{"id":40755,"date":"2020-06-25T19:39:35","date_gmt":"2020-06-25T17:39:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=40755"},"modified":"2021-01-27T13:12:52","modified_gmt":"2021-01-27T12:12:52","slug":"durch-die-salzwueste-reloaded","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/06\/25\/durch-die-salzwueste-reloaded","title":{"rendered":"Durch die Salzw\u00fcste, reloaded"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar1kl.jpg\" alt=\"salar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><i>Ich habe noch ein paar Fotos aus Bolivien gefunden und diese in pingeliger Fummelei digitalisiert und restauriert. Ich fasse jetzt meinen &#8222;Trip&#8220; von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oruro\">Oruro<\/a> \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/03\/25\/sabaya-oder-durch-die-wueste\">Huachacalla<\/a> nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chipaya\">Chipaya<\/a> in einem Posting zusammen. Diese &#8222;Expedition&#8220; dauerte mehr als eine Woche (April 1984) und war mit das interessanteste und anstrengendste Abenteuer, das ich in mehr als zwei Jahren in Lateinamerika erlebt habe &#8211; drei Tage mit dem LKW und anschlie\u00dfend 40 Kilometer zu Fu\u00df, mit Rucksack, und nach drei Tagen wieder zur\u00fcck. (Vgl. auch &#8222;In der Salzw\u00fcste &#8211; Un poco mas atletismo&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/04\/08\/in-der-salzwuste-un-poco-mas-atletismo\">08.04.2013<\/a>), &#8222;Uru &#8211; Chipaya&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2014\/07\/03\/uru-chipaya\">03.07.2015<\/a>) und &#8222;Huachacalla &#8211; Durch die W\u00fcste&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2018\/03\/25\/sabaya-oder-durch-die-wueste\">25.03.2018<\/a> &#8211; dort muss ich noch einige Ortsangaben korrigieren).<\/i><\/p>\n<p>Wir starteten von Oruro aus (auf dem oberen Bild bin ich mit Rucksack zu sehen) zum <a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/yacrc57n\">Puente Chusakeri<\/a> (Foto unten). Da standen damals nur einige H\u00e4user. Der Bus von Oruro hatte uns mitten in der Pampa abgesetzt, und wir mussten das Flussbett, wo der Truck angeblich losfuhr, selbst finden &#8211; man trottet in einem solchen Fall den anderen Reisenden hinterher.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar2kl.jpg\" alt=\"Puente Chusakeri\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p>Aus meinem Reisetagebuch, Ende April 1984:<br \/>\nDer LKW ist so voll, dass selbst die Leute bei unserem Einsteigen schon <i>no hay campo!<\/i> [es ist kein Platz mehr!] schrieen. Aber bei dem Ger\u00fcttele auf der Piste, die ihren Namen gar nicht verdiente, wurden alle Passagiere samt Gep\u00e4ck so durchgemischt, dass letztlich f\u00fcr alle ein Fu\u00dfbreit \u00fcbrig blieb.<\/p>\n<p>In der Abendd\u00e4mmerung d\u00fcsen wir los. Bei Flussdurchquerungen m\u00fcssen die M\u00e4nner aussteigen und den Weg f\u00fcr den LKW pr\u00e4parieren. (Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruta_12_(Bolivien)\">Ruta Nacional 12<\/a>, die man heute erkennen kann, existierte damals noch nicht.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar3kl.jpg\" alt=\"salar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p>Sp\u00e4t in der Nacht kommt ein riesiges Flussbett (der Fluss, vom dem man uns vorher erz\u00e4hlte, dass er einen Bulldozer, einen Jeep und diverse LKWs verschlungen habe). Dort m\u00fcssen alle zu Fu\u00df hindurchlaufen. Wir beide probieren zuerst, ohne die Schuhe auszuziehen, einen Weg zu finden. Das Flussbett ist aber so schlammig, dass man bis zu den Kn\u00f6cheln einsinkt &#8211; mitten in der Nacht ziemlich unheimlich. Die anderen <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/pasajeros\">pasajeros<\/a> kann man kaum erkennen. Am Ufer auf der gegen\u00fcberliegenden Seite z\u00fcnden sie mit B.s Feuerzeug das Pampagras an, damit der LKW wei\u00df, wo er hin muss.<\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/y9geol93\">Opoqueri<\/a> m\u00fcssen wir in dem \u00f6rtlichen Kramladen einen Platz zum Schlafen suchen. Die Nacht ist eiskalt und sternenklar. Am Morgen stehen alle zitternd herum und rufen [nach dem Fahrer]: <i>Vamos, maistro!<\/i>. Einige sammeln Brennmaterial und kochen Kaffee. Sogar ein St\u00fcck knochentrockenes <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/pan\">pan<\/a> f\u00e4llt f\u00fcr uns ab.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar6gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar6kl.jpg\" alt=\"salar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar4kl.jpg\" alt=\"salar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p>Ein kurzes St\u00fcck nach Opoqueri kommt ein <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/Cortes\">cortes<\/a> [vermutlich &#8222;Einschnitt&#8220;], wo schon ein LKW im Schlamm steckt. Als der raus ist, f\u00e4hrt unser hinein, und zwar so tief, dass das Hinterrad vollst\u00e4ndig verschwindet.<\/p>\n<p>Mit Holzlatten und Gasflaschen bauen sie eine Art Hebel, und Zentimeter f\u00fcr Zentimeter werden Sand, Steine und Zweige unter die R\u00e4der gestopft. [B\u00e4ume gibt es in der Salzw\u00fcste nicht.] Zum allgemeinen Erstaunen tritt meine Taschenmessers\u00e4ge in Aktion, um den durchfeuchteten Hebebaum zu k\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Die Kerle betrachten die Angelegenheit mehr rituell: Es wird endlos gelabert und die Sache unn\u00f6tig verkompliziert. Weil sie wohl Angst haben, dass es wieder schief geht, z\u00f6gern sie einen erneuten Startversuch unendlich hinaus. Aber irgendwann klappt es dann.<\/p>\n<p>Beim n\u00e4chsten Mal steht der LKW total im Wasser, die R\u00e4der sind fast nicht mehr zu sehen. Au\u00dferdem ist der Chauffeur so &#8222;geschickt&#8220; an den Rand gefahren, dass das Ger\u00e4t fast umkippt. Ich geleite die <i> se\u00f1oras<\/i> galant \u00fcber eine Planke auf&#8217;s Trockene, und alle lachen sich erst einmal kaputt.<\/p>\n<p>Irgendwann geht mir das Gelabere schrecklich auf die Nerven. Der Fahrer hat die unangenehme Angewohnheit, nach einen Loch, in dem der LKW droht steckenzubleiben, mit Karacho durch- und weiterzufahren, dass die abgestiegenen Passagiere endlos lange hinterherlaufen m\u00fcssen. Bei dem letzten <i>bajan los hombres!<\/i> [alle M\u00e4nner absteigen!] machen einige schon nicht mehr mit. Die auf dem LKW entwickeln einen komischen Humor, indem sie die, die hinterher laufen, lauthals verspotten: <i>un poco mas atletismo<\/i>! [Ein bisschen mehr Athletik!]<\/p>\n<p>Angesichts des Ziels <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/@-18.7691759,-68.2294213,29878m\/data=!3m1!1e3\">Huachacalla<\/a> sind alle etwas entspannter, da nichts mehr schief gehen kann. Die Diskussion um den Fahrpreis ist demokratisch: Der Fahrer entwickelt seine Thesen und die Fahrg\u00e4ste die ihren. Beide Theorien unterscheiden sich, aber man findet einen Kompromiss.<\/p>\n<p>In Huachacallo erwartet uns eine \u00dcberraschung: die angeblichen <i>padres<\/i> [von denen uns die anderen Passagiere erz\u00e4hlen, weil es keine Unterkunft in dem Ort gab] entpuppen sich als belgische Entwicklungshelfer mit zwei Kindern, die in einem netten H\u00e4uschen in einheimischen Stil leben und uns mit Spinat und selbst gebackenem Brot bewirten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/240620_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/240620_2kl.jpg\" alt=\"huachacalla\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Unsere &#8222;Herberge&#8220; in Huachacalla, bisher unver\u00f6ffentlicht. Ich kann leider nicht mehr sagen, ob das Foto nicht vielleicht seitenverkehrt ist.<\/sup><\/p>\n<p>Einen Tag entspannen wir uns, waschen und inspizieren den Ort, was allerdings nur eine Viertelstunde dauert. Das einzige gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ude ist die Kaserne, die wie aus einem Fremdenlegion\u00e4rsfilm entsprungen aussieht.<\/p>\n<p>Die Diskussion mit den beiden Entwicklungshelfern hinterl\u00e4sst bei mir einen seltsamen Nachgeschmack. Man hat sich wenig zu sagen. Der Abschied am n\u00e4chsten Morgen ist mehr oder weniger desinteressiert. Wir erfahren aber, dass die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urus\">Urus<\/a> und die Leute aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chipaya_(Sprache)\">Chipaya<\/a> dieselben sind.<\/p>\n<p>[Anmerkung: <i>Urus<\/i> gibt es heute weniger als 2.000 &#8211; die Bewohner der Inseln des Titicacasees und der umliegenden Region sind meistens <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Aymara_people)\">Aymara<\/a> und <i>nicht<\/i> die Ureinwohner. Die Sprache der Urus, von ihnen selbst <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Puquina_language\">Puquina<\/a> genannt, existiert fast nur noch nur noch in Chipaya. Deshalb ist der Ort au\u00dfergew\u00f6hnlich exotisch und ohnehin nur einigen wenigen Experten bekannt. &#8222;Puquina itself is often associated with the culture that built <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tiwanaku\">Tiwanaku<\/a>.&#8220; Die Inkas eroberten die Gebiete der Aymara und Uru-Chipaya unter <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Huayna_Capac\">Huayna Capac<\/a> (der Sohn des ber\u00fchmten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BApac_Yupanqui\">T\u00fapac Yupanqui<\/a>).]<\/p>\n<p>Vor der inkaischen Eroberung bev\u00f6lkerten die Uru-Chipaya die Flusst\u00e4ler und die Seen &#8211; den Titicaca- und den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poop%C3%B3-See\">Poop\u00f3-See<\/a> [vermutlich auch die Ufer der Seen s\u00fcdlich von Chipaya, die heute Salzw\u00fcste sind]. Irgendwann seien die Seen ausgetrocknet. Die Kenntnisse \u00fcber Wassertechniken h\u00e4tten die Uru-Chipaya aber behalten. Die Aymara hingegen stammten &#8211; einer These zufolge &#8211; aus Ecuador und &#8222;w\u00fcrden nie Kan\u00e4le bauen&#8220; wie die Leute aus Chipaya. Ein gro\u00dfer Teil der Urus seien heute <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pentecostalism\">Pentecostals<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/250318_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/250318_1kl.jpg\" alt=\"Huachacalla\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Huachacalla<\/sup><\/p>\n<p>Am Morgen verfehlen wir den richtigen Weg und qu\u00e4len uns erst einmal \u00fcber die H\u00fcgel mit den schweren Rucks\u00e4cken. Der Marsch wird zur Strapaze, und B. ist v\u00f6llig fertig. Unter &#8222;Heulen und Z\u00e4hneklappern&#8220; marschieren wir die 17 Kilometer [nach <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/@-18.8582715,-68.1677954,4439m\/data=!3m1!1e3\">Escara<\/a> &#8211; die erste Etappe des zweit\u00e4gigen Marsches].<\/p>\n<p>Einmal erschrecken wir uns zu Tode, als ein Gewehr in unserer N\u00e4he durchgeladen wird. Zwei Soldaten tauchen auf und fragen uns, wohin wir wollten, lassen uns aber laufen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Escara\">Escara<\/a> erscheint uns wie das gelobte Land, obwohl es nur ein winziges staubiges Nest am Fu\u00df der Berge ist. Bei einer <a href=\"https:\/\/www.linguee.de\/spanisch-deutsch\/uebersetzung\/taller+de+bicicletas.html\">taller de bicicletas<\/a> k\u00f6nnen wir in der Werkstatt \u00fcbernachten und <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?t=2701\">kochen<\/a> uns leckere S\u00fcppchen und Tortillas.<\/p>\n<p>Die Diskussion \u00fcber einen Fahrradverleih gestaltet sich unbefriedigend, und endlich lehnen wir ganz ab. [Anmerkung: Das Wei\u00dfe auf den Fotos &#8211; das Salz &#8211; ist bretthart, man kann darauf Fahrrad fahren, allerdings w\u00e4re eher ein Mountain-Bike mit guten Sto\u00dfd\u00e4mpfern empfehlenswert, weil die Dellen im Salz einen vom Rad katapultieren w\u00fcrden, f\u00fchre man nicht sehr langsam.]<\/p>\n<p>Der <i>se\u00f1or<\/i>, der Inhaber der Werkstatt, ist ein ganz Linker und fragt uns erst \u00fcber unsere Meinung \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falklandkrieg\">Malvinas<\/a> aus. Irgendwie schwanken auch die Ausk\u00fcnfte dar\u00fcber, wie viele Touristen schon hier waren, betr\u00e4chtlich. Er kann sich an keine erinnern, jedenfalls sind wir in diesem Jahre die ersten.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen packen wir unsere Rucks\u00e4cke um, lassen alles, was \u00fcberfl\u00fcssig ist, in der Werkstatt und d\u00fcsen dann mit einem kleineren Rucksack los &#8211; <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/@-18.9496457,-68.114468,29846m\/data=!3m1!1e3\">26 Kilometer Fu\u00dfmarsch<\/a> erwarten uns!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/250620_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/250620_3kl.jpg\" alt=\"salzw\u00fcste\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/salar5kl.jpg\" alt=\"salar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/250620_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/250620_4kl.jpg\" alt=\"salzw\u00fcste\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Die Fotos sind nach S\u00fcdwesten aufgenommen worden. Man kann die schneebedeckten Anden von Chile erkennen. Es d\u00fcrfte sich um den heutigen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Volc%C3%A1n_Isluga\">Parque Nacional Volc\u00e1n Isluga<\/a> handeln. Die einzelnen Berge kann ich leider nicht identifizieren. Im &#8222;Vordergrund&#8220; <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_3gr.jpg\">Chullpas<\/a> &#8211; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Chullpa\">Grabst\u00e4tten<\/a> der Aymara.<\/sup><\/p>\n<p align=\"left\"><i>The Uru Chipaya is one of the most ancient people of South America, originating from 1500-2000 B.C. In the 16th century, the Uru Chipaya represented a quarter of the Altiplano Andean population. Nowadays, their territory represents a mere 920 km2, and the Uru Chipaya population counts little more than 2 000 individuals. The Uru Chipaya live in the Bolivian Altiplano bordering the salt desert of Coipasa, <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_4kl.jpg\" alt=\"chipaya\" border=\"0\" hspace=\"10\" align=\"left\" vspace=\"10\" width=\"240\"\/><\/a>at an altitude of 3640 m. Their territory is organized in 4 ayllus (or communities): Uni\u00f3n Barras, Aranzaya, Manazaya and Wistrullani. The traditional habitat consists of a group of circular houses built with mud and straw. One house serves as kitchen, another one as room, and so on and so forth.<\/i><\/p>\n<p>Erst geht der Weg durch Halbw\u00fcste mit hohen Pampagras-B\u00fcscheln und schneebedeckten Bergriesen im Hintergrund, die vermutlich schon zu Chile geh\u00f6ren. \u00dcberraschend schnell gelangen wir zum ersten Fluss, wo wir zuerst nicht wissen, wie wir ihn \u00fcberqueren sollen. Hinter uns kommt ein einsamer Radfahrer ohne jegliches Gep\u00e4ck, der uns die beste Furt zeigt. Das Wasser geht nur bis \u00fcber die Knie, obwohl es tiefer aussieht. [Es war Trockenzeit.]<\/p>\n<p>Danach wird die Gegend \u00f6de, alles flach, mit wei\u00dfen salzigen Stellen und kaum Bewuchs. In der Ferne <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Estancia\">Estancias<\/a> mit runden und spitzen Vorratsh\u00e4usern und riesigen Schaf- und Llama-Herden.<\/p>\n<p>Einige freundliche Uros \u00fcberholen uns auf dem Fahrrad, unter anderem auch der <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/alcalde\">alcalde<\/a> von Chipaya, ein netter Opa. Die M\u00e4nner tragen alle einen braun-wei\u00df gestreiften Poncho, der von einem G\u00fcrtel zusammengehalten wird, dass er wie ein Kleid aussieht, eine bunte M\u00fctze mit Ohrsch\u00fctzern und dar\u00fcber noch eine helle spitze M\u00fctze.<\/p>\n<p>Die Frauen sehen fantastisch aus: ein dunkelbraunes Baumwollkleid mit vielen Sicherheitsnadeln, die Haare im Afro-Look, hunderte von Kn\u00f6tchen, die in zwei Z\u00f6pfe auslaufen, die auch noch einmal zusammengeknotet sind. Einige tragen noch eine Art Kopftuch. (&#8230;)<\/p>\n<p>Es gibt zwei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ayllu\">ayllus<\/a> mit je rund 500 Mitgliedern, daher auch zwei B\u00fcrgermeister (alcalde) und noch einen <a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/ybbzmxmc\">corregedor<\/a>. In einem <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/oficina\">oficina<\/a>, gleichzeitig die Schule, k\u00f6nnen wir \u00fcbernachten.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck erwischen wir gerade die Zeit des Brotbackens, sogar <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/refresco\">refrescos<\/a> gibt es. Die Frauen erwarten offenbar, dass wir fotografieren und entspannen sich erst, als sie merken, dass wir das nicht tun. Wir haben noch eine nette Unterhaltung mit einem \u00e4lteren Mann und der Lehrerin [es gab nur eine].<\/p>\n<p>Am Morgen gibt es nur Wasser, was eklig schmeckt, und unsere eiserne Reserve M\u00fcsli. Im ganzen Dorf existiert nur ein Brunnen. Die H\u00e4user am Dorfrand sind rund und ohne Fenster, mit Schilfdach. Die Estancias haben mehrere Rundh\u00e4user, und verstreut \u00fcber die Pampa sehen wir viele kaputte Plumpsklos. Wir entwickeln die Theorie, dass die runden H\u00e4user einfach ein traditioneller Abklatsch der runden Schilfh\u00e4user der Urus sind.<\/p>\n<p>Der zweite <i>alcalde<\/i>, der nicht &#8211; wie sein &#8222;Kollege&#8220; &#8211; die traditionelle Kleidung tr\u00e4gt, erwartet wohl, dass wir f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/de.pons.com\/%C3%BCbersetzung\/spanisch-deutsch\/alojamiento\">alojamiento<\/a> bezahlen, was wir aber nicht tun. Der <i>corregedor<\/i> ist gerade in einer lautstarken Versammlung, und man bedeutet uns, dass er keine Zeit habe [wir wollten ihn um eine Erlaubnis zu fotografieren bitten]. So entschlie\u00dfen uns kurzerhand, das Dorf zu verlassen. Leider werden wir nie erfahren, ob sie sich wegen der verpassten Chance, etwas zu verdienen, ge\u00e4rgert haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_5kl.jpg\" alt=\"chipaya\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/bolivia\/020714_2kl.jpg\" alt=\"chipaya\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><sup>Der <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/k86wjzb\">Friedhof<\/a> von Chipaya ist auch via Google Maps noch gut zu erkennen. Am Fu\u00dfe der Berge im Hintergrund liegt der winzige Ort Escara, vom dem aus wir losmarschiert waren.<\/sup><\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck nach Escara qu\u00e4le ich mich bis fast zur totalen Ersch\u00f6pfung. Zum Gl\u00fcck treffen wir kurz hinter einem Fluss einen LKW, der bis nach Oruro f\u00e4hrt. Wir sitzen auf toten Schafen in S\u00e4cken. In Escara holen wir unsere Sachen und warten ein paar Stunden. Dann geht es am sp\u00e4ten Nachmittag los.<\/p>\n<p>Es soll fast eine wieder <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/07\/18\/noche-triste-in-sumbay\">Sumbay-Nacht<\/a> werden. Der Fahrer kennt sich besser aus als der bei der Hinfahrt: Kurz vor dem endg\u00fcltigen Steckenbleiben schaltet er immer den rettenden R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein. Irgendwo in einem winzigen Dorf bleibt er stehen. Ich friere total, selbst der Schlafsack hilft wenig. Au\u00dferdem gerate ich bei jeder Bewegung mit B. aneinander, hinten dr\u00fccken die Schrauben der Seitenwand mir ins Kreuz und unten der Rucksack oder die toten Schafe. Ich kann kaum den Sternenhimmel genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Am Morgen f\u00e4hrt der der LKW bis zu einer kaputten Br\u00fccke kurz vor <a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/ycy56mqo\">Toledo<\/a>. Es wird nur sehr langsam warm. Beim Marsch von der F\u00e4hre bis nach Toledo knickt B. um, und ich breche fast zusammen. Gegenseitig ermuntern wir uns. Auf der Plaza des Ortes erwarten uns eine k\u00f6stliche Quinoa-Suppe und ein Bus, weil die Stra\u00dfe nach Oruro wieder halbwegs passierbar ist. Mir wird beim Essen schwindelig, und als ich im Bus sitze, kann ich mich kaum bewegen. Der Busfahrer will nicht losfahren, weil noch mehr <i>pasageros<\/i> kommen k\u00f6nnten. Wenn ich nicht so kaputt gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte ich mich ge\u00e4rgert. So spotten wir nur \u00fcber ihn (&#8230;). Unter totaler Ruckelei kommen wir endlich in Oruro an.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40755?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40755?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_40755 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_40755')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_40755').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"recommend\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"%20Durch%20die%20Salzw%C3%BCste%2C%20reloaded%20%C2%BB%20Burks%27%20Blog%20-%20in%20dubio%20pro%20contra.%20De%20...\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/www.burks.de\\\/burksblog\\\/2020\\\/06\\\/25\\\/durch-die-salzwueste-reloaded\",\"post_id\":40755,\"post_title_referrer_track\":\"Durch+die+Salzw%C3%BCste%2C+reloaded\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe noch ein paar Fotos aus Bolivien gefunden und diese in pingeliger Fummelei digitalisiert und restauriert. Ich fasse jetzt meinen &#8222;Trip&#8220; von Oruro \u00fcber Huachacalla nach Chipaya in einem Posting zusammen. Diese &#8222;Expedition&#8220; dauerte mehr als eine Woche (April 1984) und war mit das interessanteste und anstrengendste Abenteuer, das ich in mehr als zwei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[585,584],"tags":[],"class_list":["post-40755","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bolivia","category-lateinamerika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40755"}],"version-history":[{"count":62,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43455,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40755\/revisions\/43455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}