{"id":56190,"date":"2024-03-04T22:02:07","date_gmt":"2024-03-04T21:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=56190"},"modified":"2024-03-05T19:47:57","modified_gmt":"2024-03-05T18:47:57","slug":"sehr-geehrte-wohnungssuchende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2024\/03\/04\/sehr-geehrte-wohnungssuchende","title":{"rendered":"Sehr geehrte Wohnungssuchende!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/03\/040324_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/03\/040324_1kl.jpg\" alt=\"wohnungssuchende\" border=\"0\" hspace=\"0\" space=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Studenten suchen eine Wohnung (Symbolbild)<\/sup><\/p>\n<p>Ich kann es kaum glauben, dass man als Student keine Wohnung in Berlin findet. Die meisten Zimmer gehen eh unter der Hand weg, weil die Vermieter sich den Stress nicht antun wollen, sich jemanden unter einem halben Tausend Bewerbern aussuchen zu m\u00fcssen. Schwer wird es f\u00fcr jemanden, der nicht flie\u00dfend Deutsch spricht oder Mohammed hei\u00dft und niemanden kennt. <del>Auch ich m\u00f6chte weder mit Muslimen oder anderen Verehrern h\u00f6herer Wesen oder mit kleinen Prinzen zusammenwohnen.<\/del><\/p>\n<p>Nehmen wir mal den rein hypothetischen Fall an, der Untermieter eines \u00e4lteren Mannes entschl\u00f6sse sich, weg aus Berlin zu ziehen. Der \u00e4ltere Mann fragt also im Freundeskreis herum, ob jemand eine Wohnung suche oder jemanden kennte, der vertrauensw\u00fcrdig sein &#8211; ohne Erfolg. Der \u00e4ltere Mann schreibt zus\u00e4tzlich eine E-Mail an eine <a href=\"http:\/\/www.jg-berlin.org\/institutionen\/jugend\/studentim-jsb-ev.html\">j\u00fcdische Studentenorganisation<\/a> in Berlin &#8211; nat\u00fcrlich rein hypothetisch &#8211; mit ungef\u00e4hr dem Inhalt: &#8222;Ich vermiete seit Jahren ein sch\u00f6nes Zimmer mit Hochbett in meiner Wohnung in Berlin. Mein jetziger Untermieter ist [xxx] mit j\u00fcdischen Vorfahren (die den Kibbuz [xxx] mit gegr\u00fcndet haben). Leider hat er sich entschlossen, im April nach Spanien zu gehen. Ich will das Zimmer wieder vermieten, m\u00f6chte aber nicht mit Antisemiten zusammenleben. Ich lerne zudem seit einem Jahr Hebr\u00e4isch. Jemand, der ab und zu Hebr\u00e4isch mit mir spricht, w\u00e4re also ganz praktisch. Das Zimmer kostet rund 400 Euro warm inklusive Internet. An wen k\u00f6nnte ich mich wenden, um jemanden zu finden, der einziehen m\u00f6chte?&#8220; Auch der Hebr\u00e4isch-Lehrer des \u00e4lteren Mannes postet das Angebot in mehrere geschlossene j\u00fcdische bzw. israelische Foren in den so genannten sozialen Medien.<\/p>\n<p>Niemand antwortet. Vielleicht war der Nachsatz der E-Mail  zu abschreckend: &#8222;Ich bin \u00fcbrigens Atheist und kein Jude (ich rede auch keine Gendersprache, sage also &#8222;Studenten&#8220;).&#8220;<\/p>\n<p>Also die gute Nachricht: J\u00fcdische Studenten in Berlin suchen kein Zimmer.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Versuch des \u00e4lteren Mannes: Ein Freund, Inder, Programmierer und Mathematiker, postet das Angebot in einschl\u00e4gigen Gruppen, wo sich Leute der <i>upper class<\/i> Indiens mit einem gef\u00fchlten IQ \u00fcber 160 tummeln. Der \u00e4ltere Mann, von dem ich das wei\u00df, rief jemanden an, der sich gemeldet hatte, und der erste Satz des Interessenten war, ob er die H\u00f6he der Miete herunterhandeln k\u00f6nne. Keine guter Start, Wohnungssuchende!<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, ganz unter uns: Ich zum Beispiel w\u00fcrde keine h\u00e4sslichen dicken Menschen als Untermieter nehmen, weil die erstens nicht die Treppe zum Hochbett hinaufk\u00e4men und weil es zweitens \u00fcberhaupt keinen Grund gibt, warum ich meine \u00e4sthetischen Empfindungen verletzten sollte. Ich gehe, wenn ich sch\u00f6ne Bilder sehen will, in Ausstellungen und Museen und nicht auf eine M\u00fcllkippe. Hengameh Yaghoobifarah h\u00e4tte bei mir keine Chance, weil ich schon einen Shitstorm erntete, falls ich ihr bef\u00e4hle, sich beim Pinkeln hinzusetzen, weil ich gar nicht wei\u00df, ob sie M\u00e4nnchen oder Weibchen ist und deshalb auf Nummer sicher gehen m\u00fcsste. <\/p>\n<p>Oder warum soll ich mit jemandem zusammenwohnen, der aussieht, als h\u00e4tte er sich ein halbes Jahr 100 Kilometer n\u00f6rdlich von Port Moresby rundumt\u00e4towieren lassen oder mit jemanden, der einen Nasenpopel aus Metall tr\u00e4gt, an dem dann bei einem Schnupfen die Rotze runterl\u00e4uft und es mich schon schaudert, wenn ich es mir nur vorstelle?<\/p>\n<p>Der \u00e4ltere Mann, das wei\u00df ich von ihm, bekam auch eine E-Mail: &#8222;Hi my self [xxx] I am from India I am looking for private room from very long time I saw your room pitchers it pretty good and it\u2019s suits me I am ok with rent and everything I am non smoker and I will also not drink and I am a pure vegetarian. Plz consider my request.&#8220; Warum sollte der \u00e4ltere Mann das tun? Kurzform: Das Zimmer ist gut, ich mag dein hervorragendes Schwei\u0144efleisch S\u00fc\u00df-Sauer nicht, aber bitte nimm mich! <del>Ihr tickt doch nicht mehr ganz richtig.<\/del><\/p>\n<p>Ein Vermieter m\u00f6chte schon mehr wissen. Ein Link zu den jeweiligen Profilen auf Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing usw. w\u00e4re h\u00f6flich und hilfreich. Hinweis: Wenn der Vermieter ein \u00e4lterer Mann ist, der schon E-Mails verschl\u00fcsselte, als die sehr geehrten Wohnungssuchenden noch gar nicht geboren waren &#8211; der findet euch sowieso, weil der nach euch recherchiert!<\/p>\n<p>Es ist auch nicht ratsam, dem Vermieter Telefonnummern zu schicken, die nicht funktionieren oder bei denen nie niemand zu erreichen ist. Dann scheint es nicht so dringend zu sein. <\/p>\n<p>Der \u00e4ltere Mann, von dem ich das wei\u00df, erhielt eine einzige E-Mail von vielen, die sein Interesse weckte, die auch zum Erfolg f\u00fchrte, unter anderem, weil sie in einem Englisch geschrieben war, bei dem William Shakespeare, Graham Greene und Winston Churchill mit den Ohren geschlackert und wohlwollend genickt h\u00e4tten und weil sie Kulinarisches erw\u00e4hnte:<\/p>\n<p>&#8222;My name is [xxx], and I am currently a master&#8217;s student at [xxx]. As I am in the process of finalizing my living arrangements for the upcoming semester, I came across your listing for a roommate.<\/p>\n<p>I was impressed with the details you provided and wanted to reach out to express my interest in potentially sharing the living space with you. I don&#8217;t smoke and have no pets. In case there is a chance we can cook  Indian dishes together. I believe we could create a conducive and supportive environment for each other&#8217;s pursuits.<\/p>\n<p>If you have any additional information or would like to discuss this further, please feel free to reach out. I look forward to the possibility of becoming roommates and creating a positive living experience together. Thank you for considering my inquiry, and I hope to hear from you soon.<br \/>\nBest regards&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Der \u00e4ltere Mann erz\u00e4hlte, dass der wohnungssuchende indische Student in Cottbus mitten unter Nazis wohne, das wisse und nicht gut f\u00e4nde, aber in Berlin einfach nichts gefunden habe, dass der mehrmals in der Woche mit der Bahn zum Studieren nach Berlin fahre, und dass er &#8211; auch in Berlin &#8211; einen Job als Security habe, um sein Studium zu finanzieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/03\/040324_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2024\/03\/040324_2kl.jpg\" alt=\"wohnungssuchende\" border=\"0\" hspace=\"0\" space=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Amidst the towering skyscrapers of our city stands a decrepit, ugly shack, a stark contrast to the gleaming modernity surrounding it. The shack&#8217;s walls are weathered, its roof sagging, and its windows broken. Despite its dilapidated state, it commands an eerie presence that draws the attention of countless onlookers. In this scene, people from all walks of life gather around the shack, their faces reflecting a mixture of curiosity, disbelief, and perhaps even pity. Some point and whisper to each other, speculating about the history of the shack and the stories it holds within its crumbling walls. Others simply stare, captivated by the stark juxtaposition of poverty amidst prosperity. The atmosphere is charged with a sense of intrigue and melancholy, as if the shack serves as a reminder of the city&#8217;s forgotten past, overshadowed by its relentless march towards progress. Yet, amidst the hustle and bustle of urban life, the shack stands as a silent testament to resilience, refusing to be erased from the collective memory of its inhabitants &#8211;ar 3.2<\/sup><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56190?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56190?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_56190 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_56190')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_56190').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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