{"id":65040,"date":"2026-04-21T00:37:12","date_gmt":"2026-04-20T22:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=65040"},"modified":"2026-04-21T00:37:12","modified_gmt":"2026-04-20T22:37:12","slug":"das-ferne-fluestern-der-tropen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/04\/21\/das-ferne-fluestern-der-tropen","title":{"rendered":"Das ferne Fl\u00fcstern der Tropen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/04\/200426_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/04\/200426_1kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"puertomaldonado\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Brief aus <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Puerto_Maldonado\">Puerto Maldonado<\/a>, Peru, vom 29.06.1984, angekommen am 09.07.<\/sup><\/p>\n<p>\u00dcber Puerto Maldonado hatte ich am <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/04\/01\/nicht-an-der-blauen-donau\">01.04.2020<\/a> (&#8222;Nicht an der blauen Donau&#8220;) und am <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/07\/09\/faustinos-ort-oder-aguirre-laesst-gruessen\">09.07.2019<\/a> (&#8222;Faustinos Ort oder: Aguirre l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen&#8220;) ausf\u00fchrlicher geschrieben. Ankunft: &#8222;Puerto Maldonado, Freitag, 28. Juni: Wir haben es geschafft! Unter schier unbeschreiblichen Umst\u00e4nden und den sie begleitenden Gef\u00fchlen und Eindr\u00fccken.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_2kl.jpg\" alt=\"Rio Madre de Dios\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Puerto Maldonado, am 28.06.1984 vom Rio Madre de Dios aus fotografiert.<\/sup><\/p>\n<p>Puerto Maldonado, Peru. 29.6. [1984]<\/p>\n<p>Liebe Eltern!<br \/>\nWir haben es geschafft, die sogenannte Zivilisation hat uns wieder. Nach 6 Wochen <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/08\/09\/amaru-mayu-am-fluss-der-heiligen-schlange\">Urwald<\/a> sind wie heilfroh, wieder in einem Ort mit Stra\u00dfenanschlu\u00df in die Anden,  Caf\u00e9s und L\u00e4den zu sein, wo man fast alles kaufen kann, was das Herz und auch der Magen begehren. <\/p>\n<p>3 Monate fast waren jetzt in Bolivien, und was haben wir nicht alles erlebt! Die Zeit ging so schnell dahin, da\u00df wir in Peru jetzt nur noch 3 Wochen rund um Cusco vorgesehen haben und dann auf dem schnellsten Weg nach Lima reisen werden, um noch wenigstens vor meinem Geburtstag {im August] wieder in Berlin zu sein. Wir haben auch so wenig Geld ausgegeben, ohne uns gro\u00df einzuschr\u00e4nken! Nicht mehr als 12 DM am Tag &#8211; und das die ganze Zeit!<\/p>\n<p>Die Nachwirkungen des Urwalds werden wir allerdings noch einige Zeit sp\u00fcren. Von oben bis unten alles voller juckender Moskitostiche, die sich teilweise zu Beulen entwickelt haben. B. hat sich W\u00fcrmer eingefangen, da\u00df wir gestern, als ihr Fieber auf fast 40 Grad stieg, noch zu einem Arzt gefahren sind (mit einem Mopedtaxi), de zum Gl\u00fcck mit Sproitzen ausgestattet war, soda\u00df es ihr heute besser geht, und die Tiechen werden in ein paar Tagen abget\u00f6tet sein.<\/p>\n<p>Unsere M\u00e4gen sind auch leicht angeschlagen, zumindest bis gestern, weil wir uns die letzte Woche von Tapir- und Affenfleisch ern\u00e4hrt und Mehl gekauft haben (das einzige, was es au\u00dfer Reis zu kaufen gab), da\u00df so von kleinen Tierchen und W\u00fcrmern wimmelte, da\u00df wir es in m\u00fchevoller Kleinarbeit ganz mit unserem Teesieb durchgesiebt haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/04\/010420_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/04\/010420_3kl.jpg\" alt=\"puerto Maldonado\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Puerto_Maldonado\">Puerto Maldonado<\/a>, fr\u00fcher auch bekannt als <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/07\/09\/faustinos-ort-oder-aguirre-laesst-gruessen\">Faustinos Ort<\/a><\/sup> <\/p>\n<p>Ja, wie soll ich meine Eindr\u00fccke \u00fcber den Atlantik schicken? Ich wei\u00df auch gar nicht mehr, was in dem letzten Brief stand. Wenn etwas doppelt vorkommt, ist es ja halb so schlimm. Also macht es euch bequem und lauscht dem fernen Fl\u00fcstern der Tropen!<\/p>\n<p>Bolivien! Ich sitze am Bug eines kleinen Urwalddampfers, der gem\u00fctlich im Fahrradtempo dahintuckert, kratze mich und schlage hier und dort nach b\u00f6sartig summenden Moskitos und danke dabei an den ber\u00fchmten Film Klaus Kinskis &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aguirre,_der_Zorn_Gottes\">Aguirre, der Zorn Gottes<\/a>&#8220; \u00fcber einen spanischen Eroberer, der sich mit eine Handvoll Abenteurer von der Truppe Pizarros gel\u00f6st hat und mit einem Flo\u00df einen \u00e4hnliches Flu\u00df langgefahren ist -vielleicht war es sogar dieser? [Es war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lope_de_Aguirre\">der Amazonas<\/a>.] Auch vorn sitzend deklamiert er: &#8222;Alles Land, rechts und links des Flu\u00dfes, soweit das Auge reicht, erkl\u00e4re ich f\u00fcr mein Eigentum!&#8220; Dabei ist nichts zu sehen, nur der Urwald.<\/p>\n<p>Aber wenn man genauer hinsieht &#8211; und das Schifflein f\u00e4hrt soweit wie m\u00f6glich am Ufer, um der starken Str\u00f6mung in Gegenrichtung zu entgehen &#8211; l\u00f6st sich die gr\u00fcne Mauer auf und Einzelheiten werden deutlich: Da gibt es riesige Palmen, deren Wedel sich \u00fcber das Ufer neigen, anderen haben ihre Wedel so hochgestellt, als wenn sie einer unsichtbaren Person st\u00e4ndig Luft zuf\u00e4cheln m\u00fc\u00dften. Baumriesen, deren Wurzeln schon 1 Meter \u00fcber der Erde sich ausbreiten, werden von Lianen und Schlingpflanzen \u00fcberwuchert, die sich so eng um den Stamm schligen, da\u00df dieser beim Wachsen Knoten bildet! Dazwischen wei\u00dfst\u00e4mmige B\u00e4umchen, die fast wie ein Birkenw\u00e4lchen aussehen. Abgestorbene St\u00fcmpfe und Baumst\u00e4mme sind vom Rand in den Flu\u00df gest\u00fcrzt und gef\u00e4hrden das Schiff, wei\u00dfe Fischreiher warten geduldig am Ufer, manchmal flattern Scharen bunter V\u00f6gel auf, die sich kr\u00e4chzend \u00fcber das Motorenger\u00e4usch aufregen, h\u00e4ufig springen vorn Fische aus dem Wasser, als ob sie neugierig auf die St\u00f6renfriede w\u00e4ren, manchmal erhebt sich das rostrote Ufer 10m \u00fcber das Wasser und man sieht, mit welcher Gewalt die tobenden Fluten in der Regenzeit am Urwald nagen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/riberaltagr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/riberaltakl.jpg\" alt=\"riberalta\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"http:\/\/www.bolivia-riberalta.com\/\">Riberalta<\/a>, der Ausgangspunkt f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pando_Department\">Pando<\/a>-Dschungel Boliviens. Auf den Booten kann man Kautschuk-Rollen erkennen.<\/sup><\/p>\n<p>Die Luft ist schw\u00fcl und schwirrt f\u00f6rmlich vor gefl\u00fcgelten Insekten jeder Gr\u00f6\u00dfe und Bauart, und wenn man das Land betritt, merkt man schnell, da\u00df sich unter der &#8222;Grasnarbe&#8220; das Reich der Ameisen befindet, die so gro\u00df wie ein Fingerglied sind und dem Menschen die &#8222;Herrschaft&#8220; ohne weiteres streitig machen. <\/p>\n<p>Der Gesamteindruck aus der Ferne: Ein stiller, aber gnadenloser Kampf um das bi\u00dfchen Sonne, das von den h\u00f6chsten Bl\u00e4tterd\u00e4chern nach unten gelassen wird &#8211; wie viele M\u00e4nner, die mit Schlangen ringend, zu Pflanzen erstarrt sind. Wir sind im <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@-11.0256893,-67.1831558,368716m\/data=!3m1!1e3?hl=de&#038;entry=ttu&#038;g_ep=EgoyMDI2MDQxNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D\">Pando-Dschungel<\/a>!<\/p>\n<p>Das bedeutet: Hunderte von Kilometern ringsum nur Indianer, Goldsucher und Kautschuksammler. Bei den Indianern hie\u00df der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%ADo_Madre_de_Dios\">Rio Madre des Dios<\/a> (&#8222;Mutter-Gottes-Flu\u00df&#8220;) &#8222;die Schlange&#8220;, weil er sich wie eine endlose Schlange in M\u00e4andern vom Fu\u00dfe der Anden bis nach Brasilien hinein schl\u00e4ngelt, wo er zu einem Nebenflu\u00df des Amazonas wird.<\/p>\n<p>Wir reisen schon 5 Tage auf dem Schiff, nachdem wir 4 Tage in H\u00e4ngematten in einem kleinen Hafen auf den Kapit\u00e4n gewartet haben. Zu essen gibt es Fisch, Kochbananen und den ewigen Reis und das morgens, mittags und &#8211; wenn der Maschinist, der gleichzeitig auch Koch ist, Lust hat, abends auch. Zum Gl\u00fcck haben wir uns schon vorher mit Obst eingedeckt, und f\u00fcr alle F\u00e4lle haben wir noch eine gro\u00dfe Dose M\u00fcsli in Reserve. Au\u00dferdem haben wir f\u00fcr ca. 2 Wochen Benzin mit und k\u00f6nnen uns selbst Fisch zu bereiten. Komisch, da\u00df ich erst nach fast 1 1\/2 Jahren S\u00fcdamerika meinen ersten Fisch selbst ausgenommen habe!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando1kl.jpg\" alt=\"pando\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@-12.4106407,-68.6009652,22472m\/data=!3m1!1e3?hl=de&#038;entry=ttu&#038;g_ep=EgoyMDI2MDQxNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D\">Chiv\u00e9<\/a> im bolivianischen Teil des Pando nahe der Grenze zu Peru<\/sup><\/p>\n<p>Wir entscheiden uns nach langer Diskussion mit der Besatzung und einigen   Passagieren, eine Tagesreise von der peruanischen Grenze, in einem kleinen Urwalddorf namens <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/04\/04\/der-kautschuksammler-revisited\">Chiv\u00e9<\/a> auszusteigen, um, wenn m\u00f6glich, zu sehen, wie Kautschuk gesammelt wird. Sp\u00e4t in der Nacht erreichen wir unser Ziel, str\u00f6mender Regen, aber warm, oben am Ufer eine schwankende Funzel, die Taschenlampe des Kapit\u00e4ns irrt auf und ab, und wir qu\u00e4len uns in voller Marschausr\u00fcstung den glitschigen Abhang hinauf, doch neugierig und zus\u00e4tzlich noch froh, dem Schiff entkommen zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando2kl.jpg\" alt=\"pando\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Vor der Lagerhalle f\u00fcr Paran\u00fcsse in Chiv\u00e9<\/sup><\/p>\n<p>Oben stehen ein paar Leute, die fl\u00fcstern: &#8222;dos gringos vienen!&#8220; (&#8222;zwei Ausl\u00e4nder kommen&#8220;) Sp\u00e4ter erfahren wir: im vorigen Jahr war auch schon einmal einer da &#8211; und vor 5 Jahren auch schon mal welche. Unser &#8222;Hotel&#8220; ist recht &#8222;komfortabel&#8220;: eine gro\u00dfe Lagerhalle, mit Palmwedeln gedeckt, wo wir unsere H\u00e4ngematten und Moskitonetze inmitten von Millionen von Paran\u00fcssen aufh\u00e4ngen, von drau\u00dfen beobachtet von Dutzenden von Kindern und anderen Neugierigen. <\/p>\n<p>Au\u00dfer uns &#8222;wohnt&#8220; noch eine andere Familie mit vielen Kindern in dem Schuppen. Sie sind so arm, da\u00df sie kein eigenes Haus haben und au\u00dferdem bei dem &#8222;patron&#8220;, dem Besitzer des ganzen Landes ringsum, verschuldet (solange wie kein eigenes Land bebauen, m\u00fcssen sie beim &#8222;patron&#8220; Lebensmittel kaufen, die doppelt so teuer sind wie sonst \u00fcblich). Das Mann kann keine Dinge anbauen, weil er f\u00fcr den patron arbeiten mu\u00df, um abzuzahlen, er wird aber nie abzahlen k\u00f6nnen, weil er Lebensmittel kaufen mu\u00df. Aber ich gerate ins Plaudern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/10\/301020_6gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/10\/301020_6kl.jpg\" alt=\"run through the jungle\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Marsch durch den Urwald (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/@-12.3835516,-68.5714704,601m\/data=!3m1!1e3\">ungef\u00e4hr hier<\/a>), fotografiert Ende Juni 1984. Meine damalige Freundin und ich waren auf dem Weg zu einem Kautschuksammler samt Familie. Man hatte uns gesagt, der &#8222;Weg&#8220; sei leicht zu finden. Vermutlich h\u00e4tte Winnetou die Aufgabe als &#8222;leicht&#8220; empfunden, wir waren ganz sch\u00f6n verunsichert.<\/sup> <\/p>\n<p>Wir kriegen eine Einladung von einem Siedler und Kautschuksammler, der eine Stunde Fu\u00dfmarsch [entfernt] im Urwald wohnt, an einem idyllischen, aber <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/010519_1gr.jpg\">braunen Flu\u00df<\/a>, mit Holzh\u00e4uschen und <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando9gr.jpg\">frisch gerodetem Feld<\/a>, das noch voller verkohlter Baumst\u00fcmpfe ist, wo aber schon Papaya, Apfelsinen, Reis, Mais und K\u00fcrbis wachsen. Bei dieser Gelegenheit kriegen wir <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2017\/09\/06\/esst-mehr-fleisch-4\">Affenfleisch<\/a> serviert, weil die Leute hier so ziemlich alles essen, was sich bewegt.<\/p>\n<p>Wir gehen mit und lernen, wie man Kautschuk aus den B\u00e4umen zapft, wie man Yucca pflanzt und erntet und sonst allerlei interessante Dinge [gemeint ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maniok\">Maniok<\/a> oder Cassava.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando8gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando8kl.jpg\" alt=\"pando\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando10gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando10kl.jpg\" alt=\"pando\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Maniok-Ernte<\/sup><\/p>\n<p>Abends liegen wir in der H\u00e4ngematte und betrachten die Sterne, inklusive der ganz klar zu sehenden Milchstra\u00dfe und dem schon von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christoph_Kolumbus\">Kolumbus<\/a> erw\u00e4hnten &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kreuz_des_S%C3%BCdens\">Kreuz des S\u00fcdens<\/a>.&#8220; Wenn nur nicht die Moskitos w\u00e4ren &#8211; sie stechen sogar durchs Hemd und durch die Hose, wenn sie eng anliegen. <\/p>\n<p>Nach einigen Tagen marschieren wir ins Dorf zur\u00fcck, m\u00fcssen aber insgesamt fast eine Woche warten, bis ein kleines Boot, das noch zwei andere K\u00e4hne im Schlepptau hat, Richtung Puerto Maldonado f\u00e4hrt. Wir liegen nachts auf dem Schiff, zusammen mit 200 S\u00e4cken Paran\u00fcssen, und versuchen, trotz des Motos und der K\u00e4lte einzuschlafen. Die K\u00e4lte &#8211; das ist der &#8222;sur&#8220;, der S\u00fcdwind, der alle 2 Wochen kommt, begleitet von heftigen Regeng\u00fcssen, und die Temperatur innerhalb von zwei Stunden von knapp 40 Grad auf 15 Grad sinken l\u00e4\u00dft! Was das f\u00fcr den Kreislauf bedeutet! Wir hatten gerade das Pech, auf der letzten &#8222;Schiffsreise&#8220; K\u00e4lte zu haben, aber jetzt ist es schon wieder w\u00e4rmer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_3kl.jpg\" alt=\"Puerto Maldonado\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Auf dem Rio Madre des Dios kurz vor Puerto Maldonado<\/sup><\/p>\n<p>Ein anderes Mal fuhren wir mit einem Kahn einen Flu\u00df entlang und <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_pando16gr.jpg\">mu\u00dften ihn st\u00e4ndig schieben<\/a> &#8211; aber das kann ich auch erz\u00e4hlen anhand von Fotos. Die letzten zwei Wochen funktionierte allerdings der Belichtungsmesser der Kamera nicht mehr, weil die Batterie ausgefallen war. Vielleicht sind die Fotos alle zu hell oder dunkel. [Nein, waren sie nicht.] Aber jetzt reicht&#8217;s mit dem Urwald.<\/p>\n<p>Wir haben dreimal lange warten m\u00fcssen, das erste Mal eine Woche [in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/03\/03\/schlaefrig-und-heiss\">Reyes<\/a>], das zweite [Mal] elf Tage [in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/04\/09\/rasur-in-riberalta\">Riberalta<\/a>], das dritte Mal 5 Tage [in Chiv\u00e9], weil entweder unser Flugzeug oder das Schiff einfach nicht aufzutreiben war. Beim ersten mal  &#8211; als nach 11 Tagen Versp\u00e4tung die <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2017\/12\/14\/mit-der-tam-ins-kolonisationsgebiet-nordwest\">Milit\u00e4rmaschine<\/a> endlich kam -flog der Pilot erst mal ganz woanders hin &#8211; zur brasilianische Grenze [nach <a href=\".wikipedia.org\/wiki\/Cobija_(Bolivien)\">Cobija<\/a>], wo wir eine Nacht auf dem Fu\u00dfboden einer \u00fcberf\u00fcllten Herberge schlafen mu\u00dften, bis es am n\u00e4chsten Morgen zu unserem eigentlichen Ziel weiterging.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/macha2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/macha2kl.jpg\" alt=\"catavi\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Llallagua\">Llallagua<\/a> in Bolivien. Das Foto zeigt den Eingang der Zinnmine <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Catavi\">Catavi-Siglo XX<\/a>. Catavi war das gr\u00f6\u00dfte Bergwerk Lateinamerikas. Die Mine war f\u00fcr Touristen geschlossen, wir hatten uns aber eine Sondergenehmigung der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Corporaci%C3%B3n_Minera_de_Bolivia\">Comibol<\/a> in La Paz geholt.<\/sup><\/p>\n<p>Ich glaube, in dem letzten Brief hatte ich von unserem Marsch nach <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2014\/07\/03\/uru-chipaya\">Chipaya<\/a> berichtet. Was ist nicht alles dazwischen passiert! Zum Beispiel: Wir stehen, ausgestattet mit Gummistiefeln, Grubenhelm und Grubenlampe am Eingang der der gr\u00f6\u00dften Zinnmine und warten zusammen mit den Bergleuten auf die Bimmelbahn, die uns durch endlose, zugige und feuchte Stollen in den Berg f\u00e4hrt. Mit Leitern geht es auf und ab, das Ganze untermalt vom dumpfen Grollen unterirdischer Sprengungen. In einer Ecke kauert eine h\u00f6lzerne Gestalt mit bunt bemaltem Gesicht, Konfetti auf dem Kopf, eine Bierflasche und riesigem Penis. Das ist der &#8222;tio&#8220; (der Onkel), der Gott und Schutzheilige, dem die Bergleute Bier hinstellen wie dem Klabautermann. Der tio ist vor vielen tausend Jahren, noch vor der Inkazeit, eine Frau gewesen, die Erdg\u00f6ttin, sp\u00e4ter, mit der Herausbildung gro\u00dfer Staaten, wurde sie zum Mann wie fast alle G\u00f6tter der Inkas, und zuletzt gestaltete ihn die katholische Kirche, weil sie seine Verehrung nicht verhindern konnte, zu einem b\u00f6sen D\u00e4mon um, vor dem man Angst haben sollte. Dabei lacht er diebisch und macht sich scheinbar vor den erschrockenen Gringos lustig!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/020519_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/020519_1kl.jpg\" alt=\"tarabuco\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Der Markt von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tarabuco\">Tarabuco<\/a> in den bolivianischen Anden<\/sup><\/p>\n<p>Bolivien &#8211; das ist z.B. der Sonntagsmarkt von Tarabuco, hoch in den Anden. Schon am Samstag ziehen endlose Karawanen von hoch bepackten Eseln aus dem Gebirge ins Dorf ein, der Platz f\u00fcllt sich mit schwatzendem Volk, er werden \u00fcberall kleine dampfende K\u00f6stlichkeiten verkauft, und alles ist frohe Erwartung.<\/p>\n<p>Sonntag fr\u00fch, als wir unsere Herberge verlassen, ist schon der B\u00e4r los. Aber was sind das f\u00fcr Leute! Alle gehen in indianischer Tracht. Die Frauen in langen schwarzen oder blauen R\u00f6cken und Jacken, man sieht Lederh\u00fcte mit Pickelhauben und Nackenschutz &#8211; die M\u00e4nner tragen einen langen Zopf (unsere ersten m\u00e4nnlichen Indianer mit langen Haaren) und Lederhelme, die den Eisenhelmen der Spanier nachgebildet sind. Die Jungen spielen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charango\">Charango<\/a>, die Gitarre [urspr\u00fcnglich] aus dem Panzer eines G\u00fcrteltiers. Viele dicke Frauen mit Z\u00f6pfen und mehreren R\u00f6cken sind umgeben von ru\u00dfigen T\u00f6pfen, in denen etwas Leckeres brodelt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_tarab3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/bol84_tarab3kl.jpg\" alt=\"Tarabuco\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><br \/>\n<sup>Marktszene in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tarabuco\">Tarabuco<\/a> &#8211; der Mann links mit dem grauen Hut (halb verdeckt) bin ich.<\/sup><\/p>\n<p>Ein alter Indianer mit grauem Haar, in ganz schwarzer Kleidung und Helm n\u00e4hert sich langsam B., die gerade ein frisch gekauftes indianisches Hemd angezogen hat und fa\u00dft ihr vorsichtig an die Brust, weil er wohl absolut nicht wei\u00df &#8211; bei ihren kurzen Haaren -, ob es sich um ein M\u00e4nnchen oder Weibchen handelt. Als es feststeht, neugieriges Gemurmel der umstehenden Frauen, die den Alten anscheinend beauftragt haben.<\/p>\n<p>Bolivien hat uns so gut gefallen, dass wir au\u00dfer Cusco und Umgebung das restliche Peru-Programm gestrichen haben. Es sieht so aus, da\u00df wir nun doch erst Anfang August wiederkommen werden. (&#8230;)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/04\/210426_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/04\/210426_2kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"puertomaldonado\"\/><\/a><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65040?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65040?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_65040 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_65040')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_65040').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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