{"id":40715,"date":"2020-06-23T07:46:42","date_gmt":"2020-06-23T05:46:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=40715"},"modified":"2020-06-23T07:48:43","modified_gmt":"2020-06-23T05:48:43","slug":"schon-wieder-lenin-stuttgart-und-unbequemes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/06\/23\/schon-wieder-lenin-stuttgart-und-unbequemes","title":{"rendered":"Schon wieder Lenin, Stuttgart und Unbequemes"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/230620_1.jpg\" alt=\"lenin\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/p>\n<p>&#8211; Von Journalisten erwarte ich schlankes und verst\u00e4ndliches Deutsch, keine b\u00fcrokratischen Bl\u00e4h- und Furz-Textbausteine (&#8222;Migrationshintergrund&#8220;), kein \u00fcberfl\u00fcssiges Denglisch (&#8222;urbaner Migrant&#8220;) und keine eitlen Verrenkungen, um sich von den einfachen Leuten abzugrenzen (&#8222;Narrativ&#8220;). Wer das nicht hinkriegt, sollte das Handwerk des Schreibens neu lernen. (Passt hier gar nicht hin, aber irgendwo musste ich es unterbringen.)<\/p>\n<p><b>Stuttgart Riots<\/b><\/p>\n<p>&#8211; Zu Stuttgart (Randale und so) fiel mir ein <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2015\/03\/19\/die-boesen-sind-die-anderen\">Artikel<\/a> ein, den ich vo 22 Jahren geschrieben habe und den man nicht ver\u00e4ndern muss. Er ist  aktuell:<\/p>\n<p>Wer Macht hat, redet nicht \u00fcber Gewalt. Die Herrschenden k\u00f6nnen andere beauftragen, Gesetze zu erlassen, die die Beherrschten zwingen, ihren W\u00fcnschen nachzukommen (Asylgesetz alias \u201cAusl\u00e4nder raus\u201d). Wer \u00fcber Gewalt kommuniziert, demonstriert, da\u00df er selbst \u00fcber nur begrenzte Macht verf\u00fcgt. Man will, da\u00df die, die den eigenen sozialen Status potentiell bedrohen, sich an Regeln halten, die man selbst aufgestellt hat. Nur die Mittelschichten fordern von allen anderen, sich an Regeln zu halten, weil sie \u201cAngst vor dem Absturz\u201d (Barbara Ehrenreich) haben. Wer aufsteigen will, mu\u00df die Werte der Gesellschaft verinnerlichen und sich selbst kontrollieren. Beherrsche dich, und nicht etwa andere! Der soziale Aufsteiger ist gegen Gewalt, weil Gewalt archaisch ist und die Regeln, die ihm ein gesichertes Leben erm\u00f6glichen, ad absurdum f\u00fchrt. Der klassische Radfahrer tritt nach unten, aber fordert gleichzeitig, da\u00df die da oben das nicht tun. Sie sollen ihn daf\u00fcr belohnen, da\u00df er sich an die Regeln h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Gewalt ist eine Ikone, ein sinnliches, also medial vermitteltes Bild eines Ph\u00e4nomens, das unterschiedliche Gruppen jeweils verschieden wahrnehmen und interpretieren. Hooligans finden Gewalt geil. Sie verschafft ihnen alles, was das Leben versprechen kann: K\u00f6rpergef\u00fchl, \u00dcberschreiten der Grenzen, Macht, Gruppendynamik, Thrill. Ein Trip ohne psychotrope Hilfsmittel. (&#8230;)<\/p>\n<p>Der Diskurs \u00fcber Gewalt definiert immer ein Au\u00dfen-Innen-Verh\u00e4ltnis. Gewalt ist um so gef\u00e4hrlicher, je mehr sie von den R\u00e4ndern kommt: Jugend \u2013 ein Schritt von der Mitte entfernt, Randgruppe, zwei Schritte, Ausl\u00e4nder, drei Schritte. Die Inkarnation des B\u00f6sen ist ein gewaltt\u00e4tiger jugendlicher Ausl\u00e4nder. Ein Widerspruch in sich ist ein erwachsener deutscher, aber nur in der Freizeit pr\u00fcgelnder Hooligan, der weder sozial marginalisiert ist noch ein politisches Motiv hat, was ihn einer Randgruppe zuordnen w\u00fcrde. So etwas gibt es nicht, genausowenig wie es Rassisten und Antisemiten im Bundestag gibt, die man einsperren oder verbieten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Hooligans sind die Rache des Kapitalismus: Er nimmt die Wut und die Sehnsucht der armen Schweine und verkauft sie an privilegierte junge M\u00e4nner aus den Mittelschichten. Die inszenieren den Aufstand so, da\u00df er der Gesellschaft in den Kram pa\u00dft, unpolitisch, mittels erlaubter Drogen und nur punktuell die Grenzen \u00fcberschreitend, da\u00df nicht zu viele auf der Strecke bleiben&#8220;.<\/p>\n<p>&#8211; Merke: Die Gewerkschaft der Polizei ist <i>nicht<\/i> die Deutsche Polizeigewerkschaft. Das nur, weil mir ein Kollege warnend schrieb, ein Viertel der deutschen Journalisten kennten den Unterschied gar nicht. Thomas Mohr, der Vorsitzender der <a href=\"https:\/\/www.gdp.de\/\">GdP<\/a>, schrieb auf Fratzenbuch:(als Kontrapunkt zu meinem erw\u00e4hnten Artikel):<\/p>\n<p><i>Wer hier die Randalierer einer &#8222;Event und Party-Szene&#8220; zuordnet, verharmlost das Grundproblem. Nach Schilderungen der Einsatzkr\u00e4fte vor Ort handelte es sich um \u00fcberwiegend migrantische Jugendliche, Heranwachsende, aber auch Erwachsene in gr\u00f6\u00dferer Zahl, die sich grunds\u00e4tzlich an keine Verhaltensregeln halten. Das sind weitgehend testosterongeladene junge M\u00e4nner, die in der Gruppendynamik schnell eskalieren! Der Organisierungsgrad, oft durch die sozialen Plattformen emotional transportiert, ist bei dieser Gruppe hoch.(&#8230;)<\/i><\/p>\n<p><i>Die Politik fordert R\u00fcckhalt f\u00fcr die Polizei! Das ist dann andernorts die gleiche Politik, die bewusst und gewollt &#8222;ihre Polizei&#8220; durch ein Antidiskriminierungsgesetz, wie in Berlin, oder durch Aussagen der Polizei generell Rassismus unterstellt, sie am liebsten auf die &#8222;M\u00fcllhalde&#8220; zu entsorgen, wie es medial publiziert wurde. Das motiviert und befeuert solche Ereignisse nicht nur in Stuttgart.(&#8230;)<\/i><\/p>\n<p><i>Die Polizei kann gesellschaftliche Probleme nicht alleine l\u00f6sen. Seit Jahren stelle ich fest, dass uns, der Gesellschaft, wom\u00f6glich viele junge M\u00e4nner, die in Deutschland geboren sind und einen Migrationshintergrund haben, die \u00fcberwiegend in einer &#8222;virtuellen Parallelwelt&#8220; (sozialen Netzwerken) leben, entgleiten.<br \/>\nDie kein Benehmen haben, keinen Respekt gegen\u00fcber ihren Mitmenschen haben, staatliche Institutionen verh\u00f6hnen und l\u00e4cherlich machen, fremdes Eigentum mutwillig zerst\u00f6ren und explosiv in der Gruppe gewaltbereit sind. Die Coronakrise und den Konsum von Alkohol kausal daf\u00fcr mitverantwortlich zu machen, ist meiner Meinung nach zur kurz gesprungen.<\/i><\/p>\n<p><b>M\u00fcll et al<\/b><\/p>\n<p>&#8211; Zur hier schon erw\u00e4hnten Kolumne: \u00dcber einen <a href=\"http:\/\/www.electionanalysis2016.us\/us-election-analysis-2016\/section-4-diversity-and-division\/why-are-the-german-americans-trumps-most-loyal-supporters\/\">\u00e4lteren Artikel<\/a> zur Analyse der letzten US-Wahl k\u00f6nnte die taz auch etwas schreiben  lassen &#8211; &#8222;alle Deutschen auf den M\u00fcll, weltweit&#8220; &#8211; oder so \u00e4hnlich: &#8222;Why are the German-Americans Trump\u2019s most loyal supporters?&#8220;<\/p>\n<p><b>Kerngesch\u00e4ft<\/b><\/p>\n<p>&#8211; Und nun zu uns, Linke. Angus Deaton, Wirtschaftsnobelpreistr\u00e4ger, sagt:<br \/>\n&#8222;Die US-Demokraten haben es aufgegeben, die Gewerkschaften zu vertreten. Sie haben umgesattelt auf die gebildete Elite und auf Minderheiten. <b>Die wei\u00dfe Arbeiterschaft blieb ohne politische Repr\u00e4sentanz zur\u00fcck<\/b>. In dieser Hinsicht war Hillary Clinton 2016 die schlimmste Kandidatin, die man sich vorstellen konnte. Sie ist eine typische Vertreterin der Elite, die weder Verst\u00e4ndnis noch Sympathie f\u00fcr die Arbeiterklasse hat.&#8220; (Quelle: Der Spiegel)<\/p>\n<p>Hat nicht das gesamte deutsche Feuilleton sich die Finger wundgeschrieben, dass Clinton die bessere Pr\u00e4sidentin sei? Und was sagt uns das?<\/p>\n<p>Und besch\u00e4ftigt sich die &#8222;Linke&#8220; hierzulande mehr mit der wei\u00dfen Arbeiterklasse oder eher mit #blacklivesmatter in den USA und mit <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/start\/nachrichten\/detail\/solidaritaet-heisst-niemanden-vergessen\/\">Fl\u00fcchtlingen<\/a>? Auf der gesamten Homepage der &#8222;Linken&#8220; finde ich rund 70 Mal das Wort &#8222;Arbeiterklasse&#8220;, daf\u00fcr aber rund 1.200 Mal &#8222;Fl\u00fcchtlinge&#8220;. Wem wollen sie diesen Schwerpunkt wie verkaufen?<\/p>\n<p>Wir sehen uns an der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl!<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40715?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40715?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_40715 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_40715')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_40715').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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