{"id":482,"date":"2008-04-27T13:05:23","date_gmt":"2008-04-27T12:05:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/04\/27\/mehr-machtige-spionage-werkzeuge-bitte\/"},"modified":"2008-04-27T15:16:53","modified_gmt":"2008-04-27T14:16:53","slug":"mehr-machtige-spionage-werkzeuge-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/04\/27\/mehr-machtige-spionage-werkzeuge-bitte","title":{"rendered":"Mehr m\u00e4chtige Spionage-Werkzeuge, bitte!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/04\/25\/bundestrojaner-beim-afghanen\/\">Vorgestern<\/a> hatte ich mich schon \u00fcber die faktenarmen Textbausteine echauffiert, die jetzt wieder zum Thema &#8222;Bundestrojaner&#8220; im Umlauf sind. &#8222;Der Angriff mittels eines sogenannten [sic] Trojaners&#8220;, schreibt SPIEGEL Print. Nein. Erstens hei\u00dft das Ding &#8222;Trojanisches Pferd&#8220;. Die Trojaner waren das Opfer, nicht die T\u00e4ter. Und zweitens ist es nicht legitim, jedwede Art von Spionagesoftware jetzt als &#8222;Trojaner&#8220; zu bezeichnen. Es hat sich bisher auch niemand erk\u00fchnt zu behaupten, die Implementierung der \u00dcberwachungs-Software sei <em>online<\/em> geschehen. <\/p>\n<p>&#8222;Sie schleusen heimlich einen Trojaner in das Computernetzwerk des Ministeriums f\u00fcr Handel und Industrie, eine Sp\u00e4hsoftware, die sich auf den fremden Rechnern einnistet und in aller Stille hilft, den Inhalt der Festplatten nach Deutschland zu schicken. Heimlich schleusen &#8211; geht es etwas genauer? Ist das afghanische Netz so unzureichend gesichert, haben es die Deutschen vielleicht selbst aufgebaut, Datenlecks per default inbegriffen? Ich gehe davon aus, dass die Schlapph\u00fcte Keylogger und das \u00fcbliche Zeugs direkt und &#8222;h\u00e4ndisch&#8220; installiert haben &#8211; oder denen gleich die ab Werk verwanzten Rechner direkt vor die Nase gestellt haben. Windows, I presume. <\/p>\n<p>Auch im Kongo haben die Geheimdienstler im letzten Jahr Rechner verwanzt, berichtet SPIEGEL Print (28.04.2008, S. 24). &#8222;Der Einsatz flog auf, weil einer der BND-M\u00e4nner das m\u00e4chtige Spionage-Werkzeug zweckentfremdete, um romantische Postg seiner Partnerin an einen Bundeswehrangeh\u00f6rigen abzufangen.&#8220; Bruhahaha. <\/p>\n<p>Die Leitung am Hindukusch muss \u00fcbrigens recht dick sein, wenn man ganze Festplatten (ab 40 Gigabyte aufw\u00e4rts) verschicken kann, ohne dass die Kisten abrauchen oder alles nur noch in Zeitlupe geschieht. Die &#8222;Unterlagen zu diesem Fall wurden offenbar weitgehend vernichtet&#8220;. Sehr sch\u00f6n. Also bleibt viel Platz f\u00fcr wildes Herumspekulieren.<\/p>\n<p>&#8222;Der Trojaner meldet nach Pullach, dass Farhang eine E-Mail-Adresse des amerikanischen Internet-Anbieters Yahoo nutzt, und das Passwort liefert er gleich mit.&#8220; \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Ein afghanischer Minister nutzt keine eigenen Server, sondern ein Postfach bei Yahoo. Kann man so bl\u00f6d sein? Ja, kann man. <a href=\"http:\/\/www.pcwelt.de\/start\/dsl_voip\/archiv\/51782\/amnesty_wirft_microsoft_google_und_yahoo_verstoss_gegen_menschenrechte_vor\/index.html\">By the way:<\/a>: &#8222;Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den US-Unternehmen Microsoft, Google und Yahoo vorgeworfen, bei der Zensur des Internets durch China mitzuwirken.&#8220; <a href=\"http:\/\/www.afghanmania.com\/en\/cms\/cat\/Politics\/Who_is_Who\/Mohammad_Amin_Farhang.html\">Farhang<\/a>und seine ganze Beh\u00f6rde haben offenbar vom Internet so viel Ahnung wie <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=233\">Michael Konken<\/a> vom Bloggen. Und alle schreiben Postkarten. Das ist mittlerweile irgendwie ein Running Gag. Traurig, aber wahr. <\/p>\n<p>Ich g\u00f6nne ihnen die &#8222;Trojaner&#8220;. Mehr davon, bitte! Gegen die schier unfassbare Naivit\u00e4t, Belehrungsresistenz und Ignoranz der meisten Menschen, die Sicherheit der Daten und der elektronischen Kommunikation betreffend, kann man offenbar erst dann ver\u00e4ndern, wenn man ihnen demonstriert, welche Folgen das hat. Ich wette, dass Farhang noch immer Postkarten schreibt, und die betroffene Journalistin auch.<\/p>\n<p><em>Nachtrag<\/em>. Die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E3497955C28584473BCC97C9BDBA520C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a> schreibt: &#8222;So sei nicht das pers\u00f6nliche E-Mail-Konto des Ministers, sondern seine Dienst-Mail-Adresse betroffen gewesen, sagte ein BND-Sprecher. Im &#8218;Spiegel&#8216;-Bericht sei von einer pers\u00f6nlichen Yahoo-Mail-Adresse des Ministers die Rede. Nach Angaben des BND wird jedoch der gesamt E-Mail-Verkehr des Ministeriums \u00fcber den amerikanischen Provider Yahoo abgewickelt.&#8220; Das ist ja noch schlimmer&#8230;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/482?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/482?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_482 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_482')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_482').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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