{"id":60735,"date":"2025-06-15T19:05:18","date_gmt":"2025-06-15T17:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=60735"},"modified":"2025-06-15T19:05:49","modified_gmt":"2025-06-15T17:05:49","slug":"zuenftiger-saftsack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/06\/15\/zuenftiger-saftsack","title":{"rendered":"Z\u00fcnftiger Saftsack"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burg-altena.de\/museum\/dauerausstellung\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_1.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"in aller munde\"\/><\/a><\/p>\n<p>Liebe Kinder, heute machen wir &#8211; ungeachtet der dramatischen Weltl\u00e4ufte &#8211; eine Wortschatz\u00fcbung. Ich wurde angeregt von der obigen Brosch\u00fcre zu einer Dauerausstellung der Museen Burg Altena. Ich vermute, dass die Nachgeborenen viele Ausdr\u00fccke genauso wenig kennen wir &#8222;Weltl\u00e4ufte&#8220;. Im dortigen Museum hat man unter die sprachliche Beispiele auch jeweils das passende Objekt drapiert, was ich hier nat\u00fcrlich nicht kann. Wohlan!<\/p>\n<p><b>Z\u00fcnftig<\/b><\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zunft\">Zunft<\/a> ist ab dem 13. Jahrhundert eine Art Berufsverband aka &#8222;st\u00e4ndische K\u00f6rperschaft&#8220;, insbesondere f\u00fcr Handwerker. Die Z\u00fcnfte legten Preise, L\u00f6hne, WErkzeuge, Arbeitszeiten und die Qualit\u00e4tsstandards der Waren fest. Im entwickelten Kapitalismus ist so etwas nat\u00fcrlich obsolet. Hier gilt nur der Profit und nichts als der Profit, egal um welchen Preis. Qualit\u00e4tsminderung der Waren erh\u00f6hen den Gewinn, wenn es der Kunde nicht merkt.<\/p>\n<p>Heute bedeutet &#8222;z\u00fcnftig&#8220;, wenn ich mit Freunden gemeinsam selbst gemachten Kartoffelsalat esse und guten Whisky trinke.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_10gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_10kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"altena\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Verdreschen, Flegel<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Flegel&#8220; ist ein romanisches Lehnwort (von latein. <i><a href=\"https:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/flagellum\"> flagellum<\/a><\/i> &#8222;Gei\u00dfel&#8220;, &#8222;Peitsche&#8220;) und &#8222;vermutlich aus dem R\u00f6mischen Reich in den germanischen Sprachraum gelangt.&#8220;  Dreschflegel benutzen die Bauern, um die K\u00f6rner aus den \u00c4hren des Getreides zu schlagen. Daher kommt &#8222;verdreschen&#8220; f\u00fcr &#8222;verpr\u00fcgeln&#8220;<\/p>\n<p><b>Durchschlagender Erfolg<\/b><\/p>\n<p>Das wird jetzt schwierig. Im Original hei\u00dft es: &#8222;Die Durchschl\u00e4ge dienten zum Stellen der Hole f\u00fcr den Drahtzug. Hole waren die konischen L\u00f6cher in den Zieheisen, durch de der Draht mit Kraftaufwand in die L\u00e4nge gezogen und verj\u00fcngt wurde. Da die Hole ihre genaue Abmessung wegen der Reibung mit dem Draht w\u00e4hrend des Ziehvorgangs einb\u00fc\u00dften, mussten sie von Zeit zu Zeit mit Hammer und Durchschlag auf das erforderliche Ma\u00df gebracht werden.&#8220;<\/p>\n<p>Da muss jetzt die KI ran:<br \/>\n&#8222;Durchschl\u00e4ge sind Werkzeuge \u2013 meist aus Metall \u2013, mit denen man L\u00f6cher in eine bestimmte Form oder Gr\u00f6\u00dfe bringt. In diesem Fall helfen sie, bestimmte \u00d6ffnungen (sogenannte &#8222;Hole&#8220;) zu formen oder wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Hole (Plural von &#8222;Hol&#8220;, ein alter technischer Begriff) sind kegelf\u00f6rmige (also wie ein Trichter geformte) L\u00f6cher in einem Werkzeug namens Zieheisen. Dieses Zieheisen wird verwendet, um Draht zu ziehen \u2013 das hei\u00dft, der Draht wird mit viel Kraft durch das Loch gezogen. Dabei wird er l\u00e4nger und d\u00fcnner (also \u201everj\u00fcngt\u201c).<\/p>\n<p>Durch die Reibung (also die st\u00e4ndige Ber\u00fchrung und Bewegung des Drahtes im Loch) nutzen sich die Hole ab \u2013 sie werden also gr\u00f6\u00dfer oder ungenau.<\/p>\n<p>Um die Hole wieder in die richtige Form und Gr\u00f6\u00dfe zu bringen, benutzte man Hammer und Durchschl\u00e4ge, um das Loch wieder \u201eeinzustellen\u201c, also nachzubessern.&#8220;<\/p>\n<p>Eine Sache hat einen &#8222;durchschlagenden Erfolg&#8220;, wenn sie besonders wirksam ist. Da f\u00e4llt mir jetzt die israelische Luftwaffe ein.<\/p>\n<p><b>Ellenlang<\/b><\/p>\n<p>Die Elle ist die L\u00e4nge eines Unterarmknochens, ganz einfach.<\/p>\n<p>&#8222;Und er sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sehe eine fliegende Schriftrolle, die ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit.&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/de\/verse\/Sacharja5,2\">Sacharja 5,2<\/a>) Ganz sch\u00f6n gro\u00df also, die fliegende Schriftrolle. Vielleicht war es auch ein fliegender Teppich?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_2kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"haspel\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Sich verhaspeln<\/b><\/p>\n<p>Die Haspel oder der Garnwickler brachte das beim Spinnen anfallende Garn in Strangform. Das funktionierte nicht immer perfekt. Gestern haben sich zum Bleistift die Seilz\u00fcge f\u00fcr das Ruderblatt meinen Kajaks verhaspelt. Vielleicht war ich es auch. Frage: Gibt es das Gegenteil, also <i>enthaspeln<\/i>? Jedenfalls habe ich das gemacht.<\/p>\n<p><b>Etwas durchhecheln<\/b><\/p>\n<p>Ein Hechel ist ein Werkzeug, um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser\">Flachs<\/a> zu bearbeiten. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hechel\">Wikipedia<\/a>: &#8222;Die Hechel ist ein kammartiges, aus spitzen Dr\u00e4hten gefertigtes landwirtschaftliches Ger\u00e4t, durch das verschiedene Naturfasern wie Flachs- und Hanffasern, Jute, Kokosfasern u. a. zum Reinigen (Hecheln, Rupfen, Ausziehen; \u2013 fr\u00fcher auch Reffen) gezogen werden. Das Wort leitet sich vom selben Wortstamm wie der Haken ab, was auf die zum K\u00e4mmen der Fasern angebrachten Haken hindeutet.&#8220;<\/p>\n<p>Heute bedeutet etwas durchhecheln eher \u00fcber jemanden herziehen.<\/p>\n<p><b>Unter die Haube bringen<\/b><\/p>\n<p>Verheiratete Frauen trugen eine Haube, am Hochzeitstag wurde die zu ersten Mal aufgesetzt. (Das kenne ich aus Chiapas in Mexiko: Man kann an der Kopfbedeckung erkennen, ob jemand vergeben ist oder nicht. Das erleichtert die <a href=\"https:\/\/www.songtexte.com\/songtext\/manu-chao\/me-quedo-contigo-si-me-das-elegir-73e692c9.html\">Anmache<\/a>.) Das Original des Museums behauptet: &#8222;Auch nach germanischer Sitte durfte die verheiratetet Frau das Haar nicht mehr lose tragen&#8220;. Das bezweifele ich sehr, zumal es &#8222;die&#8220; Germanen gar nicht gab, noch nicht einmal nach deren eigenem Selbstverst\u00e4ndnis. Sogar die KI pflichtet mir bei:<\/p>\n<p>&#8222;Die These, dass verheiratete Frauen \u201enach germanischer Sitte\u201c ihr Haar nicht mehr offen tragen durften, stammt vor allem aus einer Mischung von antik-r\u00f6mischen Berichten, arch\u00e4ologischen Funden und sp\u00e4teren Rekonstruktionen germanischer Kultur im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert. Eine eindeutige Prim\u00e4rquelle aus der germanischen Zeit selbst gibt es nicht, da die Germanen keine eigenen schriftlichen \u00dcberlieferungen hinterlassen haben.&#8220;<\/p>\n<p>Tacitus schreibt in der <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/386647332X\/\/ref=nosim?tag=burkhardschroder\">Germania<\/a>&#8222;: &#8222;Die Ehe wird dort streng gehalten; [&#8230;] Niemand verlacht die Sittenzucht, und eheliche Untreue kommt selten vor.&#8220; Wenn das nicht mal eine romantische Verkl\u00e4rung ist, um den eigenen dekadenten Mitb\u00fcrgern den moralischen Spiegel vorzuhalten! Aber wir schweifen ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_4kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"Ritter\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>In Harnisch bringen<\/b><\/p>\n<p>Braucht man nicht erkl\u00e4ren. Aber: &#8222;brauchen&#8220; verlangt IMHO nicht das &#8222;zu&#8220;. So habe ich es im Germanistik-Studium gelernt. Die KI widerspricht mir hier: &#8222;Die Form \u201eich brauche es nicht tun\u201c ist grammatikalisch nicht mehr standardsprachlich und wirkt archaisch oder umgangssprachlich \u2013 sie ist aber historisch interessant.&#8220; &#8211; &#8222;Fr\u00fcher konnte \u201ebrauchen\u201c wie ein Modalverb benutzt werden \u2013 also ohne \u201ezu\u201c. Diese Form war im 18. und 19. Jahrhundert h\u00e4ufiger, z.\u202fB. bei Goethe oder Schiller.&#8220;<\/p>\n<p>Dann also archaisch Goethe und Schiller und nicht dieses neumoderne Zeug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_5kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"Bergfried\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Blick aus dem Bergfried (&#8222;dicker Turm2) der Burg Altena.<\/sup><\/p>\n<p><b>T\u00fcrmen gehen<\/b><\/p>\n<p>Der Bergfried war der \u00e4lteste Teil einer jeden Burg. Da dort oft auch die Gefangenen untergebracht wurden, ist der Ausdruck &#8222;t\u00fcrmen gehen&#8220; entstanden &#8211; wenn sich jemand schnell davonmacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_6gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_6kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"joch\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Jemanden unterjochen<\/b><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschirr_(Zugtier)#Joch\">Joch<\/a> war (!) ein Geschirr zum Anspannen von Zugtieren. Man kennt &#8222;ein Joch absch\u00fctteln&#8220;. &#8222;Seit dem Hochmittelalter wurde das Joch durch die Einf\u00fchrung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschirr_(Zugtier)#Kumt\">Kumt<\/a> (oben im Bild) \u00fcberall verdr\u00e4ngt, wo ausreichend Kapital vorhanden und die Leistungsf\u00e4higkeit des Gespanns von Bedeutung war.&#8220;<\/p>\n<p><b>Im Zaum halten<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Man muss die Araber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zaumzeug\">im Zaum halten<\/a>.&#8220; Muss nicht erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><b>Etwas auf dem Kerbholz haben<\/b><\/p>\n<p>Das wusste ich nicht: &#8222;Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kerbholz\">Kerbholz<\/a> war ein Holzstab, welcher der L\u00e4nge nach gespalten wurde. In die beiden zusammenh\u00e4ngenden H\u00e4lften schnitten zwei Parteien &#8211; Gl\u00e4ubiger und Schuldner oder Auftraggeber und Auftragnehmer &#8211; die gleiche Anzahl Kerben ein. Die Parteien kontrollierten die durch die Kerben festgelegten Vereinbarungen, indem sie die Kerbholzh\u00e4lften aneinanderf\u00fcgten und miteinander verglichen. Das Kerbholz war vor der Einf\u00fchrung schriftlicher Rechnungslegung das wichtigste Ger\u00e4t zr Aufzeichnung von Lieferungen und Arbeitsleistungen.&#8220;<\/p>\n<p><b>Eine Lanze brechen \/ Von der Pike auf<\/b><\/p>\n<p>Der gemeine Soldat &#8222;diente&#8220; mit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pikeniere\">Pike<\/a>, also einem Spie\u00df, und &#8222;arbeitete&#8220; sich dann &#8222;von der Pike auf&#8220; Stufe um Stufe in der milit\u00e4rischen Hierarchie empor.<\/p>\n<p><b>Lunte riechen<\/b><\/p>\n<p>Nicht schwierig f\u00fcr die, die noch mit Vorderladern schie\u00dfen. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCndschnur\">Lunte<\/a> ist einfach eine Z\u00fcndschnur. Genauso simpel ist<\/p>\n<p><b>Sein Pulver verschie\u00dfen \/ Nicht einen Schuss Pulver wert sein<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_3kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"L\u00f6ffelbrett\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Den L\u00f6ffel abgeben<\/b><\/p>\n<p>Der L\u00f6ffel war das elementare Esswrkzeug der Bauern. Die ern\u00e4hrten sich vorwiegend von Brei. Der L\u00f6ffel war individueller Besitz und wurde nach Gebrauch an das L\u00f6ffelbrett an der Wand geh\u00e4ngt. &#8222;Starb man, gab man den L\u00f6ffel an einen Erben.&#8220;<\/p>\n<p><b>Warten auf den St. Nimmerleinstag<\/b><\/p>\n<p>Wusste ich ebenfalls nicht: &#8222;Zur Zeit der Reformation stellt man in Predigtparodien Bibelstellen mit dem Wort und Begriff <i>nemo<\/i> (lat. niemand) zusammen, um so die Existenz eines Heiigen namens &#8222;Nemo&#8220; zu beweisen. Hieraus entstand der &#8222;St. Nimmerlein&#8220;, der aber im Heiligenkanon nicht vorkam. Der &#8222;St. Nimmerleinstag&#8220; ist also eine Ausrede und ein faules Versprechen. Auf diesen Tag warten man vergeblich.&#8220;<\/p>\n<p><b>Ein Pastor darf \u00fcber alles reden, nur nicht \u00fcber 15 Minuten<\/b><\/p>\n<p>Neben der Kanzel (habe ich nicht fotografiert) stand oft eine Sanduhr, die eine Stunde in vier Viertel aufteilte &#8211; jedes Glas l\u00e4uft 15 Minuten. Die Prediger sollten ermahnt werden, die Aufnahmef\u00e4higkeit der Zuh\u00f6rer nicht zu \u00fcbersch\u00e4tzen. So etwas brauchte man heute an Universit\u00e4ten <a href=\"https:\/\/lexikon.stangl.eu\/6553\/konzentrationsspanne\">f\u00fcr Studenten<\/a> auch (und f\u00fcr Blogger, da das lesende Publikum sich nicht l\u00e4nger als 20 Minuten konzentrieren kann, har har).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_8gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_8kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"Visier\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Ins Visier nehmen<\/b><\/p>\n<p>Schon klar: Die Rittersleut hatten, war erst der Helm auf dem Kopf, ein eingeschr\u00e4nktes Blickfeld wie ein Journalist der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten.<\/p>\n<p><b>Sein Licht unter den Scheffel stellen<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Man z\u00fcndet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/LUT\/Matth%C3%A4us5\">Evangelium des Matth\u00e4us<\/a> 5,15)<\/p>\n<p><b>Hinter Schloss und Riegel<\/b><\/p>\n<p>Dorthin geh\u00f6ren alle [bitte selbst ausf\u00fcllen]. <\/p>\n<p><b>Keinen Deut wert sein<\/b><\/p>\n<p>Der Deut war fr\u00fcher die kleinste W\u00e4hrungseinheit in Holland, Geldern und Kleve.<\/p>\n<p><b>Etwas auf die Goldwaage legen<\/b><\/p>\n<p>Das Publikum legte die p\u00f6belnde Worte des Bloggers auf die Goldwaage.<\/p>\n<p><b>\u00dcber die Wupper gehen<\/b><\/p>\n<p>Schwierig. Die Wupper (ein Fluss) &#8222;bildete in weiten Teilen die Landesgrenze zwischen der zu Preu\u00dfen geh\u00f6renden Grafschaft Mark [zum Beispiel Dortmund und Unna] und dem Herzogtum Berg. Um sich der preu\u00dfischen Milit\u00e4rpflicht zu entziehen, gingen viele m\u00e4rkische M\u00e4nner im 18. Jahrhundert ins benachbarte bergische Ausland.&#8220; Aber: der Begriff hat sich heute ins Gegenteil verkehrt, in der \u00d6konomie bedeutet er &#8222;Konkurs gehen&#8220;.<\/p>\n<p>ChatGPT hat eine ganz andere Theorie: &#8222;Es gibt verschiedene Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze f\u00fcr die Herkunft dieser Redewendung:<\/p>\n<p>Gef\u00e4ngnis-Theorie (historisch):<br \/>\nIn Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) lag das Gerichtsgeb\u00e4ude auf der einen Seite der Wupper, das Gef\u00e4ngnis auf der anderen Seite. Wer verurteilt wurde, musste \u00fcber die Wupper gehen, um seine Strafe anzutreten.<\/p>\n<p>Hinrichtungs-Theorie:<br \/>\nIn fr\u00fcheren Zeiten sollen Hinrichtungsst\u00e4tten in der N\u00e4he der Wupper gelegen haben, sodass Verurteilte \u00fcber den Fluss gef\u00fchrt wurden \u2013 sprich: ihrem Tod entgegen.&#8220;<\/p>\n<p><b>Saftsack<\/b><\/p>\n<p>Zu diesem Thema halluziniert die KI dummes Zeug: &#8222;Im \u00e4lteren medizinischen Sprachgebrauch standen \u201eS\u00e4fte\u201c (wie Blut, Galle, Schleim usw.) f\u00fcr Lebensenergie und k\u00f6rperliches Gleichgewicht (Humoralpathologie).<br \/>\nEin \u201eSaftsack\u201c k\u00f6nnte daher im \u00fcbertragenen Sinn jemand sein, der zu viele oder falsche K\u00f6rpers\u00e4fte hat, also ein kranker oder unausgeglichener Mensch.&#8220; <\/p>\n<p>Alles Quatsch. &#8222;Vor 1780 zog man den Tabakrauch unmittelbar aus der Brennkammer durch den Rauchkanal. Danach wurde zun\u00e4chst bei Porzellanpfeifen der Saftsack eingef\u00fchrt, der anfangs kugelf\u00f6rmig war und zwischen Pfeifenkopf und Rauchkanal gesteckt wurde. Sp\u00e4ter war der Saftsack als bauchige Ausformung in dern Pfeifenkopf integriert. Da &#8222;Pfeife&#8220; bereits als Schimpfwort eingesetzt wurde, galt dies erst recht f\u00fcr &#8222;Saftsack&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_9gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2025\/06\/150625_9kl.jpg\" border=\"0\" width=\"480\" alt=\"kochgeschirr\"\/><\/a><\/p>\n<p><b>Einen Zacken zulegen<\/b><\/p>\n<p>Das Kochgeschirr wurde an einem Haken am Kamin befestigt und ins Feuer geh\u00e4ngt. &#8222;durch die Wahl der Zackenh\u00f6he konnte die Kochtemperatur und die Dauer des Garvorgangs reguliert werden. Legte man &#8222;einen Zacken zu&#8220;, wurde es hei\u00dfer.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60735?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60735?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_60735 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_60735')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_60735').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"recommend\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"%20Z%C3%BCnftiger%20Saftsack%20%C2%BB%20Burks%27%20Blog%20-%20in%20dubio%20pro%20contra.%20De%20omnibus%20...\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/www.burks.de\\\/burksblog\\\/2025\\\/06\\\/15\\\/zuenftiger-saftsack\",\"post_id\":60735,\"post_title_referrer_track\":\"Z%C3%BCnftiger+Saftsack\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Kinder, heute machen wir &#8211; ungeachtet der dramatischen Weltl\u00e4ufte &#8211; eine Wortschatz\u00fcbung. Ich wurde angeregt von der obigen Brosch\u00fcre zu einer Dauerausstellung der Museen Burg Altena. Ich vermute, dass die Nachgeborenen viele Ausdr\u00fccke genauso wenig kennen wir &#8222;Weltl\u00e4ufte&#8220;. Im dortigen Museum hat man unter die sprachliche Beispiele auch jeweils das passende Objekt drapiert, was [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-60735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-panorama"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60735"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60754,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60735\/revisions\/60754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}