{"id":63867,"date":"2026-01-10T21:26:14","date_gmt":"2026-01-10T20:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=63867"},"modified":"2026-01-11T04:34:25","modified_gmt":"2026-01-11T03:34:25","slug":"araber-juden-und-christen-im-unheiligen-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/10\/araber-juden-und-christen-im-unheiligen-land","title":{"rendered":"Araber, Juden und Christen im unheiligen Land"},"content":{"rendered":"<p><del>Wir m\u00fcssen heute etwas total \u00dcberfl\u00fcssiges durchnehmen.<\/del> Warum und zu welchem Ende liest man  <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/317007959X\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\">Heyer, Friedrich<\/a>: Kirchengeschichte des Heiligen Landes, was ich vorgestern und gestern getan habe? Nat\u00fcrlich interessiert das niemanden au\u00dfer mir, und ich machte das auch nur aus egoistischen Gr\u00fcnden dergestalt, dass ich hier auf meinem Blog sozusagen das Exzerpt platziere, obwohl ich auch in jedem Buch, das ich lese, herum- und unterstreiche, dass ich das Wichtigste beim n\u00e4chsten Mal schneller finde.<\/p>\n<p>[<i>Die kursiven Passagen sind Zitate.<\/i>] Ich war jedoch von diesem Buch recht \u00fcberrascht. Ich erwartete dr\u00f6gen Stoff, den man im Schnellverfahren abhandeln k\u00f6nnte, nur der Form halber, weil es als Standardwerk zum Thema gilt.<\/p>\n<p>Stattdessen kam ich aus dem Staunen \u00fcber mein eigenes Unwissen gar nicht mehr heraus. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/317007959X\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/01\/100126_4.jpg\" border=\"0\" align=left hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"240\" alt=\"Kirchengeschichte\"\/><\/a><\/p>\n<p>Ich musste nicht nur zahllose Namen und Begriffe googlen, sondern lernte auch N\u00fctzliches \u00fcber die Sp\u00e4tantike. Man merkt doch immer wieder, wie eurozentiert der Blick ist, ganz zu schweigen davon, dass das Thema in den hiesigen Universit\u00e4ten vermutlich gar nicht auftaucht oder nur eineinhalb Interessenten besch\u00e4ftigt, die des Genderns \u00fcberdr\u00fcssig sind. [Es war auch zum Teil schwierig, die richtigen Links zu finden, weil manche Namen \u00fcber die Jahrhunderte mehrfach auftauchen. Aber die Recherche parallel zur Lekt\u00fcre und kombiniert mit ChatGPT machte Spa\u00df, weil sie viel mehr Details liefert und sogar kleine Fehler im Buch &#8211; das ja <i>vor<\/i> dem Internet entstanden ist &#8211; richtigstellt. Zum Beispiel gab es <i>keinen<\/i> Vertrag zwischen <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print-welt\/article450533\/Der-Kaiser-und-der-Kalif.html\">Karl dem Gro\u00dfen<\/a> und Harun al-Raschid, obwohl Heyer das behauptet. ChatGPT spuckte sogar unaufgefordert das lateinische Zitat aus Einhards <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vita_Karoli_Magni\">Vita Karoli Magni<\/a> (um 830) aus: <i>Cum Aarone rege Persarum, qui totum pene Orientem tenebat, amicitiam fecit.<\/i> (Mit Aaron, dem K\u00f6nig der Perser, der fast den ganzen Orient beherrschte, schloss er Freundschaft). Nur dass &#8211; und keinen Vertrag.]<\/p>\n<p>Aber zun\u00e4chst Unterhaltung.<\/p>\n<p><i>Des Apphianus Halbbruder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aedesius\">\u00c4desius<\/a>, der allzeit im \u00e4rmlichen Philosophenmantel ein Asketenleben f\u00fchrte, in der wissenschaftlichen Bildung seinem Bruder noch \u00fcberlegen (Mitsch\u00fcler des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eusebius_von_Caesarea\">Euseb<\/a>[ius von Caesarea] in der Schule von C\u00e4sarea), wagte in Alexandria \u00e4hnliches wie sein Bruder. Als er sah, wie der dortige Richter angesehene M\u00e4nner, weil sie Christen waren, mi\u00dfhandelte und Jungfrauen Bordellhaltern \u00fcbergab, trat er an den Richter heran, schlug ihn mit beiden H\u00e4nden ins Gesicht, \u00fcberh\u00e4ufte ihn mit Schimpfworten und warf ihn zu Boden. Auch er wurde ertr\u00e4nkt. In Tyrus wurde in der gleichen Zeit der junge <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ulphianus\">Ulpianus<\/a> nach f\u00fcrchterlichen Gei\u00dfelungen mit einem Hund und einer Giftschlange in rohe Rindshaut eingen\u00e4ht und ins Meer geworfen.<\/i><\/p>\n<p>Vermutlich h\u00e4tte ich noch eine Warnung voranschicken sollen. &#8222;Beim Lesen der Zitate k\u00f6nnte das Publikum verst\u00f6rt werden! Jugendliche unter 18 d\u00fcrfen die Passagen nur embedded in Gegenwart eines weltanschaulich gefestigten <del>Journalisten<\/del> Erwachsenen konsumieren.&#8220; <\/p>\n<p><i>Als Kaiser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maximinus_Daia\">Maximinius Daja<\/a> am 20. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_M%C3%A4rtyrern_der_Diokletianischen_Christenverfolgung\">November 306<\/a> in C\u00e4sarea zur Feier seines Geburtstages Festspiele veranstaltete, bei denen Verbrecher in der Arena mit Tieren aus Indien oder \u00c4thiopien k\u00e4mpfen sollten, holte man den <a href=\"https:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienA\/Agapius_von_Caesarea.html\">Agapius<\/a> zusammen mit einem Sklaven, der seinen Herrn ermordet hatte, heran. Agapius war schon drei- oder viermal zum Tierkampf ins Stadion gef\u00fchrt, aber immer wieder zur\u00fcckgestellt worden. Das Theater hallte von Beifallsbezeugungen wider, als der Kaiser dem M\u00f6rder Leben und Freiheit schenkte. \u00bbDen K\u00e4mpfer f\u00fcr das Christentum liebe der Tyrann vor sich rufen\u00ab, verlangte von ihm die Verleugnung des Glaubens, wof\u00fcr er ihm die Freiheit anbot. Agapius schritt lieber der losgelassenen B\u00e4rin entgegen. Noch atmend brachte man ihn ins Gef\u00e4ngnis, wo er noch einen Tag lebte. Mit Steinen an den F\u00fc\u00dfen wurde er ins Meer versenkt.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ghassaniden\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/01\/100126_2.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"Ghassaniden\"\/><\/a><\/p>\n<p>H\u00e4tten Sie&#8217;s gewusst? Die Araber waren Alliierte Roms und Christen. Erst in der Sp\u00e4tantike wurden sie Muslims. Sie lebten damals auch nicht in Pal\u00e4stina. Von wegen &#8222;Pal\u00e4stinenser&#8220;. Aber sage das jemand den heutigen hohlk\u00f6pfigen Palituch-Tr\u00e4gern und so genannten &#8222;Linken&#8220;!<\/p>\n<p><i>Um das Jahr 500 hatten sich arabische St\u00e4mme, die sich um die m\u00e4chtige Familie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ghassaniden\">Ghassan<\/a> gruppierten &#8211; vom byzantinischen General <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Romanos_IV_Diogenes\">Romanos<\/a> besiegt &#8211; dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anastasios_I.\">Kaiser Anastasios<\/a> gegen\u00fcber zum Dienst bereit gezeigt. Sie grenzten das byzantinische Reich gegen Persien ab und halfen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julian_ben_Sabar\">aufst\u00e4ndischen Samariter<\/a> zu \u00fcberw\u00e4ltigen. Ihre Herrscher hingen freilich dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konzil_von_Chalcedon\">antichalcedonensischen<\/a> Glauben an. Verfolgte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monophysitismus\">Monophysiten<\/a> aus dem byzantinischen Reich suchten bei ihnen Zuflucht. Da\u00df die Kaiser infolge ihres R\u00e4nkespiels den Grenzschutz der Ghassaniden einb\u00fc\u00dften, machte einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eroberung_von_Jerusalem_(614)\">Einfall der Perser<\/a> unter Chosroes ins Heilige Land im Jahre 614 m\u00f6glich. Juden und Samariter begr\u00fc\u00dften sie st\u00fcrmisch.<\/i><\/p>\n<p>Auch das noch! Juden bejubeln die <del>Iraner<\/del> Perser, die das Heilige Land erobern, in dem die Mehrheit Christen, also Byzantiner waren! Antichalcedonisch? Monophysiten? Das sage ich bei einem Barbesuch auf die Frage: &#8222;Bist du religi\u00f6s?&#8220; &#8211; &#8222;Ich bin antichalcedonischer Monophysit!&#8220;<\/p>\n<p><i>Die Perser unterwarfen die pal\u00e4stinensische Hauptstadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Caesarea_(Israel)\">C\u00e4sarea<\/a> (die damit ihre Bedeutung verlor) und Lydda und erschienen vor Jerusalem. Die M\u00f6nche der j\u00fcdischen W\u00fcste flohen \u00fcber den Jordan. Im Vertrauen, Gott werde seine Heilige Stadt sch\u00fctzen, hinderten rebellische Gruppen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zacharias_(Jerusalem)\">Patriarchen Zacharias<\/a> an friedlichen Verhandlungen mit dem Feind. So schickte Zacharias den M\u00f6nch Modestus aus dem <a href=\"https:\/\/www.bibelwerk.de\/fileadmin\/verein\/Dokumente\/Was_wir_bieten\/Materialpool\/Themen_Personen\/Kirche\/Moenchtum_s39.pdf\">Theodosioskloster<\/a> zur byzantinischen Garnison von Jericho, Hilfe aufzubieten. Umsonst! Nach 20 Tagen brach die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jerusalemer_Altstadt\">Eudokiamauer<\/a> unter den St\u00f6\u00dfen des persischen Rammbocks zusammen. Als die Perser am 20. Mai in die Stadt st\u00fcrmten, stachen sie nieder, wen sie trafen, und verbrannten <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2023\/11\/20\/erzpriester-und-simultankirchen\">Grabeskirche<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himmelfahrtkirche_(Jerusalem)\">Himmelfahrtskirche<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hagia_Sion\">Sion<\/a>. Aus den \u00dcbriggebliebenen, aus den Verstecken gerufen, wurden nur die Handwerker zum Abtransport ausgesucht. Die in diesem Sinne Unbrauchbaren wurden in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mamilla-Becken#:~:text=ist%20ein%20antikes%20Wasserbecken%20westlich,und%20ungef%C3%A4hr%206%20m%20tief.\">Teich von Mamilla<\/a> getrieben und dort ertr\u00e4nkt, oder sie erhielten einen Gnadensto\u00df von j\u00fcdischer Hand. <\/i><\/p>\n<p>Moment. Die Juden brachten die Christen um, die nicht &#8222;n\u00fctzlich&#8220; waren?<\/p>\n<p><i>Der tugendhafte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_I._(Jerusalem)\">Thomas<\/a> und seine Gattin begruben die 33 000 Toten. Patriarch Zacharias wurde in die Gefangenschaft verschleppt, die <a href=\"https:\/\/www.erzbistum-muenchen.de\/pfarrei\/pv-taufkirchen\/Spiritualitaet\/das-wahre-kreuz\/113404\">Kreuzreliquie<\/a> nach Persien entf\u00fchrt. &#8211; Unter den Deportierten befand sich der Diakon <a href=\"https:\/\/www.tertullian.org\/fathers\/antiochus_strategos_capture.htm#:~:text=Let%20us%20with%20all%20them,1.&#038;text=Spelled%20Khuasro.,2.&#038;text=I%20omit%20half%20a%20page,3.&#038;text=Berdzen.,4.&#038;text=Three%20lines%20omitted.,5.&#038;text=Eleven%20lines%20omitted.,6.&#038;text=Spelled%20Lavdikia.,7.&#038;text=Five%20lines%20omitted.,8.&#038;text=This%20story%20seems%20to%20contradict,9.&#038;text==%20xeiro&#038;grafon.,10.&#038;text=Shami.,11.&#038;text=I%20omit%20eight%20lines.,12.&#038;text=Four%20lines%20omitted.,16.&#038;text=Berdzen.,18.&#038;text=Two%20pages%20omitted%2C%20of%20which,two%20Sinai%20MSS.%2C%20no.\">Eusebios<\/a> mit seinen zwei T\u00f6chtern, 8 und 10 Jahre alt. Die persischen Priester forderten die Kinder zur persischen Feueranbetung auf, doch gest\u00fctzt auf die Ermahnungen ihres Vaters verweigerten sich die M\u00e4dchen. Sie wurden hingemordet, der Vater ins Feuer gesto\u00dfen. Dar\u00fcber schrieb <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sophronius_of_Jerusalem\">Patriarch Sophronios<\/a> einen Hymnus, den bewegendsten unter allen seinen Dichtungen.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sophronius_of_Jerusalem\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/01\/100126_3.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"sophronicus\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Patriarch Sophronius von Jerusalem, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Menologion_of_Basil_II\">Menologion von Basil II<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die christlichen Araber sind schuld, dass die muslimischen Araber Pal\u00e4stina erobern konnten. Und das kam so:<\/p>\n<p><i>Nachdem 635 Damaskus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eroberung_von_Damaskus_(635)\">in arabische Hand<\/a> gefallen war, erkannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herakleios\">Kaiser Heraklius<\/a> die drohende Gefahr. Zwei Heere entsandte er gegen Omar [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%CA%BFUmar_ibn_al-Chatt%C4%81b\">\u02bfUmar ibn al-Chatt\u0101b<\/a>, auch: Omar ibn\u2013al-Khattab], eines, das in Armenien ausgehoben war, unter F\u00fcrst <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vahan_(Feldherr)\">Vahan<\/a>, das andere unter <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Theodore_Trithyrius\">Theodor Trithyrios<\/a>.<\/i> <\/p>\n<p><i>Am hei\u00dfen Sommertag des 20. August 636 verloren die Byzantiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_am_Jarmuk\">am Jarmuk<\/a>, dem \u00f6stlichen Nebenflu\u00df des Jordan, die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DDmQFvQXFno\">Entscheidungsschlacht<\/a>. Mitten im Kampf gingen 12 000 christliche Araber <\/i>[die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ghassaniden\">Ghassaniden<\/a>]<i> zum Feind \u00fcber. Als Nonchalcedonenser ha\u00dften sie Byzanz. Den Soldaten des Kaisers wehte der Sandsturm in die Augen. Als Sophronios erfuhr, da\u00df Jericho in gegnerischer Hand sei, schaffte er die Kreuzreliquie bei Nacht zur K\u00fcste, damit sie nach Konstantinopel verbracht w\u00fcrde.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Battle_of_the_Yarmuk\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/01\/100126_6.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"battle Yarmuk\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Schlacht von Jarmuk, 638 n. Chr., anonyme katalanische Illustration, ca. 1310 \u2013 1325<\/sup><\/p>\n<p><i>\u00dcber den Fall der Heiligen Stadt gibt es unterschiedliche historische Berichte. Am wahrscheinlichsten ist, da\u00df Jerusalem von einem unbekannten Stammesscheich <a href=\"https:\/\/colorado.pressbooks.pub\/warandsocietysourcebook\/chapter\/al-baladhuri-on-early-muslim-conquests\/\">Khalid b. Thabit al-Fahmi<\/a> eingenommen wurde, der Jerusalem gegen Tributzahlung unzerst\u00f6rt lie\u00df. Die sp\u00e4tere Phantasie haftete jedoch an einem Bericht, demzufolge der greise Patriarch Sophronios die Heilige Stadt den Muslimen \u00fcbergeben habe. Der Patriarch habe gefordert, da\u00df Kalif Omar [Omar ibn\u2013al-Khattab] selbst in Person anwesend sei. Im 17. Jahr der Hedschra, das hei\u00dft im Februar 638, begegneten sich Sophronios und Omar auf dem \u00d6lberg. Der alte Patriarch mu\u00dfte sich vor dem Eroberer dem\u00fctigen. Sophronios bot dem Kalifen an, in der Anastasis zu beten. Doch Omar erwiderte: \u00bbWenn ich in Deinem Tempel beten w\u00fcrde, w\u00fcrdest du ihn sp\u00e4ter verlieren, denn die Muselmanen w\u00fcrden ihn dir nach meinem Tod wegnehmen, indem sie sagten: Hier hat Omar gebetet.\u00ab<\/i><\/p>\n<div style=\"background:#f2f2f2; border-left:4px solid #bdbdbd; padding:14px 16px; margin:16px 0; border-radius:6px;\">\n<p style=\"margin:0; font-size:1.05em; line-height:1.5;\">\n    \u201eJhesus aber sprach zu ihnen: Sehet jr nicht das alles? Warlich ich sage euch, Es wird hie nicht eyn steyn auff dem andern bleiben, der nicht zu brochen werde.\u201c (Matth\u00e4us 24,2, Lutherbibel 1525)\n  <\/p>\n<\/div>\n<p><i>Der Kalif w\u00fcnschte statt dessen ein Terrain zu sehen, auf dem er eine Moschee bauen k\u00f6nnte. Die Sage berichtet, Sophronios habe ihn auf den Tempelplatz gef\u00fchrt, der bis dahin w\u00fcst gelegen hatte; die Christen respektierten n\u00e4mlich die Prophezeiung des Herrn, da\u00df hier kein Stein auf dem andern bleiben werde. Omar habe sogleich mit eigenen H\u00e4nden begonnen, in der Mitte des Platzes Tr\u00fcmmer wegzur\u00e4umen. Der Felsendom, von syrischen Kirchenarchitekten nach der Art errichtet, wie sie eine christliche Kirche gebaut haben w\u00fcrden, entstand freilich erst 691. Der arabische Historiker Mukkadasi [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Muqaddas%C4%AB\">al-Muqaddas\u012b<\/a>] beschreibt das dabei vorwaltende Motiv so: Dieser Bau sei errichtet worden, damit die Pracht der Grabeskirche die Muslime nicht verwirre.<\/i><\/p>\n<p><b>Trotz der Herrschaft muslimischer M\u00e4chte war Pal\u00e4stina bis zu den Kreuzz\u00fcgen noch immer ein majorit\u00e4r christliches Land geblieben.<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mosaikkarte_von_Madaba\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2026\/01\/100126_5.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"Jerusalem\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Jerusalem auf der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mosaikkarte_von_Madaba\">Mosaikkarte von Madaba<\/a>, 6. Jh. n. Chr.<\/sup><\/p>\n<p><b>Die Juden, denen Julian Apostata die R\u00fcckkehr nach Jerusalem gestattet hatte, waren von den Kreuzfahrern wieder ausgetilgt worden. Nach Zerst\u00f6rung des Kreuzfahrerreichs durften sie wieder in ganz Pal\u00e4stina siedeln.<\/b><\/p>\n<p><i>Als die katholischen Majest\u00e4ten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alhambra-Edikt\">1492 die Judenschaft Spaniens<\/a> vertrieben, nahm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bayezid_I.\">Sultan Bayazid<\/a> die Exulanten [sic] gro\u00dfz\u00fcgig im Osmanischen Reich auf. Unter 70000 Sefarden, die sich in den t\u00fcrkischen H\u00e4fen einfanden und in urbanen Zentren des Inneren ihre Kolonien schufen, waren vor allem religi\u00f6s gestimmte Juden vertreten, die in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kabbala\">Kabbala<\/a> lebten &#8211; jener mystischen Str\u00f6mung, die anfangs des 13. Jhs. in der spanischen Stadt Gerona [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kabbala#\/media\/Datei:Pyrenees_topographic_map-de.svg\">Girona<\/a>] ihre bedeut3enden Schriftsteller gefunden hatte. Im Heiligen Land gewann das Judentum eine neue geistige Pr\u00e4senz iim obegalil\u00e4ischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Safed\">Safed<\/a>&#8230;.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>1777 trafen die ersten Chassidim aus Russland in Pal\u00e4stina ein&#8230; Also noch mal ganz langsam. Wie kann jemand behaupten, die Juden seien &#8222;Kolonisten&#8220;, obwohl sie viel fr\u00fcher als die Araber in Pal\u00e4stina waren?<\/p>\n<p>Aber wenden wir uns von der Politik ab und den Religonen des Friedens zu. Heyers Buch reicht bis in die Gegenwart &#8211; also die 80er-Jahre. \u00dcber die Grabeskirche, in der ich jetzt schon zwei Mal war und mich immer noch nicht auskenne (das ist die mit dem afrikanischen Kloster auf dem Dach):<\/p>\n<p><i>Das Protokoll der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Kongress\">Berliner Konferenz<\/a> von 1878 best\u00e4tigte den Status quo. Diese Regelung der Rechtsverh\u00e4ltnisse an den Heiligen St\u00e4tten blieb das letzte Wort. Tats\u00e4chlich handelte es sich um eine blo\u00dfe Beschreibung der Gebr\u00e4uche, wie sie sich historisch eingespielt hatten. Ein Versuch, 1902 den Status quo in eine Kodifikation umzum\u00fcnzen, mi\u00dflang. Die bisherigen Rechte der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kustodie_(Franziskanerorden)\">Kustodie<\/a> gingen auf das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lateinisches_Patriarchat_von_Jerusalem\">lateinische Patriarchat<\/a> \u00fcber. Die Forderung der Franziskaner, da\u00df das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heilig-Grab-%C3%84dikula\">Aedicuium<\/a> der Grabeskirche, die obere Geburtsbasilika in Bethlehem und das Mariengrab im Josaphattal zur\u00fcckgegeben w\u00fcrden, die 1757 den Lateinern genommen waren, blieb unerf\u00fcllt.<\/i><\/p>\n<p><i>Auch den nonchalcedonensischen Kirchen &#8211; den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Patriarchat_von_Jerusalem_der_Armenischen_Apostolischen_Kirche\">Armeniern<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.theologische-links.de\/downloads\/israel\/jerusalem_koptisches-patriarchat.html\">Kopten<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien\">Syrern<\/a> [gemeint ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien\">Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien<\/a>] &#8211; spricht der Status quo bestimmte Rechte zu. So besitzen die Kopten das Recht, Tag und Nacht in der Grabeskirche zu r\u00e4uchern und bestimmte Lampen aufzuh\u00e4ngen, etwa am Salbungsstein zwei Lampen, au\u00dferdem in der Karwoche in Prozession das Christusgrab zu umschreiten. In Fastenzeiten d\u00fcrfen die Kopten t\u00e4glich eine Eucharistie in der Grabeskirche feiern, sonst zweimal in jeder Woche. Am Himmelfahrtstage d\u00fcrfen sie im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heilige_Woche_in_Jerusalem_(4._Jahrhundert)\">Imbomon<\/a> ihr Zelt aufschlagen und einen eigenen Altar errichten. Auch in Bethlehem und am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mariengrab\">Mariengrab<\/a> besitzen die Kopten bestimmte Rechte.<\/i><\/p>\n<p><i>Jede der im Status quo privilegierten Kirchen wachte eifers\u00fcchtig dar\u00fcber, da\u00df die Partner ihre Grenzen in den im Vertrag einbezogenen St\u00e4tten nicht \u00fcberschritten und die im Text nicht aufgef\u00fchrten Kirchengemeinschaften ausgeschlossen blieben. Da der Status quo katholischen Institutionen nur insofern Rechte zuerkennt, als diese sich an das lateinische Patriarchat ankristallisieren, sind die mit Rom unierten Christen ausgeschlossen. Unierte Kleriker d\u00fcrfen in der Grabes- und der Geburtskirche nicht einmal privat zelebrieren.<\/i><\/p>\n<p><i>Als 1888 der Pr\u00e4sident der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaiserliche_Orthodoxe_Pal%C3%A4stina-Gesellschaft\">Russischen Pal\u00e4stina-Gesellschaft<\/a>, Gro\u00dff\u00fcrst <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sergei_Alexandrowitsch_Romanow\">Sergij<\/a><\/i><i>, und seine Gattin Elisaveta Jerusalem besuchten, erfolgte insofern ein \u00dcbergriff \u00fcber die vom Status quo gezogenen Grenzen, als der russische <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Archimandrit\">Archimandrit<\/a> auf dem Kalvarienberg f\u00fcr die hohen Herrschaften in Kirchenslawisch zelebrierte. Beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Eucharistischen_Weltkongresse\">Eucharistischen Kongre\u00df<\/a>, den die katholischen Christen vom 15.\u201320. Mai 1893 nach Jerusalem einberiefen, lie\u00dfen die Lateiner, was im Status quo nicht vorgesehen ist, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Katholische_Ostkirchen\">mit Rom unierten Ostchristen<\/a> an diesem Ort feiern. Als im Jahre 1960 der syrisch-katholische Hierarch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erzeparchie_Mossul-Aqra\">Ephraim aus Mossul<\/a> am lateinischen Altar in der Geburtsgrotte zelebrierte, pr\u00fcgelte ihn ein griechischer M\u00f6nch &#8211; mitten in der Messe &#8211; hinaus.<\/i><\/p>\n<p>Man kann die Israelis nur bedauern, dass sie da f\u00fcr Ordnung sorgen m\u00fcssen. Vermutlich m\u00fcssen sie auch immer erst nachsehen in einer langen Liste, mit wem sie es gerade zu tun haben.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63867?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63867?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_63867 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_63867')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_63867').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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