{"id":65950,"date":"2026-07-06T16:39:15","date_gmt":"2026-07-06T14:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=65950"},"modified":"2026-07-06T16:39:15","modified_gmt":"2026-07-06T14:39:15","slug":"stalinismen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/07\/06\/stalinismen","title":{"rendered":"Stalinismen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3548363555\/\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/06\/110626_4.jpg\"\n     alt=\"Margarete Buber-Neumann\"\n     width=\"240\"\n     style=\"float:left; margin:10px;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Noch einige Textpassagen aus Margarete <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margarete_Buber-Neumann\">Buber-Neumanns<\/a>: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3548363555\/\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\">Von Potsdam nach Moskau. Situationen eines Irrwegs<\/a>. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der glaubt, durch B\u00fccher, die damals in der DDR erschienen, irgendetwas Wahres \u00fcber die Geschichte der Arbeiterbewegung zu erfahren. Und erst die dortige Th\u00e4lmann-Verehrung! Unfassbar, wenn man das mit den Fakten vergleicht. Das letzte Jahrhundert m\u00fcsste von der &#8222;Linken&#8220; komplett neu aufgearbeitet werden. Aber das wird nicht geschehen.<\/p>\n<p>Zu <b>Ernst Th\u00e4lmann<\/b>: &#8222;Schon im Laufe eines Satzes ging ihm h\u00e4ufig der Faden verloren, oder er unterlie\u00df es einfach, einen begonnenen Gedankengang zu Ende zu f\u00fchren. Daf\u00fcr aber sprach er um so lauter und mischte Hamburger Platt und Hochdeutsch beliebig durcheinander. Zwei Jahre lang traf ich Ernst Th\u00e4lmann bei den verschiedensten Gelegenheiten, er kam auch in unsere Wohnung, aber ich erlebte kein einziges Mal, da\u00df so etwas wie ein Gespr\u00e4ch mit ihm zustande kam. Th\u00e4lmann schien immer der Meinung zu sein, er sei den Anwesenden, wenn es auch nur zwei oder drei Leute waren, eine politisch tiefsch\u00fcrfende Betrachtung schuldig, genau das, wozu er ganz und gar unf\u00e4hig war. \u00bbTeddys\u00ab Stilbl\u00fcten waren f\u00fcr die Intelligenz der Partei ein gefundenes Fressen; manche von ihnen m\u00f6gen lediglich gut erfunden worden sein, einige aber beruhen sicher auf echten Ausspr\u00fcchen Th\u00e4lmanns. \u00bbWie ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlief&#8230;.\u00ab, \u00bb&#8230; in der Stunde des Augenblicks!\u00ab und \u00bbDie Stra\u00dfenbahner stehen mit dem einen Bein im Grab, mit dem anderen nagen sie am Hungertuch.\u00ab Worauf aus dem Publikum der Zuruf kam: \u00bbUnd wer klingelt!?\u00ab Oder jene besonders oft zitierte Formulierung: \u00bbMan mu\u00df die Frauen mit den eigens dazu geschaffenen Organen bearbeiten.\u00ab&#8220;<\/p>\n<p>Zu Stalin: &#8222;Heute, nach \u00fcber f\u00fcnf Jahrzehnten, ist es m\u00f6glich, die <b>Haltung Stalins<\/b> in einer anderen Perspektive zu sehen, n\u00e4mlich als logische Folge seines politischen Programms, das er bereits seit Ende der zwanziger Jahre in die Tat umzusetzen versuchte. Lenin hatte nach dem Sieg der Bolschewiki fest mit der Revolution in Deutschland gerechnet. Sie war ein wesentlicher Bestandteil seines Glaubens an den Internationalismus. Ein Gelingen des sozialistischen Aufbaus in Sowjetru\u00dfland setzte, nach Lenins Meinung, siegreiche Revolutionen in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern voraus. Nach Lenins Tod kamen seinem Nachfolger Stalin sehr bald Zweifel an der Richtigkeit und den Siegeschancen des Internationalismus. Schon Ende der zwanziger Jahre propagierte er deshalb den Aufbau des Sozialismus im eigenen Land. <\/p>\n<p>Nach 1930 aber begrub Stalin alle Hoffnungen auf Internationalismus und Weltrevolution im alten bolschewistischen Sinne und ersetzte sie durch einen handfesten russischen Nationalismus und imperialistische Expansionspl\u00e4ne. Revolutionen in den Nachbarl\u00e4ndern sollten von nun ab mit Hilfe der Roten Armee durchgef\u00fchrt werden. Mit dieser neuen au\u00dfenpolitischen Konzeption, die nichts mehr mit dem urspr\u00fcnglichen kommunistischen Programm der Bolschewiki zu tun hatte, \u00e4nderte sich auch Stalins Deutschlandpolitik. An die Stelle der Leninschen Hoffnung auf die deutsche Revolution trat Stalins Bem\u00fchen, eine solche Revolution zu verhindern. Seinen imperialistischen Zwecken war ein nationalistisches Deutschland dienlicher als ein kommunistisches. Deshalb tat er alles, um eine vereinigte kommunistisch-sozialdemokratische Aktion unm\u00f6glich zu machen, und ging sogar dazu \u00fcber, der KPD gemeinsame Aktionen mit den Nazis zu befehlen, w\u00e4hrend er sie zur gleichen Zeit zu immer heftigerer Opposition gegen die SPD antrieb. Stalin d\u00fcrfte ein sozialistisch-kommunistisches Deutschland gef\u00fcrchtet haben. Da er annahm, da\u00df die Kommunisten dann an die Macht k\u00e4men, f\u00fcrchtete er, da\u00df dann die Sektion der Komintern um der industriellen St\u00e4rke Deutschlands willen der sowjetrussischen Vormachtstellung gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><b>So tat er ab 1931 alles, um die Kampfkraft der KPD systematisch zu schw\u00e4chen und auf diese Weise eine kommunistische Revolution zu verhindern.<\/b> Stalins Sprachrohr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dmitri_Sacharowitsch_Manuilski\">Manuilski<\/a> versuchte, dieser Politik ein gleisnerisches M\u00e4ntelchen umzuh\u00e4ngen, indem er im Januar 1932 sagte, da\u00df der Nationalsozialismus als eine Art Vorspann f\u00fcr die proletarische Diktatur anzusehen sei, da er die SPD und die Gewerkschaften zertr\u00fcmmere. Danach w\u00fcrden sich die Massen der Arbeiter der F\u00fchrung der KPD anvertrauen. Auch nach 1933 verfolgte Stalin weiterhin zielbewu\u00dft seinen Plan, durch ein B\u00fcndnis mit dem nationalsozialistischen Deutschland seine expansiven Absichten zu verwirklichen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Germanowitsch_Kriwitzki\">Krivitsky<\/a>, der Leiter des Milit\u00e4rischen Nachrichtendienstes der Sowjets f\u00fcr Westeuropa, schrieb in seinem Buch \u00bb<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/1936274477\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\">Ich war in Stalins Dienst<\/a>\u00ab, das er nach seinem Absprung im Jahre 1940 verfa\u00dfte, da\u00df Stalin ihm den Befehl gegeben habe, trotz Hitlers Antikomintern die Kontakte mit Deutschland st\u00e4ndig aufrechtzuerhalten. Erst 1939 bot sich Stalin dann die ersehnte Gelegenheit. Er schlo\u00df den ber\u00fcchtigten Pakt mit Hitler ab, teilte sich mit den Nazis in Polen und hielt der deutschen Wehrmacht den R\u00fccken frei, damit sie den Westen \u00fcberrennen k\u00f6nne. Er hoffte, in der Zwischenzeit \u00bbden Sozialismus in Ruhe aufgebaut zu haben\u00ab, so da\u00df er schlie\u00dflich als lachender Dritter durch Revolutionen mit Hilfe der Roten Armee das durch den Krieg geschw\u00e4chte Westeuropa der ertr\u00e4umten gro\u00dfrussischen Reiche eingliedern k\u00f6nne.&#8220;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65950?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65950?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_65950 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_65950')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_65950').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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