{"id":5489,"date":"2010-05-22T09:11:12","date_gmt":"2010-05-22T07:11:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=5489"},"modified":"2024-07-12T11:32:34","modified_gmt":"2024-07-12T09:32:34","slug":"al-habash-eine-alternative-zum-politischen-islamismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2010\/05\/22\/al-habash-eine-alternative-zum-politischen-islamismus","title":{"rendered":"Al-Habash &#8211; eine Alternative zum politischen Islamismus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_1kl.jpg\" alt=\"Al-Habash\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><i>Nie h\u00e4tte ich gedacht, dass ich durch meine Artikel den Bau einer Moschee in Berlin erm\u00f6glichen oder erleichtern w\u00fcrde. Aber so war es wohl. Gestern war ich Gast bei der Er\u00f6ffnung der neuen Moschee am Kreuzberger <a href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=germany+berlin+g%C3%B6rlitzer+bahnhof&amp;sll=37.0625,-95.677068&amp;sspn=57.161276,135.263672&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=G%C3%B6rlitzer+Bahnhof&amp;ll=52.498765,13.427022&amp;spn=0.00068,0.002064&amp;t=h&amp;z=20&amp;iwloc=A\">G\u00f6rlitzer Bahnhof<\/a>, genau dort, wo am <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Mai_in_Kreuzberg\">1. Mai 1987<\/a> Bolle abbrannte (ich wohnte 1987 in Sichtweite von Bolle).<\/i><\/p>\n<p><i>Am 24.03.2003 schrieb ich <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/artikel\/tip230403.html\">einen Artikel<\/a> f\u00fcr das Berliner Stadtmagazin Tip \u00fcber die Al-Habash, die damals in einem Hinterhof residierte und auf dem Bolle-Gel\u00e4nde eine neue Moschee errichten wollte. Am 10.05.2003 ver\u00f6ffentlichte ich einen <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/14\/14812\/1.html\">\u00e4hnlichen Artikel<\/a> zum Thema in Telepolis. Ich war insbesondere motiviert, weil die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20100624221836\/http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2002\/12\/17\/a0192\">taz<\/a> damals einen v\u00f6llig ahnungslosen, d\u00e4mlichen und denunzierenden Artikel verfasst hatte: &#8222;Hinter dem Verein soll eine Sekte stecken&#8220;. Die Autorin Astrid Schneider hatte sich nicht die M\u00fche gemacht, auch nur eine Minute im Internet nachzuschauen (einen Artikel in Wikipedia gab es noch nicht).<\/i><\/p>\n<p><i>Niemand wusste jedoch etwas \u00fcber diese islamische Bewegung. Auch die &#8222;Islam-Experten&#8220; waren noch nicht gewohnt, im Internet zu recherchieren; und es reicht auch nicht immer aus, nur die Ehefrau eines Muslim zu sein, um als &#8222;Experte&#8220; genug zu wissen. Meine beiden Artikel waren die ersten \u00fcberhaupt, die in deutschen Sprache \u00fcber die Al-Habash publiziert wurden. Sie erleichterten der deutschen Sektion der &#8222;Association of Islamic Charitable Projects&#8220;, Vorurteile abzubauen &#8211; bei den Medien und auch bei den Politikern, die \u00fcber den Neubau zu entscheiden hatten. (Der &#8222;witzige&#8220; Abgeordnete, der in dem <a href=\"http:\/\/www.kreuzberger-chronik.de\/chroniken\/2003\/mai\/reportage.html\">Artikel<\/a> der &#8222;Kreuzberger Chronik&#8220; erw\u00e4hnt wurde, ist auf dem zweiten Bild von unten zu sehen.)<\/i><\/p>\n<p><i>Damals schrieb ich \u00fcber den Berliner Pressesprecher der Al-Habash: &#8222;Birol Ucan weist den Vorwurf der Intoleranz gegen\u00fcber anderen islamischen Richtungen weit von sich: &#8222;Wir erkl\u00e4ren alle zu Ungl\u00e4ubigen, die alle anderen zu Ungl\u00e4ubigen erkl\u00e4ren&#8220;, sagt Ucan spitzb\u00fcbisch.&#8220; Ich habe <a href=\"http:\/\/www.rogerboyes.com\/2008\/07\/\">Ucan<\/a> gestern in der Moschee getroffen. Er konnte sich noch gut an mich erinnern, obwohl das Interview sieben Jahre her war. Wir waren uns dar\u00fcber einig, dass am folgenden Tag wieder <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/gotteshaus-fuer-alle\/1843590.html\">Unausgegorenes<\/a> in den Zeitungen erscheinen w\u00fcrde und dass einige &#8222;orthodoxe&#8220; Muslime gar nicht \u00fcber die &#8222;Omar-Ibu-al-Khattab-Moschee&#8220; erfreut sein w\u00fcrden (Kein deutsches Medium hat recherchiert &#8211; ausser der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/berlin\/artikel\/1\/sahnetorten-moschee\/\">taz<\/a>. Aber die hat auch etwas wiedergutzumachen.).<\/i><\/p>\n<p><i><br \/>\n<\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i>Und siehe, die Moschee ist gut und ansehnlich geworden. Zum Anlass hier noch einmal der Artikel aus Telepolis (Links aktualisiert):<\/i><\/p>\n<p align=\"left\">\n<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_2kl.jpg\" alt=\"Al-Habash\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\">\n<p><b>Al-Habash &#8211; eine Alternative zum politischen Islamismus?<\/b><\/p>\n<p>Wenn der Bundesinnenminister den j\u00e4hrlichen Verfassungsschutzbericht vorstellt, erf\u00e4hrt Deutschland, wer die Guten und die B\u00f6sen sind. Man darf [ihm] zutrauen, dass er sich bei den Traktaten, die manche Mitarbeiter des VS verfassen, oftmals gruselt. Aber als deren Dienstherr muss er \u00f6ffentlich den Kopf daf\u00fcr hinhalten Das aktuelle und interessanteste B\u00f6se wird zur Zeit vor allem repr\u00e4sentiert durch den &#8222;Islamismus&#8220;. Der Verfassungsschutzbericht 2002 ordnet jedoch die in Deutschland bekannten Gruppen recht hilflos und chaotisch bestimmten L\u00e4ndern zu. Al-Qaida ist eine Unterabteilung &#8222;der Araber&#8220;, obwohl Immigranten, die einen deutschen Pass besa\u00dfen, dort eine wichtige Rolle spielten. Ein Muslim ist in Deutschland eben potentiell immer ein &#8222;Ausl\u00e4nder&#8220;. \u00dcber den Islam findet man nur eine Ansammlung von Allgemeinpl\u00e4tzen, schlechter als manche Volkshochschul-Brosch\u00fcren. Der Vorwurf etwa, einzelne islamische Gruppen w\u00fcrden die Trennung von Staat und Religion nicht akzeptieren, triff auf den christlichen Fundamentalismus ebenso zu.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Islam in Deutschland gilt, was auch f\u00fcr das Judentum zutrifft: Diejenigen Vertreter, die in der \u00d6ffentlichkeit auftreten und sich dem Staat als Ansprechpartner andienen, stehen jeweils f\u00fcr eine sehr konservative oder gar orthodoxe Variante, die f\u00fcr der Mehrheit der Gl\u00e4ubigen nicht repr\u00e4sentativ ist.<\/p>\n<p>Der Islam, die j\u00fcngste der drei Buchreligionen, ist seit Jahrhunderten in Mitteleuropa pr\u00e4sent. Aber erst die t\u00fcrkischen Einwanderer nach Deutschland r\u00fcckten ihn wieder ins Blickfeld. Der t\u00fcrkisch gepr\u00e4gte Islam importierte jedoch auch den lang andauernden Kulturkampf zwischen Laizismus und Islamismus innerhalb der t\u00fcrkischen Gesellschaft nach Deutschland.<\/p>\n<p>Liberale Richtungen wie die <a href=\"http:\/\/www.aabk.info\/\">Aleviten<\/a> kommen weder im \u00f6ffentlichen noch im so genannten &#8222;interreligi\u00f6sen&#8220; Diskurs vor. Die Immigranten aus den L\u00e4ndern, die einen ganz anderen Islam praktizieren, konnten sich gegen die Dominanz des staatlich gef\u00f6rderten Islam der <a href=\"http:\/\/www.wshoffmann.de\/artikel\/ditib.html\">DITIB<\/a> (Diyanet Isleri T\u00fcrk-Islam Birligi), der &#8222;T\u00fcrkisch-islamische Union der Anstalt f\u00fcr Religion&#8220; und gegen das komplizierte Geflecht zahlreicher <a href=\"http:\/\/www.wshoffmann.de\/artikel\/isorg.html\">Organisationen<\/a>, die von der konservativen <a href=\"http:\/\/www.igmg.de\/\">Milli G\u00f6r\u00fcs<\/a> dominiert werden, kaum Geh\u00f6r verschaffen.<\/p>\n<p>Warum aber Milli G\u00f6rus und wer \u00fcberhaupt warum im Verfassungsschutzbericht auftaucht, bleibt das Geheimnis der vermutlich gar nicht vorhandenen &#8222;Islam-Experten&#8220; im Innenministerium. Zum pluralistischen Libanon f\u00e4llt dem Verfassungsschutz nur die &#8222;Partei Gottes&#8220; alias Hisb Allah ein. Immerhin: eine religi\u00f6s-fundamentalistische Radikalisierung der in Deutschland lebenden pal\u00e4stinensischen Migranten sei nicht zu beobachten.<\/p>\n<p>Abgelehnt vom orthodoxen Islam<\/p>\n<p>Vielleicht ist daran der Islamismus schuld wie zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/www.aicp.org\/\">Association of Islamic Charitable Projects<\/a>, auch &#8222;al-Habash&#8220; genannt, eine kaum bekannte Str\u00f6mung aus dem Libanon, die versucht, jetzt in Deutschland Fu\u00df zu fassen. Im Internet tobt ein erbitterter Streit darum, wie diese Organisation, \u00fcber die auch deutsche Islam-Experten nur wenig Informationen besitzen, einzusch\u00e4tzen ist. Das Spektrum der Meinungen reicht von &#8222;religi\u00f6s durchgeknallte Sekte&#8220; bis zu &#8222;moderate Alternative zum Islamismus.&#8220;<\/p>\n<p>Unstrittig ist nur eins: Die Gruppe hat sich mit der libanesischen Migration vor allem nach Frankreich und in der Schweiz ausgebreitet und missioniert vor allem libanesische Kurden und Pal\u00e4stinenser. Ihr <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/*\/http:\/\/www.aicp.de\/\">deutsche Zentrale<\/a> ist die kleine Omar-Moschee in Berlin. Die Moschee, bis jetzt in einer Fabriketage im Hinterhaus gelegen, soll auf dem traditionsreichen Gel\u00e4nde der Bolle-Ruine in Kreuzberg neu gebaut werden. Woher das Geld f\u00fcr das Vorhaben stammt, wei\u00df niemand.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist, dass es keine deutsche Website gibt, die \u00fcber die al-Habash informiert. Deutsche Medienberichte zitieren Experten, die fahrl\u00e4ssig <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2002\/12\/17\/a0192\">von einer &#8222;Sekte&#8220;<\/a> reden, obwohl zahlreiche seri\u00f6se <a href=\"http:\/\/godlas.myweb.uga.edu\/islamwest.html\">Informationen zum Thema<\/a> im Internet zu finden sind. Was al-Ahbash vorgeworfen wird, vor allem, sie lehre nicht den &#8222;wahren&#8220; islamischen Glauben, stammt aus der Propaganda des orthodoxen Islam der arabischen Halbinsel und des dort vorherrschenden erzkonservativen <a href=\"wikipedia.org\/wiki\/Wahhabi\">Wahabismus<\/a>. Auf <a href=\"http:\/\/www.islamonline.net\/english\/index.shtml\">Islam online<\/a> aus Katar <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20040423194845\/http:\/\/www.islam-online.net\/completesearch\/english\/FatwaDisplay.asp?hFatwaID=39333\">verdammt ein &#8222;Islam Online Fatwa Committee&#8220;<\/a> die al-Ahbash. Die Anh\u00e4nger seien &#8222;tats\u00e4chlich weit entfernt von allen Imams im Hinblick auf die Gedanken, das Verhalten und die Ethik&#8220;.<\/p>\n<p>Auch <a href=\"http:\/\/www.islamicweb.com\/beliefs\/cults\/habasi_history.htm\">Islamic Web<\/a>, eine der bedeutendsten britischen Islamseiten, verurteilt  die al-Ahbash als &#8222;Sekte&#8220;. Das wird von der einflussreichen und wohlt\u00e4tigen indonesischen &#8222;<a href=\"http:\/\/www.rahmaniafoundation.org\/\">Rahmania Foundation<\/a>&#8220; \u00fcbernommen. Besonders US-amerikanische Muslims haben sich auf die al-Ahbash eingeschossen. Fanatiker wie der in Texas ans\u00e4ssige und selbst ernannte &#8222;Scheich&#8220; <a href=\"http:\/\/www.ahmadjibril.com\/\">Ahmad Jibril<\/a> beschimpfen die al-Ahbash als &#8222;H\u00e4resie&#8220;. Die &#8222;AS -Sunnah Foundation of America&#8220; (ASFA), Organisation des Muhammad Hisham Kabbani &#8211; ein ehemaliger Studenten der Amerikanischen Universit\u00e4t in Beirut -, <a href=\"http:\/\/www.sunnah.org\/fiqh\/muslims_beware.htm\">ruft Muslime in aller Welt auf<\/a>: &#8222;Beware of a man who calls himself Abdullah Habashi and of his followers. They are a group of extremists&#8230;&#8220;<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_3kl.jpg\" alt=\"Al-Habash\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\">\nGegen politischen und islamisch unterf\u00fctterten Fanatismus<\/p>\n<p>Die al-Ahbash (Association of Islamic Charitable Projects oder arabisch: &#8222;Jam&#8217;iyyat al- Mashari&#8216; al-Khayriyya al-Islamiyya&#8220;) wurde durch den Mufti (islamischer Rechtsgelehrter) <a href=\"http:\/\/ddc.aub.edu.lb\/projects\/pspa\/al-ahbash.html\">Abdullah al-Habashi<\/a> (exakter Name: Abdallah ibn Muhammad ibn Yusuf al-Hirari al-Shibi al- Abdari) gegr\u00fcndet. Al-Habashi wurde 1920 im \u00e4thiopischen Harare geboren. Seine Anh\u00e4nger werden daher auch &#8222;Habashiyyin&#8220; genannt. Das ist eine lautmalerische Version f\u00fcr &#8222;Abessinier&#8220; &#8211; ein anderes Wort f\u00fcr \u00c4thiopier. 1947 lie\u00df Kaiser Haile Selassie den Mufti nach Saudi Arabien deportieren. Sp\u00e4ter studierte al-Habashi in Damaskus und in Beirut. 1983 \u00fcbernahmen seine Gefolgsleute die schon seit 1930 existierende &#8222;Gesellschaft f\u00fcr philanthropische Projekte&#8220;.<\/p>\n<p>Im August 1995 wurde der F\u00fchrer der al-Habashi, Scheich <a href=\"http:\/\/www.sunna.info\/souwar\/img316.htm\">Nizar al-Halabi<\/a>, in Beirut von maskierten M\u00e4nnern auf offener Stra\u00dfe erschossen. Drei der T\u00e4ter wurden gefasst und exekutiert. Das Attentat ging auf das Konto der pal\u00e4stinensischen Terrorgruppe <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Osbat_al-Ansar\">Osbat al-Ansar<\/a>, deren Anf\u00fchrer <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ahmed_Abd_al-Karim_al-Saadi\">Ahmad Abd al-Karim<\/a> (Kampfname: Abu Mahjan) in Abwesenheit ebenfalls zum Tode verurteilt wurde. Man vermutet, dass al-Karim sich heute noch im Fl\u00fcchlingslager &#8222;Ain al-Helweh&#8220; im s\u00fcdlichen Libanon aufh\u00e4lt. Das Camp ist <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/world\/middle_east\/2125647.stm\">f\u00fcr libanesische Milit\u00e4rs und Polizei off limits<\/a>. Im Oktober 2001 gab die libanesische Regierung an die USA <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/middle_east\/2123674.stm\">Informationen<\/a> weiter: Die Terrorgruppe &#8222;Osbat al-Ansar&#8220; stehe in engem Kontakt zur &#8222;al-Qaida&#8220; Usama bin Ladens. Scheich Nizar al-Halabi hatte sich in aller \u00d6ffentlichkeit gegen politischen und islamisch unterf\u00fctterten Fanatismus ausgesprochen.<\/p>\n<p>Vom orthodoxen Islam wie den Wahabiten unterscheidet die al-Ahbash vor allem die radikale Absage an politische Gewalt. Sie besitzt keine eigene Miliz und ruft nicht zum Kampf gegen Israel auf. Das wird in einem Artikel, den die israelische <a href=\"http:\/\/www1.biu.ac.il\/\">Bar-Ilan-Universit\u00e4t<\/a> zum Thema publiziert hat, lobend hervorgehoben. Die F\u00fchrung der al-Ahbash hat sehr gute, vielleicht <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20080616011441\/http:\/\/www.meib.org\/articles\/0104_ld1.htm\">zu gute Kontakte<\/a> zur syrischen Regierung, aber auch zu den christlichen W\u00e4hlern im Libanon. Mit der <a href=\"http:\/\/ddc.aub.edu.lb\/projects\/pspa\/hamzeh2.html\">schiitischen Hisbollah<\/a> schloss al-Ahbash eine nur politische Allianz.<\/p>\n<p>Die al-Ahbash gilt unter Religionswissenschaftlern als sunnitische Gruppe mit schiitischen Elementen und starkem Einfluss des Sufi-Spiritualismus. Sie hat also von allem etwas, steht aber theologisch noch auf der &#8222;rechtgl\u00e4ubigen&#8220; Seite des Islam &#8211; im Gegensatz zu der aus Pakistan stammenden <a href=\"http:\/\/www.ahmadiyya.de\/\">Ahmadiyya-Bewegung<\/a>, die von der Islamischen Welt-Liga &#8222;exkommuniziert&#8220; und aus der islamischen Weltgemeinschaft <a href=\"http:\/\/directory.google.com\/Top\/Society\/Religion_and_Spirituality\/Opposing_Views\/Islam\/Ahmadiyya\/Fatwa\/?il=1\">ausgeschlossen wurde<\/a>.<\/p>\n<p>Professor A. Nizar Hamzeh von der Amerikanischen Universit\u00e4t in Beirut <a href=\"http:\/\/ddc.aub.edu.lb\/projects\/pspa\/al-ahbash.html\">bezeichnet<\/a>  die al-Ahbash als die &#8222;Sufi-Antwort auf den politischen Islamismus&#8220;. Die Tradition des Sufismus spiegelt sich vor allem darin wider, dass die al-Ahbash im Internet zahlreiche religi\u00f6se <a href=\"http:\/\/www.aicpmultimedia.org\/\">Musikst\u00fccke zum Download<\/a> anbietet. Ursula Spuler-Stegemann, Religionswissenschaftlerin an der Universit\u00e4t Marburg und eine der wenigen Islam-Expertinnen Deutschlands, hat von den al-Ahbash in Deutschland bisher nicht viel geh\u00f6rt, wei\u00df aber: &#8222;Die Saudis k\u00f6nnen Sufis nicht ausstehen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Westliche&#8220; Musik oder gar &#8222;westliche&#8220; Instrumente sind strenggl\u00e4ubigen Muslimen wie Wahabiten \u00e0 la Taliban streng verboten. Der schlimmste Vorwurf gegen die al-Ahbash aus orthodoxer Sicht lautet daher: &#8222;Sie haben gro\u00dfe Meistergruppen wie James Last, sie singen und tanzen mit Frauen und sie benutzen sie, um zu Allah zu beten! &#8230; Wenn Sie sich daf\u00fcr interessieren, sie zu sehen, dann m\u00fcssen Sie nur in ein Videoladen im Libanon gehen und danach fragen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Unterschied zu fundamentalistischen Islam-Versionen, die in Deutschland beheimatet sind, nehmen die al-Ahbash den Koran nicht als das authentische Wort Allahs: Der Koran spiegele nur dessen Meinung wider. Er sei vom Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed \u00fcberliefert worden. Das l\u00e4sst zeitgem\u00e4\u00dfen Koran-Interpretationen mehr Raum als buchstabengetreuer Glaube. \u00c4hnlich wie im Katholizismus praktizieren die al-Ahbash eine Art Heiligenkult &#8211; f\u00fcr orthodoxe Muslims eine Blasphemie. Die al-Habashis predigen zwar religi\u00f6sen Pluralismus, bezeichnen aber alle politischen Islamisten als &#8222;takfir&#8220; &#8211; &#8222;Ungl\u00e4ubige&#8220;. Deshalb k\u00f6nnen die &#8222;traditionellen&#8220; deutschen Sufis &#8211; wie deren gr\u00f6\u00dfter Orden, die <a href=\"http:\/\/www.naqshbandi.de\/\">Naqschbandis<\/a> &#8211; mit den al-Ahbash nicht viel anfangen. Abd al-Hafidh aus der Eifel, vor seinem \u00dcbertritt zum Islam Herr Wenzel genannt und heute Sprecher der Naqschbandis, kennt al-Ahbash kaum. Er kann sich nur daran erinnern, bei seiner frommen Pilgerfahrt nach Medina von den al-Habashi als &#8222;Ungl\u00e4ubiger&#8220; beschimpft worden zu sein.<\/p>\n<p>Birol Ucan, ein Berliner T\u00fcrke mit deutscher Staatsb\u00fcrgerschaft und Pressesprecher des &#8222;Islamischen Vereins f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke&#8220; in Berlin, kann nicht beantworten, woher das Geld f\u00fcr die neue Deutschland-Zentrale kommen soll. Vielleicht hat er auch von der &#8222;Taqiya&#8220; geh\u00f6rt, dem islamischen Gebot sich zu verstellen, um der eigenen Sache nicht zu schaden &#8211; eine professionelle Haltung den Medien gegen\u00fcber. Man besitze ein Haus in Peine bei Hannover, aber dort keine Moschee. Wenn das Geld nicht reiche, w\u00e4ren Selbsthilfe angesagt und eine Light-Version der Moschee. Wer&#8217;s glaubt.<\/p>\n<p>Die al-Ahbash in der Beiruter Zentrale hatten immer ausreichend finanzielle Mittel. Das wird den Vereinvorsitzenden Hassan Khodr, der als Beruf &#8222;Autoh\u00e4ndler&#8220; angibt, ruhig schlafen lassen. Man hofft, dass eine al-Ahbash-Moschee ein Zeichen f\u00fcr einen zwar tiefreligi\u00f6sen, aber toleranten Islam setze. Die konservative Konkurrenz wird sich warm anziehen m\u00fcssen, denn auch bei Muslimen sind singende und tanzende Frauen und Musik eine bessere Werbung als puritanische Turbantr\u00e4ger.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2010\/05\/210510_4kl.jpg\" alt=\"Al-Habash\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5489?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5489?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5489 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5489')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5489').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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