{"id":63414,"date":"2025-12-19T21:41:18","date_gmt":"2025-12-19T20:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=63414"},"modified":"2025-12-19T21:55:34","modified_gmt":"2025-12-19T20:55:34","slug":"was-tun-nach-der-machtuebernahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/12\/19\/was-tun-nach-der-machtuebernahme","title":{"rendered":"Entscheidend ist das Ergebnis oder: Was tun nach der Macht\u00fcbernahme?"},"content":{"rendered":"<p>[Die \u00dcberschrift ist nur dazu, das Publikum zu animieren, den folgenden Text l\u00e4nger als f\u00fcnf Sekunden zu lesen.]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/07\/090719_5kl.jpg\" alt=\"Oruro\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Fotografiert in der Bergarbeiterstadt <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/yyx45o96\">Oruro<\/a>, Bolivien 1984<\/sup><\/p>\n<p>Ich <del>schrob<\/del> <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/12\/18\/miszellen-zum-kommenden-kommunismus\">schrieb<\/a>: &#8222;Daher ist die Idee, man m\u00fcsse die Geschichte durch eine \u201eRevolution\u201c beschleunigen, vermutlich obsolet und aus dem Kindergarten stalinistischer Textbausteine&#8220;. Wenn das wahr ist, muss man sich das n\u00e4her ansehen.<\/p>\n<p><b>These: Im voll entwickelten Kapitalismus kann die herrschende Klasse nicht mehr milit\u00e4risch besiegt werden.<\/b> Alle Fantasien \u00fcber einen &#8222;Umsturz&#8220; gegen den Willen der Mehrheit sind Unfug. Das gilt auch f\u00fcr die orthodoxe &#8222;marxistische&#8220; Theorie einer &#8222;Diktatur des Proletariats&#8220;. Das ist keine moralische, sondern eine &#8222;technische&#8220; Argumentation.<\/p>\n<p>Beispiel: Die Urform einer zeitweilig erfolgreichen Revolution ist die <b>Oktoberrevolution<\/b> im zaristischen Russland. Russland war damals ein halbfeudales Land mit einer nur winzigen Arbeiterklasse. Die &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Was_tun%3F_(Lenin)\">Avantgarde<\/a>&#8220; unter Lenin putschte eher, als dass sie sich auf sozialrevolution\u00e4re Bewegungen st\u00fctzte. Das war vielleicht angebracht &#8211; man sollte den Mantel der Geschichte ergreifen, wenn er an einem vorbeiweht. Erstaunlich ist, dass es \u00fcberhaupt so lange funktioniert hat.<\/p>\n<p>Die russische Revolution ist eher atypisch, weil sie erstens w\u00e4hrend eines Krieges stattfand und zweitens in einen B\u00fcrgerkrieg m\u00fcndete, den &#8211; was historisch die gro\u00dfe Ausnahme ist &#8211; die Revolution\u00e4re gewannen. Dann kommt das gro\u00dfe &#8222;Aber&#8220;.<\/p>\n<p>Ich schrieb am <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2017\/11\/24\/nicht-vergessen\">24.11.2017<\/a> \u00fcber das lesenswerte Standardwerk Bini Adamczaks <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3960420269\/\/ref=nosim?tag=burkhardschroder&#038;th=1\">Der sch\u00f6nste Tag im Leben des Alexander Berkman<\/a> \u00fcber die russische Revolution, wie sie h\u00e4tte sein k\u00f6nnen und sollen: &#8222;Ich sehe mich durch die Lekt\u00fcre best\u00e4tigt, das nicht nur mit dem Tod Lenins und der Macht\u00fcbernahme Stalins die Konterrevolution in der Sowjetunion begann, sondern dass schon viel fr\u00fcher so viele entscheidende Fehler gemacht wurden, dass die Sache verloren war. Die Frage ist nur, ob diese \u201cSache\u201d unter den damals gegebenen Umst\u00e4nden \u00fcberhaupt eine ernsthafte Chance hatte.&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/03\/190321_3.jpg\" alt=\"kronstadt\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/p>\n<p>Beispiel: Die zeitweilig erfolgreiche <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicaraguanische_Revolution\">Revolution der Sandinistas in Nicaragua<\/a><\/b>. Hier waren die Voraussetzungen \u00e4hnlich wie in Vietnam beim Sieg der Vietcong <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_um_%C4%90i%E1%BB%87n_Bi%C3%AAn_Ph%E1%BB%A7\">gegen Frankreich<\/a> und <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fall_of_Saigon\">die USA<\/a>: Es gab  ein &#8222;Hinterland&#8220;, das den Revolution\u00e4ren als Versteck und heimliches Aufmarschgebiet dienen konnte. Das w\u00e4re heute im Zeitalter von Drohnen und Satelliten\u00fcberwachung undenkbar. Au\u00dferdem hatte der korrupte Diktator Somoza nur eine schmale Machtbasis und wurde zudem von der USA unterst\u00fctzt. Alle Klassen k\u00e4mpften gegen ihn; die Sandinistas waren damals &#8211; wie auch die Teilnehmer des Langen Marsches in China &#8211; eine <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Arlen_Siu\">Jugendbewegung<\/a>. Aber: Ein wie auch immer gearteter Sozialismus steht in einem klassischen &#8222;Entwicklungsland&#8220; gar nicht auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p><i>Als \u201eRevolution\u201c wird in Nicaragua heute zumeist die Zeit der ersten Herrschaft der Sandinisten von 1979 bis 1990 bezeichnet als die FSLN-Regierung 1979 die Schulpflicht f\u00fcr Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren durch geb\u00fchrenfreie Schulen durchsetzte. Durch die 1980 und 1981 folgende landesweite Alphabetisierungskampagne wurde der Anteil von Analphabeten in der Bev\u00f6lkerung von 50 Prozent (1979) auf 12 Prozent gesenkt. Hingegen scheiterte die Regierung bei ihrem Bem\u00fchen, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, um die Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Grundnahrungsmitteln, vor allem Mais und Bohnen, zu gew\u00e4hrleisten und von Importen unabh\u00e4ngig zu werden.<\/i><\/p>\n<p>Landreform und Alfabetisierung: Gut und n\u00fctzlich, aber auch diese Revolution scheiterte auf lange Sicht. Im voll entwickelten Kapitalismus sollte die Arbeiterklasse schreiben und lesen k\u00f6nnen, also Kulturtechniken beherrschen, die auf dem Markt der Arbeitskr\u00e4fte gebraucht werden und f\u00fcr die heute der Staat sorgt. (Offenbar sieht man das in Deutschland jetzt wieder anders.) Das ist aber keine &#8222;echte&#8220; revolution\u00e4re Forderung. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/deutsche-teilung\/ddr-kompakt\/521047\/bodenreform\/\">Land- und Bodenreformen<\/a> dienen vielleicht Kleinbauern, an die das Land der kapitalistischen Agrarkonzerte verteilt w\u00fcrde. Der Kapitalismus macht aber der Kleinbourgeoisie und kleinen Bauern ohnehin langfristig <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Garaus\">den Garaus<\/a>. <\/p>\n<p>Nicaragua ist heute eine Diktatur und immer noch ein Entwicklungsland, also kein entwickelter Kapitalismus. Typologisch vergleichbar: Die <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kubanische_Revolution\">Revolution in Kuba<\/a><\/b> &#8211; ich ahne, wie das enden wird, jedenfalls nicht gut.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/12\/191225_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/12\/191225_1kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"nicaragua\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Fotografiert in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/09\/29\/masaya-und-leon-von-lowen-und-katzen\">Le\u00f3n<\/a>, Nicaragua, 1981<\/sup><\/p>\n<p>Beispiel: Revolutionen, die weitgehend friedlich abliefen, aber nur die Form der Klassenherrschaft der Bourgeoisie \u00e4nderten, wie die <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nelkenrevolution\">Revolution in Portugal<\/a><\/b> oder der friedliche <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR\">Umsturz in der DDR<\/a><\/b>. Hier trifft im Gegensatz zu den vorherigen Umst\u00fcrzen zu, dass die Herrschenden &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Revolution%C3%A4re_Situation\">wie Lenin schon formulierte<\/a> &#8211; nicht mehr in der Lage oder willens waren, sich zu wehren.<\/p>\n<p>Beispiel: Exotische revolution\u00e4re Sonderformen, die schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt sind, wie der <b><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/12\/24\/ciompi-und-andere\">Aufstand der Ciompi<\/a><\/b>, die <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pariser_Kommune\">Pariser Kommune<\/a><\/b> oder die zeitweilig erfolgreiche <b><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2023\/06\/13\/the-carenage-und-die-tragische-revolution-von-grenada\">Revolution in Grenada<\/a><\/b>. Die Gebiete, in denen Revolution\u00e4re zeitweilig die Macht \u00fcbernahmen, waren so klein, dass sie \u00f6konomisch gar nicht lebensf\u00e4hig waren. Der Versuch ist g\u00fcltig und lobenswert, aber aussichtslos.<\/p>\n<p>Revolutionen, die in einem nicht-kapitalistischen Land stattfinden, wie etwa die <b><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz%C3%B6sische_Revolution\">franz\u00f6sische Revolution<\/a><\/b> &#8211; ebnen der Bourgeoisie den Weg zur Macht, nicht dem Proletariat. Sogar das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Revolutionen_1848\/1849\">ist in Deutschland gescheitert<\/a>, wie alle <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Novemberrevolution\">anderen Versuche<\/a> auch.<\/p>\n<p>Jetzt die gute Nachricht: <b>Wie sollte | w\u00fcrde | k\u00f6nnte eine Macht\u00fcbernahme der Linken aussehen? <\/b><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die antiken Ungeheuer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charybdis\">Skylla und Charybdis<\/a> bem\u00fchen. Oder: Alles, was man machen kann, ist schlecht. <\/p>\n<p>Ginge eine noch zu formierende deutsche Linke in Koalitionen Kompromisse ein, verw\u00e4sserte sie ihr Programm und k\u00f6nnte die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse des Kapitalismus nicht umst\u00fcrzen. Beispiele: Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Partido_Comunista_de_Chile\">Unidad Popular<\/a> in Chile oder der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Historischer_Kompromiss\">Historische Kompromiss<\/a> in Italien.<\/p>\n<p>Geht die Linke aber keine Koalitionen ein, bleibt sie eine sektenm\u00e4\u00dfige APO. Das kann man auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kommunistische_Partei_Griechenlands\">ein Jahrhundert lang<\/a> durchziehen.<\/p>\n<p>Wir haben nur wenige Beispiele f\u00fcr eine demokratische Macht\u00fcbernahme der Linken, die erw\u00e4hnenswert sind: Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nepalesische_Kommunistische_Partei\">Nepalesische Kommunistische Partei<\/a> und die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Communism_in_Kerala\">kommunistisch dominierte Koalition der Linken<\/a> in Kerala. Ich habe aber meine Zweifel, ob es sich um voll entwickelte kapitalistische Staaten handelt. Nepal ist auch typologisch eher vergleichbar mit Grenada.<\/p>\n<p>Wikipedia zu Kerala: &#8222;Da die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Communist_Party_of_India\">CPI<\/a> in Kerala letztlich der Zentralregierung unterstand, war ihr Landesplan von den eigenst\u00e4ndig beschafften Mitteln abh\u00e4ngig. In den 1960er Jahren bem\u00fchte sie sich, die Industrialisierung und den Aufbau neuer Produktionsst\u00e4tten in Kerala voranzutreiben und gleichzeitig die Ungleichheiten der Industrialisierung [also Reform des Kapitalismus wie bei den deutschen Gr\u00fcnen] auszugleichen. Die CPI hatte Industrieminister, die f\u00fcr die industrielle Entwicklung verantwortlich waren. <\/p>\n<p>Sie verf\u00fcgte au\u00dferdem \u00fcber eine Industrieentwicklungsgesellschaft, die Unternehmen finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gr\u00fcndung neuer Produktionsprojekte gew\u00e4hrte. Anfang der 1970er Jahre gr\u00fcndete die CPI zwei neue Unternehmen zur F\u00f6rderung der industriellen Entwicklung: die <a href=\"https:\/\/www.ifciltd.com\/?q=en\/content\/kitco-ltd\">Kerala Industrial and Technical Consultancy Organization<\/a> und die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kerala_State_Electronics_Development_Corporation\">Kerala State Electronics Development Corporation<\/a>. Diese Ma\u00dfnahmen verbesserten die Industrie auf Landesebene, waren aber auf lokaler Ebene weniger erfolgreich. <\/p>\n<p>Um die lokale Industrie wiederzubeleben, startete die CPI einen ambitionierten Vierjahresplan, der sich m\u00f6glicherweise an Stalins F\u00fcnfjahrespl\u00e4nen orientierte, die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/E._M._S._Namboodiripad\">Namboodiripad<\/a> als Inspiration betrachtete. Der Vierjahresplan umfasste Konferenzen auf Bezirksebene, um potenzielle Unternehmer zu gewinnen, da die Regierung mehr private Investoren zur Ankurbelung der Industrie gewinnen wollte. Diese Unternehmer wurden geschult, um <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/386050918_A_Short_History_of_the_Cooperative_Movement_in_Northern_Malabar_Kerala\">eigene Unternehmen<\/a> zu gr\u00fcnden. Der Plan war in den ersten sechs Wochen \u00e4u\u00dferst erfolgreich und konnte elf neue Industriegebiete errichten, geriet dann aber im weiteren Verlauf des Programms ins Stocken.&#8220;<\/p>\n<p>Im Klartext: Die Kommunisten in Kerala setzen auf Kooperativen, was nichts anderes ist als eine Form der Vergesellschaftung. Die orthodoxe sektiererische Linke \u00fcbt sich naturgem\u00e4\u00df angesichts &#8222;privater Investoren&#8220; in <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/subject\/india\/cpiml\/true-colors.pdf\">Heulen und Z\u00e4hneklappern<\/a>: Kompromisse? Kapitalisten? Igitt! Alles Verr\u00e4ter&#8230;. <\/p>\n<p>Man sollte eigentlich erwarten, dass die deutsche &#8222;Linke&#8220; Beobachter zum Lernen nach Kerala oder Nepal geschickt h\u00e4tte. &#8222;Konkrete formelle Partnerschaften der deutschen &#8222;Linken&#8220; mit indischen kommunistischen Parteien sind \u00f6ffentlich dagegen nicht prominent dokumentiert&#8220;, meint ChatGPT und hat vermutlich damit recht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/121219_7gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/121219_7kl.jpg\" alt=\"grenada agitprop\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Fotografiert auf <a href=\"http:\/\/maps.google.com\/?ie=UTF8&amp;ll=12.085317,-61.738701&amp;spn=0.298785,0.528374&amp;t=h&amp;z=12\">Grenada<\/a> (Kleine Antillen) w\u00e4hrend der leider <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20130815004855\/https:\/\/www.thegrenadarevolutiononline.com\/\">fast vergessenen Revolution<\/a> 1982. Auf dem gro\u00dfen Schild steht: <i>EVERY WORKER A LEARNER<\/i>, rechts unten <i>Revo stay up<\/i>, das kleine Schild wirbt f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carib_Brewery\">Bier aus Trinidad<\/a>.<\/sup><\/p>\n<p>Der einzige Fall, der uns p\u00e4dagogisch wertvoll weiterhilft, ist der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parlamentswahl_in_Griechenland_Januar_2015\">Wahlsieg der &#8222;Linken&#8220; in Griechenland<\/a> 2015. Auch die haben alles vergeigt, was zu vergeigen war. Aber man kann sich die Chance, die sie hatte, genauer ansehen. Was h\u00e4tte getan werden m\u00fcssen bzw. k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>In Griechenland muss man zuerst das Milit\u00e4r ruhigstellen, weil die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur\">ge\u00fcbt im Putschen<\/a> und in Diktaturen sind. Daher war es ein geschickter Schachzug, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anexartiti_Ellines\">Anexartiti Ellines<\/a> von der rechten Partei &#8222;Unabh\u00e4ngige Griechen&#8220; zum Verteidigungsminister zu machen. Da konnte er nicht viel verkehrt machen. So h\u00e4tte ich auch gehandelt.<\/p>\n<p>Was die linke Koalitionsregierung machte, war weitgehend richtig und volkst\u00fcmlich, aber Kosmetik:<br \/>\n&#8211; Kostenlose Stromversorgung f\u00fcr besonders arme Haushalte, kostenlose Gesundheitsversorgung f\u00fcr Unversicherte, Wiedereinstellung entlassener Staatsbediensteter, u. a.: Reinigungskr\u00e4fte des Finanzministeriums, Besch\u00e4ftigte des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT. <\/p>\n<p>Kann man machen, weil man die W\u00e4hler braucht, \u00e4ndert aber nichts am System. <\/p>\n<p>&#8211; Die Wiederherstellung von Tarifvertr\u00e4gen &#8211; eine klassische linke Forderung &#8211; konnte nicht durchgesetzt werden, weil Griechenland pleite war und von internationalen Gl\u00e4ubigern abh\u00e4ngig, die alles blockierten.<\/p>\n<p>&#8211; Aussetzung bzw. \u00dcberpr\u00fcfung laufender Privatisierungen, u. a. des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hafen_von_Pir%C3%A4us\">Hafens von Pir\u00e4us<\/a> [der Containerhafen wurde <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/griechenland-krise-projekt-peking-in-piraeus-a-788663.html\">von den Chinesen \u00fcbernommen<\/a>, die die Gewerkschaften drangsalieren] und von Energieunternehmen sowie Stopp von Zwangsversteigerungen von Hauptwohnungen wurde bald wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n<p>Fazit: Der Kapitalismus wurde nicht angetastet. Die Linken hatten auch keinen Plan daf\u00fcr. (Ich h\u00e4tte noch in der Nacht der Wahl die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Unternehmen_in_Griechenland\">Banken<\/a> besetzen lassen <del>und alle Manager in Geiselhaft genommen<\/del>.)<\/p>\n<p>Weil ich ein positiv denkender Mensch bin, habe ich noch Tipps f\u00fcr die Zeit nach der Macht\u00fcbernahme vorbereitet.<\/p>\n<p>&#8211; Revolution\u00e4re m\u00fcssen handeln, wie Menschen tats\u00e4chlich sind, nicht wie sie sein sollten. Moralisches Handeln kann politisch gef\u00e4hrlich sein. <\/p>\n<p>&#8211; Ma\u00dfnahmen werden danach beurteilt, ob sie die Herrschaft stabilisieren. Grausamkeit, T\u00e4uschung oder Vertragsbruch k\u00f6nnen legitim sein, wenn sie politisch notwendig sind. Entscheidend ist nicht die Absicht, sondern das Ergebnis. <\/p>\n<p>&#8211; Revolution\u00e4re m\u00fcssen Tugendhaftigkeit vort\u00e4uschen, auch wenn sie anders handeln. Die Mehrheit urteilt nach dem \u00e4u\u00dferen Anschein, nicht nach der Wahrheit. <\/p>\n<p>&#8211; Gewalt ist manchmal notwendig, muss aber strategisch eingesetzt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Grausamkeit sollte rasch, konzentriert, einmalig angewendet werden, nicht fortlaufend. Wohltaten sollten langsam und schrittweise verteilt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Macht entsteht aus dem Zusammenspiel von Zufall, Gl\u00fcck und kluger Entschlossenheit. Der Zufall kann durch entschlossenes Handeln und Flexibilit\u00e4t beeinflusst werden.<\/p>\n<p>&#8211; Erfolgreiche Revolution\u00e4re zwingen der Fortuna ihren Willen auf.<\/p>\n<p>Diese Tipps wurden beeinflusst von (Zutreffendes bitte ankreuzen):<\/p>\n<p>[  ] Josef Wissarionowitsch Stalin<br \/>\n[  ] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Toussaint_Louverture\">Toussaint Louverture<\/a><br \/>\n[  ] Mao Zedong<br \/>\n[  ] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexandra_Michailowna_Kollontai\">Alexandra Michailowna Kollontai<\/a><br \/>\n[  ] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_F%C3%BCrst\">Niccol\u00f2 Machiavelli<\/a>. <\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63414?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63414?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_63414 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_63414')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_63414').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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