{"id":64309,"date":"2026-02-17T11:34:28","date_gmt":"2026-02-17T10:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=64309"},"modified":"2026-02-17T11:34:28","modified_gmt":"2026-02-17T10:34:28","slug":"endspiel-in-venezuela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/02\/17\/endspiel-in-venezuela","title":{"rendered":"Endspiel in Venezuela"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/venezuela\/ven98_sanfernando3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/venezuela\/ven98_sanfernando3kl.jpg\" alt=\"Orinoco\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Der Autor in San Fernando de Atabapo<\/sup><\/p>\n<p><i>Michael Roberts schreibt auf <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2026\/02\/17\/venezuela-the-end-game-2\/\">seinem Blog<\/a> \u00fcber &#8222;Venezuela: the end game&#8220;.  Er rezensiert <a href=\"https:\/\/www.haymarketbooks.org\/books\/2621-venezuela-in-crisis\">Venezuela in Crisis &#8211; Socialist Perspectives<\/a>, herausgegeben von  Anderson M. Bean. Ich habe mir das Posting \u00fcbersetzen lassen, es umformuliert und Links hinzugef\u00fcgt.<\/i><\/p>\n<p><i>Der Artikel best\u00e4tigt, was ich bisher hier \u00fcber Venezuela geschrieben habe. Venezuela war nie ein &#8222;sozialistischer&#8220; Staat. Maduro verhielt sich zu Chavez wie Stalin zu Lenin. Noch mehr: Die Macht\u00fcbernahme Maduros nach dem Tod Chavez war ein reaktion\u00e4rer Putsch in &#8222;linkem&#8220; Kost\u00fcm. Die Frage, die das Buch nicht beantwortet: Wie konnte das passieren?<\/i><\/p>\n<p>Die Entf\u00fchrung von Venezuelas Pr\u00e4sident Maduro und seiner Ehefrau durch US-Milit\u00e4rkr\u00e4fte, die anschlie\u00dfende Macht\u00fcbernahme durch Vizepr\u00e4sidentin Rodr\u00edguez und ihre Zustimmung, den USA die Kontrolle \u00fcber Venezuelas \u00d6lexporteinnahmen zu \u00fcberlassen und US-Energie-Multis ins Land zu holen \u2013 all dies signalisiert das Endspiel der chavistischen Revolution, die vor \u00fcber 25 Jahren begann. Daher ist es sehr passend, dass nun ein neues Buch dar\u00fcber erschienen ist, was in Venezuela geschehen ist, um an diesen Punkt zu gelangen.<\/p>\n<p>Unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.haymarketbooks.org\/books\/2621-venezuela-in-crisis\">Venezuela in Crisis<\/a> und ver\u00f6ffentlicht bei Haymarket Books versammelt das Buch &#8222;einige der wichtigsten marxistischen, sozialistischen und antikapitalistischen Denker Venezuelas, die verschiedene linke politische Traditionen und Organisationen repr\u00e4sentieren&#8220;. Diese spanischsprachigen Autoren wurden \u00fcbersetzt, sodass englischsprachige Leser die Argumente und Erfahrungen der venezolanischen Linken nachvollziehen k\u00f6nnen. Einige Mitwirkende dienten im Kabinett von Ch\u00e1vez und sind inzwischen zu Kritikern der Maduro-Regierung geworden. &#8222;Diese Stimmen einem englischsprachigen Publikum zug\u00e4nglich zu machen, erm\u00f6glicht es den Lesern, sich mit den aktuellen Debatten und Perspektiven der venezolanischen Linken auseinanderzusetzen.&#8220;<\/p>\n<p>Herausgegeben wurde das Buch von <a href=\"https:\/\/search.ncat.edu\/s\/search.html?ie=UTF-8&#038;query=Anderson+Bean&#038;collection=ncat%7Esp-search&#038;sa=\">Anderson Bean<\/a> von der <a href=\"https:\/\/www.ncat.edu\/\">North Carolina Agricultural and Technical State University<\/a>, der bereits zuvor \u00fcber Venezuela geschrieben hat. Sein einleitendes Kapitel vermittelt dem Leser die Essenz der Beitr\u00e4ge des Buches. Bean beginnt mit dem Hinweis, dass die chavistisch-bolivarische Revolution in Venezuela in den 2000er-Jahren f\u00fcr viele im sogenannten Globalen S\u00fcden eine Inspiration war &#8211; vielleicht sogar mehr noch als die kubanische Revolution der 1960er-Jahre. Die Wahl von Hugo Ch\u00e1vez im Jahr 1998, nach Jahrzehnten korrupter, pro-kapitalistischer und pro-US-amerikanischer Regierungen, war ein frischer Wind. In den darauffolgenden Jahren &#8222;verbesserte die Ch\u00e1vez-Pr\u00e4sidentschaft das materielle Wohlergehen der Venezolaner, sorgte f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere soziale Gleichheit und st\u00e4rkte gesellschaftliche Gruppen, die traditionell vom politischen Prozess ausgeschlossen waren.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/02\/250219_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/02\/250219_3kl.jpg\" alt=\"berlin\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Caracas, Venezuela,  Anfang M\u00e4rz 1998<\/sup><\/p>\n<p>Bean argumentiert, dass es drei zentrale Komponenten der Ch\u00e1vez-Pr\u00e4sidentschaft gab: Erstens die Neufassung der Verfassung zur F\u00f6rderung breiter B\u00fcrgerbeteiligung und umfassender Menschenrechtsschutzbestimmungen; zweitens die Umverteilung der \u00d6lgewinne \u00fcber verschiedene Sozialprogramme, wodurch die offizielle Armutsquote um 37,6 % und die \u201eextreme Armut\u201c um 57,8 % gesenkt wurde.<b>Bis 2008 hatte Venezuela zudem den h\u00f6chsten Mindestlohn in ganz Lateinamerika, und die Ungleichheit im Land sank auf einen der niedrigsten Werte in Amerika.<\/b> Bis 2011 war Venezuela das zweitgleichste Land der westlichen Hemisph\u00e4re \u2013 nur Kanada wies eine geringere Ungleichheit auf. Und drittens \u2013 was Bean als &#8222;am transformativsten&#8220; bezeichnet \u2013 die Macht\u00fcbertragung an die Volkssektoren durch neue Formen von Volksversammlungen sowie Experimente mit Arbeiterkontrolle und Gemeinder\u00e4ten.<\/p>\n<p>Doch ab 2013 geriet alles massiv aus dem Ruder. Zwischen 2013 und 2021 schrumpfte Venezuelas BIP um 75 %, die Inflation erreichte 2018 mit 130.000 % den h\u00f6chsten Wert weltweit. Der Anteil der als arm eingestuften Haushalte stieg von 48,4 % im Jahr 2014 auf 81,5 % im Jahr 2022. Der monatliche Mindestlohn von 2,23 US-Dollar war damals der niedrigste in ganz Lateinamerika. Tats\u00e4chlich entsprach der monatliche Mindestlohn nur 0,15 US-Dollar pro Tag \u2013 achtmal weniger als die damalige Weltbank-Grenze f\u00fcr absolute Armut von 1,25 US-Dollar pro Tag. Zum Vergleich: Unter Ch\u00e1vez lag der monatliche Mindestlohn bei 300 US-Dollar \u2013 \u00fcber 60-mal h\u00f6her.<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch der Realeinkommen und der starke Anstieg der Armut in den 2010er-Jahren f\u00fchrten zu einer Migrationskrise. Seit 2016 sind Millionen Venezolaner aus dem Land geflohen, um im Ausland Arbeit zu suchen und Geld in die Heimat zu schicken. Heute wird die Zahl der venezolanischen Fl\u00fcchtlinge und Migranten weltweit auf rund 7,7 Millionen gesch\u00e4tzt \u2013 etwa 20 % aller Venezolaner. Venezuela weist nun die h\u00f6chste Zahl Vertriebener in Lateinamerika und die zweith\u00f6chste weltweit auf, nur hinter Syrien.<\/p>\n<p>Was erkl\u00e4rt diesen Absturz von Inspiration zu Albtraum? Bean nennt zwei Ursachen. Die erste waren die von den USA verh\u00e4ngten Sanktionen gegen Venezuela sowie mehrere Versuche des US-Staates in Zusammenarbeit mit der venezolanischen rechten Opposition, die venezolanische Wirtschaft zu untergraben, um einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren. Der US-Imperialismus betrachtete Venezuela als Bedrohung \u2013 insbesondere wegen Ch\u00e1vez\u2019 Renationalisierung der \u00d6lindustrie und seines Versuchs, Handelsbeziehungen mit anderen lateinamerikanischen L\u00e4ndern au\u00dferhalb des von den USA gef\u00fchrten Handelsrahmens aufzubauen und Unterst\u00fctzung bei Handel und Investitionen etwa aus China zu suchen. Der fr\u00fche Erfolg der chavistischen Pr\u00e4sidentschaft war ein Dorn im Auge.<\/p>\n<p>Bereits 2002 versuchten die USA in Zusammenarbeit mit der venezolanischen Wirtschaftselite einen Staatsstreich gegen Ch\u00e1vez. Er wurde f\u00fcr 47 Stunden aus dem Amt entfernt, bevor er durch massive Mobilisierungen der Bev\u00f6lkerung wieder eingesetzt wurde. Von Ende 2002 bis Anfang 2003 unterst\u00fctzten die USA einen \u00d6l-Lockout, um die Produktion zum Stillstand zu bringen und Ch\u00e1vez zum R\u00fccktritt zu zwingen. 2014 unterst\u00fctzten die USA erneut die venezolanische Rechte bei gewaltsamen Stra\u00dfenprotesten (&#8222;guarimbas&#8220;), die den &#8222;Abgang&#8220; Maduros forderten. Im Januar 2019 unternahmen die USA in Zusammenarbeit mit Teilen der venezolanischen Rechten einen weiteren Putschversuch, als Juan Guaid\u00f3 sich verfassungswidrig selbst zum Pr\u00e4sidenten erkl\u00e4rte. Nachdem dieser Versuch scheiterte, folgte im April 2019 ein weiterer \u2013 ebenfalls erfolglos.<\/p>\n<p>Zwar scheiterten diese Putschversuche, doch es folgte eine Vielzahl wirtschaftlicher Sanktionen. Unter Trumps Sanktionen wurde US-Institutionen und -B\u00fcrgern der Handel mit venezolanischen Staatsschulden untersagt. Alle Staatsverm\u00f6gen wurden eingefroren. Das Land wurde daran gehindert, seine Auslandsschulden umzustrukturieren oder Zahlungspl\u00e4ne zu \u00e4ndern. Zahlungen aus Programmen mit Vorzugskonditionen f\u00fcr \u00d6l wurden blockiert. Der Verkauf von Milliarden an Handelskrediten wurde untersagt. Sanktionen versperrten Venezuela zudem den Zugang zu seinem wichtigsten \u00d6lmarkt, den USA, und beschlagnahmten im Ausland gehaltene Verm\u00f6genswerte wie das US-Unternehmen Citgo, auf dessen Einnahmen der Staat angewiesen war. Allein 2018 f\u00fchrten diese Ma\u00dfnahmen zu einem Verlust von 6 Milliarden US-Dollar an \u00d6leinnahmen. Sanktionen froren 17 Milliarden US-Dollar an Verm\u00f6genswerten ein und verursachten 2019 Exporteinbu\u00dfen von rund 11 Milliarden US-Dollar \u2013 etwa 30 Millionen pro Tag.<\/p>\n<p>Das in Washington, D.C. ans\u00e4ssige Center for Economic and Policy Research ver\u00f6ffentlichte 2019 einen Bericht \u00fcber die Auswirkungen der US-Sanktionen auf Venezuela. Zwischen 2017 und 2018 sollen die Sanktionen sch\u00e4tzungsweise 40.000 Venezolaner das Leben gekostet und viele weitere in extreme Unsicherheit gest\u00fcrzt haben. \u00dcber 300.000 Menschen gerieten durch Medikamenten- und Gesundheitsmangel in Gefahr, darunter 80.000 HIV-Positive ohne Zugang zu antiretroviralen Medikamenten. Auch f\u00fcr 16.000 Dialysepatienten, 4 Millionen Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sowie 16.000 Krebspatienten wurde die Versorgung mit notwendigen Medikamenten extrem schwierig.<\/p>\n<p>Doch die Autoren des Buches betonen, dass der Zusammenbruch Venezuelas nicht allein dem US-Imperialismus und seinen Sanktionen angelastet werden k\u00f6nne. Neben den Sch\u00e4den durch Sanktionen <b>sei ein weiterer Hauptfaktor das wirtschaftliche Missmanagement und das neoliberale Programm der zunehmend autorit\u00e4ren Maduro-Regierung gewesen.<\/b> Mainstream-\u00d6konomen behaupten, der Zusammenbruch sei Folge des Sozialismus; w\u00e4hrend viele Linke das Maduro-Regime als sozialistisches Beispiel verteidigen. Beide Seiten liegen falsch. Bean und die anderen Autoren akzeptieren nicht, dass Ch\u00e1vez (und sp\u00e4ter Maduro) eine sozialistische Wirtschaft etabliert h\u00e4tten oder dass Venezuela sich auf einem \u201eWeg zum Sozialismus\u201c befunden habe.<\/p>\n<p>Wie ich in meinen eigenen Beitr\u00e4gen zu Venezuela argumentiert habe, <b>beruhte Ch\u00e1vez\u2019 relativer Erfolg bei der Verbesserung der Lebensbedingungen auf dem Rohstoffboom der 2000er-Jahre.<\/b> Hohe \u00d6l- und Gaspreise f\u00fchrten schon bei moderaten Steuer- und Abgabenerh\u00f6hungen zu enormen Staatseinnahmen. Diese erm\u00f6glichten h\u00f6here Sozialausgaben und eine Verbesserung des Lebensstandards.<\/p>\n<p>Doch wie Bean hervorhebt, <b>geschah dies ohne grundlegende Ver\u00e4nderung der venezolanischen Eigentumsverh\u00e4ltnisse.<\/b> &#8222;Es gab keine echte Transformation der gesellschaftlichen Eigentumsverh\u00e4ltnisse, keine Ver\u00e4nderung der internationalen Arbeitsteilung und keine Herausforderung der Vorrechte des transnationalen Kapitals.&#8220; Der Privatsektor dominierte weiterhin die Wirtschaft. Zwischen 1999 und 2011 stieg sein Anteil an der Wirtschaftsleistung sogar von 65 % auf 71 %. Auch zentrale Branchen wie Nahrungsmittelimporte, Pharma oder Autoteile blieben privat kontrolliert.<\/p>\n<p>Selbst dort, wo der Staat Produktionsmittel besa\u00df &#8211; etwa beim staatlichen \u00d6l- und Gasunternehmen PDVSA \u2013 lag die Kontrolle bei der Staatsb\u00fcrokratie, nicht bei den Arbeitern. Ch\u00e1vez selbst sagte: &#8222;Wer w\u00fcrde behaupten, Venezuela sei ein sozialistisches Land? Nein, das w\u00e4re Selbstt\u00e4uschung. Wir leben noch im Kapitalismus; wir haben nur einen Weg begonnen&#8230;&#8220; Entscheidend war zudem, dass es keinen Bruch mit der Abh\u00e4ngigkeit vom Export von Rohstoffen und Kohlenwasserstoffen gab. Im Gegenteil, die \u00d6labh\u00e4ngigkeit nahm sogar zu.<\/p>\n<p>Mit dem Ende des Rohstoffbooms 2013 endete auch der &#8222;Kompromiss&#8220; mit dem venezolanischen Kapital. Bis 2015 waren die Preise auf ein Zw\u00f6lfjahrestief gefallen. Gleichzeitig starb Ch\u00e1vez, und Maduro \u00fcbernahm. Die Frage war nun: Wer w\u00fcrde die Krise bezahlen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2018\/08\/210818_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2018\/08\/210818_1kl.jpg\" alt=\"bolivares venezuela\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Das Geld <a href=\"https:\/\/venezuelanalysis.com\/news\/12888\">sieht jetzt anders aus<\/a>.<\/sup><\/p>\n<p>Die Antwort zeigte sich bald. Laut dem \u00d6konomen Luis Salas gebe es &#8222;nicht viel Unterschied zwischen dem Wirtschaftsprogramm der Opposition und dem der Regierung&#8220;. Der Unterschied liege lediglich in den Partnern &#8211; Russen, Chinesen oder T\u00fcrken statt Amerikanern oder Europ\u00e4ern. Auch Roberto L\u00f3pez argumentiert, dass mit Maduros Amtsantritt 2013 das anti-neoliberale Programm fast vollst\u00e4ndig aufgegeben worden sei. Trotz radikaler Rhetorik habe Maduro neoliberale Ma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt &#8211; im Rahmen wachsender Autorit\u00e4t.<\/p>\n<p>2016 \u00f6ffnete die Regierung den Orinoco-Bergbau-G\u00fcrtel f\u00fcr Ausbeutung. 2021 wurden Sonderwirtschaftszonen f\u00fcr kapitalistische Unternehmen geschaffen, steuer- und regulierungsfrei. 2018 wurde das Streikrecht abgeschafft. Mit dem sogenannten Anti-Blockade-Gesetz 2020 setzte Maduro faktisch die Verfassung au\u00dfer Kraft. Gro\u00dfe Industriezweige &#8211; \u00d6l, Eisen, Aluminium, Gold, Diamanten &#8211; wurden privatisiert, teils r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, was zuvor verstaatlicht worden war.<\/p>\n<p>Schlimm sei vor allem die Vetternwirtschaft. Der venezolanische Staat sei zu einer Pi\u00f1ata geworden, in der eine politisch-milit\u00e4rische Kaste Ressourcen und Privilegien verteile, um Loyalit\u00e4t zu sichern. Selbst Fedec\u00e1maras \u2013 der Unternehmerverband, der 2002 eine Schl\u00fcsselrolle beim Putsch gespielt hatte \u2013 wurde wieder eingebunden.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung der Autoren lautet, dass viele Beobachter im Globalen Norden ungewollt einem Regime Glaubw\u00fcrdigkeit verliehen h\u00e4tten, das sozialistische Sprache nutze, um autorit\u00e4re und arbeiterfeindliche Praktiken zu verschleiern. Gescheitert sei nicht der Sozialismus, sondern das Vers\u00e4umnis, tats\u00e4chlich sozialistische Politik umzusetzen und die Arbeiterbewegung im Kampf gegen US-Imperialismus zu vereinen.<\/p>\n<p>Im Februar 2026 liegt die Rodr\u00edguez-Administration nun vor dem US-Imperialismus am Boden. Die Trump-Regierung agiert vorsichtig und hat Maduro bislang nicht durch die rechte, marktliberale und (ironisch gemeint) &#8222;Friedensnobelpreistr\u00e4gerin&#8220; Mar\u00eda Machado ersetzt, um Unruhen oder gar B\u00fcrgerkrieg zu vermeiden. Stattdessen zwingt sie Rodr\u00edguez schrittweise zur Zustimmung zu ihren Forderungen, um sp\u00e4tere Wahlen vorzubereiten, die ein klar pro-US-Regime an die Macht bringen k\u00f6nnten. Bei einem gemeinsamen Auftritt im Pr\u00e4sidentenpalast Miraflores erkl\u00e4rte US-Energieminister Chris Wright: &#8222;Wir wollen das venezolanische Volk und die Wirtschaft befreien.&#8220; Eine Umfrage von Gold Glove Consulting ergab, dass Machado bei Neuwahlen mit 67 % deutlich vor Rodr\u00edguez (25 %) liegen w\u00fcrde. 72 % der Befragten meinten, Venezuela bewege sich nach Maduros Festnahme &#8222;in eine positive Richtung&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/venezuela\/ven98_elorza1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/venezuela\/ven98_elorza1kl.jpg\" alt=\"elorza\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>M\u00e4dchen aus <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/01\/08\/momente-der-vollkommenheit-venezuela-98\">Elorza<\/a>, Venezuela 1998<\/sup><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64309?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64309?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_64309 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_64309')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_64309').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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