026-07-18T22:03:57","modified_gmt":"2026-07-18T20:03:57","slug":"chinas-wirtschaft-verliert-an-tempo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/07\/18\/chinas-wirtschaft-verliert-an-tempo","title":{"rendered":"Chinas Wirtschaft verliert an Tempo"},"content":{"rendered":"<p><i>Ich habe mir Michael Roberts&#8216; informativen Artikel <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2026\/07\/15\/chinas-slowdown\/\">China\u2019s slowdown<\/a> vom 13,06. \u00fcbersetzen lassen, Links hinzugef\u00fcgt und einiges umformuliert. Die Grafiken stammen auch von dort.<\/i><\/p>\n<p>Das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat sich im zweiten Quartal deutlich abgeschw\u00e4cht. Gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum stieg die Wirtschaftsleistung nur noch um 4,3 Prozent, nach 5,0 Prozent im ersten Quartal. Damit fiel das Ergebnis schw\u00e4cher aus als von den meisten Analysten erwartet und markiert das geringste Quartalswachstum seit den pandemiebedingten Lockdowns im Jahr 2022. Trotz dieser Schw\u00e4chephase liegt das reale BIP-Wachstum im ersten Halbjahr 2026 mit 4,7 Prozent im Jahresvergleich weiterhin innerhalb der von der chinesischen Regierung angestrebten Zielspanne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_1.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Dennoch sehen sich viele westliche &#8222;Experten&#8220; durch diese Entwicklung in ihrer Auffassung best\u00e4tigt, China steuere unausweichlich auf eine Phase der Stagnation zu. So schrieb etwa Ruchir Sharma bereits vor Ver\u00f6ffentlichung der j\u00fcngsten Wachstumszahlen <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/0dbbef33-059b-4ec9-b504-31f37a0c4053\">in der Financial Times<\/a>:<\/p>\n<p><i>Obwohl viele Prognosen weiterhin davon ausgehen, dass China die USA als gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt \u00fcberholen wird, erreichte das chinesische Wachstum bereits 2021 seinen H\u00f6hepunkt. Seither ist Chinas Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt zu laufenden Preisen von 18 auf 16,5 Prozent gesunken, w\u00e4hrend der Anteil der USA auf 26 Prozent gestiegen ist. Chinas Wachstumstempo liegt inzwischen unter dem des \u00fcbrigen Weltwirtschaft, einschlie\u00dflich der Vereinigten Staaten. Unabh\u00e4ngige Sch\u00e4tzungen gehen inzwischen davon aus, dass das reale Wachstum Chinas n\u00e4her bei null liegt als beim offiziellen Zielkorridor von 4,5 bis 5 Prozent.<\/i><\/p>\n<p>Diese Argumente verdienen genauer gepr\u00fcft zu werden.<\/p>\n<p>Erstens mag Chinas reales Wirtschaftswachstum bereits 2014 seinen H\u00f6chststand erreicht haben. Doch der Abstand zu den f\u00fchrenden westlichen Industriestaaten ist keineswegs verschwunden. Im Durchschnitt lag Chinas Wachstumsrate seit 2014 mehr als vier Prozentpunkte \u00fcber dem Mittelwert der G7-Staaten. Das Land expandierte also trotz sinkender Dynamik weiterhin deutlich schneller als die gro\u00dfen entwickelten Volkswirtschaften.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_2.png\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Ja, gemessen zu <i>nominalen<\/i> Preisen ist Chinas Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt tats\u00e4chlich zur\u00fcckgegangen. <i>Real<\/i>, also kaufkraftbereinigt, zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Sharma argumentiert hier daher zumindest einseitig.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang des nominalen Anteils ist vor allem auf die Abwertung des chinesischen Yuan gegen\u00fcber dem ungew\u00f6hnlich starken US-Dollar sowie auf die Deflation im Inland zur\u00fcckzuf\u00fchren. Da das nominale BIP in aktuellen US-Dollar berechnet wird, f\u00fchren Wechselkurs- und Preisver\u00e4nderungen dazu, dass die Gr\u00f6\u00dfe der chinesischen Volkswirtschaft im internationalen Vergleich k\u00fcnstlich kleiner erscheint.<\/p>\n<p>Betrachtet man die Wirtschaftsleistung dagegen auf Basis der Kaufkraftparit\u00e4t (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Purchasing_power_parity\">Purchasing Power Parity<\/a>, PPP), werden die Verzerrungen durch Wechselkursschwankungen weitgehend ausgeblendet. Nach diesem Ma\u00dfstab ist Chinas Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung nicht um 1,5 bis 2 Prozentpunkte gesunken, sondern um rund 1,4 Prozentpunkte gestiegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_3.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Auch die Behauptung Sharmas, Chinas Wirtschaft wachse inzwischen langsamer als der Rest der Welt, h\u00e4lt der Autor  [Michael Roberts] f\u00fcr nicht \u00fcberzeugend. Zur Untermauerung verweist Sharma auf angeblich &#8222;unabh\u00e4ngige Sch\u00e4tzungen&#8220;, wonach das reale Wachstum Chinas eher bei null Prozent liege als im offiziellen Zielkorridor von 4,5 bis 5 Prozent.<\/p>\n<p>Doch worauf st\u00fctzen sich diese \u201eunabh\u00e4ngigen\u201c Sch\u00e4tzungen? Nach Ansicht des Autors im Wesentlichen auf eine einzige Quelle: die westliche <a href=\"https:\/\/rhg.com\/research\/chinas-economy-rightsizing-2025-looking-ahead-to-2026\/\">Denkfabrik Rhodium Group<\/a>, die sich auf China-Analysen spezialisiert hat. Die Rhodium Group verwirft die offiziellen chinesischen BIP-Daten mit der Begr\u00fcndung, sie seien systematisch zu hoch angesetzt und spiegelten die schwache Binnennachfrage nicht angemessen wider.<\/p>\n<p>Stattdessen <a href=\"https:\/\/rhg.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Appendix-Methodology-of-Output-Calculations.pdf\">versucht Rhodium<\/a>, das Wirtschaftswachstum von unten nach oben zu berechnen, indem die Ausgaben einzelner Wirtschaftssektoren getrennt analysiert werden \u2013 und zwar auf Basis der Ausgaben, nicht der Produktion. Nach Auffassung des Autors l\u00e4uft diese Methode letztlich darauf hinaus, die offiziellen Investitionszahlen stark nach unten zu korrigieren und sie weitgehend am Immobiliensektor auszurichten.<\/p>\n<p>Gerade dieser Sektor befindet sich jedoch seit Jahren in einer tiefen Krise. W\u00e4hrend die gesamten Anlageinvestitionen Chinas im Jahresvergleich um 5,7 Prozent wachsen, sind die Investitionen in Immobilien um 18 Prozent eingebrochen. Indem Rhodium die Entwicklung des Immobilienmarktes praktisch zum Ma\u00dfstab f\u00fcr die gesamte Investitionst\u00e4tigkeit macht, werde das gesamtwirtschaftliche Wachstum zwangsl\u00e4ufig nach unten gezogen. Wer die Immobilieninvestitionen als Stellvertreter f\u00fcr die gesamte chinesische Investitionsdynamik verwende, m\u00fcsse sich daher nicht wundern, am Ende nahezu kein Wirtschaftswachstum mehr zu errechnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_4.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Die Rhodium Group st\u00fctzt ihre Wachstumsberechnungen fast ausschlie\u00dflich auf Nachfrageindikatoren wie Einzelhandelsums\u00e4tze, Kreditwachstum und das Konsumklima. Angebotsseitige Kennzahlen \u2013 etwa die Industrieproduktion, die Exporte oder die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes \u2013 blieben dagegen weitgehend unber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Allerdings folgen nicht alle westlichen Institutionen diesem Ansatz. So \u00fcbernimmt auch die Bank von Finnland die offiziellen chinesischen BIP-Daten nicht ungepr\u00fcft. Stattdessen orientiert sie sich an Produktionsindikatoren wie der Stromerzeugung, dem Schieneng\u00fcterverkehr und den Nettoexporten. Auf dieser Grundlage kommt sie zwar zu dem Ergebnis, dass Chinas reales Wirtschaftswachstum etwa einen Prozentpunkt unter den offiziellen Angaben liegt. Doch selbst danach w\u00fcrde die chinesische Wirtschaft derzeit noch rund vier Prozent pro Jahr wachsen.<\/p>\n<p>Auch die aktuellen Produktionsdaten sprechen gegen die These eines nahezu stagnierenden Wirtschaftswachstums. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die chinesische Industrieproduktion um 5,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum. Das verarbeitende Gewerbe legte um 6 Prozent zu, w\u00e4hrend der Technologiesektor sogar ein Wachstum von 14 Prozent verzeichnete.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_5.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Ein Blick auf die chinesische Industrie zeigt  deutlich, dass vor allem die Auslandsnachfrage den j\u00fcngsten Aufschwung tr\u00e4gt. Besonders kr\u00e4ftig expandierten die Branchen Schienenfahrzeuge, Schiffbau und Luft- und Raumfahrt mit einem Plus von 18,2 Prozent. Die Automobilindustrie legte um 8,7 Prozent zu, w\u00e4hrend die Produktion von Computern, Kommunikations- und Elektroniktechnik um 15,7 Prozent wuchs.<\/p>\n<p>Besonders dynamisch entwickelte sich die Halbleiterproduktion. Sie erreichte mit einem Anstieg von 25,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum den h\u00f6chsten Zuwachs seit 17 Monaten \u2013 ein weiterer Hinweis auf den anhaltenden Boom im chinesischen Technologiesektor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_6.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Allerdings w\u00e4re es verfehlt, die gegenw\u00e4rtige Abschw\u00e4chung der Investitionst\u00e4tigkeit zu ignorieren. Die Anlageinvestitionen gingen im ersten Halbjahr gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent zur\u00fcck und erreichten damit den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Die Investitionen des privaten Sektors sanken um 8,5 Prozent, w\u00e4hrend auch die Investitionen staatseigener Unternehmen weiter nachgaben und nur noch 2,3 Prozent zulegten. Sowohl private als auch staatliche Unternehmen scheinen gr\u00f6\u00dfere Investitionsvorhaben aufzuschieben, was das ohnehin schwache Investitionsklima zus\u00e4tzlich belastet.<\/p>\n<p>Die Ursachen liegen vor allem in der anhaltenden Krise des Immobiliensektors sowie in den finanziellen Problemen vieler Lokalregierungen, die noch immer unter der hohen Verschuldung leiden, die w\u00e4hrend des Immobilienbooms aufgebaut wurde. Diese beiden Faktoren seien die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die vergleichsweise schwache Binnennachfrage.<\/p>\n<p>Zwar fallen die Immobilienpreise weiterhin, allerdings deutlich langsamer als zuvor; in einigen St\u00e4dten sind inzwischen sogar wieder leichte Preissteigerungen zu beobachten. Dennoch bleibt die Investitionsschw\u00e4che bestehen. Selbst wenn der Immobiliensektor ausgeklammert wird, lagen die Anlageinvestitionen in den sechs Monaten bis Juni 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damit hat sich der R\u00fcckgang gegen\u00fcber den ersten f\u00fcnf Monaten des Jahres, als er noch 1,2 Prozent betrug, weiter verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_7.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor, der die Binnennachfrage belastet, ist der Schulden\u00fcberhang, den der Zusammenbruch des Immobilienbooms hinterlassen hat. Die Hauptlast tragen inzwischen die Lokalregierungen. Viele der Kredite, die sie w\u00e4hrend der Boomjahre an private Immobilienentwickler vergaben oder absicherten, belasten noch immer ihre Haushalte. Dadurch fehle zahlreichen Kommunen der finanzielle Spielraum f\u00fcr neue Investitionen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Zentralregierung und die staatlichen Banken ihre Investitionen sowie die Kreditvergabe gezielt auf die sogenannten \u201eneuen Produktivkr\u00e4fte\u201c \u2013 insbesondere Hochtechnologie und Solarindustrie \u2013 ausweiten, k\u00f6nnen viele Lokalregierungen diesen Kurs wegen ihrer hohen Verschuldung nicht mitgehen.<\/p>\n<p>Der deutliche R\u00fcckgang der gesamtwirtschaftlichen Investitionen sei deshalb zu einem erheblichen Teil eine Sp\u00e4tfolge des Immobilienbooms und der damaligen expansiven Finanzierungspolitik der Kommunen. Der Autor sieht darin einen grundlegenden politischen Fehler der chinesischen F\u00fchrung: Sie habe die Urbanisierung des Landes und den Wohnungsbau weitgehend dem privaten Sektor \u00fcberlassen, anstatt fr\u00fchzeitig ein staatlich gesteuertes, landesweites Wohnungsbauprogramm aufzulegen. Stattdessen finanzierten viele Lokalregierungen private Bautr\u00e4ger und f\u00f6rderten damit einen massiven Ausbau spekulativer Investitionen.<\/p>\n<p>Zwar musste angesichts der rasanten Verst\u00e4dterung dringend neuer Wohnraum geschaffen werden. Doch anstatt vor allem Mietwohnungen zu errichten, setzte China weitgehend auf den Markt und auf private Bautr\u00e4ger, die Wohnungen zum Verkauf entwickelten. Pr\u00e4sident Xi Jinping brachte die daraus entstandene Fehlentwicklung sp\u00e4ter selbst mit dem Satz auf den Punkt: <b>&#8222;Wohnungen sind zum Wohnen da, nicht zum Spekulieren.&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt auch, weshalb sich heute der Gro\u00dfteil der chinesischen &#8222;Zombie-Unternehmen&#8220; im Immobiliensektor befindet. Viele dieser hoch verschuldeten Bautr\u00e4ger bremsen weiterhin Investitionen und Wachstum. Gleichzeitig mussten die Lokalregierungen einen erheblichen Teil der faulen Kredite \u00fcbernehmen, obwohl ihre M\u00f6glichkeiten zur Neuverschuldung begrenzt sind und die Unterst\u00fctzung aus Peking bislang nur begrenzt ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Trotz dieser strukturellen Probleme setzt sich Chinas wirtschaftliche Expansion fort \u2013 sie st\u00fctzt sich derzeit jedoch vor allem auf den Au\u00dfenhandel. Ungeachtet der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump verh\u00e4ngten Z\u00f6lle und weiterer Sanktionen erreichten die chinesischen Exporte neue Rekordwerte. Im Juni 2026 stiegen sie gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat um 27 Prozent auf den historischen H\u00f6chststand von 412 Milliarden US-Dollar. F\u00fcr das gesamte erste Halbjahr summierten sich die Ausfuhren auf 2,12 Billionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 17,6 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht. Angetrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch zwei Trends: den weltweiten Boom beim Ausbau von Infrastrukturen f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz sowie den starken Anstieg der Exporte von gr\u00fcnen Technologien.<\/p>\n<p>Auf die in westlichen Medien h\u00e4ufig erhobenen Vorw\u00fcrfe, China <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2026\/04\/29\/global-imbalances-a-symptom-not-a-cause\/\">versch\u00e4rfe mit seinen Exporterfolgen<\/a> globale Ungleichgewichte oder <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2024\/04\/10\/chinas-unfair-overcapacity\/\">\u00fcberschwemme die Weltm\u00e4rkte<\/a> mit Billigprodukten aus angeblichen \u00dcberkapazit\u00e4ten, geht der Autor an dieser Stelle nicht n\u00e4her ein; diese Kritik habe er bereits fr\u00fcher ausf\u00fchrlich behandelt.<\/p>\n<p>Stattdessen nimmt er eine neuere Argumentationslinie aufs Korn. Danach verdr\u00e4nge Chinas wachsender Anteil am Welthandel zunehmend andere Exportl\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens. Der Autor h\u00e4lt diese These f\u00fcr wenig \u00fcberzeugend. Vor zwei Jahrzehnten h\u00e4tten westliche Beobachter Chinas Exporterfolge kaum kritisiert, solange diese vor allem als Ergebnis westlicher Unternehmen galten, die in China produzierten. Erst seit chinesische Unternehmen selbst in zahlreichen Schl\u00fcsselindustrien die technologische F\u00fchrung \u00fcbernommen h\u00e4tten, werde behauptet, ihr Erfolg schade \u00e4rmeren Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein Gegenbeispiel ist Vietnam. Das Land verfolge ein \u00e4hnliches Wirtschaftsmodell mit einem starken staatlichen Sektor neben privatwirtschaftlichen Unternehmen. Dennoch habe Vietnam seinen Anteil an den weltweiten Exporten in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich ausgebaut \u2013 von rund 1,2 Prozent auf etwa 1,35 Prozent. Dies spricht gegen die Behauptung, Chinas Exporterfolge w\u00fcrden zwangsl\u00e4ufig andere Volkswirtschaften des Globalen S\u00fcdens vom Weltmarkt verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/07\/180726_8.jpg\" border=\"1\" width=\"480\" alt=\"economy china\"\/><\/p>\n<p>Nach Auffassung des Autors verdr\u00e4ngt China Vietnam keineswegs vom Weltmarkt. <b>Dass viele andere L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens ihre Exportanteile nicht ausbauen konnten, liege vielmehr daran, dass ihre Volkswirtschaften weitgehend von ausl\u00e4ndischen multinationalen Konzernen dominiert w\u00fcrden und weder \u00fcber einen starken staatlichen Wirtschaftssektor noch \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige industriepolitische Strategie verf\u00fcgten.<\/b> Verantwortlich f\u00fcr das ausbleibende wirtschaftliche Aufholen des Globalen S\u00fcdens sei daher nicht China, sondern die <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2024\/07\/17\/catching-up-and-falling-behind\/\">fortbestehenden Strukturen des Imperialismus<\/a>.<\/p>\n<p>Chinas Binnenwirtschaft w\u00e4chst derzeit nicht so dynamisch w\u00e4chst, wie es w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Dennoch ist die Entwicklung des privaten Konsums keineswegs schwach: Seit 2014 hat der reale Konsum durchschnittlich mehr als sechs Prozent pro Jahr zugelegt \u2013 ein Tempo, das deutlich \u00fcber dem der G7-Staaten liege.<\/p>\n<p>Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die Krise des Immobilienmarktes ihren Tiefpunkt erreicht hat und die Lokalregierungen beginnen, ihren hohen Schuldenbestand schrittweise abzubauen. Gleichzeitig verzeichnen die Investitionen in Zukunftsbranchen, insbesondere im Technologiesektor, ein au\u00dferordentlich starkes Wachstum. Vor diesem Hintergrund sieht er gute Gr\u00fcnde f\u00fcr die Erwartung, dass China sein offizielles Wachstumsziel von 4,5 bis 5,0 Prozent im laufenden Jahr erreichen wird.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66014?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66014?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_66014 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_66014')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_66014').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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