{"id":40949,"date":"2020-07-08T16:39:23","date_gmt":"2020-07-08T14:39:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=40949"},"modified":"2020-07-08T18:59:28","modified_gmt":"2020-07-08T16:59:28","slug":"arequipa-oder-are-quepay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/07\/08\/arequipa-oder-are-quepay","title":{"rendered":"Arequipa oder: are quepay!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_1kl.jpg\" alt=\"arequipa\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_5gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_5kl.jpg\" alt=\"arequipa\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"240\" height=\"360\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_6gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_6kl.jpg\" alt=\"arequipa\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"240\" height=\"360\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_7gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/07\/080720_7kl.jpg\" alt=\"arequipa\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arequipa\">Arequipa<\/a> (Peru), die &#8222;wei\u00dfe Stadt&#8220;, das Zentrum des S\u00fcdens &#8211; die Altstadt ist Weltkulturerbe.<\/p>\n<p>Wenn man das obere Foto genau betrachtet und es mit <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@-16.3980601,-71.5373747,3a,75y,90h,90t\/data=!3m6!1e1!3m4!1spycJv5BUOFZON6hPgN8_aQ!2e0!7i13312!8i6656?hl=de\">der Perspektive von heute<\/a> vergleicht, erkennt man, dass der Riss im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kathedrale_von_Arequipa\">Bogen<\/a>, der vermutlich von einem der zahlreichen Erdbeben in der Region stammt, ausgebessert zu sein scheint. Damals habe ich mich kaum getraut, darunter herzulaufen. Von wo aus ich damals den <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@-16.3983082,-71.5371541,2a,75y,180h,90t\/data=!3m6!1e1!3m4!1sJXiTbcdb9DEvozw7Uty16w!2e0!7i13312!8i6656?hl=de\">Plaza Mayor<\/a> fotografiert habe, konnte ich nicht genau ermitteln; ich muss wohl irgendwo im 1. Stock der Bogeng\u00e4nge gestanden haben.<\/p>\n<p>Aus meinem Reisetagebuch, auch \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/09\/22\/monasterio-de-santa-catalina-de-siena\">Monasterio de Santa Catalina<\/a>, M\u00e4rz 1984:<br \/>\nIn Arequipa waren wir sieben N\u00e4chte, vor allem wegen B.s Durchfall, der jetzt [21.3.] endg\u00fcltig vorbei ist. In Arequipa f\u00e4llt mir zuerst das <a href=\"http:\/\/santacatalina.org.pe\/\">Frauenkloster<\/a> ein. Der Konvent war auch das einzige, was wir au\u00dfer einem kurzen Blick in die Kathedrale, wirklich besichtigt haben. Das Kloster ist wie eine Miniaturstadt mit offenbar streng geregelten M\u00f6glichkeiten, mit der Au\u00dfenwelt Kontakt aufzunehmen. Doppelt holzvergitterte Fenster sind die einzige Sprechm\u00f6glichkeit mit Besuchern. Der Gang innen nach oben ist mit durchsichtigen Steinen versehen, da dass Tageslicht hereinkommen kann.<\/p>\n<p>Die ganze &#8222;Stadt&#8220; mit kleinen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen gliedert sich in zwei Abteilungen, die f\u00fcr die jungen Nonnen, in der das meiste gemeinsam gehalten ist (Schlafsaal, K\u00fcche) und eine f\u00fcr die sozialen Aufsteigerinnen mit eigenem Zimmer und einem f\u00fcr Bedienstete. [Im Kloster lebten rund 400 Nonnen. Es wurde erst 1970 zum ersten Mal der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht.]<\/p>\n<p>Originell sind die riesigen, auf die H\u00e4lfte verkleinerten Weinkr\u00fcge (?! zum Waschen. Au\u00dferdem gibt es in einem Caf\u00e9 des Klosters leckeren Kuchen, untermalt mit den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandenburgische_Konzerte\">Brandenburgischen Konzerten<\/a> &#8211; das ist nat\u00fcrlich eine Konzession an die Touristen.<\/p>\n<p>Wenn man sich vorstellt, dass das Kloster die einzige Gelegenheit f\u00fcr Frauen war, aus der Gesellschaft &#8222;auszubrechen&#8220;, hat es eine \u00e4hnliche Funktion wie ein heutiges Frauenhaus. [Dem Vergleich w\u00fcrde ich heute nicht mehr ziehen.] Daf\u00fcr spricht auch die Marienverehrung, demgegen\u00fcber Jesus ziemlich schlecht abschneidet.<\/p>\n<p>Das <i>Hotel Tradition<\/i>, in dem wir waren [<a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@-16.4020777,-71.5398915,3a,75y,180h,84.36t\/data=!3m6!1e1!3m4!1sCgcCF9aYJl3NcqD8m5CbMA!2e0!7i13312!8i6656?hl=de\">Calle Sucre<\/a>, das scheint nicht mehr zu existieren, vgl. Foto unten der Hof, oben meine damalige Freundin], war aber auch n\u00f6tig. Hei\u00dfes Wasser und ein sauberes Klo! Wenn wir gewusst h\u00e4tten, was uns danach erwartete [ich hatte das in <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/04\/10\/valle-de-colca\">Chivay<\/a> im Valle de Colca geschrieben, ca. eine Woche nach dem Aufenthalt in Arequipa], h\u00e4tten wir das noch mehr zu sch\u00e4tzen gewusst.<\/p>\n<p>Fast jeden Tag gehen wir in den einzigen Gringo- und Bonzentreff, den &#8222;Grill&#8220; einer alten Schweizerin [am Hauptplatz], die ziemlich rassistisch denkt. Die &#8222;kleinen Dunklen&#8220;, die alles &#8222;nebeneinander&#8220; machten, mag sie gar nicht. Es gibt Apfelstrudel, silbernes Besteck und Porzellangeschirr, aber daf\u00fcr rei\u00dft sie einem auch alles wieder aus der Hand, kaum dass man fertig ist. Das Lokal besteht fast nur aus Einrichtungsgegenst\u00e4nden, die wohl noch aus den 40-er Jahren stammen: Ein Plakat der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olympische_Winterspiele_1948\">V. Olympischen Winterspiele<\/a>, ein von einer kleinen antiken Wandleuchte bestrahlter Alphornbl\u00e4ser und nat\u00fcrlich der Schweizer Fahne. <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/deutsch-spanisch\/fliegender+H%C3%A4ndler\">Ambulantes<\/a> und Bettler werden nicht hineingelassen.<\/p>\n<p>Das Wichtigste in Arequipa war der <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2016\/01\/01\/mehr-laecheln\">Markt<\/a> mit einer der gr\u00f6\u00dften Markthallen, die ich je gesehen habe. Wir probieren jeden Tag <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/11\/03\/jugo-especial\">jugos<\/a>, unter anderem von <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/deutsch-spanisch\/Apfel\">manzanas<\/a>, der aber nat\u00fcrlich wie s\u00fc\u00dfes fl\u00fcssiges Apfelmus schmeckt. Au\u00dferdem trinken wir literweise <a href=\"https:\/\/blog.viventura.de\/medizin-oder-droge-5-dinge-die-sie-ueber-die-koka-pflanze-wissen-sollten\">Coca-Tee<\/a>, der aber so \u00e4hnlich wie jeder andere Tee wirkt und schmeckt.<\/p>\n<p>In Arequipa fallen mir die vielen Bettler auf, viel mehr als in Lima. Der \u00dcbergang zum fliegenden H\u00e4ndler ist flie\u00dfend. So etwa wie die Losverk\u00e4ufer, die im Rollstuhl sitzen oder mit epileptischen Zuckungen noch etwas verkaufen wollen.<\/p>\n<p>Das bemerkenswerteste Erlebnis, bei dem ich noch m\u00e4chtig stolz auf mich war, war der gegl\u00fcckte und doch nicht gegl\u00fcckte Taschendiebstahl. Im totalen Gedr\u00e4nge wurde B. von zwei Kerlen zusammengequetscht und bemerkte pl\u00f6tzlich, dass ihr Portemonnaie in der Beintasche [der Cargo-Hose] fehlte. Zum Gl\u00fcck war es nur unser &#8222;Diebesgeld&#8220;* und nur ein paar Dollar darin. Wir merkten aber, wer es gewesen war, weil der Typ abflitze &#8211; und ab in die Markthalle.<\/p>\n<p>Ich rannte hinterher. Am Eingang riefen schon die Marktfrauen <i>arriba!<\/i> [Er ist oben!] Ich nahm die Empore von der anderen Seite, sah auch den Kerl, der, als er mich erblickte, die Treppe wieder hinunterst\u00fcrzte. Ich hinterher, quer durch das Gem\u00fcse, bis ich ihn schnappte. Zuf\u00e4llig stand ein Polizist daneben, der aber nur mit seiner Pfeife trillerte, mir aber ansonsten das Feld \u00fcberlie\u00df und nichts tat.<\/p>\n<p>Nachdem ich auf&#8217;s Geratewohl behauptet hatte, in dem Portemonnaie seien 5.000 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peruanischer_Sol#Geschichte\">Soles<\/a> gewesen [damals weniger als ein Dollar] und eine drohende Haltung einnahm, r\u00fcckte der Kerl 5.000 Soles heraus &#8211; das waren aber nicht die unseren. [Der andere Dieb hatte Geld und Portemonnaie; dieser hatte mich nur ablenken wollen, indem er wegrannte.] So retteten wir immerhin plus minus Null, obwohl ich gern das Gesicht des Typen gesehen h\u00e4tte, wenn der sp\u00e4ter versuchte, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italienische_Lira\">Lira<\/a> in einer Bank einzuwechseln. Das Portemonnaie haben sie vielleicht auch zu verkaufen versucht.<\/p>\n<p>Auffallend am Markt ist der starke &#8222;indianische&#8220; Einschlag, mehr auf den Stra\u00dfen rund um den Markt. Jede &#8222;Berufsgruppe&#8220; hockt zusammen, Fleisch, Fisch, Gem\u00fcse, Obst, Coca, Kr\u00e4uter, N\u00e4hmaschinen, die wie in einer fr\u00fchkapitalistischen Manufaktur gemeinsam rattern, Eisen, Krimskram, Plastik, b\u00e4uerlicher Bedarf, Schuhe.<\/p>\n<p>In Arequipa ist sonst nicht viel los [1984!]. Wir gehen um neun ins Bett. Morgens k\u00f6nnen wir den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Misti\">Misti<\/a> sehen und noch eine schneebedeckte Bergkette. Bei sch\u00f6nem Wetter &#8211; es soll nur f\u00fcnf Regentage im Jahr geben, die wir fast alle erwischt haben &#8211; muss die Aussicht toll sein.<\/p>\n<p>In den Zeitungen steht viel \u00fcber den Generalstreik am 23. M\u00e4rz. Vom Hotel aus sehen wir sogar keine kleine M\u00e4nner-Demo, die, die Reihen fest geschlossen, zum <a href=\"https:\/\/www.linguee.de\/spanisch-deutsch\/uebersetzung\/paro+nacional.html\">paro nacional<\/a> aufruft. Der soll aber laut Auskunft des Touristenb\u00fcros nur 24 Stunden dauern. (&#8230;)<\/p>\n<p>Am Sonntag &#8211; der Hotelse\u00f1or leiht uns noch seinen Wecker &#8211; marschieren wir zur <a href=\"https:\/\/www.datosperu.org\/empresa-emp-de-transp-jacantaya-sa-20100224101.php\">Jacantaya<\/a>-Busgesellschaft am <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9aqUQ7oGXKg\">Busbahnhof<\/a> und fahren nach <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2011\/04\/10\/valle-de-colca\">Cabanaconde<\/a>.<br \/>\n_____________________________<\/p>\n<p>*Ich hatte bei jeder Reise ein kleines Portemonnaie mit ein paar Dollar und gro\u00dfen, aber wertlosen italienischen Lira-Scheinen dabei. Falls ich \u00fcberfallen worden w\u00e4re, h\u00e4tte ich das herausger\u00fcckt. Alles andere Geld war im  Geldg\u00fcrtel &#8211; so etwa kannte kaum jemand in S\u00fcdamerika &#8211; oder woanders versteckt.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40949?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40949?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_40949 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_40949')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_40949').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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