{"id":48244,"date":"2022-04-18T15:32:47","date_gmt":"2022-04-18T13:32:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=48244"},"modified":"2026-08-09T12:40:32","modified_gmt":"2026-08-09T10:40:32","slug":"blut-naegel-und-gekuesste-tafeln-schmuckschliessend-essener-domschatz-vi-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/04\/18\/blut-naegel-und-gekuesste-tafeln-schmuckschliessend-essener-domschatz-vi-2","title":{"rendered":"Blut, N\u00e4gel und gek\u00fcsste Tafeln, schmuckschlie\u00dfend (Essener Domschatz VI)"},"content":{"rendered":"<p>Auf dr\u00e4ngenden Wunsch des Publikums wird die beliebte Serie jetzt fortgesetzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_2kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Kreuznagelreliqiar, um 1040\/49, im 14. Jahrhundert modifiziert. Man wei\u00df nicht exakt, wie das Original aussah, ob etwa der Nagel frei einsehbar war. Der Kristall l\u00e4sst sich \u00f6ffnen, dieser Mechanismus und der Rahmen stammen aus der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotik\">Gotik<\/a>. Die Motive der Emails &#8222;zitieren&#8220; die des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theophanu-Evangeliar\">Theophanu-Evangeliars<\/a> [hatte ich hier noch nicht gepostet]. Die Stifterin l\u00e4sst sich nur indirekt beweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Klaus Gereon Beuckers schreibt in <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3837500500\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3837500500&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=eadc1baec3d4d17ce93b1ddd35f86ed5\" rel=\"noopener\">Gold vor Schwarz: Der Essener Domschatz auf Zollverein<\/a>: &#8222;Tafelf\u00f6rmige Reliquiare insbesondere f\u00fcr Christus-Reliquien sind sp\u00e4testens seit dem 10. Jahrhundert aus Byzanz gut \u00fcberliefert. (&#8230;) Eine vergleichbare Disposition weist der so genannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Talisman_Karls_des_Gro%C3%9Fen\">Talisman Karls des Gro\u00dfen<\/a> im <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Marville,_Charles_-_Schatz_der_Reims_Kathedrale_(Zeno_Fotografie).jpg\">Reimser Kathedralschatz<\/a> auf [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Palais_du_Tau\">Palais du Tau<\/a>]. Auch andere Werke des Essener Umkreises wie das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borghorster_Stiftskreuz\">Borghorster Kreuz<\/a> [das <a href=\"https:\/\/www.wn.de\/muensterland\/kreis-steinfurt\/steinfurt\/das-borghorster-stiftskreuz-ist-wieder-da-1529950\">2013 gestohlen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.wn.de\/muensterland\/von-zahlung-nichts-gewusst-1512023\">f\u00fcr 100.000 Euro<\/a> zur\u00fcckgekauft wurde] oder das <a href=\"https:\/\/kulturerbe.niedersachsen.de\/objekt\/record_kuniweb_1376094\/1\/\">Gandersheimer Heilig-Blut-Reliquiar<\/a> pr\u00e4sentieren um die Mitte des 11. Jahrhunderts Reliquien in Kristallgef\u00e4\u00dfen, die in den Rahmen einer Goldschmiedearbeit eingebunden waren. Dies war in der Zeit neu und greift Entwicklungen des 13. Jahrhunderts vor, in denen &#8211; ebenfalls in Rezeption byzantinischer Arbeiten &#8211; dann auch K\u00f6rperreliquien sichtbar pr\u00e4sentiert wurden. Das Essener Nagelreliquiar nimmt unter den ottonischen bzw. fr\u00fchsalischen Reliquiaren eine hervorragende Position ein und ist auch wegen seiner Tafelform innerhalb des erhaltenen Denkm\u00e4lerbestandes einzigartig.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><b>Fragen \u00fcber Fragen<\/b><\/p>\n<p>Nachdem wir im letzten Beitrag dieser Serie (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/01\/09\/jenseits-des-oxus\">Jenseit des Oxus<\/a>) \u00fcberall zwischen der Levante, Afghanistan, Indien und China der letzten 3000 Jahre herumge(schw)irrt sind, hier noch einmal die Fragen:<\/p>\n<p>a) Der europ\u00e4ische Feudalismus war offenbar ein Sonderweg. In anderen Regionen der Welt gab es feudale Verh\u00e4ltnisse auch, etwa in Japan, aber der Kapitalismus entwickelte sich dort viel langsamer, wenn \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>b) Braucht es eine Sklavenhaltergesellschaft vor dem Feudalismus \u2013 oder ist das R\u00f6mische Weltreich ebenfalls ein zu vernachl\u00e4ssigender Sonderfall?<\/p>\n<p>c) China ist heute die einzige Gesellschaft, in der sich Ans\u00e4tze entwickeln, die zu nachkapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnissen f\u00fchren k\u00f6nnten. Dort gab es aber keine Sklavenhaltergesellschaft. K\u00f6nnte es sein, dass dieser Weg letztlich derjenige ist, der den Kapitalismus zuerst \u00fcberwinden wird?<\/p>\n<p><i>&#8222;Anatomie des Menschen ist ein Schl\u00fcssel zur Anatomie des Affen. Die Andeutungen auf H\u00f6hres in den untergeordneten Tierarten k\u00f6nnen dagegen nur verstanden werden, wenn das H\u00f6here selbst schon bekannt ist. Die b\u00fcrgerliche \u00d6konomie liefert so den Schl\u00fcssel zur antiken etc. Keineswegs aber in der Art der \u00d6konomen, die alle historischen Unterschiede verwischen und in allen Gesellschaftsformen die b\u00fcrgerlichen sehen.&#8220; (Karl Marx: Grundrisse, Einleitung [zur Kritik der Politischen \u00d6konomie], 1857, <a href=\"https:\/\/marxwirklichstudieren.files.wordpress.com\/2012\/11\/mew_band13.pdf\">MEW 13, S. 636<\/a>)<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_1kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Reliquienkreuz, vermutlich aus dem Rheinland, 2. V. 14. Jahrhundert, vergoldetes Silber mit Achat, Opal und Bergkristall.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Anna Pawlik schreibt in <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3837500500\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3837500500&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=eadc1baec3d4d17ce93b1ddd35f86ed5\" rel=\"noopener\">Gold vor Schwarz: Der Essener Domschatz auf Zollverein<\/a>: &#8222;Auf der Vorderseite ist ein ornamental bearbeitetes, teilweise mit goldener Farbe bemaltes Pergament eingelegt, auf dem die Reliquien verzeichnet sind. (&#8230;) Die zwei kreuzf\u00f6rmig \u00fcbereinanderliegenden <a href=\"https:\/\/www.vr-elibrary.de\/doi\/abs\/10.7788\/boehlau.9783412213206.33\">Holzpartikel<\/a> in [sic] Zentrum des Pegaments sind durch die umlaufende Inschrift <i><a href=\"https:\/\/www.inschriften.net\/suchergebnis.html?tx_hisodat_search%5Baction%5D=searchresult&amp;tx_hisodat_search%5Bcontroller%5D=Sources\">De sancta cruce domini<\/a><\/i> als Kreuzreliquien gekennzeichnet, Die R\u00fcckseite des Beh\u00e4lters ist mit einer silbervergoldeten, kreisf\u00f6rmigen Platte mit getriebenem Christuskopf in einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandorla#:~:text=Mandorla%20(ital.,rund%20um%20eine%20ganze%20Figur.\">Mandorla<\/a> verschlossen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><b>Erste Antworten<\/b><\/p>\n<p>Ich hatte geplant, mich zun\u00e4chst mit der so genannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asiatische_Produktionsweise\">Asiatischen Produktionsweise<\/a> auseinanderzusetzen. nachdem ich jetzt noch einmal <a href=\"https:\/\/www.oag.uni-hamburg.de\/noag-archiv\/noag-134-1983\/pilz.pdf\">Erich Pilz<\/a> &#8222;Zur neuesten (1982!) Debatte \u00fcber die Asiatische Produktionsweise in der Volksrepublik China&#8220; gelesen hatte, erscheint mit das jetzt \u00fcberfl\u00fcssig. <i>Die (&#8230;) aufgez\u00e4hlten Produktionsweisen sind also logische Abstraktionen, reine Wirtschaftsformen und deren logische Reihung, erarbeitet beim Studium der politischen \u00d6konomie. Wer so eine Produktionsweise mit einer Periode der Gesellschaftsentwicklung gleichsetzt, der wird den methodischen Voraussetzungen bei Marx (logische Methode versus historische Methode) absolut nicht gerecht.<\/i> Das hei\u00dft: Es w\u00e4re vermutlich falsch, \u00fcberall in der Geschichte zu suchen, ob eine Gesellschaft dem &#8222;Modell&#8220; APW \u00e4hnelt oder nicht und warum. Das bewiese gar nichts. <i>Die APW ist also ein aus der konkreten Geschichte abstrahiertes \u00f6konomisches Universale<\/i>.<\/p>\n<p>Man kann nur einen Umkehrschluss ziehen. Die Aristokratie oder B\u00fcrokratie (vgl. das alte Mesopotamien oder China) organisiert die produktive Arbeit und eignet sich einen Teil des Mehrprodukts der unmittelbaren Produzenten an. Im mitteleurop\u00e4ischen Feudalismus kann von einer &#8222;Organisation&#8220; der gesellschaftlichen Arbeit aber kaum gesprochen werden. Ganz im Gegenteil: Vor dem Absolutismus spielen eine Staatsmacht oder gar eine B\u00fcrokratie kaum eine Rolle f\u00fcr die \u00d6konomie. Dort aber gab es Kapitalismus zuerst. Oder, abstrakt ausgedr\u00fcckt: Die Produzenten werden vollends von ihren Produktionsmittel am effektivsten getrennt, wenn eine Art europ\u00e4ischer Feudalismus vorhanden ist. Daraus kann man aber die letzte der obigen Fragen nicht beantworten: Die \u00d6konomie Chinas war auf dem Weg zum Kapitalismus eher &#8222;langsamer&#8220;, aber bedeutet das zwangsl\u00e4ufig, dass sich post-kapitalistische Formen dort am ehesten herausbilden k\u00f6nnen?  Oder war es eine Kette von Zuf\u00e4llen? Das erscheint mir unwahrscheinlich, wenn man China mit Indien vergleicht.<\/p>\n<p>Hierzu Pilz, der chinesischen Autoren zitiert (daher vermutlich der Begriff &#8222;Volk&#8220;, der von Marx so nicht benutzt worden w\u00e4re): Das grunds\u00e4tzliche Mi\u00dfverst\u00e4ndnis bisheriger Interpretation der vorkapitalistischen Gesellschaftsformationen bei Marx liege <i>darin, dass man jedes einzelne Volk alle Stufen durchlaufen sieht. Marx hingegen sah die Gesamtheit der Menschheitsentwicklung: Zu gewissen Perioden haben die Entwicklungsstufen gewisser V\u00f6lker exemplarische Bedeutung, weil ihre Produktionsweisen zur Gesamtentwicklung besonders bedeutende Beitr\u00e4ge geleistet haben. Manche V\u00f6lker haben lange keine nennenswerten Beitr\u00e4ge geleistet, um dann gewaltig hervorzutreten und wieder zur\u00fcckzufallen (=nicht auf die n\u00e4chst h\u00f6here Produktionsstufe zu kommen). Die \u00dcbernehmer solcher Beitr\u00e4ge hingegen waren oft f\u00e4hig, darin eingebaute Hemmnisse zu \u00fcberwinden. Was ist aus dem gro\u00dfartigen \u00c4gypten, was aus Assur geworden? Kein Volk, auch kein europ\u00e4isches, hat alle von Marx genannten Stufen durchlaufen. F\u00fcr Marx war die Asiatische Formation beispielhaft innerhalb eines bestimmten Zeitraumes \u2013 so wie Griechenland und Rom beispielgebend waren f\u00fcr die Sklavengesellschaft. Die APW stellt also keine Erscheinungsform eines bestimmten Gebietes dar, aber innerhalb der Gesamtentwicklung eine modellhafte Stufe und ist damit von allgemeiner G\u00fcltigkeit.<\/i><\/p>\n<p>Offenbar war man sich damals &#8211; bei Erscheinen der Pilzschen Zusammenfassung &#8211; in China sogar fast einig, dass dort weder eine &#8222;Asiatische Produktionsweise&#8220; noch eine &#8222;Sklavenhaltergesellschaft&#8220; wie im Marxschen theoretischen Modell existiert hat.<\/p>\n<p>Das beantwortet auch meine Frage: Es gibt nur ein &#8222;logischen&#8220; Schema, wie die Menschheit sich von einer klassenlosen &#8222;Urgesellschaft&#8220; bis zur Klassengesellschaft im Kapitalismus entwickelte, aber mitnichten eine historische Abfolge. Die Frage, ob es f\u00fcr den Kapitalismus <i>vor<\/i> dem Feudalismus einer Sklavenhaltergesellschaft bed\u00fcrfe oder nicht, ist also falsch gestellt und unsinnig.<\/p>\n<p>Eine witzige Pointe ist, dass es vor mehr als vier Jahrzehnten in der marxistischen Diskussion offenbar nicht &#8222;opportun&#8220; war, einen Zusammenhang zwischen historischen Elementen der &#8222;Asiatischen Produktionsweise&#8220; und <i>der Gefahr des B\u00fcrokratismus in sozialistischen Staaten Asiens<\/i> zu vermuten. Dieses Thema war schon zu Beginn der chinesischen Kulturrevolution aktuell, wenn nicht sogar der Anlass. Heute k\u00f6nnte man polemisch entgegen, diese b\u00fcrokratischen Elemente h\u00e4tten genau das Gegenteil bewirkt &#8211; dass der chinesische Staatskapitalismus oder &#8211; in deren Parteineusprech &#8211; der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozialismus_chinesischer_Pr%C3%A4gung\">Sozialismus chinesischer Pr\u00e4gung<\/a> sich gerade deshalb als besonders stabil und progressiv (gegen\u00fcber dem &#8222;westlichen&#8220; Kapitalismus) erwiesen hat.<\/p>\n<p>Wird fortgesetzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_3kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Reliquiar, vermutlich letztes Drittel 14. Jahrhundert. Im Unterschied zu allen anderen Reliquiaren hat dieses eine rechteckige Grundform. Angeblich enth\u00e4lt es Reliquien der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margareta_von_Antiochia\">Margareta von Antiochia<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christina_von_Bolsena\">Christina von Bolsena<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Agnes_von_Rom\">Agnes von Rom<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Felicitas_und_ihre_S%C3%B6hne\">Felicitas<\/a> sowie den \u00fcblichen &#8222;Hausheiligen&#8220; des Essener Doms. Auf einem Pergament steht <i>de S(an)c(t)a elisabeth<\/i> und <i>De capillis Elisabeth(i)na v(&#8230;)<\/i>. Vermutlich war die Stiftern die \u00c4btissin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elisabeth_von_Nassau-Hadamar\">Elisabeth von Nassau-Hadamar<\/a>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_4kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ostensorium, vermutlich Rheinland, vor 1450, vergoldetes Silber, getrieben und gegossen, 57, 2 cm hoch. Die Details sind zum Teil unfassbar winzig &#8211; wie die kleinen Heiligenfiguren und die Wasserspeier seitlich der Baldachine.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_5kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Paxtafel, auch bekannt als Kusstafeln, gegossenes Silber, graviert, Bergkristall. Nur Kleriker durften diese Dinge k\u00fcssen. &#8222;Das K\u00fcssen des Reliquienbeh\u00e4lters galt dabei in besonderer Weise als heilbringend, bei besonderen Anl\u00e4ssen konnte er zudem zur Gew\u00e4hrung eines Ablasses dienen. Der Brauch setzte sich bereits im 13. Jahrhundert durch.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_6gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2021\/12\/261221_6kl.jpg\" alt=\"essener Domschatz\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#F5F5F5\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Agraffe\">Agraffen<\/a> (hier: Schmuckschlie\u00dfe), franz\u00f6sisdch-burgundisch, nach 1360, Goldemailplastik, alle kleiner als f\u00fcnf Zentimeter Durchmesser. Diese Schmuckst\u00fccke sind extrem selten, nur wenige wurden erhalten. Um 1400 waren diese solche Agraffen der letzte modische Schrei an den H\u00f6fen der herrschenden Klasse. Sie waren nicht nur ein Kapitalanlage, sondern beschrieben die interne Hierarchie durch Zeichen und das aristokratische Selbstverst\u00e4ndnis. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/09\/tria-eburnea-scrinia-com-reiquis-sanctorum\">Prachtentfaltung<\/a>&#8220; ist eine Seite der feudalen Existenz. Ich schrieb hier 2019: Die Feudalklasse kann die Realit\u00e4t erkenntnistheoretisch nur verzerrt wiedergeben, da sich sich nur per Gewalt und Konsum auf die Natur bezieht. Man kann diese <i>notwendige<\/i> ideologische &#8222;Behinderung&#8220; (\u00e4hnlich wie Religion) mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Warenfetisch\">Waren- und Geldfetisch<\/a> vergleichen &#8211; eine nur \u00f6konomische Form wird von den Akteuren als Eigenschaft des Dings an sich angesehen. Deswegen glaubt auch die FDP an den &#8222;Markt&#8220; als eigenst\u00e4ndig handelndes h\u00f6heres Wesen &#8211; \u00e4hnlich wie ein feudaler Adliger des 10. Jahrhunderts eine Reliquie als magisches wirkm\u00e4chtiges Objekt ansah.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><sup>Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:<br \/>\n&#8211; Reaktion\u00e4re Schichttorte (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2015\/01\/31\/reaktionaere-schichttorte \">31.01.2015<\/a>) &#8211; \u00fcber die scheinbare Natur und die Klasse<br \/>\n&#8211; Feudal oder nicht feudal? tl;dr, (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/05\/feudal-oder-nicht-feudal-tldr\">05.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber den Begriff Feudalismus (Fotos: Quedlinburg)<br \/>\n&#8211; Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/08\/helidos-ubar-hringa-do-sie-to-dero-hiltiu-ritun\">08.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften  (Quedlinburger Domschatz I)<br \/>\n&#8211; Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/09\/tria-eburnea-scrinia-com-reiquis-sanctorum\">09.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntnistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)<br \/>\n&#8211; Die w\u00e2ren steine tiure l\u00e2gen dr\u00fbf tunkel unde lieht (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/10\/die-waren-steine-tiure-lagen-druf-tunkel-unde-lieht\">10.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)<br \/>\n&#8211; Authentische Heinrichsfeiern (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/13\/authentische-heinrichsfeiern\">13.05.2019)<\/a> &#8211; \u00fcber die nationalsozialistische M\u00e4rchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)<br \/>\n&#8211; Der Zwang zum Hauen und Stechen oder: Seigneural Privileges (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/06\/15\/der-zwang-zum-hauen-und-stechen-oder-seigneural-privileges\">15.06.2019<\/a>)<br \/>\n&#8211; Yasuke, Daimos und Samurai [I] (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/07\/24\/yasuke-daimos-und-samurai-i\">24.07.2019<\/a>)<br \/>\n&#8211; Yasuke, Daimos und Samurai [II] (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/05\/03\/yasuke-daimos-und-samurai-ii\">03.05.2020<\/a>)<br \/>\n&#8211; Agrarisch und revolution\u00e4r (I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/02\/21\/agrarisch-und-revolutionaer-i\">21.02.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Trierer Apokalypse und der blassrose Satan (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/03\/17\/trierer-apokalypse-und-der-blassrosa-satan\">17.03.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Energie, Masse und Kraft (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/04\/04\/energie-masse-und-kraft\">04.04.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Agrarisch und revolution\u00e4r II (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/05\/15\/agrarisch-und-revolutionaer-ii\">15.05.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Gladius cum quo fuerunt decollati patroni nostri (Essener Domschatz I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/10\/28\/gladius-cum-quo-fuerunt-decollati-patroni-nostri-essener-domschatz-i\">28.10.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Magische koloniebildende Nesseltiere mit kappadokischem Arm und Hand (Essener Domschatz II) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/11\/14\/magische-koloniebildende-nesseltiere-mit-kappadokischem-arm-und-hand-essener-domschatz-ii\">14.11.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Ida, Otto, Mathilde und Theophanu, kreuzweise (Essener Domschatz III) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/11\/27\/ida-otto-mathilde-und-theophanu-kreuzweise\">27.11.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Hypapante, Pelikane und Siebenschl\u00e4fer (Essener Domschatz IV) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/12\/17\/hypapante-pelikane-und-siebenschlaefer-essener-domschatz-iv\">17.12.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Pantokrator in der Mandorla, Frauen, die ihm huldigen und die Villikation (Essener Domschatz V) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/12\/23\/pantokrator-in-der-mandorla-frauen-die-ihm-huldigen-und-die-villikation-essener-domschatz-v\">23.12.21<\/a>)<br \/>\n&#8211; Jenseits des Oxus (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/01\/09\/jenseits-des-oxus\">09.01.2022)<\/a><br \/>\n&#8211; Blut, N\u00e4gel und gek\u00fcsste Tafeln, schmuckschlie\u00dfend (Essener Domschatz VI) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/04\/18\/blut-naegel-und-gekuesste-tafeln-schmuckschliessend-essener-domschatz-vi-2\">18.04.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Missing Link oder: Franziska und kleine K\u00f6nige (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/05\/28\/missing-link-oder-franziska-und-kleine-koenige\">28.05.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Die Riesen von Gobero (Die Kinder des Prometheus Teil I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/07\/18\/die-riesen-von-gobero-die-kinder-des-prometheus-teil-i\">18.07.2022)<\/a><br \/>\n&#8211; Die Liebhaber von Sumpa, Ackerg\u00e4ule und Verh\u00fcttung (Die Kinder des Prometheus Teil II) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/07\/25\/die-liebhaber-von-sumpa-ackergaeule-und-verhuettung-die-kinder-des-prometheus-teil-ii\">25.07.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Mongolen, Ming und Moguln (Die Kinder des Prometheus Teil III) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/03\/09\/mongolen-ming-und-moguln-die-kinder-des-prometheus-teil-iii\">09.03.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Abstrahierte \u00f6konomische Universale, revisited (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/05\/08\/abstrahierte-oekonomische-universale-revisited\">08.05.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Unter Drahtziehern (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/06\/29\/unter-drahtziehern\">29.06.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/02\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-i\">02.01.2026<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I, Addendum (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/16\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-1-addendum\">16.01.2026<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika II (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/18\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-ii\">18.01.2026<\/a>)<br \/>\n<\/sup><\/p>\n<p><sup>Zum Thema Sklavenhaltergesellschaft:<br \/>\nDoppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil I]) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/11\/05\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-1\">05.11.2020<\/a>)<\/sup><br \/>\n<sup>Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil II]) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/12\/27\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-2\">27.12.2020<\/a>)<\/sup><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48244?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48244?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_48244 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_48244')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_48244').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Der Kristall l\u00e4sst sich \u00f6ffnen, dieser Mechanismus und der Rahmen stammen aus der Gotik. 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