{"id":43027,"date":"2020-12-27T20:54:53","date_gmt":"2020-12-27T19:54:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=43027"},"modified":"2021-01-03T23:19:35","modified_gmt":"2021-01-03T22:19:35","slug":"doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/12\/27\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-2","title":{"rendered":"Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil 2]"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/09\/030920_1.jpg\" alt=\"prinzipat\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" align=\"right\" width=\"240\"\/><\/p>\n<p>[Fortsetzung der <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/11\/05\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-1\">Rezension<\/a> des Buchs von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armin_Eich\">Armin Eich<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3406720226\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3406720226&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=f351b0e2f454e0850018d012a4345399\" rel=\"noopener noreferrer\">Die r\u00f6mische Kaiserzeit: Die Legionen und das Imperium<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3406720226\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>.]<\/p>\n<p>Ich muss die althistorisch interessieren Leserinnen und die der Antike aus marxistischer Sicht kundigen Leser um Nachsicht und Geduld bitten: Je mehr ich zum Thema recherchiere, um so komplizierter wird es. Das Folgende ist also eher ein Exzerpt mit Notizen und <i>work in progress<\/i>.<\/p>\n<p><b>Zum Erinnern: Die Eigent\u00fcmer der villae waren die dominante soziale Klasse des Imperiums. (&#8230;) Die Gesamtzahl (&#8230;) ist auf etwa 200.000 bis 250.000 Personen gesch\u00e4tzt worden. Diese lokale Grundbesitzeraristokratie profitierte von der Schaffung des imperialen Friedensraumes, der einen weitgehend ungest\u00f6rten Handelsverkehr zwischen weit auseinanderliegenden Regionen erm\u00f6glichte.<\/b><\/p>\n<p>Die Zeitspanne, die Armin Eich behandelt, umfasst mehr als 250 Jahre, von der Machtergreifung des Imperators Augustus bis zum letzten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soldatenkaiser\">Soldatenkaiser<\/a> Marcus Aurelius Carus, kurz vor der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diokletian\">Diocletianischen \u00c4ra<\/a>.<\/p>\n<p>Will man langfristige Tendenzen analysieren, steht man vor dem Problem, dass es nat\u00fcrlich niemals einen &#8222;Masterplan&#8220; der jeweiligen Vertreters der herrschenden Klasse gab, was zu geschehen h\u00e4tte. Man kann ebensowenig behaupten, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Bismarck\">Bismarck<\/a> h\u00e4tte vorhersehen oder gar planen k\u00f6nnen, wie der Kapitalismus ein Jahrhundert nach seinem Tod aussehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zwei Dinge kann man aber unstrittig feststellen:<\/p>\n<p>&#8211; Die Produktionsverh\u00e4ltnisse blieben unver\u00e4ndert; genauso funktionierte die Verwaltung inklusive der Steuern ungeachtet dessen, ob gerade eine Marionette des Senats Kaiser war wie der 13-j\u00e4hrige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Severus_Alexander\">Severus Alexander<\/a>, oder ob die Kaiser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vierkaiserjahr\">so schnell wechselten<\/a>, dass in den entfernten Provinzen des Kaiser niemand wer wusste, wer in Rom das Sagen hatte, oder ob der Kaisertitel an den Meistbietenden verh\u00f6kert wurde &#8211; wie an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Didius_Julianus\">Didius Julianus<\/a>.<\/p>\n<p>&#8211; Die soziologische Zusammensetzung der herrschenden Klasse \u00e4nderte sich: Waren in Zeiten der Republik und noch in der \u00c4ra des Augustus die Senatoren, also die Gro\u00dfgrundbesitzer, die auch politisch bestimmenden Funktionstr\u00e4ger, wurden die Klassenschranken zunehmend l\u00f6chrig: nicht nur die Ritter konnten h\u00f6chste \u00c4mter &#8211; wie etwa Pr\u00e4fekt einer reichen Provinz &#8211; erreichen, sondern auch Empork\u00f6mmlinge und sogar freigelassene Sklaven.<\/p>\n<p><i>&#8230;banden die Imperatoren die Sklaven und Freigelassenen ihres privaten Haushalts gro\u00dfz\u00fcgig in Regierungsaufgaben ein. Sehr fr\u00fch wird das bei den Rechnungsleitern des kaiserlichen Haushaltes, den a <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/A_rationibus\">rationibus<\/a>, deutlich. Die \u00f6ffentlichen Kassen, von dem zentralen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerarium\">aerarium<\/a> in Rom bis zu den Provinzialfisci, hatte Augustus unter der Leitung senatorischer oder ritterlicher Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger belassen. Doch das System dieser \u00f6ffentlichen Kassen hatte stets darunter gelitten, dass es keine Gesamtbilanz und keine zentrale Buchhaltungsstelle gab. Die Gesamtberechnung des staatlichen Haushalts konnte Augustus daher leicht an sich ziehen und \u00fcbertrug sie den spezialisierten Freigelassenen und Sklaven seines eigenen Haushalts. Dies war die Keimzelle eines eigenst\u00e4ndigen Finanzressorts.<\/i><\/p>\n<p>Die Kaiser bauten ihre Macht und die ihres eigenen Apparats politisch und \u00f6konomisch immer weiter aus &#8211; mit Hilfe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sklaverei_im_R%C3%B6mischen_Reich#Entwicklung_der_Sklaverei\">der eigenen Klientel<\/a>, strukturell vergleichbar etwa mit den feudalen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ministeriale\">Ministerialen<\/a>. Kaiser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aurelian\">Aurelian <\/a>setzte durch, dass nur der Imperator M\u00fcnzen pr\u00e4gen durfte (mit wenigen Ausnahmen). Ein im Ansatz &#8222;modernes&#8220; Steuersystem bekam das R\u00f6mische Reich aber erst unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Capitatio-Iugatio\">Diocletian<\/a> &#8211; mit der Capitatio-Iugatio im Jahr 287 n. Chr..<\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#DCDCDC\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<b>Exkurs<\/b>:<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Von Geoffrey Ernest Maurice de Ste. Croix hatte ich bis jetzt noch nie etwas geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sein Standardwerk der marxistischer Geschichtswissenschaft <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/071561701X\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=071561701X&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=bb362d3e62fab315404a3ec7ac54f74e\" rel=\"noopener\">Class Struggle in the Ancient Greek World<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=071561701X\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/> &#8211; &#8222;From the Archaic Age to the Arab Conquests&#8220; erschien 1981. <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/12\/231220_2.jpg\" alt=\"class struggle\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" align=\"right\" width=\"240\"\/><\/p>\n<p>Das Buch wurde bis jetzt nicht in Deutsche \u00fcbersetzt. Das ist vermutlich kein Zufall: St. Croix&#8216; Interpretation der Geschichte entspricht nicht der offiziellen Parteidoktrin im Ostblock, und hierzulande ignoriert man grunds\u00e4tzlich alles, was auch nur nach Marx riecht. Im Vergleich etwa zu Frankreich oder Gro\u00dfbritannien  geht Deutschland damit einen l\u00e4cherlichen Sonderweg, der nur beweist, dass hierzulande die Wissenschaft eben nicht &#8222;frei&#8220; ist, obwohl nicht direkt zensiert wird. Der gew\u00fcnschte Mainstream setzt sich automatisch durch.<\/p>\n<p>Wer an einer deutschen Universit\u00e4t marxistisch argumentiert, darf sicher sein, keinen Job zu bekommen &#8211; und schon gar keine Professur. Das steht nirgendwo so geschrieben, ist aber dennoch wahr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geschichte.uni-wuppertal.de\/fileadmin\/geschichte\/Sammlungen\/Eich\/Publikationen-1.pdf\">Armin Eich<\/a> etwa hat sicher seinen Marx gelesen &#8211; das merkt man an manchen Stellen, auch am Titel seiner leider nicht erh\u00e4ltlichen Monografie &#8222;Die politische \u00d6konomie des antiken Griechenland&#8220;, h\u00fctet sich aber, Einschl\u00e4giges zu zitieren. Sein Buch ist dennoch hervorragend und w\u00e4re von Marx sicher \u00fcber alle Ma\u00dfen gelobt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"left\">\n<p>Die r\u00f6mischen B\u00fcrger hatten immer steuerliche und strafrechtliche Vorteile genossen. Das \u00e4nderte sich, nachdem der Imperator <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Caracalla\">Caracalla<\/a> 212 n. Chr. fast der gesamten Bev\u00f6lkerung des Reiches das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht verlieh. Danach bedeutete dieser Status immer weniger. <i>Stattdessen trat die im Strafrecht verankerte Unterscheidung zwischen &#8222;ehrenwerten&#8220; (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Honestiores\">honestiores<\/a>) und &#8222;geringeren&#8220; (humiliores) B\u00fcrgern st\u00e4rker in den Vordergrund. (&#8230;) Ein humilior war nicht einmal vor dem Verlust der Freiz\u00fcgigkeit gesch\u00fc+tzt und konnte beispielsweise gezwungen werden, nach Abschluss eines Pachtvertrages, lebenslang in dem betreffenden Pachtverh\u00e4ltnis zubleiben und seine Pachtstelle nicht zu verlassen.<\/i><\/p>\n<p>Paradoxerweise f\u00fchrte die Verleihung des B\u00fcrgerrechts an mehrere Millionen Menschen dazu, dass die weniger Verm\u00f6genden und Armen immer \u00e4rmer wurden und immer weniger Rechte besa\u00dfen. Der schon zu Zeiten der Republik tobende Klassenkampf zwischen Gro\u00dfgrundbesitzern und kleinen Bauern versch\u00e4rfte sich noch, weil immer mehr kleinere Landwirte sich verschuldeten oder sogar ihr Land verlassen mussten und sich unter die Herrschaft eines Gro\u00dfgrundbesitzers begeben mussten (vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolonat_(Recht)\">Kolonat<\/a>.) Das ist immer und \u00fcberall so, sogar im Kapitalismus: Je mehr in Landwirtschaft investiert werden muss, um einen ausreichenden Ertrag zu erzielen, der das Subsistenzminimum \u00fcberschreitet, also auf dem Markt, um so mehr d\u00fcnnt sich die untere Schicht aus, um so mehr konzentriert sich der Profit bei den Besitzern der gro\u00dfen G\u00fcter.<\/p>\n<p>Ich schrieb <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/11\/02\/spartacus-revisited\">2016<\/a>: &#8222;Die &#8222;Produktivk\u00e4fte&#8220; bedeuten am Ende der Republik: Die Bauern wurden ruiniert zugunsten der Gro\u00dfgrundbesitzer mit deren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Latifundium\">Latifundien<\/a>. Die Produktion f\u00fcr den immer gr\u00f6\u00dfer werdenden st\u00e4dtischen Markt verlangte nach &#8222;industrieller&#8220; Massenproduktion. Daf\u00fcr setzte man immer mehr und \u00f6fter Sklaven ein; gleichzeitig wanderten ruinierte Bauern und Landlose in die St\u00e4dte ab.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/medium.com\/@voshart\/photoreal-roman-emperor-project-236be7f06c8f\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/10\/161020_3kl.jpg\" alt=\"r\u00f6mische Kaiser\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Credits: Daniel Voshart\/medium.com (<a href=\"https:\/\/medium.com\/@voshart\/photoreal-roman-emperor-project-236be7f06c8f\">Photoreal Roman Emperor Project<\/a>)<\/sup><\/p>\n<p>Der Klassenkampf der Sklaven war zwar immer pr\u00e4sent, aber seit Spartacus im 1. Jh. vor Chr. erreichte er nie Ausma\u00dfe, die die herrschende Klasse gef\u00e4hrdeten. Es gab aber andere, wegen der desolaten Quellenlage weitgehend unerforschte Aufst\u00e4nde vor allem von landlosen Bauern, aber auch entflohenen Sklaven, die immer wieder ein geballtes milit\u00e4risches Eingreifen nach sich zogen. Im 3. Jahrhundert zog der &#8222;R\u00e4uberhauptmann&#8220; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bulla_(Felix)\">Felix Bulla<\/a> durch Italien, zu dessen Gefolgschaft auch ehemalige Sklaven geh\u00f6rten. Viel bedrohlicher waren zur gleichen Zeit und bis in die Zeit des Konstantin die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bagauden\">Bagaudae<\/a>, bewaffnete Bauern und Hirten (&#8222;peasant insurgents&#8220; laut Wikipedia) in Gallien und Hispanien.<\/p>\n<table body=\"\" bgcolor=\"#DCDCDC\" text=\"#FFFFFF\" link=\"#FF9966\" vlink=\"#FF9966\" alink=\"#FFFFFF\" border=\"0\" width=\"480\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nebenaspekt: Im 3. Jahrhundert wurde das Christentum eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sp%C3%A4tantike#Konstantin_der_Gro%C3%9Fe_und_der_Durchbruch_des_Christentums\">staatlich gef\u00f6rderte Religion<\/a>.<\/p>\n<p>Achim Eich dazu: &#8222;Christen sollten, nach den Vorstellungen des Paulus, so in der Welt leben, &#8222;als ob sie nicht in ihr lebten&#8220;*, d.h. die Institutionen des Staates und seiner Untergliederungen sollten gegen\u00fcber den neuen, &#8222;kirchlichen&#8220; keine ernsthafte Bedeutung haben. Demgegen\u00fcber hat die bekannte Formel des <a href=\"https:\/\/www.die-bibel.de\/bibeln\/online-bibeln\/lesen\/LU17\/ROM.13\/R%C3%B6mer-13\">R\u00f6merbriefs<\/a>, dass jede Obrigkeit von Gott eingesetzt sei, lediglich pazifizierenden Charakter: Sie entspricht der allgemeinen Tendenz der fr\u00fchen Kirchenlehrer, sozialrevolution\u00e4ren Bestrebungen innerhalb der jungen Bewegung durch Ermahnungen vorzubeugen.&#8220;<\/p>\n<p>Das Christentum \u00e4nderte also nichts an den Produktionsverh\u00e4ltnissen oder minderte auch nicht die Zahl der Kriege. Der Monotheismus der christlichen Art blieb (trotz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julian_(Kaiser)\">Julian<\/a>) diejenige Religion, die der herrschenden Klasse am meisten n\u00fctzte, sowohl in der so genannten &#8222;Sp\u00e4tantike&#8220; und besonders im Feudalismus. Ein Aspekt ist sicher, dass die potenziell sozialrevolution\u00e4re Sehnsucht nach &#8222;Erl\u00f6sung&#8220; sozusagen &#8222;verstaatlicht&#8220; und somit vorab unsch\u00e4dlich gemacht wurde.**<\/p>\n<p>Eich dazu: &#8222;Die von Decius, Valerian und sp\u00e4ter Diocletian (284-305 n. Chr.) angestrebte religi\u00f6se Gleichschaltung der Reichsbev\u00f6lkerung wurde mit nachhaltiger Konsequenz erst von den Nachfolgern Konstantins vorangetrieben, paradoxerweise doch unter christlichen Vorzeichen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"left\">Ich schrieb im ersten Teil \u00fcber die &#8222;klassische imperialistische Eroberungsstrategie und anschlie\u00dfend die fiskalische Erschlie\u00dfung der neuen Territorien&#8220;: &#8222;Die R\u00f6mer wollten also auch ihre Produktionsordnung per Gewalt exportieren.&#8220; Diese Strategie, von der die Besitzer der <i>villae<\/i> profitierten &#8211; solange keine Niederlagen drohten &#8211; konnte im 3. Jahrhundert, w\u00e4hrend der so genannten &#8222;Reichskrise&#8220;, nicht mehr effektiv verfolgt werden. Ein Grund ist sehr einfach: Die &#8222;Barbaren&#8220; hatten die r\u00f6mische Milit\u00e4rtechnik adaptiert, die Parther und sp\u00e4ter die Sassaniden waren der r\u00f6mischen Infantrie mit den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kataphrakt\">Kataphrakten<\/a>  &#8211; der Vorform mittelalterlicher <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panzerreiter\">Panzerreiter<\/a> &#8211; sogar \u00fcberlegen gewesen, so dass die R\u00f6mer ihrerseits die Form der Kriegsf\u00fchrung \u00fcbernahmen. Auch wurden die Legionen, vor allem seit dem 4. Jahrhundert, st\u00e4ndig verkleinert, von gut 5.000 Mann bis zu nur noch 1.000. Das machte nat\u00fcrlich Sinn, falls wieder mal eine Heeresabteilung auf die Idee gekommen w\u00e4re, ihren Kommandeur zum Gegenkaiser auszurufen. Um 214 v. Chr. gab es keine Provinz mehr, in der mehr als zwei Legionen stationiert waren.<\/p>\n<p>Ich kann und will mich nicht mit der Frage befassen, warum das R\u00f6mische Reich untergegangen ist. Vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig: Viel interessanter ist, dass die Arbeit unfreier Bauern bzw. Kolonen effektiver war als die von Sklaven auf Latifundien. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dreifelderwirtschaft\">Dreifelderwirtschaft<\/a> zum Beispiel, die sich erst im 12. Jahrhundert durchsetzte, war effektiver als die r\u00f6mische Landwirtschaft. Die R\u00f6mer haben auch das <a hrer=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschirr_(Zugtier)#Kumt\">Kummet<\/a> nicht erfunden und spannten Ochsen statt Pferde vor den Pflug, was weniger effektiv war. Die Sklavenhaltergesellschaft war kein Erfolgsmodell mehr, vielleicht auch, weil mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamische_Expansion\">Zusammenbruch der \u00fcberregionalen M\u00e4rkte<\/a> des Mittelmeerraums und der St\u00e4dte die vorindustrielle Massenproduktion nicht mehr gefordert war.<\/p>\n<p>___________________________________<br \/>\n* Ein Ph\u00e4nomen, das auch vom aktuellen Islam in kapitalistischen L\u00e4ndern zu beobachten ist.<br \/>\n** Da der Islam keine Kirche kennt, konnten  sich in der Geschichte oft Klassenk\u00e4mpfe und Rebellionen der buntscheckigsten Art mit dem Islam leichter kost\u00fcmieren, zum Beispiel beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mahdi-Aufstand\">Mahdi-Aufstand<\/a> im heutigen Sudan.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43027?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43027?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_43027 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_43027')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_43027').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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