{"id":40698,"date":"2020-06-21T12:56:06","date_gmt":"2020-06-21T10:56:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=40698"},"modified":"2020-06-21T12:56:07","modified_gmt":"2020-06-21T10:56:07","slug":"betr-y","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/06\/21\/betr-y","title":{"rendered":"Betr.: Y."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/210620_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/210620_1kl.jpg\" alt=\"k\u00f6rpersprache\" border=\"1\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Foto Marianne Wex: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B002AGUN5Y\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B002AGUN5Y&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=0605513f1df93902408fb188bd984a81\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Weibliche&#8220; und &#8222;m\u00e4nnliche&#8220; K\u00f6rpersprache als Folge patriarchalischer Machtverh\u00e4ltnisse<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B002AGUN5Y\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>.<\/sup><\/p>\n<p>Zugegeben, Hengameh Yaghoobifarah macht es einem leicht, sie nicht zu m\u00f6gen. Ich war versucht, ihren Text, der in der Medienblase (und nur dort) zur Zeit diskutiert wird, umzuschreiben:<br \/>\nWenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man die &#8222;queere&#8220; und gendernde Sprachpolizei dann \u00fcberhaupt noch reinlassen? Spontan f\u00e4llt mir nur eine geeignete Option ein: die M\u00fclldeponie. Nicht als M\u00fcllmenschen mit Schl\u00fcsseln zu H\u00e4usern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen f\u00fchlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.<\/p>\n<p>Aber das w\u00e4re geh\u00e4ssigt und geht gar nicht. Dennis Graemer schrieb auf Fratzenbuch: &#8222;Die Texte von Yaghoobifarah sind, das kann man durchaus so sagen, f\u00fcr gew\u00f6hnlich eine Zumutung. Es schmerzt, sie zu lesen. Inhaltlich handelt es sich um identit\u00e4tspolitischen Unsinn, um postmoderne Propaganda. Der Schreibstil muss als aktiv verdummend beschrieben werden, man f\u00fchlt sich erinnert an peinliche Tumblrblogs und weinerliche Rants woker College Kids. Das ist kein Journalismus, keine Theorie, das ist Gonzo im schlechtesten Sinne.&#8220;<\/p>\n<p>Schon klar. Stefan Reinecke hat <a href=\"https:\/\/taz.de\/Die-taz-die-Polizei-und-der-Muell\/!5696446\/\">in der taz<\/a> mit k\u00fchlem Kopf nachgelegt: &#8222;Warum die Polizei-M\u00fcll-Kolumne aus der taz mehr als grenzwertig ist und radikale Identit\u00e4tspolitik in bleiernes Schweigen f\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist auch mein Vorwurf: Der Text w\u00e4re als Kunstprojekt denkbar, so ist er keine Satire, sondern nur Gep\u00f6bel, kost\u00fcmiert als Satire.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/210620_2a.jpg\" alt=\"Hengameh Yaghoobifarah\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><br \/>\n<sup>Screenshot: Facebook-Profil Hengameh Yaghoobifaras<\/sup><\/p>\n<p>Mir fiel aber spontan etwas zu ihren Gunsten ein. Wenn die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen aufheulen, ist das zuerst einmal gut und nicht schlecht. Das macht Spa\u00df, wenn es sich um einen eleganten Degen der Sprache handelt, wie bei <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?s=y%C3%BCcel\">Deniz Y\u00fccel<\/a>. Wenn aber jemand mit Dachlatten um sich haut, um m\u00f6glichst viele zu treffen, ist das langweilig.<\/p>\n<p>Die kackbraunen <a href=\"https:\/\/19vierundachtzig.com\/2020\/06\/17\/dickes-ding-adipoese-taz-autorin-will-polizei-abschaffen\/\">Kameraden<\/a> haben aber Schaum vor dem Mund, weil Yaghoobifarah alles in Frage stellt, woran sie meinen glauben zu m\u00fcssen. Auch entsprichen ihr Aussehen und ihre Attitude nicht dem Klischee von dem, was der Normalotto vielleicht denkt. Die Beine breit und nicht rasieren? Es ist zum Totlachen, dass die sich dar\u00fcber aufregen.<\/p>\n<p>Yaghoobifara zeigt denen, dass &#8222;Kultur&#8220;, also auch die Rollen von Frauen und M\u00e4nnern, historisch gewachsen ist und jeweils neu definiert wird und mitnichten eine anthropologische Konstante ist, wie unsere braun gebrannten Schlichtdenker meinen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/210620_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2020\/06\/210620_2kl.jpg\" alt=\"k\u00f6rpersprache\" border=\"1\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><br \/>\n<sup>Foto Marianne Wex: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B002AGUN5Y\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B002AGUN5Y&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=0605513f1df93902408fb188bd984a81\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Weibliche&#8220; und &#8222;m\u00e4nnliche&#8220; K\u00f6rpersprache als Folge patriarchalischer Machtverh\u00e4ltnisse<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B002AGUN5Y\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>.<\/sup><\/p>\n<p>Die <i>taz<\/i> ist weitaus weniger souver\u00e4n wie sie sich gibt. Einen Text von Eva C. Schweitzer in ihrem Blog hat jemand von der medialen Sittenpolizei gel\u00f6scht, deswegen dokumentiere ich ihn hier zum gef\u00e4lligen Beachten. Schweitzer hat ihren <a href=\"http:\/\/blogs.taz.de\/newyorkblog\/2019\/03\/23\/leipzig-am-abend\/?fbclid=IwAR2RvM2DIZM2XFBf5YfR2D83Hm6k3ZgVZ_8da4p--0eaCMHo6yzVawuf2wA\">Text auf Facebook rekonstruiert<\/a>:<\/p>\n<p>&#8222;Jetzt habe ich wahrhaftig doch noch ein PoC, ein people of color auf der Leipziger Buchmesse entdeckt, glaube ich zumindest, n\u00e4mlich Hengameh Yaghoobifarah, die (oder das) ein Buch herausgegeben hat, Eure Heimat ist unser Albtraum. Bei der Lesung war ich allerdings nicht, weil ich erst mal die Frage kl\u00e4ren wollte, was ist ein Yaghoobifarah?<\/p>\n<p>&gt;Wie ich recherchierte, ist das ein nicht-bin\u00e4res Wesen, dessen Familie aus dem Iran stammt. Iraner sind bei uns \u2014 und damit meine ich Amerika \u2014 wei\u00df, so \u00e4hnlich wie Israelis, ich habe aber keine Ahnung, welche Farbe die in Deutschland haben. Auf Fotos sieht Yabba \u2014 wir Amerikaner verwestlichen gerne komplizierte ausl\u00e4ndische Namen \u2014 allerdings ziemlich k\u00e4sekuchenfarben aus und definitiv wei\u00dfer als Attila Hildmann oder Xavier Naidoo. Aber wer bin ich, jemanden zu verwehren, sich als PoC selbstzudefinieren, das w\u00e4re ja transfeindlich.<\/p>\n<p>Yabba ist auch mit einem Zitat am taz-Stand vertreten, n\u00e4mlich; das Einzige, was Almans mehr Angst bereitet als linksradikale, queere, trans, feministische, antirassistische, dicke Kanax seien antideutsche, linksradikale, queere, trans, feministische, antirassistische, dicke Kanax.<\/p>\n<p>&gt;Also, wenn du Angst hat, dick zu werden, liebes Yabba, da ist die Buchmesse definitiv der falsche Ort. Hier wird man an allen Ecken und Enden vollgestopft mit Keksen, Gummib\u00e4rchen, Schokoriegeln und Sektgl\u00e4schen. Ich selber sehe schon aus wie BB-8. Was hingegen die Angst der Almans angeht, Yabba, da bist du auf dem Holzweg. Almans haben die meiste Angst vor jungen, schlanken, cis-m\u00e4nnliche und g\u00e4nzlich unqueeren Kanax, und inbesondere davor, Sven-Sebastian und Sophie-Emily auf die gleiche Schule wie diese Kanax schicken zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>An zweiter Stelle kommt die Angst vor Sachsen, die \u201eMerkel muss weg\u201c rufen, dann die Angst vor dem Klimawandel, dem Waldsterben, dem sauren Regen, dem Ozonloch, den Chemtrails, den Feinstaub und Dieselabgasen. Habe ich irgendwas vergessen? Dann erst Yabba.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es fies, Yabba, wenn man als antideutsches Bin\u00e4rwesen in Deutschland festsitzt und Albtr\u00e4ume hat, weil man nicht in den Iran zur\u00fcckkann, weil die dort queere, trans-feministische Kanax gerne an Baukr\u00e4nen aufh\u00e4ngen und andererseits die traditionellen Einwanderungsl\u00e4nder wie Amerika ungerne Berufsmotzer ohne formale Qualifikationen aufnehmen. Gerade in den angels\u00e4chischen L\u00e4ndern kommt man mit deutsch nicht sehr weit.<\/p>\n<p>Aber wie w\u00e4re es mit \u00d6sterreich? Da kannst du deutschsprachlich brillieren, Antideutsche m\u00f6gen die dort auch sehr gerne, und damit du gleich das richtige Branding f\u00fcr dich pr\u00e4gst, nennst du dich am besten Yabba the Hun. Und ich finde, nach dem Transfer von Dolfi dem Schicklgrub w\u00e4re das ein echt gerechter Ausgleich.&#8220;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40698?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40698?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_40698 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_40698')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_40698').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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