{"id":565,"date":"2008-07-08T22:48:45","date_gmt":"2008-07-08T20:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/07\/08\/project-xanadu-reloaded-2\/"},"modified":"2014-04-05T12:38:56","modified_gmt":"2014-04-05T10:38:56","slug":"project-xanadu-reloaded-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/07\/08\/project-xanadu-reloaded-2","title":{"rendered":"Project Xanadu, reloaded"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Artikel erschien am 20.06.2008 in <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/28\/28075\/1.html\">Telepolis.<\/a><\/em><\/p>\n<p><b>Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Online-Journalismus? Wie setzt man Links, warum und wohin? Medienkritische Anmerkungen zu Regeln, die l\u00e4ngst h\u00e4tten formuliert werden m\u00fcssen.<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ted.hyperland.com\/whoIam\/\">Theodor Holm Nelson<\/a> pr\u00e4gte 1965 den Begriff <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hypertext\">Hypertext<\/a>. Seine Mission, formuliert im <a href=\"http:\/\/www.xanadu.net\/\">Project Xanadu<\/a>, ist immer noch aktuell, aber im deutschen Online-Journalismus  weitgehend unbekannt: &#8222;We have fought for a world of deep electronic documents&#8220;. Ein Text, ist er online verf\u00fcgbar, wird besser und informativer, wenn er Hyperlinks enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der nicht-lineare Hypertext verkn\u00fcpft verschiedene Informationen mit Hyperlinks, so dass ein logisches Netz entsteht, das tendenziell unendlich wird. F\u00fcr journalistische Texte ist das eine nie dagewesene Chance: Hypertext kann die Menge notweniger Informationen verk\u00fcrzen, indem lexikalisches Wissen auf eine Metaebene &#8211; &#8222;hinter&#8220; den eigentlichen Text &#8211; verschoben wird. Gleichzeitig vervielfacht sich die optionale Informationsmenge des Textes, da die Rezipienten auch die Metaebene und deren weitere Verkn\u00fcpfungen zu Kenntnis nehmen k\u00f6nnen. <a href=\"http:\/\/www.zhw.uni-hamburg.de\/zhw\/?page_id=148\">Rolf Schulmeister<\/a> behauptet in seinem <a href=\"http:\/\/www.oldenbourg-wissenschaftsverlag.de\/olb\/de\/1.c.1137861.de?hasjs=1211376005&#038;submittedByForm=1&#038;_lang=de\">Standardwerk<\/a> &#8222;Grundlagen hypermedialer Lernsysteme&#8220;, das menschliche Gehirn funktioniere \u00e4hnlich vernetzt wie ein Hypertext. In seinem Text &#8222;<a href=\"http:\/\/beat.doebe.li\/bibliothek\/t00394.html\">Verstrickt in Petri-Netzen<\/a> &#8211; Hypertext und Hypermedia&#8220; nennt er das die &#8222;kognitive Plausibilit\u00e4tshypothese&#8220;: &#8222;Es geht um die Frage, ob das Leseverhalten mit der Struktur des Textes korrespondiert und ob sich diese Korrespondenz kognitiv auswirkt&#8220;. Die assoziative Struktur eines Hypertextes entspr\u00e4che eher der Funktionsweise des menschlichen Denkens als lineare Texte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/07\/080708_2.jpg\" vspace=\"0\" hspace=\"0\" border=\"0\" alt=\"Hypertext\"\/><\/p>\n<p align=left>Heise.de und Telepolis waren bei Texten, die man als &#8222;Online-Journalismus&#8220; bezeichnen kann, die Vorreiter. Im Artikel \u00fcber &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise-medien.de\/print.php\/geschichte,tp,10jahre,wissen\/15\">Telepolis 10 Jahre<\/a>&#8222;) wird ohne falsche Bescheidenheit verk\u00fcndet: &#8222;Wussten Sie schon, dass Telepolis 1996 zu den ersten Internet-Magazinen Deutschlands geh\u00f6rte und seitdem eine Vorreiterrolle im Online-Journalismus einnimmt?&#8220; Perfekt w\u00e4re es gewesen, die dort erw\u00e4hnte geheimnisvolle &#8222;Technik-Analyse ACTA 2004&#8220; durch einen Link n\u00e4her zu erl\u00e4utern, damit man nicht selbst eine Suchmaschine bem\u00fchen muss. Wenn man erf\u00e4hrt, &#8222;dass anfangs Artikel zu Echelon oder Icann unter Slashdot.org verlinkt wurden&#8220;, erwartet man ebenfalls Links, die hier leider fehlen. Oder sie wurden nur deshalb nicht gesetzt, weil man den Lesern das nostalgische Gef\u00fchl \u00e4lterer Heise.de-Artikel g\u00f6nnen wollte wie in dem vom <a href=\"http:\/\/www.heise-medien.de\/presseinfo.php\/tp,96,12_03_a\/41\">Dezember 1996 <\/a>, als die Links noch nicht anklickbar waren, sondern ausgeschrieben wurden.<\/p>\n<p>Warum die meisten deutschen Medien insbesondere das World Wide Web nicht ad\u00e4quat nutzen, sondern oft nur den gedruckten Text ohne Links online stellen, kann kaum vern\u00fcnftig beantwortet werden. &#8222;Unser Content Management System kann das nicht&#8220; ist noch eine der ernsthaftesten Antworten. Man darf vermuten, dass eher irrationale Gr\u00fcnde eine Rolle spielen: Die &#8211; empirisch unbegr\u00fcndete &#8211; Angst, die Leser k\u00f6nnten andere Angebote attraktiver finden und so die Klickraten senken, die Hausjuristen k\u00f6nnten die Stirne runzeln, wenn man vom eigenen seri\u00f6sen Angebot in weniger als f\u00fcnf Klicks auf nackte Busen gelangt, oder das <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/Urteil-Heise-haftet-auch-ohne-Kenntnis-fuer-Forenbeitraege--\/meldung\/66982\">Landgericht Hamburg <\/a> k\u00f6nnte einen &#8222;Content-Anbieter&#8220;, der es wagt, andere Angebote zu verlinken, f\u00fcr das gesamte Internet haftbar machen.<\/p>\n<p>Blogger verlinken in der Regel ihre Quellen. Das macht den Reiz und die Qualit\u00e4t professioneller Blogs aus. Online-Journalismus, wenn man ihn ernsthaft betreibt, hat einen weitaus h\u00f6heren Anspruch als der klassische Print-Journalismus: Er l\u00e4dt die Leser ein, die Thesen der Autoren anhand der Quellen, die diese angeben und verlinken, zu \u00fcberpr\u00fcfen. Sie stellen sich fast in Echtzeit der Kritik. Online-Journalismus verlangt oft eine h\u00e4rtere und intensivere Recherche als die \u00fcblichen Artikel in der Tagespresse. Wenn man von wenigen Ausnahmen absieht, gibt es diesen Journalismus in Deutschland noch nicht. <\/p>\n<p>Erst sehr zaghaft beginnen die so genannten Leitmedien, in ihrer Online-Ausgabe Links zu setzen, leider oft nur auf das eigene Angebot &#8211; wie die Scientologen. Aktuelles Beispiel ist <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/weltall\/0,1518,554113,00.html\">Spiegel online <\/a> in einem Beitrag \u00fcber die Raumsonde Ph\u00f6nix: Mehr als ein Dutzend Links, die H\u00e4lfte davon gleich doppelt, aber alle verweisen auf andere Artikel bei Spiegel online. Das mag daran liegen, dass man das eigene Angebot f\u00fcr un\u00fcbertrefflich h\u00e4lt oder an der Idee, den Werbekunden zahllose Klicks anbieten zu wollen. Das ist aber kein Online-Journalismus, sondern nur ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autopoiesis\">selbstreferenzielles System<\/a>. <\/p>\n<p>Ein paar Links machen aber noch keinen anspruchsvollen journalistischen Hypertext. Wissenschaft.de schreibt in einem Artikel (&#8222;<a href=\"http:\/\/www.wissenschaft.de\/wissenschaft\/news\/291466.html\">Nukleares Feuer in der Tiefe<\/a>&#8222;, 17.05.2008) \u00fcber Geowissenschaften: &#8222;Dort unten, an der Grenze zwischen Erdkern und Erdmantel, k\u00f6nnten sich gro\u00dfe Mengen Uran, Thorium und Plutonium stark genug konzentriert haben, um eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kettenreaktion#Nukleare_Kettenreaktionen\">atomare Kettenreaktion<\/a> in Gang zu halten&#8230;&#8220; Der Link hinter &#8222;atomare Kettenreaktion&#8220; verweist auf den betreffenden Wikipedia-Artikel &#8222;Nukleare Kettenreaktionen&#8220;. Man kann voraussetzen, dass Leser, die sich auf wissenschaft.de umsehen, ungef\u00e4hr wissen, was man sich unter der Spaltung des Atomkerns vorstellen muss. Wer es jedoch vergessen hat oder sich spontan sachkundig machen will, findet in dem verlinkten Artikel weitere Hinweise, etwa auf den Wiikipedia-Text zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kernspaltung\">Kernspaltung<\/a>. Noch sinnvoller sind erl\u00e4uternde Links zu Begriffen, die kaum jemand auf Anhieb kennt. Wissenschaft.de erw\u00e4hnte vor f\u00fcnf Jahren in einem <a href=\"http:\/\/www.wissenschaft.de\/wissenschaft\/news\/238734.html\">anderen Text<\/a> die &#8222;funktionelle Kernspintomographie&#8220; und verlinkte den Begriff damals auf ein <a href=\"http:\/\/www-klinik.uni-mainz.de\/AK\/FMRI\">Projekt der Universit\u00e4t Mainz<\/a>. Heute w\u00e4re der entsprechende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Funktionelle_Kernspintomographie\">Wikipedia-Artikel<\/a> zum Thema informativer.<\/p>\n<p>Was genau in einem Text per Link zus\u00e4tzlich erl\u00e4utert wird, richtet sich nach dessen Inhalt, nach dem Medium, in dem er erscheint und nach der durchschnittlichen Leserschaft. &#8222;Frau Meier mag Zwergpudel, Herr M\u00fcller eher Shar Peis&#8220; ist ein Satz, der je nach Kontext unterschiedliche Links haben kann. Da journalistische Texte aus sich selbst heraus verst\u00e4ndlich sein sollten, w\u00fcrde man in einem Printmedium &#8222;Shar Pei&#8220; erg\u00e4nzen durch &#8222;den traditionellen chinesischen Wachhund&#8220;, da au\u00dfer Hundez\u00fcchtern kaum jemand die Rasse kennen wird. In einem Hundeliebhaber-Fachmagazin k\u00f6nnte der Zusazt eventuell entfallen. Online ist es einfacher, einen <a href=\"http:\/\/de.mimi.hu\/hund\/shar-pei.html\">Shar Pei <\/a> zu erw\u00e4hnen: Der Link erkl\u00e4rt alles, und der Artikel ist ohne die Erkl\u00e4rung k\u00fcrzer. Falls Frau Meier eine private Website bes\u00e4\u00dfe, vielleicht mit Bildern ihrer Hunde, sollte die verlinkt werden. Wenn das Thema &#8222;Hunderassen&#8220; sind, sollte hingegen ein Link zu <a href=\"http:\/\/www.ralfs-hundelexikon.de\/zwergpudel.htm\">Zwergpudeln<\/a> im Allgemeinen gesetzt werden.<\/p>\n<p>Ein lexikalischer Link erkl\u00e4rt, was ein Begriff bedeutet und ist somit optional: Der Leser entscheidet, ob er das Wort kennt oder ob er es sich n\u00e4her erl\u00e4utern lassen m\u00f6chte. Letzeres bietet der Autor als zus\u00e4tzlichen Service des Textes an, weil er davon ausgeht, dass seine Informationen Rezipienten mit unterschiedlichem Wissenstand interessieren. Die Links \u00e4hneln hier den klassischen Fu\u00dfnoten eines wissenschaftlichen Werkes. Ihr rein lexikalischer Charakter suggeriert aber, dass die Masse der Leser schlechter informiert ist als der Autor. Das trifft aber nicht immer zu.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr einfache Texte, die sich bem\u00fchen, den Leser nicht intellektuell zu \u00fcberfordern. Die britische &#8222;Sun&#8220;, die Mutter aller Boulevard&#8211; und Krawall-Zeitungen, <a href=\"http:\/\/www.thesun.co.uk\/sol\/homepage\/showbiz\/bizarre\/article1190732.ece\">berichtet<\/a> in schlichten Worten \u00fcber die bevorstehende Hochzeit Jessica Albas. Der Text bietet kaum Ansatzpunkte f\u00fcr Links &#8211; mit einer Ausname: &#8222;Jessica&#8217;s dad, Mark, spoke exclusively to Latina magazine&#8220;. Der hier fehlende <a href=\"http:\/\/www.latina.com\/entertainment\/daily-latina\/more-daily-latina\/latinacom-exclusive-jessica-albas-dad-says-wedding-good\">Link<\/a> bietet nicht mehr Informationen als die &#8222;Sun&#8220;, nur dass Vater Alba seine Tochter f\u00fcr ein &#8222;beautiful girl&#8220; h\u00e4lt, was niemanden \u00fcberraschen wird. Von der &#8222;Sun&#8220;, die in der Regel brutalstm\u00f6glichst vor nichts zur\u00fcckschreckt, k\u00f6nnte man aber zum Beispiel einen Link zu Google Maps erwarten, damit man das &#8222;Beverly Hills courthouse under a canopy of green silk foliage and white flowers&#8220; von oben betrachten kann. Leider wird man entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Neben der Funktion eines jederzeit per Mausklick verf\u00fcgbaren Lexikons hat ein Hypertext zwei weitere Metaebenen &#8211; die der Quellenangaben und eine stilistische Ebene. Letztere bedeutet: Der Text kann zum Beispiel durch Links ironisch gebrochen werden. Hinter einem Link auf <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/image\/0,,1575847_1,00.jpg\">&#8222;Flotter Dreier&#8220;<\/a> in einem Text muss sich nicht immer das verbergen, was man erwartet. Wer \u00fcber den Boxer Myke Tyson schreibt, kann, da dieser ohnehin keine eigene Website hat, einen Link zu dessen <a href=\"http:\/\/sportsillustrated.cnn.com\/more\/boxing\/1998\/tysonreport\/19.html\">psychologischen Gutachten<\/a> anbieten &#8211; das ist vielleicht interessanter als eine Aufz\u00e4hlung der K\u00e4mpfe. Ein Link, der informiert und zus\u00e4tzlich \u00fcberrascht, macht den Text interessanter.<\/p>\n<p>Wie man wohin welche Links in journalistischen Texten setzt, ist im Einzelfall schwierig, muss aufw\u00e4ndig recherchiert werden und ist nicht so einfach, wie manche Blogger sich das vorstellen. In journalistischen Texten hat die Praxis von Wikipedia nichts verloren, jedes Wort, das im Online-Lexikon auftaucht, zu verlinken. Das machte einen Text unleserlich. Falsch w\u00e4re ein Satz wie im Wikipedia-Artikel \u00fcber <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexualit\u00e4t\">Sexualit\u00e4t<\/a>: &#8222;Im weiteren Sinn bezeichnet Sexualit\u00e4t die Gesamtheit der Lebens\u00e4u\u00dferungen, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verhalten\">Verhaltensweisen <\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Empfindung\">Empfindungen <\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Interaktion\">Interaktion<\/a> von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lebewesen\">Lebewesen<\/a> in Bezug auf ihr <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlecht\">Geschlecht<\/a>. Niemand wird die Links hinter &#8222;Lebewesen&#8220; oder &#8222;Geschlecht&#8220; anklicken.<\/p>\n<p>Wie viele Links ein Text ben\u00f6tigt und ab wann er unleserlich wird, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Es gelten zwei einfache Regeln: 1. Der Text muss auch ohne Links lesbar, verst\u00e4ndlich und informativ sein. 2. Links sind immer optional, im Zweifel sollte eher ein Link gesetzt als darauf verzichtet werden. Ausnahmen bieten &#8222;Wimmelbilder&#8220; wie ein eher folkloristischer Artikel des Autors in <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/13\/13155\/1.html\">Telepolis<\/a> \u00fcber die &#8222;Merkbefreiung&#8220; im Usenet: Das Thema w\u00e4re so in einem Holzmedium gar nicht m\u00f6glich. Man erwartet auch nicht, dass die Leser alles anklicken. Die zahlreichen Links werden nur f\u00fcr die \u00fcberschaubare Gruppe derjenigen interessant sein, die in den neunziger Jahren schon im Usenet aktiv waren &#8211; ein Beispiel f\u00fcr einen &#8222;special interest&#8220;-Thema.<\/p>\n<p>Regel: Quellen m\u00fcssen ausnahmslos verlinkt werden. <\/p>\n<p>Quellen sind andere Medien, Websites, Online-Lexika, Postings in Foren &#8211; alles, was man nicht selbst recherchiert, sondern abgeschrieben, kopiert oder umgeschrieben hat. <\/p>\n<p>Wikipedia darf verlinkt werden, auch wenn manche Eintr\u00e4ge nicht unbedingt seri\u00f6s sind. Wikipedia sollte vor allem dann verlinkt werden, wenn man selbst kaum recherchiert hat. Spiegel online <a href=\"http:\/\/www.rochuswolff.de\/weblog\/archiv\/2004\/08\/17\/10.58.11\/\">\u00fcbernahm<\/a> zum Beispiel im Sommer 2004 ganze Passagen aus der Online-Enzyklop\u00e4die, mit einem kleinen sch\u00f6pferischen Eigenanteil, aber ohne die Quelle zu erw\u00e4hnen. Dumm ist nur, dass das meistens irgendwem auff\u00e4llt.<\/p>\n<p>Medien m\u00fcssen dann verlinkt werden, wenn den Lesern nicht zugemutet werden kann, diese selbst zu finden. Ein Link zu Zeit.de, stern.de oder welt.de muss nicht sein, es sei denn, ein konkreter Artikel ist gemeint. Die chinesische Nachrichtenagentur xinhua.cn in Mandarin kann man aber nicht erraten, auch ist die Top Level Doman cn nicht jedem gel\u00e4ufig. Die iranische Nachrichtenagentur <a href=\"http:\/\/www.irna.ir\">IRNA<\/a> sollte immer verlinkt werden, auch wenn kein spezielles Dokument gemeint ist, zumal auch eine <a href=\"http:\/\/www2.irna.ir\/en\/\">englische Ausgabe<\/a> angeboten wird. Bei dpa trifft das nicht zu, weil jeder den URL leicht finden kann und weil deren Nachrichten auf der Website nicht angeboten werden. Falsch ist also: &#8222;Die Nachrichtenagentur <a href=\"http:\/\/www.dpa.de\/\">dpa<\/a> meldet, es sei dieses oder jenes geschehen. Da die dpa keine einzelnen Meldungen auf ihrer Website anbietet, k\u00f6nnen diese auch nicht verlinkt werden. Richtig jedoch w\u00e4re die Ausnahme: &#8222;Der <a href=\"http:\/\/www.dpa.de\/de\/unternehmenswelt\/redaktionen\/weltweit.html\">dpa-Europadienst<\/a> liefert t\u00e4glich 300 Meldungen aus aller Welt in deutscher Sprache.&#8220; Das K\u00fcrzel dpa kann auch zu Missverst\u00e4ndnissen Anlass geben: Nicht jeder wei\u00df, dass die <a href=\"http:\/\/www.deutsche-nachrichten-agentur.de\">Deutsche Nachrichten-Agentur<\/a> mit der bekannten dpa rein gar nichts zu tun hat.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2005\/02\/04\/em\/articleCJK98.html\">Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/a> offerierte zum Beispiel im Februar 2005 einen langen Artikel \u00fcber &#8222;Terror-Websites&#8220; und schaffte es, keinen einzigen Link anzubieten, obwohl sogar die Titel wie &#8222;Al-Majalla al-Islamiya&#8220; teilweise genannt wurden. Das ist kein seri\u00f6ser Online-Journalismus, sondern nur gedrucktes Papier, das auf einem Monitor abzurufen ist. Wer derartige Quellen nicht verlinkt, setzt sich als Journalist dem Verdacht aus, nicht in der Lage zu sein, diese zu finden oder &#8211; noch schlimmer &#8211; schlicht zu faul zu sein, um diese zu recherchieren.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/07\/080708_3.jpg\" vspace=\"0\" hspace=\"0\" border=\"0\" alt=\"Hypertext\"\/><\/p>\n<p align=left>\nWenn ein Artikel nicht exakt verlinkt werden kann, weil er nur in einer Datenbank vorhanden oder nur f\u00fcr registrierte Leser zug\u00e4nglich ist, sollte die Startseite der Zeitschrift oder das Mediums, in dem er erschien, verlinkt werden. Vorbildlich ist <a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2008\/nachrichtenueberblick-china-erdbeben-in-sichuan-twitter-und-die-medien\/\">Netzpolitik.org<\/a> (20.05.2008): &#8222;China bem\u00fcht sich wohl um Offenheit in Bezug auf das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdbeben_in_Sichuan_2008\">Erdbeben vom 12.5.<\/a> in Sichuan. Doch so ganz freiwillig und eilfertig ging das nicht, wie die Howard French in der <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2008\/05\/18\/world\/asia\/18press.html?_r=1&#038;partner=rssnyt&#038;emc=rss&#038;oref=slogin\"> New York Times<\/a> zu berichten wei\u00df: Earthquake Opens Gap in Controls on Media.&#8220; Der erste Link zu einem Wikipedia-Artikel fasst die Nachrichten und relevante wissenschaftliche Quellen \u00fcber das Erdbeben zusammen. Einen besseren \u00dcberblick kann man im Netz nicht finden. Der zweite Link bei netzpolitik.org f\u00fchrt zur Login-Maske f\u00fcr die Abonnenten der New York Times. Man kann den zitierten Artikel nicht einsehen, wenn man nicht registriert ist. Der Link verweist aber darauf, dass es m\u00f6glich ist. Er ist informativer als der blo\u00dfe Link zur Hauptseite der Zeitung und somit korrekt.<\/p>\n<p>Solche einfachen Beispiele f\u00fcr Service-orientierten Online-Journalismus findet man in deutschen Medien leider nur sehr selten. Falsch ist zum Beispiel: &#8222;Selbst moderates Rauchen in der Schwangerschaft ver\u00e4ndert das Verhalten von Babys auf dramatische Weise, melden amerikanische \u00c4rzte jetzt in der Zeitschrift &#8222;Pediatrics&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,251375,00.html\">Spiegel online<\/a>, 02.07.2003). Richtig w\u00e4re: &#8222;in der Zeitschrift &#8222;<a href=\"http:\/\/pediatrics.aappublications.org\/\">Pediatrics<\/a>&#8222;. Falsch: &#8222;Der Fernsehsender SCTV meldet, der 35-j\u00e4hrige Idris sei bereits vor zwei Wochen in Medan auf Sumatra gefasst worden.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/spezial\/kampfgegenterror\/245310.html\">Netzeitung<\/a>, 30.06.2003). Richtig: &#8222;Der Fernsehsender <a href=\"http:\/\/www.sctv.co.id\">SCTV<\/a> meldet&#8230;&#8220; Falsch: &#8222;Das Unfallopfer sei nur halb bei Bewusstsein und unf\u00e4hig gewesen zu sprechen, sagte der Beamte dem Rundfunksender &#8222;Radio New Zealand&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/0,1518,255310,00.html\">Spiegel online <\/a>, 01.07.2003). Richtig: &#8222;dem Rundfunksender &#8222;<a href=\"http:\/\/www.radionz.co.nz\">Radio New Zealand<\/a>&#8222;. Falsch: &#8222;Omar \u00e4u\u00dferte sich auch in einem E-Mail-Interview mit der pakistanischen Zeitung &#8222;The Dawn&#8220;.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/afghanistan_aid_122036.html), 04.01.2007\">Focus online<\/a>. Richtig: &#8222;mit der pakistanischen Zeitung &#8222;<a href=\"http:\/\/www.dawn.com\/2007\/01\/04\/top4.htm\">The Dawn<\/a>&#8220; &#8222;.<\/p>\n<p>Auch fremdsprachige Quellen sollten verlinkt werden. Falsch ist: &#8222;Wir m\u00fcssen den gr\u00f6\u00dften Nutzen aus der N\u00e4he des Wahltermins in Spanien im kommenden M\u00e4rz ziehen&#8220;, zitierte die norwegische Tageszeitung &#8222;VG&#8220; heute aus dem Dokument.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/0,1518,290521,00.html\"><\/a>, 13.03.2004). Richtig: &#8222;zitierte die norwegische Tageszeitung &#8218;<a href=\"http:\/\/www.vg.no\/pub\/vgart.hbs?artid=218959\">VG<\/a>&#8218;.&#8220; Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige der Leser die Sprache verstehen und gern das Original l\u00e4sen. In diesem Fall kann man den betreffenden Text auch finden, wenn man kein Wort Norwegisch versteht.<\/p>\n<p>Definitiv verboten sind irref\u00fchrende Floskel wie &#8222;im Internet gibt es&#8220;, wenn nur ein spezieller Dienst gemeint ist. <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/internet-zugriff-im-cyberspace_aid_188220.html) (23,2001\">Focus<\/a> formulierte: &#8222;&#8218;Ein Gro\u00dfteil der Straftaten findet aber in anderen Regionen des Netzes statt.&#8216; So werden in den 80 000 Foren des Usenets und den 15 000 Diskussionsrunden im Internet Relay Chat (IRC) nicht nur alle denkbaren Themen diskutiert, sondern auch illegale Bilder getauscht, Waffen, Drogen und raubkopierte Software angeboten.&#8220; Die Zahlenangaben \u00fcber Newsgroups und IRC-Foren sind nat\u00fcrlich Unfug. Man darf aber lobend erw\u00e4hnen, dass hier andere Dienste im Internet genannte werden, die f\u00fcr dessen &#8222;dunklen&#8220; Seiten wesentlich wichtiger sind als das World Wide Web. &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/7\/7093\/1.html\">Usene<\/a>t&#8220; (es muss nicht immer Wikipedia sein) und <a href=\"http:\/\/irc.fu-berlin.de\/einfuehrung.html\">IRC<\/a> h\u00e4tten verlinkt werden m\u00fcssen. Wenn Leser auf etwas hingewiesen werden, das sie vermutlich noch nicht wissen, sollte man ihnen es optional per Link erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>&#8222;Im Internet&#8220; ist keine korrekte Angabe. Man schreibt in der Printausgabe einer Zeitung nicht &#8222;in einer Tageszeitung wurde gemeldet&#8220;, sondern nennt Ross und Reiter. Auch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/servlets\/page?section=1109&#038;item=239859\">laut Agenturangeben<\/a>&#8220; ist als Quelle zu wenig; man kann das ohne Informationsverlust entweder weglassen oder sollte die Agentur nennen.<\/p>\n<p>Regel: Ortsangaben in einem Artikel m\u00fcssen, wenn m\u00f6glich und wenn diese eine relevante Rolle spielen, verlinkt werden. <\/p>\n<p>Keinen Link erwartet man in S\u00e4tzen wie: &#8222;Bundeskanzlerin Merkel traf heute in Berlin mit Horst K\u00f6hler zusammen&#8220;. Dem durchschnittlichen Leser darf zugemutet werden, einen deutschen Ortsnamen mit einem Punkt und der L\u00e4nderkennung de selbst in das Adressfeld des Browsers einzugeben. Ausnahmen: Nicht alle Orte oder gar Ortsteile haben eine Website &#8211; wie zum Beispiel <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neger_(Olpe)\">Unterneger<\/a>. <a href=\"http:\/\/grieben-hiddensee.de\/\">Grieben<\/a> auf Hiddensee ist unter dem URL grieben-hiddensee.de zu finden, grieben.de ist aber eine Rechtsanwaltskanzlei. Hier ist ein Link Pflicht, damit die Leser nicht selbst m\u00fchsam suchen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Falsch ist: &#8222;Wenige Minuten nach dem Seebeben war allerdings eine drei Meter hohe Flutwelle auf die Insel Simeuleu getroffen, teilte das indonesische Milit\u00e4r mit.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/0,1518,348573,00.html\">Spiegel online<\/a>, 29.03.2005.) Man sollte &#8211; au\u00dfer von eingefleischten Indonesien-Fans, nicht verlangen, dass jemand die Insel kennt, zumal sie von Spiegel online auch noch falsch geschrieben wurde: Sie hei\u00dft Simeulu\u00eb. In diesem Fall muss man sich entscheiden, ob f\u00fcr die Leser nur die <a href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?f=q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=Simeulue+indonesia&#038;sll=37.0625,-95.677068&#038;sspn=55.411532,110.302734&#038;ie=UTF8&#038;ll=2.715353,96.833496&#038;spn=2.211123,3.44696&#038;t=p&#038;z=9\">geografische Lage<\/a> interessant sein k\u00f6nnte oder ob sie eventuell <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Simeulu\u00eb\">mehr Informationen<\/a> wollen. Es spricht nichts dagegen, zwei verschiedene Links zu demselben Begriff im Artikel unterzubringen. Der Nachteil f\u00fcr die Leser ist, dass sie nicht sofort genau wissen, wo sie diese zus\u00e4tzlichen Informationen finden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Google Earth sollte nicht verlinkt werden, obwohl das m\u00f6glich ist, da das die Installation der Software voraussetzte. Wer im Internet auf einem Organizer, einem Handy-Display oder auf einem alten Rechner surft, wird Google Earth nicht benutzen wollen und k\u00f6nnen. Besser bei Ortsangaben sind Links auf die Angebote <a href=\"http:\/\/maps.google.com\">maps.google.com<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.wikimapia.org\">wikimapia.org<\/a>. Wikimapia funktioniert nicht ohne Javascript. Google Maps bietet ohne eingeschaltetes Javascipt noch eine \u00dcbersichtskarte an, ist also vorzuziehen, da sicherheitsbewusste Surfer gef\u00e4hrliche Scriptsprachen per default <a href=\"http:\/\/www.bsi.bund.de\/av\/texte\/empfehlung.htm\">ausgestellt haben<\/a>. Bei St\u00e4dten wie Berlin, die auf ihrer Website in <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/stadtplan\/_html\">eigenes Stadtplanangebot<\/a> haben, ist dieses vorzuziehen.<\/p>\n<p>Deutsche St\u00e4dte- und Ortsnamen sollten aber in Artikeln nur dann verlinkt werden, wenn damit eine zus\u00e4tzliche Information verkn\u00fcpft ist. Falsch w\u00e4re: &#8222;Der Regierende B\u00fcrgermeister von <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/\">Berlin<\/a>&#8222;. Richtig: Der <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/rbmskzl\/rbm\/index.html\">Regierende B\u00fcrgermeister<\/a> von Berlin. Bei internationalen Ortsangaben entscheidet die Informationswert der verlinkten Seite. Beispiel: Bei einem Vulkanausbruch wie dem des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tungurahua\">Tungurahua<\/a> oder des <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Llaima\">Llaima<\/a> ist ein Link auf den deutschen oder englischen Wikipedia-Artikel gesetzt. Die Leser m\u00f6chten aber nicht selbst recherchieren m\u00fcssen, wenn \u00fcber die Orte berichtet wird, die in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass diese bei Wikipedia erw\u00e4hnt werden. Beim Tungurahua ist das in der Regel <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ba\u00f1os\">Ba\u00f1os<\/a>; beim Llaima war es beim letzten Mal <a href=\"http:\/\/www.carahue.cl\">Carahue<\/a>.<\/p>\n<p>Zu einer der wichtigsten Aufgaben des Online-Journalismus geh\u00f6rt es, im Interesse der Leser zu recherchieren, wie seri\u00f6s und zuverl\u00e4ssig die verlinkten Quellen sind. Das gilt selbstredend auch f\u00fcr Links, die man eventuell von Wikipedia \u00fcbernommen hat: <a href=\"http:\/\/www.llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk\/\">llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk<\/a> steht zwar im <a href=\"http:\/\/www.guinnessworldrecords.com\/\">Guiness-Buch der Rekorde<\/a> als &#8222;the world&#8217;s longest valid Internet domain name&#8220;, der Link f\u00fchrt aber nicht mehr zur Website des walisischen Ortes.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.uvm.edu\/~dhiggins\/sistercity\/Bilwifoto.html\">Puerto Cabezas<\/a> in Nicaragua, auch bekannt als Bilwi, ist ebenfalls ein Problem: Der Wikipedia-Artikel zu <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bilwi\">Bilwi<\/a> enth\u00e4lt keinerlei relevante Informationen, die englische Version zu <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Puerto_Cabezas\">Puerto Cabezas<\/a> bietet noch nicht einmal einen Link zu einer offiziellen Website der Stadt. Der Link von der spanischen Version zu <a href=\"http:\/\/www.pto-cabezas.com\/\">pto-cabezas.com\/<\/a> l\u00e4sst Zweifel daran aufkommen, ob es sich nicht nur um eine kommerzielle Website handelt, zumal sie in Florida <a href=\"http:\/\/whois.domaintools.com\/pto-cabezas.com\">registriert<\/a> worden ist. In derartigen F\u00e4llen muss man sich fragen, ob nicht ein Link zu einer anderen Website &#8211; wie hier etwa die des <a href=\"http:\/\/www.amigosdenicaragua.org\/puerto_cabezas.htm\">Peace Corps \u00fcber Bilwi<\/a> -, mehr Sinn macht.<\/p>\n<p>Kompliziert sind Themen, in denen die im Netz vorhandenen Quellen mehr verraten als die Personen, die genannt werden, vielleicht wollen. Interessante &#8211; und f\u00fcr das Niveau der Recherchen bezeichnende &#8211; Beispiele waren die Artikel \u00fcber Neonazis im mecklenburgischen Ort Jamel. Die <a href=\"http:\/\/www.links-lang.de\/presse\/1231.htm\">Schweriner Volkszeitung<\/a> berichtete schon am 14.10.2003, die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?client=fr&#038;cnt=335332&#038;ref=\/fr_home\/startseite\/\">Frankfurter Rundschau <\/a> am 06.11.2003, die <a href=\"http:\/\/www.links-lang.de\/presse\/1241.htm\">taz<\/a> am 17.10.2003 (&#8222;Abgebrannte H\u00e4user, aufgespie\u00dfte H\u00fchner, Wehrsport\u00fcbungen&#8220;), die <a href=\"http:\/\/www.lobbi-mv.de\/texte\/ar031105.php\">Jungle World<\/a> am 05.11.2003, die <a href=\"http:\/\/www.links-lang.de\/presse\/1283.htm\">S\u00fcddeutsche<\/a> am 07.11.2003; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,496755,00.html\">Spiegel online<\/a> holte das Thema am 16.08.2007 zum Teil wortgleich wieder hervor (&#8222;Abgefackelte H\u00e4user, aufgespie\u00dfte Haustiere, vertriebene Neub\u00fcrger&#8220;), ohne die vorherigen Artikel mit einem Wort zu erw\u00e4hnen. Im zweiten Teil des Artikels wir der Musiker Horst Lohmeyer genannt, der mit seiner Familie in Jamel wohnt. Lohmeyer wirbt online f\u00fcr seinen <a href=\"http:\/\/www.forsthof-jamel.de\/\">Forsthof<\/a> &#8211; der Link sollte in einem Artikel daher nicht fehlen. Man kann sich das Anwesen <a href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?f=q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=germany+g%C3%A4gelow+jamel+forststrasse+13&#038;sll=53.872482,11.301777&#038;sspn=0.005143,0.013475&#038;ie=UTF8&#038;ll=53.872394,11.305559&#038;spn=0.002571,0.006738&#038;t=h&#038;z=18&#038;iwloc=addr&#038;om=1\">von oben per Google Maps<\/a> ansehen. Der Spiegel-Autor hat vermutlich nicht danach gesucht, sonst h\u00e4tte er schon w\u00e4hrend der Recherche mit dem Interview-Partner diskutieren m\u00fcssen, wieviel an privaten Informationen der von sich preisgeben wollte. Im Vergleich aller online auffindbarer Artikel zum Thema wird auch die Praxis fragw\u00fcrdig, Namen nicht zu nennen: Spiegel Online schreibt &#8222;Sven K., 30, Abrissunternehmer, polizeibekannter Neonazi.&#8220; Dass der Mann Sven Kr\u00fcger hei\u00dft, findet man mit wenigen Mausklicks.<\/p>\n<p>Regel: Es spricht nichts dagegen, einen Eintrag in einem Online-Telefonbuch und andere private, aber \u00f6ffentliche zug\u00e4ngliche Informationen zu verlinken. Beispiel: &#8222;Vorsitzender des Brandenburger <a href=\"http:\/\/www.djv.de\/Fachausschuss_Online.121.0.html\">Fachausschusses &#8222;Onliner&#8220; des DJV<\/a> ist <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/aktionen\/2007\/dossiers\/ortswette\/,51-17540705.html\">J\u00f6rg Rittweger<\/a> aus <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/2eot8e\">Schopfheim<\/a>, der auch sonst <a href=\"http:\/\/www.schopfheim.de\/02_verwaltung\/ausschuesse.html\">sehr aktiv<\/a> ist.&#8220;<\/p>\n<p>Regel: Links zu Eigennamen sollten zu Websites mit den meisten seri\u00f6sen und kritischen Angaben zur Person f\u00fchren. Das muss nicht deren private Website sein. Beispiel: Die Website des mecklenburgischen Innenministers <a href=\"http:\/\/www.lorenz-caffier.de\">Lorenz Caffiers<\/a> ist nicht barrierefrei, die privaten Informationen k\u00f6nnen nicht von jedem abgerufen werden. Zudem fehlt dort der Hinweis, dass Caffier sich selbst in einem Interview als &#8222;Blockfl\u00f6te&#8220; bezeichnete. Das und mehr findet man im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lorenz_Caffier\">Wikipedia-Eintrag<\/a> \u00fcber ihn.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/fernsehen\/article2020388\/Lady_Bitch_Ray_sorgt_fuer_Aerger_bei_Schmidt__Pocher.html\">Welt online<\/a> schreibt am 21.05.2008: &#8222;Der umstrittene Auftritt der Rapperin Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray bei &#8218;Schmidt &#038; Pocher&#8216; hat nun auch die Aufsichtsgremien der ARD auf den Plan gerufen. Therese Wieland, die f\u00fcr die katholische Kirche im Rundfunkrat des S\u00fcdwestrundfunks sitzt, beschwerte sich in einem Brief an SWR-Intendant Peter Boudgoust.&#8220; Der Text ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie man es nicht machen und wie Online-Journalismus nicht verstanden werden sollte. Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reyhan_%C5%9Eahin\">Wikipedia-Eintrag<\/a> \u00fcber die Musikerin enth\u00e4lt zahlreiche informative Links. Warum Welt online nicht in der Lage ist, einen Link dorthin zu setzen, um auch die Leser zu informieren, die Lady Bitch Ray noch nicht kannten, ist unerkl\u00e4rlich. Man m\u00f6chte auch wissen, wer noch im <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/unternehmen\/gremien\/-\/id=3101358\/property=download\/nid=3496\/o2h8v\/index.pdf\">Rundfunkrat<\/a>) des SWR sitzt. These Wieland war oder ist laut einer <a href=\"http:\/\/www.skf-stuttgart.de\/aktuell\/pressemitteilungen.htm\">Pressemeldung<\/a> Vorsitzende des <a href=\"http:\/\/www.skf-stuttgart.de\/\">Vereins Sozialdienst katholischer Frauen<\/a> e.V. Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart und f\u00fchlt sich daher vermutlich nicht zust\u00e4ndig f\u00fcr libertin\u00e4re Ideen zu Sex &#038; Drugs &#038; Rock &#038; Roll. \u00dcber Boudgoust existiert sogar ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Boudgoust\">Eintrag bei Wikipedia<\/a>.<\/p>\n<p>Regel: Auch Websites mit strafrechtlich relevanten oder nicht &#8222;jugendfreien&#8220; Inhalten k\u00f6nnen und sollen verlinkt werden. <\/p>\n<p>Die Aufgabe von Journalisten ist es nicht, Informationen zu verheimlichen oder dem Publikum vorzuenthalten. Die paternalistische Attitude, nur p\u00e4dagogisch wertvolle kleine H\u00e4ppchen anzubieten und den Lesern zu suggerieren, sie seien sittlich nicht reif f\u00fcr die Realit\u00e4t im Netz, ist albern, obwohl das den Mainstream immer noch beschreibt. Die <a href=\"http:\/\/www.smu.edu\/newsinfo\/releases\/images\/m2052h-lg.jpg\">Kriegsbilder<\/a> des ber\u00fchmten Maler Francisco de Goya sind unstrittig Kunst und w\u00fcrden sogar von den \u00fcbervorsichtigen deutschen Medien verlinkt werden. Links zu <a href=\"http:\/\/museums.cnd.org\/njmassacre\/page1.html\">historischen<\/a> oder aktuellen Kriegsgr\u00e4ueln gelten in Deutschland &#8211; nicht bei Online-Medien in den USA! &#8211; aber als tabu. Einen rational nachvollziehbaren Grund daf\u00fcr gibt es nicht &#8211; au\u00dfer einer im 21. Jahrhundert obsoleten moraltheologischen Attitude und einer allgemeinen Angst vor dem Link an sich.<\/p>\n<p>Links in journalistischen Artikeln sind nach der <a href=\"http:\/\/www.afs-rechtsanwaelte.de\/urteile\/131-strafbarkeit-von-hyperlinks.php\">aktuellen Rechtsprechung<\/a> nicht strafbar. Nach <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/86.html\">\u00a7 86 StGB<\/a> gelten Verbote von Symbolen u.a. nicht, wenn &#8222;die Handlung der staatsb\u00fcrgerlichen Aufkl\u00e4rung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung \u00fcber Vorg\u00e4nge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder \u00e4hnlichen Zwecken dient.&#8220; Der im Netz mittlerweile ber\u00fchmte Rechtsstreit &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/heisevsmi\/\">Heise versus Musikindustrie<\/a>&#8220; ist noch nicht endg\u00fcltig entschieden.<\/p>\n<p>F\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.w3.org\/People\/Berners-Lee\/\">Tim Berners-Lee,<\/a>, den <a href=\"http:\/\/groups.google.de\/group\/alt.hypertext\/msg\/395f282a67a1916c\">Erfinder des WWW <\/a>, bedeutet ein Link &#8222;Normale Hypertext Links implizieren nicht, da\u00df das Dokument, auf das verwiesen wird, Teil ist von, best\u00e4tigt wird von, best\u00e4tigt, eine verwandte Urheberschaft oder Bedingungen f\u00fcr die Weiterverbreitung hat wie das Dokument, das den Verweis (Link) enth\u00e4lt.&#8220; (zitiert nach <a href=\"http:\/\/odem.org\/aktuelles\/news_16692.de.html\">odem.org<\/a>).<\/p>\n<p>Falsch und unjournalistisch ist daher die Gepflogenheit von <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,550507,00.html\">Spiegel online<\/a> (29.04.2008), die Quelle im World Wide Web zu kennen, den genauen Fundort aber bewusst zu verschweigen: &#8222;Im Internet ruft der deutsche Islamist Eric B., der in Pakistan oder Afghanistan vermutet wird, Gesinnungsgenossen zum Dschihad auf.&#8220; &#8222;Im Internet&#8220; kann hei\u00dfen: In einer Newsgroup im Usenet, in einem WWW-Forum, auf einer Website, im Internet Relay Chat, in einer Mailingliste. Die Angabe ist zu ungenau, um noch einen informationellen Wert zu haben. Besser w\u00e4re hier gewesen, schlicht &#8222;rief \u00f6ffentlich dazu auf&#8220; zu schreiben. &#8222;Im Internet&#8220; suggeriert auch, dass der Autor irrig &#8222;Internet&#8220; f\u00fcr einen Synonym f\u00fcr &#8222;World Wide Web&#8220; h\u00e4lt oder seine Informationen schlicht irgendwo abgeschrieben hat.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/07\/080708_4.jpg\" vspace=\"0\" hspace=\"0\" border=\"0\" alt=\"Hypertext\"\/><\/p>\n<p align=left>\n<p>Regel: Falls der Betreiber einer Website f\u00fcr den Inhalt eines Artikels wichtig ist, sollte der konkrete Whois-Eintrag verlinkt werden.<\/p>\n<p>Besonders l\u00e4cherlich sind fehlende Links, wenn der Artikel verk\u00fcndet, dass eine neue Website existiere, deren URL aber nicht verraten wird: &#8222;Die tamilischen Rebellen in Sri Lanka haben am Montag ihren eigenen Fernsehsender gestartet. Wie Rebellensprecher Daya Master der BBC sagte, soll NTT (National Television of Tamileelam) dabei helfen, die tamilischen Sichtweisen zu vermitteln.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/medien\/351027.html\">Netzeitung<\/a>, 01.08.2005). Der Tamilen-Sender (<a href=\"http:\/\/nttes.tv\">nttes.tv<\/a>) ist schnell zu finden. Kompliziert wird es jedoch, wenn, wie in diesem Fall, mehrere Domains existieren &#8211; in diesem Fall nttes.tv und <a href=\"http:\/\/www.tvttn.com\/\">tvttn.com<\/a> (&#8222;You are not authorized to view this page.&#8220;). Nttes.tv wurde \u00fcber godaddy angemeldet; der <a href=\"http:\/\/whois.domaintools.com\/nttes.tv\">Whois-Eintrag<\/a> f\u00fchrt eine <a href=\"http:\/\/www.josephking.it\">Firma<\/a> in KwaZulu-Natal, S\u00fcdafrika an. Der <a href=\"http:\/\/whois.domaintools.com\/tvttn.com\">Whois-Eintrag<\/a> zu Tvttn.com bietet jedoch die interessante Information, dass der Ansprechpartner Sellathurai Sireetharan in der Rue Emile Zola in Paris sitzt &#8211; und dessen E-Mail-Adresse. <\/p>\n<p>Regel: Verlinkt wird diejenige Quelle, die f\u00fcr die jeweiligen Leser den gr\u00f6\u00dften Informationswert hat &#8211; hier die Website nttes.tv. Falls ein Online-Artikel \u00fcber die Medien der Guerilla in einem Medienmagazin oder auf der Website einer journalistischen Fachzeitschrift erschiene, w\u00e4re der Link zum Whois-Eintrag sinnvoller, da der einen Ansatzpunkt zu weiteren Recherchen enth\u00e4lt. In diesem Beispiel erwartet man auch mehr Informationen zum &#8222;Rebellensprecher&#8220;. Seri\u00f6s w\u00e4re es gewesen, die <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/south_asia\/4734121.stm\">Originalmeldung der BBC<\/a> als Quelle zu verlinken &#8211; mit dem Risiko, dass die Leser merken, dass der Artikel der Netzeitung die englische Quelle ohne eigene Recherchen nur \u00fcbersetzt, also schlicht abgeschrieben hat. Perfekt w\u00e4re heute auch ein zus\u00e4tzlicher zus\u00e4tzlicher Link zur <a href=\"http:\/\/www.asiantribune.com\/index.php?q=node\/1112\">Asian Tribune<\/a> (16.07.2006): &#8222;Who is this Daya Master?&#8220;<\/p>\n<p>Oft ist f\u00fcr die Recherche im Internet die <a href=\"http:\/\/www.archive.org\/\">Wayback Machine<\/a> ein unersetzliches Hilfsmittel. Mit archive.org kann man zum Beispiel nachweisen, dass die Domain <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/*\/http:\/\/www.volkermord.com\">volkermord.com<\/a> noch vor einigen Jahren eine <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/20C3-Unfreiwillige-Neujahrs-und-Friedensbotschaften-im-Web--\/meldung\/43240\">Neonazi-Website<\/a> war. Auch der langj\u00e4hrige Kampf um die Domain <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/*\/www.sieg-heil.de\">sieg-heil.de<\/a> l\u00e4sst sich nur mit einem Link zu archive.org dokumentieren. Leider gibt es Ausnahmen: Der Hochstapler Magnus Becker schaffte es mit seinem vorgeblichen &#8222;Wei\u00dfe Rose Jugendb\u00fcndnis&#8220; bis in die Tagesschau (11.12.2000). Er heimste sogar einen Preis bei den <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/groups?selm=676tmg$st4$2@news01.btx.dtag.de\">Netd@ys 1997<\/a> ein. In diesem Fall funktioniert archive.org nicht, da der <a href=\"http:\/\/whois.domaintools.com\/weisse-rose.org\">heutige Inhaber<\/a> der Domain www.weisse-rose.org den Zugriff der Wayback Machine blockiert. Detaillierte Informationen bek\u00e4me man nur \u00fcber den kostenpflichtigen Dienst <a href=\"http:\/\/domain-history.domaintools.com\/?q=weisse-rose.org&#038;page=results\">historical whois records<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn ein Autor nicht richtig recherchiert, kann es sein, dass ein seri\u00f6ses Medium unseri\u00f6se Angebote empfiehlt. Der Sender RBB zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.domain-pop.com\/report\/www.gomopa.net\">verlinkte und empfahl<\/a> ausdr\u00fccklich das Portal gomopa.net. Eine Recherche mit einer Suchmaschine zeigt in wenigen Minuten, dass der verantwortliche Autor offenbar \u00fcberhaupt nicht \u00fcberpr\u00fcft hat, wer hinter der Website steht. Umgekehrt w\u00e4re der Artikel der <a href=\"http:\/\/www.seiten.faz-archiv.de\/faz\/20020508\/fd1n200205081418175.html\">FAZ<\/a> &#8222;F\u00fcr Lehrer und Zecken verboten&#8220; (08.05.2002) \u00fcber den vorgeblichen &#8222;ethischen Hacker&#8220;<a href=\"http:\/\/kleinz.net\/kimble\/konsorten2.shtml\"> Christoph Kastius<\/a>, der angeblich &#8222;die gef\u00e4lschte Steinh\u00e4user-Seite sperrte&#8220;, sicher so nicht erschienen, h\u00e4tten die FAZ-Redakteure nach Links gesucht, um ihren Artikel zu verbessern, etwa den auf seine <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/group\/de.sci.psychologie\/browse_thread\/thread\/b59878e3ef6a41ca\/5c585a6d6fe0a4dd?hide_quotes=no#msg_5c585a6d6fe0a4dd\">Biografie und seine Krankenakte<\/a> im Usenet.<\/p>\n<p>Am 20. Mai brannte die Berliner Philharmonie. Fotos, wie <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/panorama\/:Gro%DFbrand-Die-Berliner-Philharmonie\/620941.html\">stern.de<\/a> sie anbietet, sind selbstverst\u00e4ndlich &#8211; niemand will dar\u00fcber nur ein paar d\u00fcrre Zeilen lesen. Auch ein Video, wie auf der Website von <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/panorama\/welt\/berliner-philharmonie-brand-nicht-unter-kontrolle_aid_302975.html\">Focus online<\/a>, ist immerhin ein gut gemeinter Ansatz, obwohl Filme in Briefmarkengr\u00f6\u00dfe eher einen symbolischen Charakter haben. Zum journalistischen Service geh\u00f6rt es aber, in diese aktuellen Meldung online einen Link zu einer <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/_\/wetter\/webcam\/index_jsp\/key=teaser_1086729.html\">Webcam<\/a> anzubieten. Man m\u00f6chte es live brennen und qualmen sehen und vielleicht auch sp\u00e4ter noch einmal nachschauen, ob das Geb\u00e4ude noch steht.<\/p>\n<p>Regel: Multimedia-Elemente sollten m\u00f6glichst <a href=\"http:\/\/www.barrierefrei-kommunizieren.de\/front_content.php?idcat=91&#038;PHP\">barrierefrei <\/a> verlinkt werden. Wer das nicht ber\u00fccksichtigt, auch bei den Links, schlie\u00dft gut f\u00fcnf Prozent aller Surfer von seinen Angeboten aus, ver\u00e4rgert sie oder verlangt danach, die Sicherheitseinstellungen des Browsers neu zu konfigurieren. Wer zum Beispiel die Website der <a href=\"http:\/\/www.warnerbros.com\">Warner Brothers<\/a> verlinkt, sollte darauf hinweisen, dass diese mit einem sicheren Browser gar nicht angesehen werden kann. Man muss in einem solchen Fall nach Alternativen suchen. Links zu virtuellen Orten in der 3D-Welt Second Life k\u00f6nnen mit <a href=\"http:\/\/slurl.com\/\">SLurl<\/a> (&#8222;location based linking in Second Life&#8220;) verlinkt werden. Der Nachteil: Viele Browser zeigen SLurl nicht an.<\/p>\n<p>Regel: Postings im Usenet k\u00f6nnen zitiert und einzeln verlinkt werden.<\/p>\n<p>Auch wenn die Newsgroups des Usenet heute nicht mehr so popul\u00e4r sind wie noch vor zehn Jahren, sind sie bei manchen Themen immer noch eine Quelle. Wer sich scheute, einen Link zum  so genannten &#8222;Enthauptungsvideo&#8220; aus dem Irak zu setzen, k\u00f6nnte ein <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/group\/alt.religion.islam\/msg\/3913e6837edf56ea\">Posting<\/a> in der Newsgroup alt.religion.islam vom 11.05.2004 verlinken, in dem die damals verf\u00fcgbaren Quellen genannt wurden. <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/groups\/profile?enc_user=yUlY5AwAAAAU410-8F0yGTchTersglxI\">Userprofile<\/a>, wie sie groups.google.com anbietet, k\u00f6nnen etwas \u00fcber die Seri\u00f6sit\u00e4t zitierter Personen aussuchen. Wer sich mit Internet-Folklore besch\u00e4ftigt, kommt am ber\u00fchmtem Kremvax-Hoax aus dem Jahr 1984 im Usenet nicht vorbei. Der Urheber Piet Beertema, der die sinnige domain godfatherof.nl besitzt, hat das Posting zwar auf seiner <a href=\"http:\/\/www.godfatherof.nl\/kremvax.html\">Website <\/a>, man m\u00f6chte aber gern auch <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/group\/eunet.politics\/msg\/cf080ae70583a625?dmode=source\">das Original<\/a> sehen &#8211; eine Zeitreise in das Internet, als es das World Wide Web noch nicht gab. Ein korrektes Zitat samt Link aus dem Usenet ist zum Beispiel: &#8222;Wau Holland <a href=\"http:\/\/groups.google.com\/group\/thur.test\/msg\/5422fb3109e43cde?dmode=source\">schrieb<\/a> am 05.02.1998 in der Newsgroup thur.test. &#8218;Dies ist eine kontextrekursive ungueltige Anmerkung&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p>Wer \u00fcber die kubanische Parteizeitung <a href=\"http:\/\/www.granma.cu\/\">Granma<\/a> berichtet und sich fragt, wem die Domain geh\u00f6rt, kann zum Beispiel einen Link zu einem <a href=\"http:\/\/network-tools.com\/default.asp?prog=trace&#038;host=granma.cu\">Tracerouting-Service<\/a> anbieten, der in Kombination mit einer Whois-Datenbank wie <a href=\"http:\/\/www.arin.net\/index.shtml\">ARIN<\/a> beweisen k\u00f6nnte, dass die Kommunisten in Havanna kanadischen Firmen offenbar mehr trauen als US-amerikanischen.<\/p>\n<p>Links zu Buchtiteln sind dann problematisch, wenn sie damit f\u00fcr kommerzielle Seiten werben. Ein eleganter Ausweg ist, wenn es nur um die bibliografischen Angaben oder einen Autor geht, ein <a href=\"http:\/\/vs13.kobv.de\/V\/Q8DPBSUQSHRTJKSH5C49NLDVX5NPQN8MDCCQ7T3V4HIQHLYLYF-07367?func=meta-3&#038;set_number=059018\">direkter Link zum Bestand<\/a> einer Bibliothek, am einfachsten zu finden \u00fcber die Katalog\u00fcbersicht des <a href=\"http:\/\/www.ubka.uni-karlsruhe.de\/hylib\/virtueller_katalog.html\">Karlsruher Virtuellen Katalogs<\/a> (KVK).<\/p>\n<p>Wie m\u00fchsam es ist, einen Mainstream-Journalisten dazu zu bringen, das Internet ernst zu nehmen und in einem Online-Artikel einen Mherwert f\u00fcr die Leser zu schaffen, zeigt der <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/meckern\/?p=268\">Artikel<\/a> Albrecht <a href=\"http:\/\/www.ude.de\/\">Udes<\/a> im Zeit-online-Blog: &#8222;Sehr schade, wenn ZEIT online Artikel aus der ZEIT \u00fcbernimmt und dabei die Zeit fehlt, auch simpelste externe Links herauszusuchen.&#8220; Das wundert nicht: Professioneller Online-Journalismus ist anstrengender als Print. Ude schreibt \u00fcber einen Text, der die Kennzeichnung von Lebensmitteln zhum thema hat: &#8222;Das St\u00fcck wimmelt nur so von zitierten Experten und Organisationen, die sicherlich viele Leser interessieren w\u00fcrden. (&#8230;) Wie kann so etwas in einem Onlinemedium unverlinkt bleiben? Es hat mich gerade (mitgestoppt) 36 Sekunden gekostet, auf diese <a href=\"http:\/\/www.vzhh.de\/~upload\/vz\/VZTexte\/TexteErnaehrung\/Industrie%20mogelt%20bei%20N%E4hrwertkennzeichnung%20Amperlkennzeichnung.htm\">Website der VZ HH<\/a> zu kommen: Industrie mogelt bei N\u00e4hrwertkennzeichnung \u2013 Wir decken die Tricks auf (Das kann man kaum als Recherche bezeichnen, das ist eine bessere Finger\u00fcbung).&#8220; Aber das scheint f\u00fcr die meisten Journalisten schon zu aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen Online-Journalismus und Blogs liegt tendenziell im Haltbarkeitsdatum der Links. F\u00fcr ein Blog ist es nicht unbedingt wichtig, dass die Links nach einem Jahr noch funktionieren. Ein journalistischer Text im Archiv eines Online-Mediums, dessen Links ins Leere f\u00fchren, ist \u00e4rgerlich. Beispiel: In einem Telepolis-Artikel des Autors \u00fcber den &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/12\/12692\/1.html\">Erlk\u00f6nig<\/a>&#8220; und dessen mythologischen Hintergr\u00fcnde sind nach sechs Jahren viele Links ung\u00fcltig. Eine <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/02\/11\/die-erlkonigin\/\">aktualisierte Version<\/a> ergibt zum Teil ganz neue und andere Informationen. Das Problem ist prinzipiell unl\u00f6sbar.<\/p>\n<p>Regel: Links in journalistischen Artikel, die nicht nur tagesaktuell sind, sollten so gew\u00e4hlt werden, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, sie auch nach l\u00e4ngerer Zeit noch nutzen zu k\u00f6nnen. Eine Linksammlung zu einem Thema ist besser als ein einzelner Link.<\/p>\n<p>Man kann eine Wette abschlie\u00dfen: Wer in f\u00fcnf Jahren die Prinzipien des Online-Journalismus nicht beherrscht, immer noch keine Links setzt und sich nicht der direkten Konfrontation mit kritischen Lesern aussetzen will, der hat verloren. Das Gute wird sich durchsetzen. Wenn William Shakespeare Online-Journalist w\u00e4re, w\u00fcrde er K\u00f6nig Richard III. heute laut rufen lassen: Einen Link, einen Link! Ein K\u00f6nigreich f\u00fcr einen Link!<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_565 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_565')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_565').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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