{"id":58458,"date":"2024-12-03T14:40:33","date_gmt":"2024-12-03T13:40:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=58458"},"modified":"2024-12-03T14:40:33","modified_gmt":"2024-12-03T13:40:33","slug":"aber-die-gegend-ist-sehr-schoen-oder-von-belize-nach-ecuador","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2024\/12\/03\/aber-die-gegend-ist-sehr-schoen-oder-von-belize-nach-ecuador","title":{"rendered":"Aber die Gegend ist sehr sch\u00f6n oder: Von Belize nach Ecuador"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/grenze_hondgr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/grenze_hondkl.jpg\" alt=\"gringo\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Nahe der Grenze zwischen Belize und Guatemala bei <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@17.0610696,-89.1509038,5798m\/data=!3m1!1e3?hl=de&#038;entry=ttu&#038;g_ep=EgoyMDI0MTEyNC4xIKXMDSoASAFQAw%3D%3D\">Melchor de Mencos<\/a>, 27.10.1979<\/sup><\/p>\n<p><i>Hier ein Brief, der einen Teil meiner erste Reise nach Lateinamerika beschreibt &#8211; zwischen Belize und Kolumbien. Die Rechtschreibung habe ich nicht ver\u00e4ndert.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/12\/031225_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/12\/031225_1kl.jpg\" alt=\"reisepass\" border=\"0\" hspace=\"0\" space=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Mein Reisepass mit den Stempeln von Belize und dem Einreisestempel von Guatemala, Melchor de Mencos<\/sup><\/p>\n<p>Quito, den 26.11.79<br \/>\nLiebe Eltern,<\/p>\n<p>Nun sind wir mittlerweile in Ecuador, haben soeben den \u00c4quator \u00fcberschritten und haben seit dem letzten Brief aus Belize, der hoffentlich angekommen ist, schon so viel erlebt, da\u00df ich nur das Wichtigste schreiben kann. <\/p>\n<p>Von Belize aus sind wir <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/02\/14\/gringo-con-mochila\">nach Guatemala<\/a> getrampt. Das Gute an Belize ist, da\u00df jeder Anhalter mitnimmt, weil so wenig Busse fahren und es sowieso nur 2 gr\u00f6\u00dfere \u00dcberlandstra\u00dfen gibt, von Mexico nach Belize City und von da nach Guatemala. Zuletzt sind wir von englischen Soldaten mitgenommen worden (Belize ist zwar angeblich unabh\u00e4ngig, aber in Wirklichkeit immer noch eine englische Kolonie), die kurz vorher in Hamm stationiert waren &#8211; sie kannten auch Unna.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/tikal2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/tikal2kl.jpg\" alt=\"Tikal\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><br \/>\n<sup>Tikal, Guatemala, 29.10.1979<\/sup><\/p>\n<p>In Guatemala ging es richtig los: f\u00fcr die 200 km nach Tikal &#8211; d.i. eine gro\u00dfe Ruinenstadt der Mayas &#8211; brauchten wir drei Tage. Die einzige Stra\u00dfe <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/02\/08\/fernreisen-per-bus\">ist so schlecht<\/a>, da\u00df kein PKW fahren kann, nur 1x am Tag ein Bus. Zwischendurch haben wir noch an einem sehr romantischen See \u00fcbernachtet. <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/09\/17\/49507\">Tikal<\/a> war das <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/09\/15\/tikal-revisited\">Beeindruckendste<\/a>, was ich bisher gesehen habe. Hier wohnten vor 2000 Jahren mehr als 200000 Mayas! Heute ist \u00fcberall tiefer Dschungel, nur ein paar kleine D\u00f6rfer, und mittendrin ein riesiges Ruinengel\u00e4nde mit Pyramiden, <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/10\/03\/giant-and-dwarf-things\">die mit der Spitze aus dem Dschungel<\/a> gucken, Palastanlagen und <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/07\/17\/sustainable-water-use-in-mayan-tikal\">Tempeln<\/a>.<\/p>\n<p>Busfahren in Guatemala geht z.B. so: Nachts um 11 soll der Bus fahren. Um 11 sagt der Busfahrer, der oben auf dem Dach liegt und schl\u00e4ft: <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/09\/24\/pinita-para-siempre\">Der Bus<\/a> f\u00e4hrt um 1. Die Passagiere, darunter auch wir, sitzen auf einem schmutzigen Marktplatz, rundum voll Bretterbuden, wo man Kaffee und seltsames Geb\u00e4ck verkauft, dazwischen streunende Hunde und ein paar Schweine, die im M\u00fcll w\u00fchlen. Um 1\/2 2 kommt der Busfahrer vom Dach, will den &#8222;Bus&#8220; starten, aber der springt nicht an. Alle Passagiere klemmen sich hinter den Bus und schieben ihn durch die halbe Stadt unter H\u00f6llenl\u00e4rm, w\u00e4hrend ich auf dem Platz sitze und das Gep\u00e4ck bewache und mich halb totlache. Der Bus springt aber nicht an und der Busfahrer legt sich wieder schlafen, Wir beide legen uns samt Rucksack auf einen der Markttische und schlafen bis um 3, bis ein anderer Bus kommt und unseren anzieht.<\/p>\n<p>Dann geht es wie die wilde Jagd los, der Bus schwankt wie ein Schiff im Sturm, kracht in die Schlagl\u00f6cher, H\u00fchner gackern, weil ihnen immer wieder auf den Schwanz getreten wird, eine dicke Indiofrau hat gleich 4 Truth\u00e4hne mit. Der Bus braucht 19 (!) Std. bis Guatemala City, der Hauptstadt. Der Busfahrer f\u00e4hrt nat\u00fcrlich in einem St\u00fcck und kurzen Pausen durch und man kommt kaum zum Pinkeln.<\/p>\n<p>Allgemeiner Eindruck von Guatemala: Das Land ist ein absoluter Polizeistaat, \u00fcberall Milit\u00e4rkontrollen und man sagte uns, da\u00df es hier wohl bald knallt wie in Nicaragua. Aber die Gegend ist sehr sch\u00f6n, vor allem die Indios sehr freundlich.<\/p>\n<p>Wir sind 1 Woche <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/02\/07\/volcan-de-agua-revisitado\">in Antigua<\/a> geblieben, einer Stadt mit viel spanischer Kolonialarchitektur, die aber durch verschiedenen Erdbeben sehr zerst\u00f6rt worden ist. Rundherum gibt es viele Indiod\u00f6rfer, sehr arm, aber die Leute sind sehr nett. Die Frauen haben alle unwahrscheinlich bunte Gew\u00e4nder an. Sie kennen noch kaum Touristen. Ihr m\u00fc\u00dft euch das so vorstellen, da\u00df in den meisten Staaten Mittel- und S\u00fcdamerikas die Indios den Hauptanteil der Bev\u00f6lkerung stellen einschlie\u00df\u013aich der Mischlinge, aber kaum in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten leben, sondern in D\u00f6rfern. In den St\u00e4dten lebt die wei\u00dfe Oberschicht, d.h. die Nachkommen der Spanier. Die Indios sehen sehr asiatisch aus und manche erinnern sehr an die Steinfiguren der Azteken und Maya, die die Spanier unterworfen haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/antiguagr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guatemala\/antiguakl.jpg\" alt=\"agua\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volc%C3%A1n_de_Agua\">Vulkan Agua<\/a> (3760 m) in der N\u00e4he von <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jbao34c\">Antigua<\/a>, Guatemala (01.11.1979). <\/p>\n<p>In Antigua haben wir <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/07\/22\/volcan-de-agua\">einen Vulkan<\/a> bestiegen, der \u00fcber 4000m hoch ist. Aber das ist hier alles anders als in den Alpen, weil alles relativ h\u00f6her liegt. Z.B. hier in Ecuador liegen die meisten St\u00e4dte \u00fcber 2000m hoch, Quito 2800! Dementsprechend hoch sind die Berge, aber in Quito <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2023\/05\/29\/outdoor-palmen\">gibt es sogar Palmen<\/a>! Das liegt daran, da\u00df es tags\u00fcber &#8211; wegen der \u00c4quatorn\u00e4he &#8211;  meist warm ist, 20\u00b0 Grad vielleicht und teilweise mehr, aber nachts ist es knapp \u00fcber 0 Grad!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/07\/100724_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/07\/100724_1kl.jpg\" alt=\"nicaragua\" border=\"0\" hspace=\"0\" space=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<\/sup><sup>Das Hochland von Nicaragua, Flug von Guatemala nach Tegucigalpa, Honduras, 04.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Von Guatemala sind wir geflogen mit einer klapprigen Propellermaschine nach Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras. Dort ging die Maschine kaputt und wir mussten umsteigen. Aber die Fluglinie kann man nur weiterempfehlen: Es gibt gutes Essen an Bord und Alkohol ist frei, dabei <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2024\/07\/10\/unter-ueberfliegenden\">gute Aussicht \u00fcber das Hochland<\/a> von Nicaragua.<\/p>\n<p>So kamen wir in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2014\/02\/23\/san-andres\">San Andr\u00e9s<\/a> an, einer <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/02\/25\/puesta-del-sol\">Karibik-Insel<\/a> zwischen Nicaragua + Kolumbien, die aber zu Kolumbien geh\u00f6rt. Dort sah es auch wie in Belize (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2024\/11\/16\/islote-sucre-revisited\">s. Karte<\/a>): Sandstrand, Palmen, das Meer blau und kristallklar und nie weniger als 30 Grad. An dem K\u00fcsten S\u00fcdamerikas und in der Karibik leben fast nur Schwarze, die Nachkommen der afrikanischen Sklaven.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/medellingr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/medellinkl.jpg\" alt=\"Medell\u00edn\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><br \/>\n<sup>Medell\u00edn, Kolumbien, Flug von Tegucigalpa, Honduras, nach Bogot\u00e1, 04.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Nach einer knappen Woche inklusive Sonnenbrand flogen wir \u00fcber Barranquilla und <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/01\/27\/medellin\">Medellin<\/a> nach Bogota, wo wir sp\u00e4t abends <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/08\/04\/bogota-backstage\">mit gemischten Gef\u00fchlen<\/a> ankamen, denn man hatte uns erz\u00e4hlt, da\u00df Bogota eine der gef\u00e4hrlichsten St\u00e4dte S\u00fcdamerikas w\u00e4re. Wir mu\u00dften erst eine Stunde nach dem Gep\u00e4ck suchen und waren etwas gestresst. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/bogota79_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/bogota79_1kl.jpg\" alt=\"Bogota\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><br \/>\n<sup>Ankunft in Bogot\u00e1, Kolumbien, 08.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>In Bogota (5 Millionen Einwohner) ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch und die Leute sehr arm, dementsprechend hoch ist auch die Kriminalit\u00e4t. In bestimmten Stadtvierteln kann man nachts nicht mehr auf die Stra\u00dfe gehen, weil man sonst ausgeraubt wird. Und die Pauschaltouristen, die meistens reich aussehen, sind das selbst schuld. Die Stadt ist h\u00e4\u00dflich, die H\u00e4user phantasielos, \u00fcberall liegt M\u00fcll herum und ein unwahrscheinlicher Krach und Gestank. Die s\u00fcdamerikanische Autofahrer-Mentalit\u00e4t kann man sich kaum vorstellen: Verkehrszeichen geben nur grobe Anhaltspunkte, rote Ampeln sind uninteressant und jeder hupt, so laut er kann. Dabei sehen die Autos aus, als wenn sie gerade vom Schrottplatz k\u00e4men. Wir haben um 4 Uhr nachmittags einen uralten Bus mitten auf einer Kreuzung zur Hauptverkehrszeit gesehen, die Busfahrer lagen darunter und reparierten etwas, die Passagiere schauten interessiert zu, hinter dem Bus lag ein R4 auf der Stra\u00dfe, der gerade ein Rad verloren hatte, alle Autos fuhren kreuz und quer herum und mittendrin stand ein Polizist, der aus Leibeskr\u00e4ften auf einer Trillerpfeife fl\u00f6tete, den aber keiner irgendwie beachtete.<\/p>\n<p>Wir haben in 3 Tagen keinen einzigen Europ\u00e4er gesehen au\u00dfer einer deutschen Reisegruppe im <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/10\/07\/el-dorado-oder-el-museo-del-oro\">Goldmuseum<\/a>, die aber in einem teuren Hotel wohnten und ziemlich ver\u00e4ngstigt waren. Auf der Stra\u00dfe laufen Bettler herum, einer hatte sich einen Tropf organisiert, lag auf der Stra\u00dfe und hielt ihn hoch, bettelte gleichzeitig um Geld.<\/p>\n<p>Es gibt eine ganze Menge interessanter Dinge, aber der Brief wird zu lang.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/sanaugustin79_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/sanaugustin79_1kl.jpg\" alt=\"San Augustin\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/San_Agust%C3%ADn_%28Kolumbien%29\">San Agust\u00edn<\/a>, Kolumbien, 12.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Von Bogota aus sind wir ins Gebirge, d.h. die Anden, in ein kleines Indiodorf. Die Entfernungen sind hier etwas anders. Kolumbien ist 4 1\/2 mal so gro\u00df die die BRD [sic], hat aber nur 30 Mio. Einwohner und der Bus braucht durchschnittlich 8-10 Stunden f\u00fcr eine normale Strecke. Eisenbahnen gibt es kaum, weil im S\u00fcden fast alles wildes Gebirge ist. Aber die Landschaft ist einfach gro\u00dfartig!<\/p>\n<p>In San Augustin [es heisst San Agust\u00edn] sind wir 1 Woche geblieben. Es gibt nur eine Stra\u00dfe und das n\u00e4chste Dorf ist 1 1\/2 Stunden mit dem Bus entfernt. Elektrisches Licht gibt es nur ein paar Stunden am Tag. Wir haben uns Pferde organisiert und <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/07\/23\/am-rio-magdalena\">sind in der Gegend herumgeritten<\/a>. Hier stehen \u00fcberall <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2023\/05\/21\/alto-de-los-idolos\">auf den Bergen<\/a> und im Dschungel 2000 Jahre alte <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/02\/25\/grabwaechter-revisited\">Steinfiguren<\/a> herum, die von einem Volk stammen, das sich damals, als die Spanier kamen, in die Berge zur\u00fcckgezogen hat. Hier gibt es richtige <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/10\/14\/1500-jahre-alte-hosentraeger\">H\u00fcnengr\u00e4ber<\/a> wie in Norddeutschland.<\/p>\n<p>San Augustin [San Agust\u00edn] ist relativ sicher, weil die Indios nicht klauen, aber fast alle Touristen, die hier ankamen (es gibt nur 3 oder 4 \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten, soda\u00df man sich trifft) waren beklaut worden, in einem Bus, der ankam, gleich 7 auf einmal.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/tumaco1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/colombia\/tumaco1kl.jpg\" alt=\"tumaco\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><br \/>\n<sup>Tumaco, Kolumbien, 21.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Von San Augustin [San Agust\u00edn] sind wir nach Popayan, Pasto (das liegt auf der Panamericana in Richtung Ecuador), dann mit einem Nachtbus 10 Std. an die pazifische K\u00fcste von Kolumbien <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2015\/01\/24\/am-rio-mira\">nach Tumaco<\/a>. Hier sieht es wieder ganz anders aus: Ein Fischerdorf, nur Holzh\u00fctten, nur Schwarze, sehr dreckig und staubig, viele H\u00e4user auf Pf\u00e4hlen und ringsherum nur Mangrovens\u00fcmpfe. Mangroven sind B\u00e4ume, deren Wurzeln alle oberhalb des Wasserspiegels liegen, soda\u00df man von nirgendwo durchkommt.<\/p>\n<p>Wir haben einen Einheimischen aufgegabelt, der uns f\u00fcr 20 DM nach Ecuador fahren wollte &#8211; mit einem h\u00f6lzernen Einbaum mit Au\u00dfenborder. So zogen wir, inklusive 6 <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2017\/12\/05\/am-rio-mira-revisited\">leeren \u00d6lf\u00e4ssern<\/a>, Rucks\u00e4cken und 2 Mann Besatzung los. Das &#8222;Schiff&#8220; blieb im &#8222;Hafen&#8220; ein paar Mal stecken, wir mu\u00dften ins Wasser und anschieben. Die Fahrt kann ich kaum beschreiben, das war das Abenteuerlichste, was ich je erlebt habe. Wir sind 9 (!) Stunden durch kleine Flu\u00dfarme, durch S\u00fcmpfe, teilweise auf gr\u00f6\u00dferen Fl\u00fcssen gefahren. Die Gegend ist fast menschenleer, nur alle halbe Stunde ein winziges Dorf aus Schilfh\u00fctten, in denen ein paar Schwarze wohnen, die fast alle nackt herumlaufen und entweder mit Einb\u00e4umen fahren, weil es absolut keine Wege und Stra\u00dfen gibt, oder auf Fl\u00f6\u00dfen mit langen Stangen herumschwimmen und Kokosn\u00fcsse und Bananenstauden transportieren. Anders kann es in Afrika nicht aussehen. Dabei ringsherum riesige Urwaldb\u00e4ume und undurchdringliches Dickicht, aus dem man jeden Augenblick Tarzan erwartet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/02\/260224_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/02\/260224_2kl.jpg\" alt=\"Rio Mira\" border=\"0\" hspace=\"0\" space=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Rio Mira, Pazifikk\u00fcste Kolumbiens, 21.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Nach 8 Stunden hatten wir wieder den Pazifik erreicht. Pl\u00f6tzlich knallten ein paar Sch\u00fcsse, ein anderer Einbaum kam herangeflitzt, in dem ein paar Soldaten aus Ecuador sa\u00dfen, die unser &#8222;Schiff&#8220; enterten, den &#8222;Kapit\u00e4n&#8220; festnahmen und wieder zur\u00fccktransportierten und uns im &#8222;Polizeieinbaum&#8220; nach San Lorenzo in Ecuador brachten. Unser &#8222;Kapit\u00e4n&#8220; war n\u00e4mlich ein Schmuggler, der billiges Benzin von Ecuador nach Kolumbien schmuggeln wollte. Aber wir hatten ja damit nichts zu tun und nach kurzer Kontrolle der Rucks\u00e4cke lie\u00df man uns laufen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/ec79_sl2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/ec79_sl2kl.jpg\" alt=\"san lorenzo\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/07\/23\/san-lorenzo-revisited\">San Lorenzo<\/a>, Ecuador, 22.11.1979 <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2023\/02\/25\/san-lorenzo-revisited-again\">San Lorenzo<\/a> ist genauso wie Tumaco, nur ein bi\u00dfchen sauberer und die Leute sind freundlicher. Hier sind wir <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/07\/23\/san-lorenzo-revisited\">einem deutschen Juden<\/a> aus Berlin (!) begegnet, der 1936 aus Deutschland ausgewandert ist und den es nach hier verschlagen hat. Er kannte sogar noch die Knesebeckstra\u00dfe [da wohnte ich damals]. Doch dar\u00fcber auch m\u00fcndlich!<\/p>\n<p>Kapitel: <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/07\/15\/ferrocarriles-ecuatorianos\">Eisenbahnfahren in Ecuador<\/a>! Der Schienenbus (es gibt keine Stra\u00dfe) sollte um 6 Uhr morgens fahren. Wir hatten am Vortag ein Gef\u00e4hrt gesehen, was aus einem Lastwagen bestand, dem man die R\u00e4der abmontiert hatte und stattdessen Eisenbahnr\u00e4der anmontiert hatten und waren recht gespannt. Der Zug kam nicht, obwohl bestimmt 50 Leute herumstanden. Ich wei\u00df nicht, wer mehr gestaunt hat: Wir \u00fcber die oder sie \u00fcber uns. Um 1 (!) Uhr kam ein G\u00fcterzug mit drei Waggons, alle Leute kletterten auf das Waggondach, auch ein Schwarzer, der Kokospalmensch\u00f6\u00dflinge von ca. 4m L\u00e4nge dabei hatte, und wir auch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/ec79_sl4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/ec79_sl4kl.jpg\" alt=\"san lorenzo\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<\/sup><sup>Eisenbahnfahrt von <a href=\"https:\/\/es.wikipedia.org\/wiki\/Ferrocarril_Transandino_del_Ecuador\">San Lorenzo nach Ibarra<\/a>, 23.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Dann ging es los, der &#8222;Schaffner&#8220; sprang w\u00e4hrend der Fahrt von Waggondach zu Waggondach und kontrollierte die Tickets. Nach eineinhalb Stunden Fahrt durch tropischen Regenwald kam pl\u00f6tzlich ein uraltes Ding von Schienenbus hinterhergerattert, Pl\u00e4tze f\u00fcr 30, aber wie hier so \u00fcblich, mit ca. 50 Leuten besetzt. Bei einer Ausweichstelle, wo der Bus den G\u00fcterzug \u00fcberholen konnte, haben wir uns auch noch reingequetscht. Der &#8222;Lokf\u00fchrer&#8220; hatte eine Gangschaltung wie im Auto und sogar ein Lenkrad, an dem er wie wild dreht. Ich wei\u00df aber nicht warum, denn auf Schienen braucht man normalerweise nicht zu lenken. Jedenfalls sind wir einmal entgleist, weil die Schienen fast lose auf den vermoderten Holzbalken liegen. Sie waren wohl f\u00fcr ein kurzes St\u00fcck zu weit auseinander, aber irgendwie kam alles wieder ins Lot. Die Bahn schl\u00e4ngelt sich in endlosen Serpentinen an Abgr\u00fcnden vorbei auf 300km von 0 auf 2200m H\u00f6he nach <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/10\/18\/razzia\">Ibarra<\/a> und baucht daf\u00fcr ca. 7. Stunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/071219_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/071219_1kl.jpg\" alt=\"tulcan\" width=\"480\" vspace=\"0\" hspace=\"0\" border=\"0\"\/><\/a><br \/>\n<sup><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tulc%C3%A1n\">Tulc\u00e1n<\/a>, Ecuador, an der Grenze zu Kolumbien,  24.11.1979<\/sup><\/p>\n<p>Wir haben in Ecuador noch ziemlichen \u00c4rger mit der Polizei gehabt und mu\u00dften eine Strafe zahlen, weil seit neuestem die Einreise nur an bestimmten Stellen gestattet ist, nicht aber in San Lorenzo. Die Polizei dort wu\u00dfte das aber nicht, nur die Polizei in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/12\/07\/tulcan-kalt-an-der-grenze\">Tulcan<\/a>. Das ist der Grenzort zu Kolumbien, wo wir wieder hinaufgefahren sind, weil alle Einreiseb\u00fcros geschlossen hatten und man ohne [Einreise]Stempel nicht nach Quito kann. Dort sa\u00dfen wir drei Tage fest, weil Wochenende war, und heute morgen nach 3-st\u00fcndigem Verhandeln und 80 DM Strafe konnten wir endlich nach Quito. Wir werden aber noch den Botschafter einschalten, weil das Ganze nicht unsere Schuld war, denn die Polizei hatte uns ja die \u00c9inreise erlaubt. [Haben wir nat\u00fcrlich nicht gemacht.] <\/p>\n<p>Quito, die sch\u00f6nste Stadt, die ich bisher und \u00fcberhaupt gesehen habe! Doch davon sp\u00e4ter und in Fotos, da wir erst gerade angekommen sind. Wir bleiben ca. eine Woche, fahren 1 Woche in den Urwald \u00f6stlich den Anden zum <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/02\/19\/ecuador-am-rio-napo\">Rio Napo<\/a>. brauchen ca. eine Woche \u00fcber Riobamba u. Guayaquil zur Grenze nach Peru, sind kurz vor Weihnachten in Lima, Peru, und zu Silvester auf eine indianischen <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/03\/24\/sais-tupac-amaru\">Landkooperative<\/a>, von der wir Adresse und ein Empfehlungsschreiben von einem deutschen Entwicklungshelfer haben. Wir wollen nach ca. 4 Wochen Peru weiter nach La Paz, Bolivien, wissen aber noch nicht, ob das m\u00f6glich ist, weil die mal gerade wieder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_Boliviens#Zeit_der_innenpolitischen_Krisen\">einen Putsch hatten<\/a>. (&#8230;)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/quito4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/ecuador\/quito4kl.jpg\" alt=\"Quito\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>In einer Vorstadt von Quito, Ecuador, mit Blick auf die Altstadt (November 1979)<\/sup><\/p>\n<p>Preise hier: Hotel ca 3 DM, Mittagessen 2 DM, 1 Banane 20 Pfg, Schachtel Zigaretten 30 Pfg, 400 km Busfahrt 5 DM! Wir geben ohne Andenken und Sonderausgaben ca. 10-13 DM pro Tag und Person aus. Vorher war es etwas teurer, aber Peru ist noch billiger. <\/p>\n<p>Bis bald und viele Gr\u00fc\u00dfe an alle! Ich hoffe, da\u00df ein paar von den vielen Ansichtskarten angekommen sind! (&#8230;) Und au\u00dferdem herzliche Gl\u00fcckw\u00fcnsche zum Geburtstag, aber ich habe keine Ahnung, wann der Brief ankommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58458?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58458?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_58458 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_58458')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_58458').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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